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Mobilität der Zukunft: "Das Auto macht die Stadt kaputt"
BMW

Das perfekte Auto für die Stadt gibt es nicht. Das sagt der Hamburger Verkehrsplaner Konrad Rothfuchs - und widerspricht damit dem Hersteller BMW, der sein Elektroauto i3 als urbane Revolution preist. Wie sieht dann Mobilität von morgen aus?

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bildmischer 05.11.2013, 09:31
70. Erziehung

Interessant ist ja auch die eigentlich völlig unlogische Handhabung der Thematik. Der Autofahrer soll zur Nutzung des ÖPNV umerzogen werden. Nicht dadurch, dass man den Nahverkehr attraktiver macht, nein, man macht einfach das Autofahren unattraktiver. Auf meinem Weg zur Arbeit wurden unzählige Bushaltestellenbuchten entfernt, das heißt, es zuckeln nun mindestens 25 PKWs hinter einem Bus her und müssen an den Haltestellen mithalten. Busfahrer haben spezielle Ampelfernbedienungen und können grün anforden - selbst bei Betriebsfahrten warten nun an drei Kreuzungseinfahrpunkten unzählige Fahrzeuge und produzieren CO2.
Zeigt man diese Probleme bei der Stadtverwaltung auf, ist die Konsequenz nicht, einzusehen, dass der ÖPNV gescheitert ist und die Bürger ihn nicht annehmen werden, nein, dann folgt die nächste Gängelungswelle für den Individualverkehr. Mit genügend Gewalt bekommt man den blöden Arbeitnehmer schon noch auf den Bus.
Mir völlig schleierhaft, was es für manche Firmen noch attraktiv erscheinen lässt, sich in Innenstädten anzusiedeln.

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restauradores 05.11.2013, 09:31
71. SPON - Absicht oder Zufall?

Zitat von sysop
Das perfekte Auto für die Stadt gibt es nicht. Das sagt der Hamburger Verkehrsplaner Konrad Rothfuchs - und widerspricht damit dem Hersteller BMW, der sein Elektroauto i3 als urbane Revolution preist. Wie sieht dann Mobilität von morgen aus?
Über diesen Artikel über Autos für die Stadt, Carsharing, klein, Elektro, etc. droht und thront die Audi-Anzeige für den RS 6 mit lächerlichen 560PS ;-)
Deutlicher hätte sich das paranoide Verhältnis der Deutschen zum Auto, zum Umweltschutz, zu Lebensqualität, zu Konsequenz kaum darstellen können.

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ash26e 05.11.2013, 09:32
72. Und schon wieder ein Experte!!!

Meine Frage an ihn: Von welcher Stadt sprechen Sie??

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rennflosse 05.11.2013, 09:32
73. Schwierig

Mit dem Wiederaufbau nach dem Ende des WK II kam die Idee des "Volkswagens" richtig in Schwung. Mit ihr begann eine Veränderung der Städte, weil sie dem wachsenden Verkehr angepasst wurden. Später begannen die Verwaltungen damit, das Auto einzubremsen und dadurch entstehen viele Staus.

Das Problem ist nur:

1. Das Fahrrad ist bei schlechtem Wetter keine Option.
2. Car-sharing ist in den Stoßzeiten keine Option (alles ausgebucht).
3. ÖPNV ist zu manchen Zeiten und für Frauen keine Option. (Zu gefährlich).
4. Für den Handwerks- und Lieferverkehr gibt es keine anderen Möglichkeiten als den Kleintransporter.

Wer in London war weiß, dass auch bei sehr wenig oder fast nicht vorhandenem privaten PKW-Verkehr eine zugestaute Stadt möglich ist. Allein aus Bussen, Taxis und Lieferwagen stellen die Briten sich ihre Hauotstadt komplett zu.

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grafkoks2002 05.11.2013, 09:34
74. In jedem Jahrzehnt...

Zitat von matthias_b.
"Ich gestehe: Ich fahre auch Auto. Aber auch ganz viel mit Bus und Bahn - ehrlich!" Und damit hat sich die Sache erledigt. Gutmenschliche Weltverbesserer, die Wasser predigen und selbst Wein saufen, haben wir mehr als genug. Ist der Herr Rothfuchs eigentlich bei den Grünen?
... predigen die Stadtplaner etwas anderes. Erst hieß es rein in die Städte. Dann hieß es, wir brauchen moderne Zweckbauten. Dann hieß es: Mehr Beton vor den Städten. Dann hieß es: Mehr Einbahnstraßen. Dann hieß es: Wir werden weniger, daher brauchen wir mehr Raum (?!?).

Stadtplaner sind leider, leider viel zu oft quasi-religiöse Missionare einer Sache und nicht unbedingt Pragmatiker. Außerdem sollte SPON mal nicht im eigenen Umfeld solche Leute befragen (Hamburg, Berlin), sondern vielleicht mal jemanden aus Gelsenkirchen, Mannheim, Zwickau, Bielefeld, aus großen Städten, die ganz andere Probleme haben ,...

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sikasuu 05.11.2013, 09:36
75. Das sind wir einer Meinung!

