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Moia startet in Hamburg: So funktioniert VWs Volks-Fahrdienst
Moia

Elektrobusse, Buchung per App, 10.000 Haltepunkte: Montag startet Volkswagen seinen Fahrdienst Moia in Hamburg - und will so den Stadtverkehr entlasten. Es ist aber auch möglich, dass das Gegenteil eintritt.

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fehleinschätzung 13.04.2019, 20:00
20. Ich finde es gut

ein weiterer Baustein bis zum Verkehrskoll-apps. Gerne mehr, immer mehr in die Stadt, gerne auch noch aus dem Umland, für die, die nicht umsteigen können- wir sind Kopenhagen näher denn nie. Freie Fahrt für Autofahrer. Wenn nix mehr geht, fahren wir Rad, das was Andi sich nicht traut, geht halt nur mit der Erfahrung von dem Zusammenbruch morgens und abends und im besten Falle auch noch tagsüber. Die Fahrverbote brauchen wir auch nicht, denn bald steht alles zu jeder Tageszeit und alle CDU Wähler wundern sich...

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intercooler61 13.04.2019, 20:09
21. Feigenblatt zur Einführung einer Maut?

"So schnell, so flexibel und komfortabel wie Autofahren" - gleich zu Beginn drei Lügen, die mMn gar nicht nötig wären:

Selbst das teurere Taxi ist wg. Anfahrt etwas langsamer als der private Pkw. Der Ridesharing-Konkurrent CleverShuttle braucht rund 30-50% länger, trotz Tür-zu-Tür und typischerweise nur 1-2 Mitfahrern. Moia ist genauso teuer, nimmt mehr Leute mit und fährt nicht Tür-zu-Tür. Warum also sollte man die nehmen?

Hinzu kommt das Missverhältnis zwischen nur 10 Minuten Vorlauf der Bestellung, dem Erfordernis absoluter Pünktlichkeit und den angesichts weniger Fahrzeuge erwartbaren Anfahrtzeiten. In der Praxis: Man muss u.U. schon vor Bestellung auf gut Glück losmarschieren und darf mit etwas Pech dann u.U. 15-20 Minuten in Wind & Regen warten.

De facto also nur eine weiteres Angebot für die engere City, wo man solcher Alternativen kaum bedarf - "zwischen Elphi und Partyviertel", wie SpOn treffend schreibt.

Wie groß ist denn deren Geschäftsgebiet? Sind da auch Rand- und Problemviertel exkludiert, wie bei den anderen "Sharing"-Anbietern? Ich finde ja, HH sollte es zur Auflage machen, wenigstens das ganze Stadtgebiet zu bedienen. Sonst ist es Rosinenpickerei, wettbewerbswidrig zu Lasten des Taxigewerbes.
(Nein, ich bin kein Taxifahrer, nur -nutzer.)

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Frittenbude 13.04.2019, 20:13
22.

Zitat von upalatus
Das Design ist Kaufgrund nummero eins beim Autokauf. Das kann man bedauern und belächeln, aber es ist so. Das weiß auch VW. Warum dann schickt der Konzern eine Formgebung an den Moia-Start, das geradezu aufdringlich an ein Postlieferkastenwagen erinnert? Will ich Kunden anlocken, muss es hipp sein, in meinen Fahrzeugen zu fahren. Der Kunde will darin gut aussehen. (...)
Sie haben aber schon verstanden, dass Sie den Moia-Bus nicht kaufen sollen, sonder nur als Fahrgast nutzen? Da ist das Design sowas von irrelevant, solange der praktische und ökonomische Nutzen stimmt.
Davon abgesehen ist auch nicht das "Design Kaufgrund nummero eins", sondern Funktion, Preis und ggfs. Marke/Status. Die Leute, die ein Auto ausschließlich nach der Optik kaufen, sind in der Minderheit.

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ddcoe 13.04.2019, 20:39
23. Warum nicht?

Ich halte das zumindest für einen interessanten Versuch. In einigen Monaten wird man wissen, ob so ein Unternehmen erfolgreich zu betreiben ist. Von der Sache ist alles sinnvoll, was zu weniger Verkehr in den Städten sorgt.

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lincoln33t 13.04.2019, 20:47
24. Viel zu teuer!

Die Taxis können sie verdrängen mehr aber auch nicht. Selbst bei der Hälfte des Preises wäre es immer noch zu teuer um damit z.b. jeden Tag mehrere Kilometer zur Arbeit zu pendeln.

