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Mögliches Kartell bei Ersatzteilen: Unternehmensberatung soll Renault und Peugeot bei
AFP

Mit geheimen Informationen sollen Renault und Peugeot Citroën einen Milliardengewinn bei Ersatzteilen eingefahren haben. Drahtzieher des möglichen Preiskartells - eine der größten Beratungsfirmen der Welt.

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Business Ethics 31.05.2018, 19:19
30.

Zitat von dummzeuch
Da steht Accenture doch in guter Tradition. Die ehemals größte Unternehmensberatung Anderson Consulting hat ja schon in den 90ern vorgemacht, wie man mit illegalen Aktivitäten Kohle macht (damals ging es um das Frisieren der Bilanzen, nicht nur bei Enron). Als die dann aufflogen, gingen nicht nur diverse Unternehmen pleite, jede Menge Kleinanleger verloren ihr gesamtes Erspartes, das eigentlich die Rente sichern sollte. Anderson heißt übrigens heute Accenture und führt anscheinend die Tradition fort.
Hier müssen Sie bitte unterscheiden und nicht alles in einen Topf werfen: im Falle Enron handelte es sich um Arthur Anderson, nicht Anderson Consulting. Erstes ein Wirtschaftsprüfungs-, zweiteres ein Beratungsunternehmen. Beide hatten eine gemeinsame Historie, sich aber getrennt. In dem Zuge hat sich Anderson Consulting in Accenture umbenannt, um Verwechslungen etc. zu vermeiden. Accenture war NICHT am Enron Skandal beteiligt.

Nichtdestotrotz - als ehemaliger Accenture Mitarbeiter (so etwa zur Zeit von 9/11) schäme ich zutiefst für das, was man hier bei PSA/ Peugeot wohl gemacht hat. Pfui...

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jupp78 31.05.2018, 22:56
31.

Zitat von Außendienst_09
Wenn die Vorwürfe stimmen ist definitiv ein Preiskartell geschaffen worden: Es geht nicht darum, dass Unternehmen keine Gewinne erwirtschaften dürfen, aber wenn ich durch direkte Kontakte oder einen gemeinsamen "Partner" wie Accenture weiß, dass mein größter Wettbewerber die Preise genauso erhöhen wird kann ich deutlich höhere Preise erzielen. Um dies zu verhindern gibt es das Kartellrecht, welches dem Verbraucherschutz dienen soll. Konkurrierende Unternehmen dürfen sich nicht über Preisgestaltung, Lieferketten, Preiserhöhungen, Vertriebsgebiete, etc. abstimmen. In der Praxis finden sie aber fast immer Mittel und Wege...
Sorry, aber wir reden hier über Ersatzteile.
Seit wann ist ein Renault-Kotflügel ein Konkurrenzprodukt, wenn ich einen Peugeot besitze? Ich kann mir ja nicht einfach den eines anderen Autos ranschrauben.

Richtig beschrieben ist hier, dass die Hersteller bei diesen Teilen praktisch Monopolisten sind. Hat man ein Monopol inne, ist es vollkommen unsinnig ein Kartell zu bilden. Das liegt in der Natur der Sache.
Das Problem ist hier das Monopol, nicht irgendeine gemeinsam genutzte Preisoptimierungssoftware.

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rstevens 01.06.2018, 00:01
32. Mal schauen, was dabei herauskommt.

Auf den ersten Blick klingt das erstmal nach einer Implementierung einer Revenue Management Lösung. Im Rahmen des Angebots für den zweiten Kunden findet eine Gespräch mit dem ersten statt. Das ist üblich. Das heißt aber noch lange nicht, dass man sich über den Preis von ersatzkotflügeln abgestimmt hat. Dass eine solche Lösung im Vergleich zu einer statischen Preisbindung bei beiden ähnliche Resultate erzielt, ist auch nicht verwunderlich.

Dennoch ist der Fall spannend. Wenn die Anwendung der gleichen Optimierungssoftware bei unterschiedlichen Firmen als Preisabsprache gilt, dann sind als nächstes die Airlines mit ihren Revenue Management Systemen fällig. Da nützen auch einige die gleichen Produkte mit absolut vergleichbarem Ergebnis. Auch hier ist eine klassische Absprache für ein ähnliches Ergebnis nicht erforderlich.

Ich hoffe, das wird weiter verfolgt, es kommt raus, ob es wirklich eine Preisabsprache gegeben hat und ich bin gespannt auf das Ergebnis der wettbewerbsprüfung.

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atalanttore 01.06.2018, 13:32
33. Accenture schlägt wieder zu. Erst München, nun Renault und Peugeot

Accenture empfahl auch der Stadt München die Rückkehr zu Microsoft-Softwareprodukten und hetzte gegen den bereits begonnenen Umstieg auf quelloffene Software.

