Forum: Auto
Medienbericht: Radweg-Falschparker sollen Punkte in Flensburg bekommen
Alexander Heinl/ DPA

Das Auto auf dem Geh- oder Radweg oder in zweiter Reihe geparkt? Bislang gab's dafür maximal Bußgeld, doch künftig will das Verkehrsministerium diese Vergehen offenbar härter bestrafen.

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Nania 28.08.2019, 14:18
70.

Zitat von hasselblad
Konsequentes Abschleppen und das Problem der Rücksichtslosen, die mit dem Auto zum Bäcker fahren und "mal eben schnell" mit Warnblinker vor der Tür halten, würde sich ebenso schnell erledigen wie das der Egoisten, die alles dauerhaft vollparken, weil sie zwar keinen Parkplatz haben aber trotzdem meinen, ein Auto zu brauchen. Weitergedacht: wer keinen Parkplatz nachweisen kann, bekommt kein Auto zugelassen. Warum sollen Städte auch öffentlichen Raum bereitstellen, damit die Leute dort ihr Privateigentum lagern können...
Ich glaube, dass ein Dilemma ist, dass viele, die gerne einen Parkplatz hätten in Städten gar keinen mehr bekommen. Das ist auch bei mir der Fall: Ich bin wegen meiner Arbeit tatsächlich auf ein Auto angewiesen, auch wenn ich kein großer Fan davon bin. Ohne bin ich nicht flexibel genug, Termine schnell wahrzunehmen und komme auch gar nicht überall hin.
Ich hätte gerne einen Stellplatz in einer Garage oder einem Hinterhof in meiner Umgebung, nicht einmal in meinem Haus, angemietet. Aber der nächste Stellplatz, der aktuell frei wäre, ist 2,5 Kilometer (!) von meiner Wohnung entfernt.
Was sinnvoll wäre, wäre ein flächendeckendes Parkverbot - nicht Halteverbot - an Straßen für Menschen, die keinen (!) Anwohnerparkausweis etc. vorweisen können. Denn es ist ja nicht so, als gäbe es keinen Parkhäuser oder Parkplätze.
Genauso könnte man diese aber nachts auch für Anwohner freigeben. So, dass diese dann zwischen 20 Uhr und 9 Uhr mit Parkausweis da stehen dürfen. Das heißt natürlich auch, dass diese Parkhäuser dann 24 Stunden geöffnet sind.
Auch Parkplätze von Supermärkten könnte man in der Zeit zwischen 21 Uhr und 8 Uhr freigeben. Dan hätte man schon viel Parkraum an Straßen für ANWOHNER gewonnen.

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argumentumabsurdum 28.08.2019, 14:25
71. Da fehlt mir das Verständnis...

... das Parken auf dem Radweg ist sowieso verboten. Warum wird also hier gemotzt und relativiert, wenn es darum geht ein Vergehen nur härter als bisher zu ahnden?
Wir reden hier letztlich von ansonsten wahrscheinlich gesetzestreuen Bürgern, die ja auch nicht im Supermarkt klauen gehen, solange die Strafen dafür nicht rauf gesetzt werden.

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arviaja 28.08.2019, 14:26
72. Naja

Zitat von guidomuc
[...] Dazu muss man dann auf dem Radweg stehen, um den fließenden Verkehr nicht zu behindern. [...] Ein generelles Halteverbot würde den Autoverkehr unzulässig einschränken, es müssen Wege gefunden werden, das alle Verkehrsteilnehmer vernünftig koexistieren können, diese Polarisiererei ist kontraproduktiv. Autos sind letztlich immer noch in der Mehrheit und das wird sich auch nie ändern. Einen größeren Anteil am Verkehrsraum für ein paar Radfahrer zu reservieren erhöht nur die gegenseitigen Aggressionen. Man kann natürlich theoretisch eine ganze Stadt zur autofreien Zone erklären, aber dann kommen auch die Müllabfuhr, die Polizei, die Feuerwehr, der Krankenwagen und alle Bauarbeiter und Lieferdienste mit dem Fahrrad? Nein, das Auto gehört zu unserem freiheitlichen und pluralistischen Leben für viele dazu oder ist schlicht Existenzsicherung, besonders für ältere Menschen.
1. Die Fahrräder behindern nicht die Autos, sondern die Autos die Fahrräder. Die Argumentation ist so ein bisschen, wenn ein 200 Kilo Mensch im Zug sich darüber beschwert, dass ihm die anderen nicht genug Platz lassen. Autos nehmen einen unverhältnismäßig großen Platz ein, verbrauchen zu viele Ressourcen und sind in der Stadt die größte Gefahrenquelle für andere Stadtbewohner, insbesondere Kinder.
2. Dass Autos in der Mehrheit sind ist nicht gottgegeben sondern Ergebnis von 100 Jahren Verkehrspolitik. Diese muss nun geändert werden.
3. Das Argument, dass wenn man die Stadt autofrei erklärt, es dann keine Müllabfuhr usw. geben würde, ist einfach nur billig. Natürlich kann man die Stadt für diese Fahrzeuge freigeben, welche dann übrigens auch viel mehr Platz hätten. Wenn ich auf die Straßen schaue, besteht der Verkehr zum größten Teil aus Individualverkehr. Der muss vom Auto auf das Rad.

