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Merkel zum Ende des Verbrennungsmotors: Den klaren Schnitt gescheut
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In einem Interview überraschte Angela Merkel mit der Aussage, sie halte ein Ende des Verbrennungsmotors für richtig. Nur wann das passieren soll, bleibt unklar. Damit hat sie Niemandem einen Gefallen getan.

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marinero7 15.08.2017, 18:09
80.

Zitat von bstendig
von Halbwahrheiten ergibt noch nicht die Wahrheit. Anhand welcher Formel werden denn die 10.000 "Toten durch Dieselabgase" berechnet. Dafür gibt es keine Evidenz. Die Luft in unseren Städten ist sauberer denn je, vor allem wesentlich sauberer als noch vor 20, 30 Jahren. Die schlechte Luft in den Städten kommt nicht nur vom Diesel. Feinstaub erzeugen auch alle anderen Fahrzeugantriebsarten. Lediglich bei Stickoxiden ist der Diesel zum Großteil alleine der Verursacher. Aber da hat sich viel getan und es wird immer noch getan. (Euro 6D ab 2018 etc..) Fakt: Die "dreckigste" Stelle Deutschlands, die Messstation Neckartor in Stuttgart, hatte bisher in 201u7 so etwa 40 Überschreitungen bei Feinstaub, aber nur 3 bei Stickoxiden. Worüber reden wir also? Warum plötzlich alle kollektiv hyperventilieren ist mir nicht klar. Natürlich muss das noch besser werden, aber das wird es automatisch. Vielleicht muss man die Autoindustrie auch mehr treiben. Sie können es ja, wenn sie wollen. Aber bitte: der Batterie-Elektro-Schrott kann doch nicht die alleinige Zukunft sein, das wird nicht funktionieren.
Gester lief auf Phoenix ein sehr guter Bericht zu dem Thema "Es stinkt! Dicke Luft in Deutschland" http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/es_stinkt!/1164366?datum=2017-08-14

Ich war sehr erstaunt wo außer beim Diesel noch Stickoxyde enstehen, z. B. beim Grillen von Fleisch u-. a. Alles mit einem Fahrverbot von Dieseln regeln zu wollen ist im wahrsten Sinne ein Schuß in den Ofen.
Es gibt weitaus schlimmere Probleme, die gelöst werden müssen z. B. das Ammoniak-Problem der Landwirtschaft oder die Pestizidrückstände.
Aber das interessiert ja nur einen Reporter bei Phoenix und nicht unsere Aussitzerin in Berlin.

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upalatus 15.08.2017, 18:09
81. Merkel soll das Supergirl/Superwoman geben?

Nichts einfacher als das, irgendwo sagen wir mal 2040 in der Zukunft ne deadline zu setzen und die Adipositas in D ausgerottet ist. Hört sich doch superst an und so kristallklar weitdenkend. Ist ja dann alles i.O., wird schon werden. Was '40 real sein wird, dürften die meisten der eifrigen deadliner nicht mehr erleben.

Merkels Aussage ist ein guter Baustein von sehr vielen, um eine gemeinsame (!) Marschrichtung zu erreichen. Sie setzt recht gern auf vorhandene Selbstregenerierungskräfte der Industrie und Beteiligungswillen der Menschen. Ob das nun zu blauäuig ist und sie doch nur als absolut dirigierende Kindergartendompteurin was erreichen könnte, wär ein anderes Thema.

Die heimischen Autohersteller, die machten größtenteils das was sie wollten (und der Kunde kaufte die Produkte sehr gerne und bescherte den Herstellern eine hohe Bestätigung und Wichtigkeit). Intern stehen die Herrschaften selbst zudem recht hilflos höchst zähflüssig-traditionellen und wasserköpfigen Strukturen gegenüber, die erst mal aufgeweckt und angetrieben werden dürfen, ohne gleich in totalverweigerndes Nö! zu verfallen. Der Autokunde nun setzt durch sein Kaufverhalten sämtliche Handlungsbenchmarks für die Hersteller, also dürfte er seine Autowelten ebenfalls mal auf den Prüfstand stellen und Selbstreflektion betreiben.

Eine simple Transformation Konventionellfahrzeug (mit den liebgewonnen Zusatzfeatures, Größe und Leistung) eins zu eins in Elektro wird nicht funktionieren und den Mobilitätswandel vom Kern her zum schwerfälligen überhitzten und letztendlich abgehängten Entwicklungsprozess werden lassen. Die Chinesen namentlich GM+Saic brachten jüngst den Bajoun E100 für um 5000$ heraus. Da geht was schwer an den deutschen Herstellern vorbei. Macht aber nix, weil sich die allermeisten Kunden für das Gerät eh viel zu schön und schade sind.

