Forum: Auto
Mehr Verkehrsopfer in Deutschland: "Die Leute fahren immer aggressiver"
DPA

Schon wieder ist die Zahl der Verkehrstoten gestiegen. Für den Fahrlehrer Jörg Holtmann ist diese Entwicklung zwangsläufig: Die größte Gefahr auf der Straße ist schwer zu entschärfen.

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moritz1989 15.02.2016, 10:31
1.

Das Problem ist nicht derjenige der zu schnell fährt, es sind die Momente in denen schnell auf langsam trifft. Kurzes Beispiel: Der Fahrer auf der linken Spur, der mit 210 km/h über die Autobahn rast ist per se kein Sicherheitsrisiko. Es wird erst zur Gefahr, wenn der mit 120 km/h fahrende völlig unbedacht auf die linke Spur zieht. Am Ende heißt es der eine wäre gerast und aggressiv gefahren. Völliger Schwachsinn, weil gerade die Trödler oftmals nicht mehr merken, das sie nicht alleine auf der Straße sind!

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damp2012 15.02.2016, 10:36
2. Stimmt und auf diese Aggressivität ...

... habe ich überhaupt keine Lust obwohl ich gerne (!) autofahre. Ein guter Grund, so häufig wie möglich auf alternative Transportmittel zurückzugreifen. Noch eine Anmerkung zu der Statistik: Interessant und aufschlussreich wäre es gewesen, die Zahlen der zugelassenen KFZ 1991 zu 2015 auf Deutschlands Straßen gegenüber zu stellen. Dann wäre die Statistik ggf. aufschlussreich - aber so bleibt es eben "nur" eine Statistik... ;-)

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scooby11568 15.02.2016, 10:37
3. Huch, noch keine Kommentare der Bleifuß-Fraktion?

Der Mann hat völlig Recht. Ich verdiene mein Geld mit Autofahren. Die Zustände auf den Straßen werden immer schlimmer. Was mich am meisten ärgert sind Leute, die Mist bauen, aber nicht dazu stehen können, sondern erst einmal Andere bepöbeln, anstatt sich einfach zu entschuldigen.
Erst letzte Woche hat mich einer bei! Spurwechsel geschnitten und ist dann, weil es zu knapp wurde, voll in die Eisen gestiegen. Ich habe nur kurz gehupt, schon ging die Schimpfkanonade los. Ich saß in einem LKW mit 28 to Gesamtgewicht. Irgendwann kommt der Tag, an dem ich es nicht mehr schaffe, zu bremsen. Was dann von so einem Punto übrigbleibt...

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P.T. 15.02.2016, 10:38
4. Fahrlehrer als Welterklärer...

Kein Hinweis darauf, dass evtl die Fahrschulausbildung auf neue Standards angepasst werden sollte. Nix außer "das haben wir schon immer so gemacht", dumpfe Pflichtstunden und Vermittlung von legalistischer Verhaltensweise. Ohne jeden innovativen Ansatz und ohne Anpassung an neue Herausforderungen. Schuld ist die Aggresivität der anderen... Der Führerschein ab 17 ist ein Segen, um das Unvermögen der Fahrlehrer zu kompensieren.

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muellerthomas 15.02.2016, 10:41
5.

Die Argumente mögen ja richtig sein, aber die Zahlen geben das für sich genommen nicht her. Ein Anstieg der Verkehrstoten von 3339 auf 3450 innerhalb von zwei Jahren kann auch schlicht Zufall sein. Oder die gefahrenen Kilometer sind um gut 3% gestiegen, so dass sich an der Unfallwahrscheinlichkeit gar nichts verändert hat. Oder es gab mehr junge und/oder mehr sehr alte Fahrer, was auch mehr Unfälle begünstigt.

Es sind also viele Ursachen für diesen minimalen Anstieg denkbar, auch ohne dass man auf steigende Aggressivität zurückgreifen muss. Zumal die von ihm genannten Gründe wie Anonymität im Auto und Termindruck keine neuen Themen sind.

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sikasuu 15.02.2016, 10:41
6. Die Leute fahren immer aggressiver? Scheint zu stimmen!

Freunde aus dem Ausland, vor allen Dingen aus Skandinavien, bitten mich immer Ihr Auto hier zu fahren, weil: Der Verkehr wäre zu agressiv.
.
Wenn man hier täglich fährt wird das mMn. nicht so deutlich. Wenn man aber viel im europäischen Ausland unterwegs ist, CH. Scand. usw. fällt es doch sehr auf wie entspannt und unagressiv Verkehr im Alltag laufen kann.
.
Wobei mit eins aufgefallen ist. Ungefähr (gefühlt) 90 % der Verkehrsteilnehmer fahren (mal vom Sicherheitsabstand abgesehen, da scheinen viele Missverständnisse über den Bremsweg zu bestehen) recht moderat.
.
Eine mMn. zu grosse Teilgruppe von 5-10% fällt immer wieder unangenehm auf.

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janne2109 15.02.2016, 10:42
7. tolle

tolle Erklärungsversuche!

Die Menschen sind aggressiver geworden, nicht nur im Auto, auch im Umgang miteinander.

Es gab eine Zeit, noch nicht lange her, da gingen die Menschen mit einem Male freundlicher miteinander um, egal ob im Auto, in den Geschäften oder zu Hause. Deutschland war ja auch im von den Medien viel besungenen HOCH.

Kaum weht es schwieriger in der Weltpolitik um die Ecke werden alle aggressiv und böse auf alles und jedes.
Man, man was sind wir doch für wohlbeleibte Problemressistente Bürger geworden

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benirras 15.02.2016, 10:43
8.

Köstlich, dass die beiden ersten Kommentare - vermutlich ohne es zu merken - dem interviewten Fahrlehrer recht geben: 1. die Menschen möchten die Gefahren lieber verdrängen ("... sehr wenige gravierende Unfälle") und 2. der Vorschlag, dass die 120 km/h "Trödler" besser aufpassen sollten.

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Mertrager 15.02.2016, 10:44
9. Psyche

Interessieren würde mich der Einfluss von drei Faktoren: 1. Egoismus wird von der Staatsspitze hoffähig gemacht und gilt als schick. Wie wirkt sich das in den Köpfen aus ? 2. Der Staat gängelt den Bürger reichhaltig. Eine der seltsamsten Auswirkungen sind Slalom-Parcoure auf Landstrassen (ZB an Ortseinfahrten), die so eng sind, dasz ein LKW sie auch im Schritttempo nicht sicher ohne Bordsteinrempler durch fahren kann. Baut das Aggresionen auf ? 3. Wir wurden in der Schule nicht nur zu gesellschaftsgeeignetem Verhalten erzogen, sondern auch zu Vermeidung jeder Gewalt. Ist das heute noch so. Oder warum neigen gerade viele Jüngere zu Gewalt. Weil der Staat selbst sich nicht zurückhält ? Sondern erst schiesst und dann denkt ?- Wie wirkt sich das aus ?

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