Forum: Auto
Nach Scheuers Schlappe: Sieben Ideen für eine Maut, die wirklich etwas bringt
DPA

Eine Ausländermaut nach dem Geschmack der CSU wird es nicht geben - das bedauert außerhalb der Partei fast niemand. Eine sinnvolle Straßengebühr müsste ohnehin ganz anders funktionieren.

Seite 10 von 15
Athlonpower 20.06.2019, 08:26
90. Eine Pkw-Maut ist unsinnig und völlig unnötig

Wasa soll diese komplett unsinnige Debatte um eine Pkw-Maut, also eine neue und zusätzliche Belastung für den deutschen Autofahrer?

Mal zur Erinnerung, alleine das Aufkommen aus der Mineralölsteuer-, Mehrwertsteuer auf die Mineralösteuer und die Kfz-Steuer beträgt pro Jahr an die 60 Mrd Euro, reicht denn das immer noch nicht, denn nicht mal die Hälfte davon wird wieder in die STraßen infrastruktur gesteckt, was jeder Autofahrer bei bei jeder Fahrt umgehend beobachten kann, das Schild "Straßenschäden" ist das wohl am häufigsten aufgestellte Straßenschild im Gut-und-Gerne-Land,

das jetzt betriebene System der Finanzierung ist doch das einfachste auf der Welt, nämlich über die Steuer auf gefahrende bzw. verfahrene Kilometer bzw. Liter Benzin, wer viel fährt, zahlt viel, wer wenig fährt, zahlt weniger und es liegt an jedem einzelnen Autofahrer, sich richtig zu verhalten, oder eben nicht.

Im übrigen zahlen auch ausländische Autofahrer ihren Beitrag über die Mineralölsteuer, wer als Niederländer, Belgier und Skandinavier durch Deutschland nach Süden fährt, der muß mind. einmal volltanken und zahlt damit für die Straßennutzung seinen Beitrag bei Hin- und Rückfahrt, das sollte mehr als ausreichend sein und die Österreicher die uns hier angeblich so auf die Nerven gehen, kommen hier um einzukaufen und zahlen dann ebenfalls kräftig Steuer in die Ladenkassen, ich komme aus Südbayern und sehe die Einkaufstouristen aus Tirol und Salzburg, also von wegen die fahren umsonst durch unser Land und ein bißchen mehr Großzügigkeit und weniger Neidzerfressenheit stünde uns Deutschen mal ganz gut.

Beitrag melden
fritzberg1 20.06.2019, 08:29
91.

Zitat von exHotelmanager
wie in der Schweiz. Es ist kostengünstig, gilt für jedermann und ist damit sozial. Man kann ausgleichen die Treibstoffsteuer etwas senken. Dabei gewinnen alle, die in Deutschland tanken und dann vielleicht nicht mehr in Polen und Luxemburg.
Das das keiner der Vignetten-Fans kapiert:
Es ist weder sozial noch umweltfreundlich.
Die Vignette kostet für den Harz-IV-Empfänger das Gleiche wie für den Millionär, das Gleiche für den Fiat Panda wie für den Rolls Royce, das Gleiche für das 3-l-Auto wie für den 20-l-Säufer, das Gleiche für den der nur 100 km fährt wie für den der 1000 km fahrt.
Das soll sozial und gerecht sein?
In der heutigen Zeit in der alles nach CO2-Ausstoß gemessen wird ist das sicher nicht sehr sinnvoll.

Beitrag melden
pepe83 20.06.2019, 08:30
92. Warum muss Maut ökologisch und sozial sein?

Anscheinend muss in Deutschland momentan Alles dem Umweltschutz oder der Sozialpolitik dienen. Und dann wird es unsagbar komplex und bürokratisch gemacht. Für mich besteht der Sinn der Maut darin, dass sich auch die ausländischen Straßenbenutzer an der Finanzierung der deutschen Straßen beteiligen und nicht die deutschen Steuerzahler Alles alleine finanzieren. Ich bezahle im europäischen Ausland ja auch meine Gebühren und das ist auch richtig so. Für diesen Zweck könnte man einfach das System der Schweiz oder Österreichs übernehmen und gut ist.

Beitrag melden
axel.fr 20.06.2019, 08:46
93. Warum einfach...

Sorry, ziemlich digital krank diese Ausführungen! Viel zu kompliziert. Benzinpreis ist die natürlichste Schraube, ab einem gewissen Literpreis überlegt sich jeder das Fahren 3mal. Gleichzeitig investieren für besseren und kostenlosen Nahverkehr. Und solange es Europafeindliche Vignetten, Maut und Péages in umliegenden Ländern gibt: Vignette für Ausländer die deutsche Autobahnen benutzen.

Beitrag melden
kendomeister 20.06.2019, 08:47
94. Sommerpause

Gut, es ist Sommerpause. Da drischt SPON halt nicht auf den FCB, sondern auf die CSU ein (etwa auf gleichem Niveau).

Zu denken sollte aber geben, dass der Generalanwalt beim EuGH die Maut für europarechtskonform gehalten hat und der EuGH dessen Empfehlungen in aller Regel folgt.

So weit vorbei war es juristisch also gar nicht.

Beitrag melden
blueshift774 20.06.2019, 08:54
95. Es gibt auch ...