Man erwartet von den ungemein selbstbewusst auftretenden heimischen Dickehoseherstellern mindestens Gleiches und zusätzlich gute Mobilitätskonzepte, deren Nutzungsgebühren die schrumpfenden Gewinnmargen recht gut auffangen werden. Aber leider, es wird wohl wieder das Monster Überkandidel mit Bruder Zerlabertäschchen zusammen mit Graf Prestige und Diener Magnicht zuschlagen.

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weltverkehrt 15.08.2017, 18:11
82.

Zitat von Tom20170804
Wenn es um Luftreinheit geht, sollte man das Problem zuerst dort angehen wo es passiert: ÖNV ausbauen, sodass es egal ist, ob man dort per PKW oder ÖNV fährt.
Die Zeiten, wo man zu jeder Tageszeit sicher im ÖPNV fahren konnte, die sind leider vorbei. Man kann keiner Frau und keinem Mädchen mehr zumuten, Abends oder Nachts mit Bus und Bahn zu fahren.

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f_eu 15.08.2017, 18:14
83.

"Klar ist: Deutschland braucht ein Ende des Verbrennungsmotors. Viel zu schlecht ist die Luft in großen Städten."

Genau, weil die ja fast 100/100 der Fläche Deutschlands belegen.

Außer, dass diese ganze Diskussion nur unsinnig ist, ist nichts klar. Da muss man halt Fahrverbote in den betroffenen Städten setzen und sehen was passiert.

Und diejenigen aus dem Bereich Politik, die die Fahrverbote zu verantworten haben, sollten schleunigst dafür sorgen, dass der betrogene Käufer nicht alleine vor Gericht und im Regen steht.

Frau Dr. Merkel ist für mich aber nicht der Maßstab. Wer als Dr. der Physik und verantwortliche Ministerin die Asse genehmigt hat und jahrelang das Risiko der Kernenergie nicht richtig einschätzen konnte ist m.E eh nicht mehr in diesen Belangen für voll zu nehmen.

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spontanistin 15.08.2017, 18:14
84. Wieso kann die Industrie nicht planen?

Die Bosse sollten doch so intelligent sein zu wissen, dass der Schutz des Lebens und der Umwelt doch oberste Priorität besitzt. In diesem Sinne haben Sie doch auch den clean Diesel beworben, für den die "Regierung" sogar Steuervergünstigungen bei der Mineralsteuer vorhält. Nun sollten die Bisse den Versprechungen mal Taten folgen lassen und die Abgasaufbereitung nachrüsten. Oder gleich innovative Antriebskonzepte anbieten. Oder lieben die Bosse dreckige Luft? Ach nein, sie leben ja in exklusivsten Villenlagen abseits der verdreckten Stadtzentren!

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spon-facebook-1035483455 15.08.2017, 18:15
85. Das ist alles falsch

Merkel hat sich in physikalischer Chemie promoviert, aber nicht in Physik. Das Thema ihrer Dissertation lautete: "Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden." Die Promotion erfolgte auch nicht an einer Universitaet der frueheren DDR, sondern an der Akademie der Wissenschaften der DDR.

In den Anhaengen ihrer Dissertation erwaehnt Merkel, welche Programme und Computer sie verwendet hat. Dazu zaehlen der Robotron EC 1055 und ein HP 9810A. Wie soll jemand, der Mitte der 1980er Jahre solche obsoleten Geraete verwendet hat, irgend einen Blick fuer die technisch-naturwissenschaftliche Entwicklung haben. Zur gleichen Zeit habe ich stroemungsdynamische Berechnungen auf einem Siemens/Fujitsu VP 200 durchgefuehrt.

Merkels Kenntnisse in Physik sind "bescheiden". Von den Hauptsaetzen der Thermodynamik hat sie einfach keine Ahnung, was ihr Geschwafel zum Klimawandel staendig belegt.

Wer nicht begreift, dass Benzin und Diesel-Kraftstoff Stufen der Erdoelraffinerie sind, der wird wohl auch nicht begreifen, was passieren wird, wenn es fuer diese Produkte keinen Absatz mehr gibt. Aber vielleicht sehnt sich Merkel nach der Zeit der Pferde-Fuhrwerke und der Segelschiffe zurueck, mit denen man in grauer Vorzeit den Guetertransport erledigte.

