Forum: Auto
Medienbericht: Radweg-Falschparker sollen Punkte in Flensburg bekommen
Alexander Heinl/ DPA

Das Auto auf dem Geh- oder Radweg oder in zweiter Reihe geparkt? Bislang gab's dafür maximal Bußgeld, doch künftig will das Verkehrsministerium diese Vergehen offenbar härter bestrafen.

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hifimacianer 28.08.2019, 14:06
60.

Zitat von draco2007
Kommen sie mal nach Winterhude in Hamburg und schauen sie sich an, wie das hier aussieht. Das sind alles Privatfahrzeuge von Anwohnern. Sollen die jetzt ins Parkhaus?
Ja warum denn eigentlich nicht?
Ist es ein Naturgesetz, dass man sein Auto kostenlos am Fahrbahnrand abstellen darf? In Wien zahlt man ÜBERALL, wenn man sein Auto am Rand parkt - auch Anwohner. OK, für Anwohner ist es im Verhältnis günstiger - kostet im Jahr dann rund 500€.

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hrmblgrmpf 28.08.2019, 14:10
61.

Zitat von draco2007
Aha, das glauben sie doch selbst nicht. Würden sie ins Parkhaus fahren, nur weil sie 5 Minuten zum Bäcker wollen? Mal davon ab, dass das Parkhaus vermutlich 500m und mehr entfernt ist? Kommen sie mal nach Winterhude in Hamburg und schauen sie sich an, wie das hier aussieht. Das sind alles Privatfahrzeuge von Anwohnern. Sollen die jetzt ins Parkhaus?
Ich bin auch schon zum Einkaufen (nicht Bäcker, aber z.B. Elektronikmarkt) ins Parkhaus gefahren. Die 30..45 min waren mir dann die 1...2€ wert. Aber zum Bäcker (500m) gehe ich natürlich von zu Hause zu Fuß oder nehme das Fahrrad (wenn ich auch noch zum Supermarkt, 1km entfernt, will), der ist ja näher dran als das geparkte Auto. Das steht nämlich zwei Blocks weiter weil ich vor dem Haus auch nie einen Parkplatz finde. Ein Parken auf dem Fußweg oder auf der Kreuzung würde mir dennoch nie einfallen, schließlich tue ich meinen Mitmenschen nicht aus Faulheit oder Respektlosigkeit das an, was ich selbst oft genug ertragen muss. Dämliche Ausreden wie "ich will doch nur kurz zum Bäcker" oder "ich kann doch nicht 300m zu Fuß gehen!" gibt es von solchen Leuten immer.
Bei uns gibt es eine Straße mit Fußweg, Radstreifen+Fahrspur auf der Fahrbahn, Straßenbahn. Dort kann man niemals den Radstreifen nutzen, weil grundsätzlich immer mit Autos zugestellt. Mit dem Auto muss man immer auf die Straßenbahngleise, trotz durchgezogener Linie. Da könnte die Stadt *jeden* *einzelnen* *Tag* mehrmals Hunderte Euro einnehmen mit Strafen für's Falschparken nur in dieser einen Straße. Tut sie aber nicht - wer weiß warum. Da würde sich eine extra Schicht des Ordnungsamtes pro Tag echt lohnen.

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pragmatiker2017 28.08.2019, 14:10
62. Falscher Ansatz...

...um das Problem zu lösen. Zunächst müssten überall ausreichend Stellflächen verfügbar sein, um eine derart hohe Strafe zu rechtfertigen. Punkte sind weit außerhalb der Verhältnismäßigkeit bei so einer mehr oder minder Bagatelle. Stattdessen wäre eine konsequente Richtlinie für das Abschleppen sinnvoller. Davon abgesehen müssten Verstöße der Radfahrer wesentlich konsequenter verfolgt werden. Die Kontrolldichte ist hier gegenüber dem Kraftverkehr deutlich geringer. Am Ende hilft so oder so nur eine adäquate Infrastruktur und die berühmte gegenseitige Rücksichtnahme.

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JimboHickville 28.08.2019, 14:11
63.