... einen engen Zusammenhang zwischen Verkehrsströmen, kommunalen Bebauungsplänen und der Privatisierung von Grundflächen. Wenn Jeder nach marktwirschaftlichen Kriterien einfach "seine Bude - bzw seine Firma" dort in die Pampa bauen kann, wo das Grundstück preiswert ist, kann niemals ein niedrigpreisiger und damit attraktiver öffentlicher Nahverkehr effizient eingerichtet werden. In Wien gibt es "Kombilösungen" bei Schulen: Wohnen und Lernen an einem Ort. Vertical Farming und Shopping. So etwas brauchen wir auch in Städten. Die Menschen sind einfach permanent gezwungen, sich zu viel energieaufwändig zu bewegen zwischen notwendigen Zielen. Das ist das Grundproblem!
Wir benötigen daher auch ein neues entprivatisiertes Bodenrecht. Eine "Entprivatisierung" und Rückführung von Grundflächen und eine auf Verkehrsmaßnahmen optimierte Stadtentwicklung - auch schon, um Landzersiedelung zu stoppen - sollte mit zum Programm gehören.

Beitrag melden
roterkorsar 20.06.2019, 08:57
96. Kein neues Mautsystem!

Wenn ich diese Fleißarbeit für die deutsche Kontrollinstrumentenindustrie und die Finanzverwaltung lese, könnte ich sowohl lachen als auch weinen. Alle Vorschläge sind nur scheinbar intelligent sondern in Wahrheit Bullshit, denn es gibt eine absolut einfache Möglichkeit, welche keinen Aufwand verursacht, gerecht ist, unbürokratisch ist und das erwünschte Geld in die Staatskasse spült:
Man muss den Benzinpreis und besonders den Preis für Diesel einfach d r a s t i s c h erhöhen.
Witzigerweise oder traurigerweise wird diese Lösung wohl nicht kommen, denn sie enthält nicht, wie der bisherige Vorschlag des Herrn Scheuer zur Maut, die Möglichkeiten für irgendwelche verdächtigen und korrupten (Start-up-)Geschäftemacher, reichlich Geld zu verdienen und sie verlangt Mut der Politiker, sich gegen den zu erwartenden Shit-storm, der bei jeder Idee einer Steuererhöhung aufkommt, durchzusetzen. Einen solchen Shit-storm gegen ein Erhöhen der Mineralölsteuer würde der SPIEGEL mit Sicherheit an prominenter Stelle anführen.

Beitrag melden
etlamu 20.06.2019, 09:12
97.

Zitat von pepe83
Anscheinend muss in Deutschland momentan Alles dem Umweltschutz oder der Sozialpolitik dienen. Und dann wird es unsagbar komplex und bürokratisch gemacht. Für mich besteht der Sinn der Maut darin, dass sich auch die ausländischen Straßenbenutzer an der Finanzierung der deutschen Straßen beteiligen und nicht die deutschen Steuerzahler Alles alleine finanzieren. Ich bezahle im europäischen Ausland ja auch meine Gebühren und das ist auch richtig so. Für diesen Zweck könnte man einfach das System der Schweiz oder Österreichs übernehmen und gut ist.
Die 5% ausländischen PKW-Fahrer machen die Straßen am wenigsten kaputt. Das Hauptproblem sind die LKW, wobei ein LKW die Straßen soviel belastet wie tausende von PKW. Auch fahren die LKW wesentlich häufiger durch Deutschland als die Ausländer-PKW, die höchstens 4mal durch Deutschland fahren und auch hier tanken und die Mineralölsteuer zahlen. Die LKW haben dagegen sehr große Tanks und tanken nur dort wo es am billigsten ist. Die Österreicher und Schweitzer haben dies kapiert und den Dieselpreis nicht so subventioniert wie in Deutschland oder Italien. In der Schweiz ist der Diesel sogar teurer als Benzin, was wegen des höheren CO2-Gehalt auch absolut richtig ist.

Genau dies sollte Europaweit auch gemacht werden und dafür die KFZ-Steuer für Diesel-PKW sollte abschafft werden.

Nur so kommen wir gegen die LKW-Flut an. Natürlich sollte die LKW-Maut mindestens verdoppelt werden.

Dies erzieht auch die Menschen zum Kauf einheimischer Produkte, da der Transportweg jetzt eine größere Rolle spielt.

Beitrag melden
mantrid 20.06.2019, 09:17
98. Auch diese Vorschläge sind extrem ungerecht

Zunächst müsste geklärt werden, was mit der Maut eigentlich erreicht bzw. finanziert werden soll. Wenn es um die Infratruktur geht, wäre vorrangig das Fahrzeugewicht interessant, denn das sorgt für den Verschleiß. Da ist ein Bus des ÖPNV z.B. deutlich schädlicher als hundert PKW. Geht es um CO2, dann braucht es keine Maut, dann geht es nur über den Treibstoff. Ein Spritfresser, der nicht fährt, schädigt die Umwelt nicht. Bliebe noch das Pendler-Problem. Wer Arbeitsplätze in den Ballungsräumen konzentriert, wie z.B. der Staat und große Firmen, statt die Firmenzentrale oder das Ministerium in die Provinz zu legen, der sorgt für die Überlastung der Straßen in den Großstädten. Also müsste, wer Arbeitsplätze in Großstädten vorhält oder sie dorthin verlagert, kräftig am Ausbau und der Finanzierung des ÖPNV beteiligt werden oder z.B. Dienstwohnungen vorhalten. Wenn die zentrale Lage so ein wirtschaftlicher Vorteil für Firmen und Behörden ist, dann dürfen sie auch gern dafür bezahlen, statt die Kosten auf die Arbeitnehmer abzuwälzen.

Beitrag melden
fritzberg1 20.06.2019, 09:19
99.

Die Diskussion erinnert mich irgendwie an die Idee des grossen "Verkehrsplaners" Karl Valentin:
"Am Montag dürfen in ganz München nur Radfahrer fahren, am Dienstag nur Automobile, am Mittwoch nur Droschken, am Donnerstag nur Lastautos, am Freitag nur Straßenbahnen, am Samstag nur Bierfuhrwerke. Die Sonn- und Feiertage sind nur für Fußgänger."

Beitrag melden
Seite 10 von 15
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!