Forum: Auto
Luftverschmutzung: In Stuttgart soll die Höchstgeschwindigkeit auf 40 km/h sinken
DPA

Die Fahrverbote genügen nicht - damit die Luft in Stuttgart sauberer wird, soll flächendeckend langsamer gefahren werden. Das Regierungspräsidium will mit dem neuen Tempolimit auch das Auto unattraktiver machen.

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muskat51 08.08.2019, 19:17
10. Könnte mal einer der Entscheider

rausgehen und sich den Verkehr ansehen!? Ich kenne den Verkehr in München und Berlin gut. Da sind ganz viele zu Fuß und per Fahrrad unterwegs und der ÖPNV ist brechend voll und überlastet. Mit einem guten ÖPNV könnte man all die aus dem Auto holen, die es nicht aus Begeisterung nutzen sondern aus Verzweiflung. Ohne stimmiges Gesamtkonzept würde es nicht einmal helfen, wenn wie damals in England vor jedem Auto ein Läufer mit roter Fahne marschieren müsste.

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BBirke 08.08.2019, 19:17
11. Schikanepolitik

"Autofahren unattraktiv machen" mit Tempolimits und Parkgebühren ist Schikanepolitik, die den Menschen das Leben versauert und verteuert. Wahrscheinlich erzielt man nur minimalen Effekt zur Luftreinhaltung und würgt das Leben in der Stadt ab. Den Anwohnern muss man wenigstens das kostenlose oder sehr günstige Parken ermöglichen, oder man nimmt gerade den unteren Einkommensgruppen die Erwerbsmöglichkeit, indem man sie festsetzt oder eine Pendelstrecke statt 30min zwei Stunden dauert. Und man muss die Ampeln auf Tempo 40 synchronisieren - tut man das nicht oder schaltet man gar gezielte rote Wellen, steigen die Schadstoffwerte durch unnötiges Stop&Go und Warten.

Eigentlich sollte man Umweltprobleme des Autos technisch, möglichst ohne Beschränkungen und Gängeleien lösen und dem dauernden Ruf nach Gängeleien, Verzicht und Askese die rote Karte zeigen. In der Vergangenheit hat das auch geklappt, Katalysator und Rußfilter waren viel wirksamer als Tempo 100 auf Autobahnen und (kontraproduktives) Tempo 30 in Städten. Nun ist es aber hier entscheidend die Schuld eines Betrugskartells aus Autoindustrie und Politik, dass die technischen Lösungen beim Diesel versagt haben, ja, dass neuere Euro 5-Autos effektiv dreckiger waren als solche nach der alten Euro 4-Norm, trotz strengerer Grenzwerte. Das war ein Eigentor!

Es bleibt zu hoffen, dass mit reifen technischen Lösungen und Umstieg auf E-Mobilität die Schikanen wieder verschwinden. Das kann aber lange dauern, man denke an das in der Ölkrise verhängte, absurd niedrige 55 Meilen (88km/h)-Limit auf Autobahnen in den USA, das nach Ende der Krise noch Jahrzehnte beibehalten und nur langsam aufgeweicht wurde.

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MisterD 08.08.2019, 19:21
12. Das ist nur ein Teil des Verbrauchs...

Zitat von Crom
Bei 40 km/h ist der Verbrauch höher als bei 50 km/h, da in einem niedrigeren Gang gefahren wird. Vielleicht sollten die Verantwortlichen erst einmal mit Personen sprechen, die sich damit auskennen. In Stuttgart sollte es da doch genug geben, die sich mit Getrieben beschäftigen.
was meinen Sie denn, warum in der Stadt der Verbrauch, z.B. bei meinem Diesel bei 8l/100km liegt und auf der Autobahn bei konstant 110 nur bei 4,9 ?
Das liegt daran, dass in der Stadt permanent zwischen Beschleunigen und Bremsen gewechselt wird. Die meiste Energie wird benötigt die träge Masse von 1,6 Tonnen auf Tempo 50 zu beschleunigen. An der nächsten Ampel wird diese Bewegungsenergie über die Bremse wieder abgegeben...

Tempo 40 kann hier durchaus einen Effekt haben, der den Mehrverbrauch des niedrigeren Gangs überwiegt...

Glauben Sie mal nicht, dass in der Stadt bei 50 die meisten Leute im 4. Gang fahren. Ich kenne jede Menge Spezies, die im 3. bleiben, auch bei 50.
Die modernen 7 bis 8 Gangautomaten sind hingegen so effizient, da macht es kaum einen Unterschied...