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schwaebischehausfrau 15.08.2017, 18:16
86. @hänneschen: Super "Beweis"

Zitat von Hänneschen
Ein Freund von mir ist in seinem Sommerurlaub dieses Jahr von Grimstad in Norwegen nach Split in Kroatien und zurück mit seinem E-Auto gefahren. Reicht ein solcher Beweis, oder wie viele brauchen Sie, bevor Sie die Alltagstauglichkeit bescheinigen? Hunderttausend norwegische E-Autos - in einem Land, wo die Abstände groß sind und viele auf das Auto angewiesen sind - zeigen täglich, dass diese Autos alltagstauglich sind. Im Übrigen ist der größte Antreiber zum Kauf eines E-Autos in Norwegen die Mundpropaganda. Die meisten kaufen sich ein E-Auto weil sie über Freunde und Bekannte von den Vorteilen des E-Autos haben überzeugen lassen.
Ich kenne auch Menschen, die auf den Knien kriechend tausende Kilometer einer Wallfahrt zurückgelegt haben. Oder 200 KM mit Sackhüpfen zurückgelegt haben. Reicht das als Beweis dafür, dass man keine Beine braucht oder Sackhüpfen Autos ablösen können? Natürlich kann ich auch mit einem E-Auto von Norwegen nach Kroatien fahren - wenn ich viel Zeit habe und es mir nichts ausmacht, mit einer Reisegeschwindigkeit von 100 km/h von holländischen Wohnwagen überholt zu werden oder (wenn ich mit normaler deutscher Autobahn-Geschwindigkeit fahre, also auch mal flotter, da wo's geht), spätestens alle 2 Stunden für eine mindestens 45-minütige Zwangs-Ladepause auf einem öden Autohof abzuhängen. Denn bei flotter Fahrweise ist die Reichweite selbst bei den E-Autos mit den größten Akkus (die dann von 100.000 Euro bis 200.000 Euro kosten) dann nur noch max. 250-300 km (belegt durch alle seriösen Praxis-Tests von ADAC und Fachzeitschriften). Und bei normalen E-Autos unter 50.000 Euro ist die Praxis-Reichweite noch deutlich niedriger. Der ehrliche Reichweiten-Simulator auf der Website von Renault für den Renault ZOE mit der (größeren) 40 kw/h Batterie gibt bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h , Temperatur von 25 Grad und 17 Zoll-Bereifung eine Reichweite von 146 km an. Das heisst konkret: Ungefähr 50-60 Minuten fahren bei 130 km/h (weil man ja diese max. 146 km niemals ausreizen kann) und dann im Falle des Renault ZOE (mit den schnellsten Ladesäulen) 98 Minuten aufladen. Schönen Urlaub auch .....

P.S.: Wenn sich in Norwegen E-Autos aufgrund ihrer "Vorteile" so blendend verkaufen, wieso braucht's dann massive Subventionen? Dann müsste Tesla doch nicht verzweifelt dafür trommeln, dass die gigantische Subventionierung von E-Autos in Norwegen noch verlängert wird. Ist doch irgendwie nicht logisch, oder?

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mr future 15.08.2017, 18:19
87. Der Ausstieg kommt

mit jedem der jetzt schon Spass an einem E-Auto finden kann und es kauft; auch wenn es noch etwas Reiseplanung bedeutet. Aber auch das kann Spass machen. Zumindest sollte jeder schon mal ein E-Auto Probe-fahren und die anderen Mobilitätsangebote ausprobieren. Das Verbrennen fossiler Ressourcen muss aufhören. Egal ob beim Autofahren oder im Braunkohlekraftwerk. Kohlendioxid-Aussstoss sollte deutlicher besteuert werden. Damit beschleunigt sich die Wende und die Planungsgrundlage für jeden bekommt einen neuen Rahmen. re future

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andrehe 15.08.2017, 18:19
88. ein Vorschlag