Zitat von Lobhudel
Nicht nur Fahrradfahrer sind Stadtbewohner... Als autofahrender Stadtbewohner möchte ich sehr wohl langfristig meine Mobilität selbst bestimmen. Dabei bin ich natürlich bereit für den durch mich verursachten "ruhenden Verkehr" einen Obulus zu leisten, wenn dieser durch ein Fernhalten unnötiger Pendlerströme in einer gesunden Balance aller städtischen Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Zweirad-, Autofahrer und ÖPNV) stattfinden würde.
Nehmen wir an, dass ich ein Mensch bin, der das Halten von vier Pferden als persönliche Freiheit betrachtet. Nehmen wir weiter an, dass ich wegen der Vorteile des Stadtlebens (kurze Distanzen, Arbeitsplätze) eine innenstadtnahe Wohnung miete.

Ich stelle allerdings fest, dass der Wunsch einer eigenen Wiese für meine Pferde sich sehr schlecht mit meinem Wohnumfeld verträgt und daher äußerst unrealistisch ist. Meiner Meinung nach gibt es hier zwei Optionen: A) Ich verzichte als Stadtbewohner auf meinen Wunsch nach Pferden, oder B) Ich verzichte als Pferdefreund auf meine Wohnung in der Stadt.

Mit dem Auto verhält es sich ähnlich. Es gibt kein Grundrecht auf motorisierten Individualverkehr und einen kostenfreien Parkplatz während der statistisch belegten durchschnittlen 23 Stunden eines Tages, an denen ein Auto nicht bewegt wird. Es gibt Situationen, in denen man sich entscheiden muss und nicht mehrere Dinge gleichzeitig haben kann, die man gerne gleichzeitig hätte. Neue Antriebskonzepte bei Autos sind ja schön und gut, aber sie allein können die Konkurrenzsituation um Fläche, die das Auto in deutschen und europäischen Städten seit Jahrzehnten für sich entscheidet, nicht lösen.

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spon_1980133 28.08.2019, 14:12
64. Wohin auch immer …

Zitat von draco2007
Aha, das glauben sie doch selbst nicht. Würden sie ins Parkhaus fahren, nur weil sie 5 Minuten zum Bäcker wollen? Mal davon ab, dass das Parkhaus vermutlich 500m und mehr entfernt ist? Kommen sie mal nach Winterhude in Hamburg und schauen sie sich an, wie das hier aussieht. Das sind alles Privatfahrzeuge von Anwohnern. Sollen die jetzt ins Parkhaus?
Ja, oder so abgestellt, dass die privaten Automobile nicht mehr im öffentlichen Raum herumstehen. Jedes parkende Auto beansprucht eine Fläche von 6 bis 8 Quadratmeter öffentlichen Grundes. Jedes Auto! Und das zumeist 23 Stunden Tag für Tag! Mit welchem Recht eigentlich? Über kurz oder lang werden die Menschen die Städte von den Autos zurückerobern. Und jeder Autobesitzer wird verpflichtet sein, eine Unterbringungsmöglichkeit für dein Vehikel vorzuweisen.

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xdz 28.08.2019, 14:12
65.

Zitat von Lobhudel
Nicht nur Fahrradfahrer sind Stadtbewohner... Als autofahrender Stadtbewohner möchte ich sehr wohl langfristig meine Mobilität selbst bestimmen. Dabei bin ich natürlich bereit für den durch mich verursachten "ruhenden Verkehr" einen Obulus zu leisten, wenn dieser durch ein Fernhalten unnötiger Pendlerströme in einer gesunden Balance aller städtischen Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Zweirad-, Autofahrer und ÖPNV) stattfinden würde.
Sie haben recht, nur zur Zeit ist das halt noch sehr unausgeglichen, da sich 70 Jahre Verkehrspolitik, die quasi nur das Auto bedient hat, nicht von heute auf morgen ändern lässt. Und der Obulus, mit dem ich mein Auto an den Straßenrand mit Anwohnerparkausweis stellen darf ist ehrlich gesagt ein Witz. Vergleichen Sie da mal die wenigen Cent/qm für das Abstellen des Autos pro Monat mit den Preisen, die Flächen innerstädtisch sonst so kosten.

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7eggert 28.08.2019, 14:16
66.

