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Maßnahme zur Luftverbesserung: Städte lehnen Gratis-Nahverkehr ab
DPA

Der umstrittene Plan der Bundesregierung, in bis zu zwei Städten einen kostenlosen Nahverkehr zu testen, ist offenbar gescheitert. Bei den ausgewählten Kommunen fehlt das Interesse.

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stiller_denker 26.02.2018, 18:10
1. Was für eine Luftnummer unserer 'Regierung'

Ohne Plan und System in so ein Gespräch gehen. Ohne vorher eine Kommune gefragt zu haben oder einen entsprechenden Etat dafür zu haben. Es gab soviele gute Vorschläge anderer Kommunen. Warum nimmt man keine von diesen!

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quark2@mailinator.com 26.02.2018, 18:32
2.

Irgendwie bin ich nicht damit einverstanden, daß einzelne Städte sich solch grundlegenden Anliegen aus eigener Kraft verweigern können. Wozu hat man ne Bundesregierung, wenn die immer erst 1000 Leute fragen muß, bevor sie mal was machen kann ? Ja klar, Demokratie, Gewaltenteilung ... tolle Worte. Aber es muß auch mal was aus einem Guß gemacht werden können. Und zwar ohne sich erst für Anwalts-Millionen 10 Jahre lang durch alle Instanzen zu klagen. Diese Ineffizienz scheint mir immer mehr zum Problem zu werden.

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Balthasar1 26.02.2018, 18:50
3. Primitive Augenauswischerei

In welchen Städten sollte dies passieren? Dort wo die Luft am dichtesten ist: Fehlanzeige. Man wollte der EU, die Deutschland schon einige Male zu Recht abgemahnt hatte, einen abgenagten Knochen hinwerfen ... und der deutschen Bevölkerung natürlich auch. Die großen Autokonzerne, riesige Gewinnsteigerungen und Boni-Steigerungen zu verzeichnen haben, haben wieder einmal Zeit herausgeschunden. Werte? Demokratie? Alles Mumpitz. Und morgen sterben immer mehr Menschen. Genaue Untersuchungen will man weder von der Autoindustrie noch seitens unserer Regierung. E-Autos hinausgeschoben. Ein Riesen-Plus bei den SUVs. Ist das die große Zukunft der Groko?

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alles_moegliche 26.02.2018, 18:50
4. Tübingen würde gerne, darf aber nicht

Das abstruse ist ja, dass es durchaus Städte gäbe, die an einem solchen Projekt interessiert wären. In Tübingen zum Beispiel gibt es ein fertiges Konzept, komplett mit Kapazitätsplanung und Kostenkalkulation. Aber dafür gibt es kein Geld (https://www.tagblatt.de/Nachrichten/OB-Palmer-Tuebingen-moechte-fuer-das-fertige-Konzept-Tue-Bus-umsonst-ebenfalls-Foerderung-aus-Berlin-363718.html). Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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susybntp11-spiegel 26.02.2018, 18:51
5. Mensch,

macht den öffentlichen Nahverkehr preiswerte wohlgemerkt PREISWERT und keine Abzocke wie hier in Bonn wo man für 5 Stationen fast 11 Euro für zwei Personen hin und zurück zahlen muss, habt ihr sie noch alle. Ich fahre nur mit dem Auto weil Busse und Bahnen einfach zu teuer sind, parken ist billiger, viel billiger. Ich will nichts umsonst, aber abzocken lasse ich mich von den Beamten die nicht wirtschaftlich und sozial rechnen könne auf jeden Fall nicht. Mach was ich fordere, dann fahren auch mehr Leute mit Bus und Bahn, die Luft ist sauberer und vielleicht habt ihr im Nachhinein sogar mehr in der Kasse.

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daheim 26.02.2018, 18:53
6. Komfort

Als diese Idee vor ein paar Wochen das erste Mal durch die Presse geisterte, interviewte SPON einen Verkehrsexperten, der dieser Idee auch keine Wirksamkeit einräumte. Damit bekommt man höchstens Leute, die vorher glaufen oder mit dem Rad gefahren sind in den ÖNPV, weil es ihnen vorher zu teuer war, für die beiden Stationen von der Wohnung zum Supermarkt eine Fahrkarte zu kaufen. Aber die vielen Pendler wird man so nicht überzeugen, da es denen primär nicht ums Geld geht.
Wie der Verkehrsexperte richtigweise sagte, geht es denen in erster Line um eine komfortable Beförderung. D.h. wie lange muss ich auf ein Bus, Straßenbahn, S-Bahn warten. Sind die auch pünklich? Wie sieht es mit den Umsteigeverbindungen aus? Etc. Unterm Strich, wie lange brauche ich von A nach B. Wenn das mit dem ÖNPV länger dauert als mit dem Auto und ich mir bei einem Wetter wie heute noch 10 Minuten beim Umsteigen auf dem Bahnsteig den A... abfriere, um dann 25 in der überfüllten S-Bahn zu stehen, würde ich immer das Auto vorziehen, egal ob es kostenlos ist oder nicht.
Aber umgehehrt, wenn ich mit dem ÖNPV schneller bin, ich mir nicht den A.... abfriere und ggf. noch einen Sitzplatz habe wo ich ein Buch lesen kann, sehr gerne. Dafür würde ich nicht nur da Auto stehen lassen, sondern auch noch Geld bezahlen.
D.h. man muss die Taktung erhöhen, die Pünklichkeit verbessern, ggf. mehr Züge anschaffen. Wenn die Qualität stimmt, sind die Leute auch dafür bereit zu zahlen.

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anselmwuestegern 26.02.2018, 18:53
7.

Vor vielen Jahren schon habe ich angemerkt, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, die Nutzung von öffentlichem Nahverkehr mit der Anmeldung eines privaten PKW zu koppeln. Damit meine ich, dass angemeldete PKW automatisch ein Abo für ihren örtlichen Nahverkehr beinhalten. Das wäre nicht kostenlos, aber fahren mit dem Nahverkehr wären für die Autohalter nicht mit Mehrkosten verbunden. (Wenn man es eh bezahlen muss, nutzt man es ja vielleicht auch)
Eine Staffelung orientiert an der Anzahl der Sitzplätze des angemeldeten Fahrzeugs könnte ich mir noch vorstellen.
Auf dieser Weise könnte man Familien auch etwas helfen.

Die Idee mit dem völlig kostenlosen Nahverkehr funktioniert nur bei Städten ohne Anbindung an Verkehrsverbünde, quasi in Insellage. Gibt es solche Städte in entsprechender Größe überhaupt?

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jub54 26.02.2018, 18:59
8. Tübingen!

Tübingen wäre sofort dabei, es hat laut OB Palmer ein fertiges Konzept in der Schublade. Warum nicht?

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Europa! 26.02.2018, 19:12
9. Asoziale Spinnereien

Der "kostenlose" Nahverkehr ist eine einzige Ungerechtigkeit gegenüber den Arbeitnehmern, die ihn dann per Steuern für diejenigen finanzieren müssen, die eh schon von Transferleistungen leben. Richtig ist es, den ÖPNV durch Verbesserung des Angebots auszubauen: mehr Strecken, mehr Komfort, Tempo und Pünktlichkeit, weniger Wartezeiten.

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