Zitat von Tom20170804
Ein Alleingang deutscher Autofahrer wirkt nicht durchdacht: gibt es dann Fahrverbot für alle Europäer die trotzdem mit Verbrennungsmotoren auf deutschen Strassen fahren wollen? Muss ich mein Auto dann an der Grenze zu Frankreich oder der Schweiz oder irgendwo anders abstellen und per Mietauto weiterfahren? Und die Mineralölindustrie wird kaum ohne staatliche Zuschüsse ihre Tnkstellen umrüsten - wird da wieder der Steuerzahler ran müssen? Wo wird eigentlich die Energie erzeugt, mit der alternative Antriebe künftig fahren sollen? Nochmals eine Investition mit Hilfe des Steuerzahlers? Kann bitte mal jmd einen Gesamtentwurf aufzeigen statt halbherzigem Sommerlochgeschwafel?
Wenn der Liter Mineralöl 3.50 Euro kostet, dann überlegen sich auch die Besucher, womit sie anreisen und was sie tanken. Da die anderen Länder ebenso ihren CO2-Ausstoß reduzieren müssen, werden sie sich wahrscheinlich von uns inspirieren lassen. Was die Mineralöl-Industrie tut, ist nicht von Belang. Im Zweifelsfall werden neue Tankstellen aufgebaut oder die bestehenden Tankstellen von der Mineralöl-Industrie gekauft und umgerüstet. Die Energie kann zu 100% durch die Sonne gewonnen werden. In Form von Wasserstoff wird sie dann zu den Abnehmern transportiert. Dieser kann nach neuen Verfahren direkt aus Sonnenenergie gewonnen werden - ohne Umweg über Elektrolyse. Die zusätzlichen Einnahmen aus der Mineralöl-Steuer sollten in die Forschung für regenerative Energien gesteckt werden. Die arabischen Länder sind prädestiniert für die Wasserstoff-Produktion, da sie weitläufige Wüstengegenden haben. Ein Monopol darauf haben sie allerdings nicht, so dass es beim Thema unabhängig von Entscheidungen vorangeht. Kfz-Steuern sollten abgeschafft werden. Wer nicht fährt, zahlt auch nicht. Gemäß dem Verursacher-Prinzip. Da braucht man keine Maut, wirklich nicht. So schwer ist die Logik nicht, dass wir noch immer auf geeignete Regulierungen warten müssen. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

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wallaceby 15.08.2017, 18:21
89. Ihr glücklicher norwegischer Freund...

Zitat von Hänneschen
Ein Freund von mir ist in seinem Sommerurlaub dieses Jahr von Grimstad in Norwegen nach Split in Kroatien und zurück mit seinem E-Auto gefahren. Reicht ein solcher Beweis, oder wie viele brauchen Sie, bevor Sie die Alltagstauglichkeit bescheinigen? Hunderttausend norwegische E-Autos - in einem Land, wo die Abstände groß sind und viele auf das Auto angewiesen sind - zeigen täglich, dass diese Autos alltagstauglich sind. Im Übrigen ist der größte Antreiber zum Kauf eines E-Autos in Norwegen die Mundpropaganda. Die meisten kaufen sich ein E-Auto weil sie über Freunde und Bekannte von den Vorteilen des E-Autos haben überzeugen lassen.
...in Ehren. Aber die Realität in Norwegen sieht dann aber doch so aus, dass die reichen Norweger, die ironischerweise ihren Reichtum ja aus den Erdöl-Erlösen ihres Landes beziehen (ein Schelm, wer böses dabei denkt...), um dann "ganz vorbildlich" für Resteuropa beim Elektroauto eine "Vorreiterrolle" mit einer massenhaft betriebenen Luxus-Flotte von Teslas einzunehmen, fahren mit ihren Teslas auch nur ihre eher geringeren Distanzen, hauptsächlich in den Städten... genauso wie es die Amerikaner bzw. Kalifornier mit ihren Teslas praktizieren. Wenn es ans aber ans Eingemachte mit längeren Autofahrten in sämtliche Winkel ihres eigenen Landes geht, wo man auch mal ins Grüne fahren möchte wo eben keine Supercharger alle 30 Kilometer entlang der Strecke installiert sind, dann nimmt der feine Norweger plötzlich doch lieber seinen SUV oder Pickup mit Verbrennungsmotor, weil er sich nämlich das nervige Risiko dabei, sprich die Reichweitenangst dann auch mal gerne ersparen möchte! Das ist die Realität, und nicht ihre so vordergründig und plausibel wirkende Urlaubsgeschichte ihres Freundes!
Es ist keine Kunst mehr, sich im Jahr 2017 am europäischen Autobahnnetz entlang, speziell vom infrastrukturell mitttlerweile gut mit Superchargern bestückten Nord-und Mitteleuropa, mit einem Tesla für über 150.000 Euro vorwärts zu bewegen! Wenn man die Zeit und das nötige Kleingeld dafür hat (wie ihr sicherlich nicht ärmlicher Bekannter) dann kann man damit sogar auch mal ins südliche Ausland fahren. Kritischer wird es aber leider für die vielen nicht ach so bewundernswert reichen Rest-Europäer, die ein Auto a la Golf ihr Eigen nennen, und die mit ihren darin zur Verfügung stehenden Batteriekapazitäten sich so eine Reise auf keinen Fall antun sollten und könnten! Ein Tesla mit seinen Superchargern ist bisher eine rein elitäre Angelegenheit für extrem gut betuchte Menschen! Und ihr Vergleich dazu ist einfach nur hanebüchen und lächerlich, weil er eben nicht der Lebenswirklichkeit von Millionen "einfacher" Bürger entspricht!

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