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Mögliches Kartell bei Ersatzteilen: Unternehmensberatung soll Renault und Peugeot bei
AFP

Mit geheimen Informationen sollen Renault und Peugeot Citroën einen Milliardengewinn bei Ersatzteilen eingefahren haben. Drahtzieher des möglichen Preiskartells - eine der größten Beratungsfirmen der Welt.

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aurichter 31.05.2018, 08:55
1. Ist das wirklich so neu?

Ein Freund hat vor über 25 Jahren anhand der Preisliste für Ersatzteile einen VW Golf "zusammengebaut" und hatte dann ein Fahrzeug zum dreifachen Preis eines Neuwagens. Das Ersatzteile grundsätzlich völlig überteuert verkauft werden, wird u.a. mit "enormen" Lagerkosten begründet, darüberhinaus hält man Teile vorrätig, auf die ein normaler Fahrzeugbesitzer fast nicht kommt, so z.B. waren es beim Golf (Russlandbleche) Bleche um den Tnkeinfüllstutzen, Holmbleche etc, die dann ordentlich ins Portemonnaie gingen. Diese Machenschaften der Franzosen zeigen dann noch einmal eine weitere "Verfeinerung" der Abzocke. Der Kunde ist König - beim Teuerkauf und Bezahlen!

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muzikpusher 31.05.2018, 08:58
2. Hmmmmm

So wie sich die Sache liest handelt es sich aus meiner Sicht nicht um ein Kartell. Abzocke ist das, ja. PSA wollte sich durch ein Gespräch mit einem bestehenden Nutzer der Software vergewissern, dass das Ganze auch funktioniert. Dieser Kunde hätte auch ein Chinesischer Hersteller sein können. Nun war es aber Renault, und gleich spricht man von Kartell. Nun, ich bin zuwenig Jurist um das stringent beurteilen zu können, aber es klingt alles so an den Haaren herbeigezogen zu sein.

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joG 31.05.2018, 09:01
3. Das würde mich nicht wundern...

....wenn Absprachen diesen Weg genommen hätten. Hier wurde kürzlich beschrieben, wie die deutschen Hersteller im Zusammenhang des Dieselbetrugs Technologien abgestimmt wurden sogar vermutlich unter Einbezug von Beamten und Politikern. Das wirkt sehr auf die Preisgebung, wenn bspw sich geeinigt wird, dass die Harnstoffbehälter klein sein können. Dem ging meines Wissens niemand nach. Aber es sind just solche Kartellbildungen, nennen wir sie "Arteitsgruppe", die einen wesentlichen Teil der unserer Konkurrenzfähigkeit ausmachen. Ihre illegalität ist sehr schwer nachzuweisen und da die Politik dies auch keinesfalls will, bleiben sie meist um Schatten und man spricht lieber von Qualitätsvorsprung usw. Das aber solche Machenschaften wesentliche Handelshemmbisse bedeuten ist offensichtlich.

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felisconcolor 31.05.2018, 09:03
4. Wundersame

Geldvermehrung bei Ersatzteilen. Huch da werden Preise für Ersatzteile abgesprochen.... Der Schmu findet doch schon viel früher statt. Nämlich beim Einkauf beim Zulieferer. Keilriemen zum Beispiel. Die werden für Cent Beträge eingekauft und dann für 2stellige Euro Beträge an den unbedarften Kunden weiter verkauft. Ich lasse mir schon lange keine überteuerten Ersatzteile in der Fachwerkstatt einbauen. ich gehe zur Werkstatt meines Vertrauens, lasse den Schaden feststellen und das Ersatzteil benennen. Das kaufe ich selbst und lasse es dann einbauen. Da ist dann auch immer was für die Kaffeekasse über. Die Abzocke führte auch dazu das ich mir ein OBD Gerät zugelegt habe. Das liest in Europa zwar nicht alles aber ist gut genug, die meisten Fehler selbst eingrenzen zu können. Man muss halt nur selbst bissel im Netz recherchieren. Und schon wird einem kein neuer DPF für 1500 Euro (im Netz im Austausch schon ab 250) verkauft, wenn es nur der Differenzdrucksensor oder die Schläuche dazu sind (max 80 Euro). Man muss sich halt mit der Maschine die man gekauft hat auch mal mehr auseinandersetzen als nur tanken und Wischwasser nachfüllen. Aber schwer ist das nicht.

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spontanistin 31.05.2018, 09:12
5. Na und?

So macht das jeder „ehrbare“ Kaufmann, denn nur Geschäftserfolg verdient Ehre. Daher so billig wie möglich einkaufen/beschaffen und so teuer wie möglich verkaufen. Dazu braucht es kein BWL-Studium! Und irgendwie müssen ja auch die Topgehälter und Pensionsrückstellungen der Topmanager erwirtschaftet werden.

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Ekatus Atimoss 31.05.2018, 09:16
6. Ein Transparenz-Gesetz

, welches die Autoindustrie und die Händler zur Offenlegung der Kosten zwingt, wäre angebracht. So kann der Kunde sich beim Kauf entscheiden, ob die Gesamtrechnung für ihn aufgeht. Aus meinen langen Jahren als PSA Fahrer weiß ich z.B., dass Bremsen vorne und hinten recht kostspielig sind und schnell verschleißen. Unter anderem aus diesen Gründen kann aus einem Schnäppchen auch schnell mal ein Kostengrab werden. Und die Teilepreise treiben natürlich auch die Reparaturkosten bei Unfällen hoch, der Autofahrer zahlt es über die Versicherung.

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chickenrun1 31.05.2018, 09:21
7. Wirtschaftskrimi

Toll recherchierter Bericht. Mal schauen welche Milliarden Strafzahlungen den beiden Verdächtigen aufgebürdet wird. Konzerne dürfen und sollen natürlich Gewinn machen. Vielleicht muss man aber über eine Deckelung nachdenken, dass es Unternehmen untersagt für Einzelteile, die in der Herstellung einen kleinen Betrag x kosten, ein unmoralisch hohes Vielfaches davon als Kundenpreis zu verlangen.
Dies scheint ja auch immer nur dann möglich zu sein, wenn eine funktionierende Marktpreisfindung monopolistisch oder durch Preisabsprachen außer Kraft gesetzt wird.

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City Nord 31.05.2018, 09:25
8. Lächerlich

Dafür werden die Metall-Flächentarifvertäge für die PSA Mitarbeiter bei Opel in den nächsten Jahren ausgesetzt. Was für ein Hohn

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dummzeuch 31.05.2018, 09:41
9. Früher Anderson Consulting heute Accenture

Da steht Accenture doch in guter Tradition. Die ehemals größte Unternehmensberatung Anderson Consulting hat ja schon in den 90ern vorgemacht, wie man mit illegalen Aktivitäten Kohle macht (damals ging es um das Frisieren der Bilanzen, nicht nur bei Enron). Als die dann aufflogen, gingen nicht nur diverse Unternehmen pleite, jede Menge Kleinanleger verloren ihr gesamtes Erspartes, das eigentlich die Rente sichern sollte. Anderson heißt übrigens heute Accenture und führt anscheinend die Tradition fort.

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