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Nach E-Scooter-Unfällen: Nach E-Scooter-Unfällen - Autoclubs fordern breitere Radwege
Sven Hoppe/dpa

Seit zwei Wochen sind sie auf den Straßen unterwegs - und es gibt bereits erste Unfälle mit Elektro-Stehrollern. Für die Automobilklubs ist klar: Es gibt nicht genug Platz für die neuen Verkehrsteilnehmer.

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zwischen_durch 29.06.2019, 19:53
100.

Zitat von wolle0601
Gerne. Sondernutzung von öffentlichem Raum muß allerdings bepreist werden, so wie es für Autos schon lange der Fall ist.
Darf ich mal laut lachen.
Wenn für die Autofahrer die Nutzung des von Ihnen beanspruchten öffentlichen Raumes korrekt bepreist würde, bricht in diesem Land eine Revolte aus, da sich ein Großteil der Bevölkerung Autofahren dann nicht mehr leisten könnte. Bzw. Sich die Kosten für das Autofahren vervielfachen würden.

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CobCom 29.06.2019, 20:31
101.

Zitat von günter_müller
Das Zauberwort heißt gegenseitige Rücksichtnahme.Selbstverständlich kann man die Radfahrer nicht verbieten, aber die Probleme liegen doch zuerst bei den viel zu schnell fahrenden Radfahrer. Teilweise noch durch einen Elektromotor unterstützt, wissen die meisten Radler, dass man sie ohne ein Kennzeichen eh nicht anzeigen kann. Man findet sie auf allen Gehwegen und Straßen, selbst dann, wenn ein Radweg ausgezeichnet ist. Bei den E-Rollern sollte man die Geschwindigkeit auf 15 km/h reduzieren und die Möglichkeit eröffnen, bei fehlendem Radweg die Gehwege unter besonderer Rücksichtnahme zu benutzen.
Was soll denn "viel zu schnell" heißen?
Wenn man mal die Renner und Crossbikes außen vor lässt, reden wir über 15-30 km/h. Mein Rad läuft z.B. bei knapp unter 30 am besten, ohne Strom. Im Ergebnis verliert man aber extrem viel Zeit durch schlechte Wegführung und/oder Ampeln.

Wenn wir das Tempo noch weiter reduzieren, meinetwegen. Aber dann bitte Fahrräder nicht mehr als Verkehrsmittel sondern als Spielzeug einstufen.

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intercooler61 29.06.2019, 20:40
102. Verkehrszählung vs. Umfragen

Zitat von Stäffelesrutscher
Wenn man dieses Prinzip nach dem 2. Weltkrieg angewandt hätte, dann hätten wir heute höchstens ein Drittel der jetzigen Autobahnen und keine sechs- bis zehnspurigen Asphaltschneisen in den Städten, sondern elektrifizierte Bahntrassen, zwei bis sechs Gleise, in ganz Deutschland, und ein flächendeckendes Tramnetz in den Städten. [...] Sie haben außerdem eine Kleinigkeit übersehen: Sie müssten alle befragen, welches Verkehrsmittel sie denn am liebsten benutzen würden. Und dann würden Sie sehen, wie viele derzeitige Autonutzer sagen: »Ja wenn die U-Bahn/Tram alle fünf Minuten fahren würde und nicht so umständlich mit Umsteigen wäre, dann würde ich sie nutzen.« Oder: »Mir ist es wegen der viele rücksichtslosen Autofahrer auf dem Fahrrad zu gefährlich, sonst ...« Diese Leute müssen Sie dann als ÖPNV- bzw. Fahrradverkehr zählen. [...]
Ihr Einwand ist etwas widersprüchlich: Erst attestieren Sie der empirischen Methode rückwirkend, dass Sie zu besseren Ergebnissen geführt hätte - um anschließend ihre Untauglichkeit zu behaupten.

Ich persönlich schenke messbaren Fakten größeres Vertrauen als Umfragen, die mit "wenn", "wäre" und "würde" operieren. Zählungen haben den Vorzug, dass ihre Resultate nicht durch die Formulierung der Frage beeinflussbar sind. Und tatsächliches Verhalten liefert erfahrungsgemäß verlässlichere Antworten als eine verbale Willensbekundung. Der Unterschied zwischen Ihrer "Zählweise" und meiner ist der zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

Wenn und wo Sie sich hinreichend sicher sind, ist es oftmals auch eine Frage der Reihenfolge: Bauen Sie die U-Bahn, verkürzen Sie Takte und Fahrzeiten, verbessern Sie Zuverlässigkeit und Kundenfreundlichkeit und bieten Sie attraktive Tarife an. Wenn die Menschen dann wie prognostiziert umsteigen, sinkt der MIV-Anteil von selbst - _dann_ können Sie nochmal zählen und die Verkehrsflächen entsprechend anpassen.

Viele solcher Entlastungsmaßnahmen bedürfen _keiner_ vorherigen Drosselung des MIV; mit denen könnte man sofort beginnen. Bevor man den Autoverkehr erschwert, müssen praktikable Alternativen stehen. Eine versprochene U-Bahn (in HH-West seit ca. 50 Jahren) bringt mich nicht zur Arbeit.