Zitat von Das Pferd
Stimmt leider, ist gefährlich. Zumal Radfahrer aus solcher Situation meist ableiten, daß sie ohne jede Rücksicht auf die Autospur ausweichen dürfen. Das überleben die Kampfradler meist, schlecht sieht es mit Kindern aus, die das nach machen. Allerdings kenne ich in Berlin auch Straßen, wo der Lieferverkehr gar keine andere Chance hat, als dort (illegal) zu parken. Das wurde bei der Strichemalerei oft schlicht vergessen. Klar, der Fahrer vom Farbengroßhandel kann auch einfach seinen Job verlieren, weil es bei wirklich exaktem Einhalten der StVO seine Tour nicht schafft, die Kollegen schon. Das sind eben oft Leute, die nicht so schnell was Neues finden. ...
Es ist natürlich auch nicht so, daß man rcehtzeitig auf die Fahrbahn wechseln dürfte, man hat erst unmittelbar vor dem Hindernis auf die Fahrbahn zu wechseln und davor jedem vorbeirasenden Autoisten einen Diener zu machen.

Der Lieferverkehr hat ohne Radwege auf der Fahrbahn kein Problem damit, voll auf der Autospur stehenzubleiben.

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SusiWombat 28.08.2019, 14:16
67.

Zitat von draco2007
Kommen sie mal nach Winterhude in Hamburg und schauen sie sich an, wie das hier aussieht. Das sind alles Privatfahrzeuge von Anwohnern. Sollen die jetzt ins Parkhaus?
Wer ein Auto besitzt braucht einfach einen legalen Parkplatz dazu. Also: Im Zweifel "ja".

Ist das Parken auf Geh- und Radewegen für Sie etwa eine adäquate Lösung?

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c.PAF 28.08.2019, 14:17
68.

Zitat von guidomuc
...der es zuläßt, zu liefern, ein- und aussteigen zu lassen (eingeschränktes Halteverbot). Dazu muss man dann auf dem Radweg stehen, um den fließenden Verkehr nicht zu behindern. Radwege sind üblicherweise am rechten Fahrbahnrand (falls nicht aufgepflastert). Ein generelles Halteverbot würde den Autoverkehr unzulässig einschränken, (...)
Sorry, ich bin zwar auch überzeugter Autofahrer, aber so einen Mist habe ich selten gelesen.
Sie tun je gerade so, als wäre derzeit das Halten auf Radwegen erlaubt (und geradezu eine "muss") und die neue Regelung würde nun plötzlich den Kraftverkehr einschränken.

Nein, das Halten und Parken auf Radwegen ist schon heute VERBOTEN! Es soll nun nur endlich angemessen bestraft werden!

Gerade wegen rücksichtslosen und unvernünftigen Leuten wie Ihnen, die so einen Dünnpfiff von sich geben und wahrscheinlich auch praktizieren, ist eine Verschärfung der Strafen dringend erforderlich.

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Ragnar the Bold 28.08.2019, 14:18
69.

Zitat von guidomuc
...der es zuläßt, zu liefern, ein- und aussteigen zu lassen (eingeschränktes Halteverbot). Dazu muss man dann auf dem Radweg stehen, um den fließenden Verkehr nicht zu behindern. Radwege sind üblicherweise am rechten Fahrbahnrand (falls nicht aufgepflastert). Ein generelles Halteverbot würde den Autoverkehr unzulässig einschränken, es müssen Wege gefunden werden, das alle Verkehrsteilnehmer vernünftig koexistieren können, diese Polarisiererei ist kontraproduktiv. Autos sind letztlich immer noch in der Mehrheit und das wird sich auch nie ändern. Einen größeren Anteil am Verkehrsraum für ein paar Radfahrer zu reservieren erhöht nur die gegenseitigen Aggressionen. Man kann natürlich theoretisch eine ganze Stadt zur autofreien Zone erklären, aber dann kommen auch die Müllabfuhr, die Polizei, die Feuerwehr, der Krankenwagen und alle Bauarbeiter und Lieferdienste mit dem Fahrrad? Nein, das Auto gehört zu unserem freiheitlichen und pluralistischen Leben für viele dazu oder ist schlicht Existenzsicherung, besonders für ältere Menschen.
Ihnen ist schon klar das auf dem Radweg auch fliessender Verkehr verhindert wird. Wir haben hier Radwege, da sind bis zum Nachmittag 5000 Fahrradfahrer gezählt worden. Warum die weniger Rechte als der "andere" fliessende Verkehr haben ist mir schleierhaft.

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