Zitat von toledo
(....) Soziale Begegnungsstätten kann er gerne auf begrünten Hinterhöfen mit integriertem Ökoteich einrichten! Straßen sollten ihrem ursprünglichen Zweck vorbehalten bleiben
.
Richtig, ihrem ursprünglichem Zweck! Also als Verkehrsfrläche für ALLE beteiligten Verkehrsteilnehmer und das ist nicht nur das AUTO!
.
Vor allen zum Abstellen dieser Blechdosen sind Strassen viel zu Schade.
.
Meint Sikasuu

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meerwind7 05.11.2013, 09:37
76. Rotfuchs Autofahrersicht

Der Autor greift zu kurz, wenn er lediglich "alle 100 Meter mindestens 30 Meter" freiräumen möchte, die übrigen 70 Meter den parkenden Autos beläßt und durch Parkgebühren die Zahl der Autos reduziert und damit die soziale Schwelle etwas anhebt, ab der die Privilegierung der Autofahrer greift. Für Wohnruhe/Verkehrslärm und Bewegungsfreiheit der Kinder/Verkehrssicherheit wird damit wenig gewonnen.
Sinnvoller wären wirklich autofreie Stadtteile, die im Neubau und nach Mehrheitsvotum der Anwohner verwirklicht werden können.
@ u.loose (#4) Manche Städte oder genauer Innenstädte leben in der Tat von autofahrenden Besuchern aus ihrem Umland. In anderen Städten sind die eher eine Last und Berlin hat so wenig Umlandbewohner, das es auf diese überhaupt nixht ankommt.

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dreamdancer2 05.11.2013, 09:38
77.

Zitat von tubelayer53
Die kritisierte Verstopfung auf den Hauptverkehrsadern liegt ja auch weniger daran, dass jeder Auto fährt, sondern erstens daran, dass die Politik es nicht schafft, den Lastenverkehr auf die Schiene zu verlagern,
Naja, im Artikel geht es um Innenstädte. Da ist dann nicht mehr viel mit Schiene, die Waren müssen ja irgendwie vom Bahnhof zu den Läden kommen.

Und solange der ÖPNV noch in dem Zustand ist, in dem er ist (in den Stoßzeiten überfüllt, schlechte Luft von der einem übel wird, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden unsicher für alleinfahrende Frauen), so lange werde ich noch in mein Auto steigen, wenn ich in die Stadt will.

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MrGold 05.11.2013, 09:39
78. Der Mann hat natürlich absolut Recht

Die ewiggestrigen kommentieren aber fleißig, weil sie sich nicht von ihren mobilen Blechgefängnissen befreien können oder wollen. Die Menschen wollen eben gar nicht autofahren, sie machen es, weil die Städte ihnen keine wirkliche Wahl lassen. Kopenhagen macht vor, wie es auch anders geht.

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schlimmer1 05.11.2013, 09:39
79. Ideologen in der Stadtplanung sind leider schon Realität

Zitat von tubelayer53
Keine gute Idee, Ideologen zu Stadt- und Verkehrsplanern zu machen. Der öffentliche Dienst ist für die Bürger da und nicht dazu, sie nach irgendeiner grünen Ideologie (die ja in dem Interview an vielen Stellen durchscheint) zu erziehen. ...
Genau diese ideologiebelasteten Spinner machen heute (leider!) Stadt- und Verkehrsplanung.

Zum Beleg ein Zitat aus dem "Handbuch der kommunalen Verkehrsplanung":
"Vor dem Hintergrund des ökonomischen und sozialen Wandels und der demografischen Entwicklung ist es geboten, sich in der Verkehrsplanung stärker mit den unterschiedlichen Lebenslagen und Mobilitätsbedürfnissen von Frauen, aber auch Kindern und Jugendlichen, zum Teil auch von älteren Menschen auseinander zu setzen mit dem Ziel der Schaffung gleichwertiger Mobilitätschancen. Es gilt einen Perspektivenwechsel vorzunehmen und die Blicke zu schärfen aufunterschiedliche Lebenslagen, Lebensstile und Strategien zur Alltagsbewältigung, die sich nicht mehr ausschließlich am biologischen Geschlecht bzw. den tradierten Rollenzuschreibungen festmachen. Dies wiederum bedeutet für alle Planenden eine größere Fokussierung auf Zielgruppen und den Prozess des Planens. Planung wird zum Prozess, der soziale und ökonomische Aspekte integriert, Betroffene zu Handelnden macht, Planer begleiten und moderieren den Prozess. Ziele sind die Schaffung und der Erhalt räumlicher Rahmenbedingungen, die die größtmögliche Vielfalt an Lebensformen zulassen, Chancengleichheit und Wahlfreiheit für individuelle Lebensgestaltung bieten. Frauen haben dabei, z.B. infolge der Mehrfachbelastung (Erwerbstätigkeit, Familienarbeit, Arbeit im sozialen Umfeld), der immer noch geringeren PKW-Verfügbarkeit, der zumeist schlechteren ökonomischen Bedingungen spezifische Mobilitätsbedingungen. Gleichzeitig sind sie aber auch Stellvertreter für andere Personengruppen mit entsprechenden Mobilitätsbedingungen."

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