Mit dem heutigen ÖV-Angebot bräuchte ich täglich über eine Stunde _länger_ als mit dem Pkw, trotz Wohn- und Arbeitsort innerhalb 6 km Radius vom Zentrum. Damit müssten Fiskus, Sozialkassen und vor allem meine Familie auf 15% meines Einkommens verzichten. Es hat also schon gute Gründe, dass die Mehrzahl der Haushalte sich mindestens einen Pkw hält - trotz der schon jetzt hohen Kosten.

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ganzeinfach 29.06.2019, 20:50
103. Bepreisung für Nutzung

Zitat von zwischen_durch
Darf ich mal laut lachen. Wenn für die Autofahrer die Nutzung des von Ihnen beanspruchten öffentlichen Raumes korrekt bepreist würde, bricht in diesem Land eine Revolte aus, da sich ein Großteil der Bevölkerung Autofahren dann nicht mehr leisten könnte. Bzw. Sich die Kosten für das Autofahren vervielfachen würden.
Völlig richtig: wenn man nach ökonomischem Gesichtpunkt jede Art der Mobilität mit ALLEN Folgen/Schäden bepreisen müsste, dann erscheinen die wahren Kosten wie: Benzin/Diesel von der Herstellung bis zur "Aufräumarbeit" der Folgen, Konstruktion von Vehikeln jeder Art von der Entstehung bis nach dem Abwracken, Erstellen von Fahr- und Parkflächen inkl. deren Unterhalt etc., Finanz-Unterstützung aller Art vom Erwerb, Leasing, etc., von den Versicherungen für Schäden aller Art, vom Aufwand, dass "Verkehr" überhaupt stattfindet und gewährleistet wird (v.a. staatliche Hilfe), Unterstützung bei Unfällen, Kostenfolgen für Verletzte / Tote / Betroffene, das Schlimmste die Kostenfolgen für die Umwelt inkl. belasteter Gerichte. Die Liste ist längst nicht vollständig, zeigt jedoch auf, dass ein Verkehrsteilnehmer bereit ist, den Gasfuss locker zu betätigen, die durch ihn selbst entstandenen Kosten nicht bereit ist, solche selbst zu tragen. Wenn man alle effektiv anfallenden Mobilitäts-Kosten jedem Verursacher überwälzen würde, dann wäre der Verkehr sehr flüssig. Sofort. ganzeinfach

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ddcoe 29.06.2019, 21:00
104. Es wird notwendig sein

den Autos in den Städten einfach Platz wegzunehmen. Bisher hat sich alles am Auto orientiert und das muss sich dringend ändern. Zusätzliche Verkehrsmittel haben den gleichen Anspruch auf Verkehrsraum.

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antelatis 29.06.2019, 21:01
105.

Zitat von Flari
Sorry, aber Sie sind einer der vielen Phantasten im Internet, die irgendwelche irrationale Träume haben und sich daraus die wildesten Dinge konstruieren. Ich möchte Sie daran erinnern, dass SIE speziell über die MIET-Roller spekulieren! SOLLTE ein Pendler an 250 Arbeitstagen/a einen Mitrollerfür die Fahrt von Wohnort zu ÖPNV und von dort zur Arbeitsstelle benutzen, wären alleine an Startgebühren 1000,- Euro/a fällig, dazu kämen die Minutenpreise von (bisher eingependelt 15 ct/min.). Bei nur 5min PRO Fahrt, würde sich das auf weitere 750,- Euro/a summieren. Sollte jemand sicher gehen wollen, auch einen solchen Scooter jeweils pünklich zu bekommen, sind das weitete 1000,- Euro/a. Summiert 2.750,- Euro/a! Dazu käme natürlich noch das Ticket für den ÖPNV. Sorry, aber welcher Pendler sollte so besch... sein? Glauben Sie nicht, dass sich DANN ein Pendler direkt einen eigenen Scooter für weniger als die halbe Jahresmiete kauft? Es werden immer so viele Scooter vorhanden sein, wie gerade gebraucht werden? Und wo liegen die abertausenden Dinger rum, wenn sie gerade NICHT gebraucht werden? Ihre Vorstellungen erinnern mich an meinen Sohn. Allerdings lange, bevor er in die Schule kam.
Ein Mietroller (wenn er ein vernünftiges Preismodell hat) ist billiger als eine Fahrt mit der Straßenbahn, also lohnt sich das auf jeden Fall schon mal finanziell.

Ein Pendler parkt sein Auto außerhalb der Innenstadt und fährt den Rest mit dem Roller, das könnte tausendfach passieren. Das wäre schon mal ein großer Vorteil für die Umwelt.

Diese Roller nehmen nur ein Bruchteil des Platzes weg, den Autos wegnehmen, wenn sie unbenutzt rumliegen. Also auch hier: Ein riesen Platzgewinn für jedes Auto, das nicht benutzt wird wegen einem Roller. (Jeder, der sich darüber beschwert, dass parkende Roller im Weg rumstehen, müsste bei all den rumstehenden Autos einen Nervenzusammenbruch bekommen.)