Siehe: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Linux-in-Muenchen-Berater-empfehlen-Ausstieg-aus-LiMux-auf-Raten-3463100.html

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floydpink 01.06.2018, 18:33
34. !

Zitat von atalanttore
Accenture empfahl auch der Stadt München die Rückkehr zu Microsoft-Softwareprodukten und hetzte gegen den bereits begonnenen Umstieg auf quelloffene Software. Siehe: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Linux-in-Muenchen-Berater-empfehlen-Ausstieg-aus-LiMux-auf-Raten-3463100.html
Kein Wunder!
Accenture ist langjähriger "Strategischer Partner" von Microsoft.
https://www.accenture.com/de-de/company-news-release-accenture-microsoft

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GiovanniB 01.06.2018, 23:17
35. Ersatzteilpreise stinken zum Himmel

Seit ich Renault fahre (Espace, ein Auto, das wie kein anderes unsere Anforderungen an einen Familienwagen erfüllt), fielen mir die unverschämten Preise für die typspezifischen Ersatzteile wiederholt auf. Alle Teile, die es auch von Drittanbietern im Zubehörhandel gibt, sind halbwegs normal bepreist. Dagegen werden für die Teile, die es nur von Renault und möglicherweise nur für diesen Wagen gibt, Mondpreise verlangt. Meinem Renault Händler war es schon wiederholt peinlich, mir die Preise für benötigte Teile zu nennen: "Ich traue mich fast nicht ihnen zu sagen, was das kostet". Über die alte Geschichte, dass ein aus Ersatzteilen zusammengebauter VW das Dreifache des Fahrzeugpreises kosten würde, könnten Renault-Fahrer nur müde lächeln. Das 200-fache käme der Wahrheit wohl näher.
Wie ich von Kollegen gehört habe, scheint eine ähnliche Preispolitik aber auch bei anderen Herstellern Einzug zu halten. Sollte mich nicht überraschen, wenn dieses "Skandälchen" mal wieder nur die Spitze des Eisbergs wäre. Die Preisfindungsalgorithmen sind doch sicherlich überall ähnlich und die Hersteller schauen sich dabei so oder so über die Schulter, ob mit oder ohne Software von Accenture.

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go-west 01.06.2018, 23:49
36. Das Wort „Marge“

ist nicht umsonst ein französisches Wort.... Möglichst viel Geld einsacken möglichst ohne nennenswerten Mehraufwand ist ein äußerst populärer Sport der französischen Unternehmen und Geschäfte.

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bebreun 01.06.2018, 23:50
37. Widerspruch in sich!

Wie kann denn für sichtbare Teile eines Fahrzeugs eine Kartelabsprache erfolgt sein? Sichtbare Teile eines Fahrzeugs sind Stilmerkmale, die eine Fahrzeugherkunft und -zugehörigkeit charakterisieren. Darin unterscheden sich alle Hersteller und definieren in der Regel daraus ihr Unterscheidungmerkmal. Was bringt da eine Preisabsprache? Soll der Kotflügel eines Golf mit einem Mercedes austauschbar sein? Was berührt es einen Renaultfahrer, wieviel ein Peugeotkotflügel kostet? Absolut unsinnig, was hier angeklagt werden soll.

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5b- 02.06.2018, 07:31
38. Zwang zu Preissenkung

Sichtbare Teile stehen unter Designschutz. Das kann auch so bleiben. Dass die Hersteller viel Geld dafür verlangen ist auch in Ordnung. Man sollte aber einen Weg finden, die Preise für Ersatzteile generell zu deckeln. Das sollte man übergreifend angehen.
So sollte man auch Apple dazu zwingen originale Ersatzteile zu vertretbaren Preisen zu verkaufen. Man könnte dies im ungeschützten Bereich durch die Anpassung an den Markt von Drittherstellern realisieren. Ein guter iPhone Akku eines Drittanbieters kostet 15€, wie kann man eine Wechselgebühr von 89€ (excl. Versand) rechtfertigen?
Man könnte den Zwang Ersatzteile zu verkaufen am Verkauf festmachen. Wenn Stückzahl oder Umsatz eine gewisse Grenze überschreitet, könnte man von Herstellern verlangen originale Ersatzteile zu gedeckelten oder anderweitig regulierten Preisen zu verkaufen. Da ließe sich bestimmt eine faire Lösung finden.

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1337h4x0r 02.06.2018, 08:39
39. Nein, Accenture! Doch! Orrr...

Das überrascht jetzt genau niemanden, dass ausgerechnet AC mit einem solchen Produkt aufwartet. Ich habe selten ein Unternehmen erlebt, das so sehr ausschliesslich auf Geld konzentriert ist, wie Accenture. Ethik? Nachhaltigkeit? Gesetze? Other people's problems.

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