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grete56 13.04.2019, 20:49
25. Denkfehler

Moia macht den gleichen Denkfehler wie alle anderen Carsharing Dienste auch. Sie beschränken sich auf das Innen-Stadtgebiet (alles innerhalb des Ring2). Hier fahren die meisten Menschen mit dem Fahrrad oder benutzen die Öffis. Sie (die Carsharingdienste) kanebalisieren sich also alle untereinander. Alle die von außerhalb des Ring 2 kommen, nutzen die Öffis bis in die Innenstadt oder das eigene Auto. Lediglich Car2go und Drive Now haben einzelne Inseln außerhalb des Stadtkerns. Der Speckgürtel von Hamburg profitiert von den Carsharingdiensten überhaupt nicht. Ab 23 uhr fährt da nicht mal mehr ein Bus. Ich als Speckgürtelbewohner fahre immer mit dem eigenen Auto in die Stadt. Die S- Bahn hat permanent Ausfälle, ist überfüllt und oft dreckig - von den Vollidioten ab 22 Uhr ganz zu schweigen.
Mein Vorschlag: Jeder der in Hamburg eine Lizenz für Carsharing erwerben will, muss zwangsweise das gesamte Hamburger Stadtgebiet bedienen - wie die Taxifahrer auch.

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nach-mir-die-springflut 13.04.2019, 20:55
26. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht

Wie wäre es denn mit dem Modell für die Zukunft, dass a) alles Benzin aus grünen Quellen kommt und b) der öffentliche Nahverkehr für nahezu umsonst angeboten wird, c) der öffentliche Fernverkehr für stark reduziert, d) es Autozüge und neue Logistiklösungen gibt, die den Schwerlastverkehr von der Straße holen?

Einen gebrauchten Kleinwagen bekommt man heute für 1.000 Euro mit Fixkosten (Steuer, Versicherung) von 30 Euro pro Monat und variablen Kosten von 10 Cent pro km.

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Gefaehrderblog 13.04.2019, 21:02
27. Leider funktioniert das Ganze noch nicht mal in ganz Hamburg

...sondern nur da, wo der öffentliche Nahverkehr sowieso hervorragend ausgebaut ist.

Alles, was etwas weiter draußen ist, und alle Stadtteile südlich der Elbe sind außen vor.

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schocolongne 13.04.2019, 21:09
28. Auch diese Pseudo-Lösung geht am Kernthema "Umwelt entlasten" vorbei.

Der Berufsverkehr mit PKW zur Rush Hour ist das einzig wirklich relevante Problem für die Umwelt, die Umweltbelastung durch den Individualverkehr zu allen anderen Zeiten kann dagegen getrost vernachlässigt werden.

Das Problem: Busse und Bahn sind während der Rush Hour bereits komplett ausgebucht und können praktisch keine umsteigewilligen Autofahrer aufnehmen.

Das ist der Kern der deutsche Lebenslüge.

Busse und Straßenbahnen können auch nur in Klein und Mittelstädten Abhilfe schaffen, wenn denn die Politik und Bürokratie die Voraussetzungen, sprich notwendige Kapazitäten bereit stellt, In Ballungszentren ist ein massiver Auf und Ausbau von U und S-Bahn alternativlos, in Politik und Bürokratie fehlt dafür jedoch jede Bereitschaft.

Statt dessen werden Fahrrad-Pictogramme auf die Fahrstreifen gepinselt aber Verwaltungsämter in Industriegebiete an der Peripherie verlegt. Mit der Folge, Angestellte und Bürger müssen umweltbelastend an die neuen Standorte kommen, -der klassische Schuss ins eigene Knie.

Moia ist sicherlich ganz Nett, geht aber schon im Ansatz völlig am Thema vorbei und wird keinen nennenswerten Beitrag zur Umweltentlastung erbringen können. Viel Lärm um fast nichts.

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intercooler61 13.04.2019, 21:13
29.

Zitat von grete56
[...] Mein Vorschlag: Jeder der in Hamburg eine Lizenz für Carsharing erwerben will, muss zwangsweise das gesamte Hamburger Stadtgebiet bedienen - wie die Taxifahrer auch.
Nein, meiner ;-). Dann könnten die auf Dauer allerdings auch nicht viel billiger anbieten als die Taxis. Bei letzteren wird Ridesharing auch kommen, da bin ich sicher.

Die 1 Euro/km von Clever und Moia sind sicher schon jetzt nicht kostendeckend, trotz Rosinenpickerei. Pro Stunde ca. 20 Euro brutto je Fahrgast sollen Chauffeur, Fahrzeug und Strom oder Sprit bezahlen?
Dumping, um in den Markt zu kommen.

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