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theuwe 08.08.2019, 19:22
13. Grotesk

Stuttgart und die Region leben vom Automobil, und die grüne Regierung will das Auto unattraktiver machen! Ist es das erklärte Ziel der Grünen, dass ein Heer von Arbeitslosen wenigsten super-reine Luft atmen kann?

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raumschiff.enterprise 08.08.2019, 19:27
14. Kein Problem!

Hätte kein Problem mit 40 Km/h,oder 45 Km/h. Die Automobilindustrie sollte uns sagen wann die optimalen Drehzahlen, mit dem niedrigsten Schadstoffausstoß gefahren werden können. In welcher Stadt kann man denn überhaupt noch, bei dem Verkehr, die 50 Km/h über eine Strecke von 200 oder 300 Metern noch fahren? Wenn man schneller als erlaubt fährt, bringt das vielleicht 1 oder 2 Minuten Zeitgewinn. Wer das nötig hat, macht etwas gewaltig falsch in seinem Leben.

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emil_erpel8 08.08.2019, 19:28
15.

Zitat von nuramnoergeln
Es geht nicht um langsam fahren, sondern darum das Fahren mit den Abgasschleudern unattraktiv zu machen und das Auto aus der Stadt zu verbannen. Der Umwelt und unser aller Zukunft zu liebe.
Und sind Sie mal in Stuttgart und Umgebung mit dem ÖPNV gefahren? Unfaßbar teuer und katastrophal schlecht vernetzt mit dem Umland. Was ist dann die Alternative zu "mit dem Wagen zur Arbeit fahren"? Vielleicht "zu Hause bleiben und von Stütze leben"?

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doppeldenk 08.08.2019, 19:28
16. Endlich

Verstand über Lobby

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bollocks1 08.08.2019, 19:29
17. Bekloppt

Viel wichtiger ist, dass der Verkehr fliesst, egal ob 40 oder 70.
Gab es alles mal, grüne Welle und so.
Nur Bevormundung und Fahren vermiesen geht nach hinten los.

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Georg_Alexander 08.08.2019, 19:30
18. Das muss ja nicht so sein

Zitat von Crom
Bei 40 km/h ist der Verbrauch höher als bei 50 km/h, da in einem niedrigeren Gang gefahren wird. Vielleicht sollten die Verantwortlichen erst einmal mit Personen sprechen, die sich damit auskennen. In Stuttgart sollte es da doch genug geben, die sich mit Getrieben beschäftigen.
Wenn flächendeckend Tempo 30-Zonen eingerichtet werden sollten, wird man dies bei der Getriebeauslegung sinnvollerweise berücksichtigen können. Zur Zeit wird eben für 50-70 km/h optimiert. Ich erinnere mich allerdings auch, mal bei stellenweise Eisregen eine längere Strecke mit 30 über die Bahn geschlichen zu sein. Der Verbrauch war sensationell niedrig!

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k70-ingo 08.08.2019, 19:31
19.

Zitat von nuramnoergeln
Es geht nicht um langsam fahren, sondern darum das Fahren mit den Abgasschleudern unattraktiv zu machen und das Auto aus der Stadt zu verbannen. Der Umwelt und unser aller Zukunft zu liebe.
Nicht "unser aller", denn es gibt Leidtragende dieser Entwicklung, etwa die innerstädtischen Einzelhändler.

Ich wohne im Speckgürtel des Ruhrgebietes und arbeite im Homeoffice. Einkäufe des täglichen Bedarfs erledigen wir zu Fuß im Dorf, alles andere wird im Internet bestellt oder in den Einkaufsmärkten und Outlet Stores auf der grünen Wiese gekauft.
In die Stadt fahren wir nur ab und zu ins Büro (dank Firmenparkplatz ohne Kontakt mit der urbanen Außenwelt) und alle Jubelmonate zu kulturellen Veranstaltungen (die aber außerhalb der Ladenöffnungszeiten stattfinden).

Bei uns hat das Vergraulen durch das Unattraktivmachen der Städte für den Autoverkehr funktioniert.
Das bekümmert uns nicht, da unsere Situation höchste Lebensqualität bedeutet - aber wir werden immer mal wieder angepflaumt, daß unser Verhalten die Ursache für das Sterben des urbanen Einzelhandels ist.
Ja, das ist so - na und?

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