Der letzte Satz ist natürlich vollkommen albern. Autos haben gar nix mit Pluralismus und Freihheit zu tun. Autos schränken die Freiheit der anderen massiv ein. Siehe zugeparkte Spielstraßen, Innenstädte usw. Und im Stau habe ich die Freiheit in meinem 1,5 Tonnen gefährt zu warten...

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Lobhudel 28.08.2019, 14:28
73. Noch eins weitergedacht: Wer darf in der Stadt parken?

Zitat von hasselblad
Konsequentes Abschleppen und das Problem der Rücksichtslosen, die mit dem Auto zum Bäcker fahren und "mal eben schnell" mit Warnblinker vor der Tür halten, würde sich ebenso schnell erledigen wie das der Egoisten, die alles dauerhaft vollparken, weil sie zwar keinen Parkplatz haben aber trotzdem meinen, ein Auto zu brauchen. Weitergedacht: wer keinen Parkplatz nachweisen kann, bekommt kein Auto zugelassen. Warum sollen Städte auch öffentlichen Raum bereitstellen, damit die Leute dort ihr Privateigentum lagern können...
Noch eins weitergedacht: Wer darf in der Stadt parken?

Wer dort wohnt oder wer dort arbeitet, urlaubt, freizeitet....

Es ist interessant, dass Sie mir als Stadtbewohner mein Auto als kostenpflichtig zu parkendes Privateigentum verordnen möchten, ohne dabei z. B. gleiches für den Bewohner eines kleinen Weilers im Bayrischen Wald fordern.

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Palmdale 28.08.2019, 14:29
74. Dem Grunde nach...

Ne gute Sache, Behinderungen generell höher zu bestrafen. Allerdings finde ich es etwas befremdlich, das Blockieren der Feuerwehr geringer einzustufen als einen Fahrradweg.

Umgekehrt wäre es sinnig, denn ein Fahrrad Fahrer könnte absteigen um das Hindernis zu umgehen, eine blockierte Feuerwehr im Einsatz oder auf Autobahnen bleibt blockiert. Unverständlich

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guidomuc 28.08.2019, 14:30
75. Ich hatte bei meinem Post...

Zitat von kmotion
Interessante Verkehrssicht. Ich dachte immer, der Radverkehr IST fließender Verkehr... Im Ernst, in Berlin stehen mitlerweile viele Zuliefere auf der rechten Autospur. Das scheint ein halbwegs machbarer Kompromiss zu sein. Die Autofahrer müssen sich nach links einfädeln und die Radfahrer müssen auf die Zulieferer mit ihren sich spontan öffnenden Türen und den Sackkarren achten. Nicht optimal aber was besseres fällt mir auch nicht ein.
...einspurige Straßen vor Augen, wie bei uns in Schwabing: eine Spur, rechts davon ein Sicherheitsfahrradstreifen. Da geht kurz mal halten nicht ohne erhebliche Behinderung des Autoverkehrs - während vielleicht gar kein Fahrrad kommt...Bei 2 Spuren ist das was anderes.

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august2019spiegel 28.08.2019, 14:32
76.

Zitat von guidomuc
Es muss ein Weg gefunden werden, der es zuläßt, zu liefern, ein- und aussteigen zu lassen (eingeschränktes Halteverbot). Dazu muss man dann auf dem Radweg stehen, um den fließenden Verkehr nicht zu behindern. Radwege sind üblicherweise am rechten Fahrbahnrand (falls nicht aufgepflastert). Ein generelles Halteverbot würde den Autoverkehr unzulässig einschränken, es müssen Wege gefunden werden, das alle Verkehrsteilnehmer vernünftig koexistieren können
Radverkehr *ist* fließender Verkehr. Ihre komplette Grundannahme zeigt doch schon, dass Sie Radfahrer für Teilnehmer zweiter Klasse haben. Bloss nicht das geheiligte Bleche mal 5 Sekunden warten lassen.