Und Ihre Vorstellungen erinnern an die eines sehr sehr alten Mannes, der seinen liebgewonnen täglichen Trott nicht riskieren will, um mal was Neues ausprobieren, selbst wenn er damit die Welt retten könnte.

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shechinah 29.06.2019, 21:08
106. In jedem anderen Land...

Zitat von xbpv060
In jedem anderen Land wird damit einfach gefahren. Warum muss in Deutschland über jede Sache diskutiert und darüber geheult werden wie gefährlich das neue Teufelszeug doch ist.
In jedem anderen Land gibts mit den Dingern auch jede Menge Verletzte. Das liegt einfach daran das die Roller ne Fehlkonstruktion sind. Zu kleine Räder, extrem ungünstiger Schwerpunkt durch Stehen, ungünstige Lenkung wegen fehlendem Vorlauf, gefährliches Notbremsverhalten etc. Man kann kaum die Hand vom Lenker nehmen um Zeichen zu geben, selbst umschauen ist schwierig. Das wenigste wäre eine Mindest-Radgröße, Blinker, Spiegel, und natürlich ein gut sichtbares Nummernschild, um Rowdytum auszubremsen.

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catcargerry 29.06.2019, 22:16
107. Und außerdem

Zitat von shechinah
Alle bisherigen Unfälle sind nicht passiert, weil Radwege zu schmal sind, sondern weil die Beteiligten das Gerät nicht beherrschen (in einen Lastwagen rein gefahren, vom Roller gefallen, unfähig auszuweichen). Vielleicht sollte man solche Leute erst nach einer bestandenen Führerscheinprüfung mit entsprechender Fahrpraxis auf die Straße lassen.
Bei uns wäre Rad- und Rollerfahrern schon sehr geholfen, wenn die Radwege vom Gartenamt einmal ordentlich entkrautet würden. An vielen Stellen wären sie dann schon doppelt so breit nutzbar.

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quark2@mailinator.com 29.06.2019, 22:25
108.

Zitat von zwischen_durch
Darf ich mal laut lachen. Wenn für die Autofahrer die Nutzung des von Ihnen beanspruchten öffentlichen Raumes korrekt bepreist würde, bricht in diesem Land eine Revolte aus, da sich ein Großteil der Bevölkerung Autofahren dann nicht mehr leisten könnte. Bzw. Sich die Kosten für das Autofahren vervielfachen würden.
Um es mit Olaf Schubert zu sagen - dieser Hamster humpelt. Ich verstehe Ihren Ansatz und ich stimme zu, daß das Argument des anderen Foristen auch zweifelhaft ist. Aber der gesamtgesellschaftliche Gegenwert der Autostraßen ist nicht so einfach zu erfassen. Ohne Straßen kein lokaler Lastentransport, keine Feuerwehr, kein Krankenwagen, ... d.h. die ganzen zweispurigen Straßen kann man schon mal gar nicht einsparen. Bleiben die mehrspurigen Straßen. Da könnte man ggf. ne Spur weglassen, wenn mehr Verkehr auf die Schiene verlagert wird, oder ganz wegfällt. Da fahren aber keine eRoller oder Radfahrer, d.h. das spielt bei der aktuellen Diskussion nicht wirklich eine Rolle, oder ? Was bleibt, sind Parkflächen. Wo diese nicht privat bezahlt wurden, also am Eigenheim, steht oft ein Parkscheinautomat ... Persönlich finde ich auch, daß viele Leute statt mit dem Auto lieber mit dem Bus pendeln sollten, auch wenn sie dann, oh Schreck, mit anderen Menschen zusammenkommen, die sie nicht kennen, und die sich "originell" verhalten können, aber das Verkehrsnetz ist ein Grund für unseren Wohlstand. Wer seine Effizienz, Elastizität und Flexibilität ändern will, der muß auch die Folgen für die Wirtschaft sehen.

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Stäffelesrutscher 29.06.2019, 22:53
109.

Zitat von intercooler61
Ihr Einwand ist etwas widersprüchlich: Erst attestieren Sie der empirischen Methode rückwirkend, dass Sie zu besseren Ergebnissen geführt hätte - um anschließend ihre Untauglichkeit zu behaupten.
Mein Einwand ist nicht in sich widersprüchlich, sondern macht darauf aufmerksam, dass wir es mit zwei verschiedenen Ebenen zu tun haben:
Erste Ebene: in den 1950ern, 1960ern und 1970ern hat man aus politischen Gründen nicht gesagt: Das, was von vielen genutzt wird, soll ausgebaut werden.
Zweite Ebene: wenn Menschen nicht frei wählen können, entspricht das, was sie nutzen, unter Umständen nicht ihren Bedürfnissen.

Da man allerdings inzwischen weiß, dass das Auto mit - sozusagen - unlauteren Mitteln in seine dominierende Stellung gebracht wurde, wäre es unredlich zu sagen: »Die Mehrheit fährt Auto, also muss es dabei bleiben.«

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