Übrigens geht es hier um das Parken. Der Autofahrer, der hier vor ein paart Tagen für mehre Tagen den Radweg als Parkplatz genutzt hatte, bis ich die Nase voll hatte und das Ordnungsamt informierte, hat so ähnlich gedacht wie sie. Tatsächlich umgestellt hat er – trotz Bußgeldbescheid – hat er übrigens erst einen Tag später, nachdem ich noch einmal das Ordnungsamt informiert habe.

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bluebill 28.08.2019, 14:32
77. Mal weg von allen Ideologien und Aufregungen...

Es gibt in den Städten nun mal zu wenig Fläche für zu viel Verkehr. Das gilt für alle, Fußgänger, Kinderwagen, Fahrräder, PKW, ÖPNV, Lastverkehr. Wobei alle ihre Berechtigung haben, auch wenn die Aufrecht-Entrüsteten der jeweils anderen Gruppen das abstreiten. Das heißt, es kann nur mit starken Einschränkungen gehen. Bisher regiert mehr oder weniger das Recht des Stärkeren - LKW verdrängt PKW, PKW verdrängt Radler, Radler verdrängt Fußgänger. Das wird mit einem großen Flickenteppich aus Vorschriften und Gesetzen zwar theoretisch unterbunden, aber in der Praxis fehlt die Durchsetzung, schon weil es zu wenig Personal für Kontrollen gibt. Das ist wieder mal eine Folge der Sparwahn-Jahre, als die Kommunen alles und jedes entweder ausgelagert oder eingeschrumpft haben. Da wurde ohne Hand und Fuß mal irgendwo ein Radstreifen aufgemalt, mal ein Halteverbot ausgeschildert oder eine Ampel installiert, ohne ein gesamtes Konzept. Und mit noch mehr Chaos als Folge. - Wenn es also möglich sein soll, in der Stadt gut zu leben und mobil zu sein, müssen die Gesetze a) vereinfacht und b) auch durchgesetzt werden. Einfahrt zuparken, Radweg versperren, Bus behindern, Fahrbahn dichtmachen - was andere an ihrer Mobilität unnütz hindert, gehört alles saftig bestraft. Dann müssen Lieferanten eben auch mal ein paar Meter mit der Sackkarre zurücklegen. Wieso sollen die Interessen eines Betriebs oder einer Privatperson mehr wert sein als die der Allgemeinheit? Aber Radfahrer müssen dann Zulassungsschilder kriegen und für Fehlverhalten genauso bestraft werden wie alle anderen Verkehrsteilnehmer. Kamikaze-Kampfradler gehören genauso aus dem Verkehr gezogen wie notorische Falschparker.

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august2019spiegel 28.08.2019, 14:35
78.

Zitat von draco2007
Dann gurken die Autos eben 30+ Minuten in der Gegend rum, bis sie einen Parkplatz haben.
Tun sie doch nicht mal. Ich benutze ja auch ein KfZ, auch wenn ich das meiste mit dem Rad erledige. Parkplätze sind zu finden, selbst wenn man mal einen Euro einwerfen muss. Es ist reine Faulheit der so Parkenden, bzw. Rücksichtslosigkeit, denn es wird ja auch gerne mal halb auf dem Radweg/Bürgersteig geparkt, obwohl das Parken am Fahrbahnrand möglich ist.

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ksail 28.08.2019, 14:35
79. Verhältnismäßigkeit??

Zitat von guidomuc
Abgesehen davon würde eine Punkteregelung auf Falschparken von einem übergeordneten Gesetz ohnehin kassiert, da eine solche Regelung den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt. Wir sind hier ja nicht in China. Also ist diese ganze Diskussion ohnehin überflüssig. Ist igendein Justizkundiger hier, der das bezweifelt?
Was meinen Sie denn mit "übergeordnetem Gesetz" und "Verhältnismäßigkeit"? Hoffen Sie, dass im Grundgesetz irgendwo steht, dass man für Parkvergehen keine Punkte bekommen darf? Da muss ich Sie leider enttäuschen, das geht nämlich grundsätzlich jetzt schon unter bestimmten Bedingungen.

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