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Nach Scheuers Schlappe: Sieben Ideen für eine Maut, die wirklich etwas bringt
DPA

Eine Ausländermaut nach dem Geschmack der CSU wird es nicht geben - das bedauert außerhalb der Partei fast niemand. Eine sinnvolle Straßengebühr müsste ohnehin ganz anders funktionieren.

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stelzerdd 20.06.2019, 10:32
120. Bravo: Maut unübersichtlich wie das deutsche Steuersystem

Der Artikel zeigt was passiert, wenn man vermeintliche Fachleute fragt. Entsetzlich.
Wenn die Maut partout nicht einfach geht und wenn es per Saldo nichts einbringt, muß man es lassen.
Es ist ja nicht so, daß Autofahren nichts kostet. Mit der KFZ-Steuer gibt es ja schon eine jährliche Grundgebühr. Von einer Zusatzvignette für Autobahnen - für In- und Ausländer - geht die Welt nicht unter.
Und mit der Mineralölsteuer gibt's eine satte Gebühr für jeden Liter Sprit und die gefahrenen Kilometer. Große oder schnelle Spritfresser zahlen mehr - prima.
(Was übrigens eine CO²-Steuer völlig überflüssig macht)

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neurobi 20.06.2019, 10:38
121.

Zitat von drhodde
der seinen Job genauso gut zu Hause erledigen kann und scheinbar nur zum Vergnügen Auto fährt. Der Mautpreis variiert je nach Tages- und Wochenzeit Die meisten Leute müssen morgens pünktlich am Arbeitsplatz sein. Genau wie ich. Ich bin Arzt in einer Klinik und stehe morgens bestimmt nicht zum Spaß im Stau, sondern weil meine Patienten versorgt werden müssen. Das ist bei anderen Arbeitnehmern nicht anders, weil es Schichtsysteme und Öffnungszeiten gibt. Ich kann bei diesen Vorschlägen nur noch den Kopf schütteln.
Nein, nicht der Redakteur sondern ein sogenannter Verkehrsexperte: Herr Knoflacher. Dieser ist schon mit einigen schrägen Ideen um die Ecke gekommen und findet immer wieder ein Medium, dass diese dann verbreitet.

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toboe67 20.06.2019, 10:38
122. Unternehmer und Selbstständige

Zitat von jakm
Durch eine Maut, egal wie konzipiert, wird es mehr Tote, mehr Umweltbelastung und weniger sozialen Zusammenhalt geben. - mehr Autos weichen auf Landstraßen aus oder durchqueren die Stadt statt außen herum zu fahren. - auf Landstraßen werden dadurch mehr Menschen im Straßenverkehr sterben - der langsamere Verkehr und die dann vermehrten Staus werden zu mehr Abgasen führen - aber am schlimmsten ist es, dass die Anforderung an den mobilen Menschen, der sich überall einen Arbeitsplatz sucht, aber dann eben langstrecke pendeln muss, um entweder nach Haus zu kommen oder sein soziales Umfeld zu sehen, stark verteuert wird. Das trifft insbesondere Monteure, Saisonarbeiter, Auszubildende und Springer. - Berater, Politiker, Unternehmer werden es sich eher leisten können, da sie im Zweifel die Maut als Betriebskosten geltend machen. Alles Erkenntnisse, die maßgeblich zum Zusammenwachsen Deutschlands beigetragen haben und es, sollte sie kommen, wieder auseinanderdriften lässt.
- Berater, Politiker, Unternehmer werden es sich eher leisten können, da sie im Zweifel die Maut als Betriebskosten geltend machen. wenn ich als Unternehmer Betriebskosten habe, schmälern sie den steuerpflichtigen Gewinn - Genauso wie Werbungskosten. Ob ich sie mir eher leisten kann, steht auf einem ganz anderen Papier. Nicht jeder Unternehmer hat ein schweizer Nummernkonto.

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topas 20.06.2019, 10:38
123.

Zitat von maxmotzke
Alles tolle Vorschläge, vielleicht bis auf Nr. 7, aber wer will denn, daß sämtliche Pkw Bewegungen protokolliert werden? Big Brother unter dem Deckmantel einer Maut? Dann doch lieber das einfache Modell der Nachbarn. Wer denkt sich eigentlich diese Vorschläge aus, und denkt dann nicht weiter?
"Alles tolle Vorschläge" - Haben Sie einen anderen Artikel gelesen?
Vorschlag 1 ist weltfremd. Der Pendler steht bestimmt nicht im Stau, weil er da drin stehen will. Sondern weil er zur Zeit X an Ort Y sein muss. Sei es die Verkäuferin, die um 9:00 den Laden öffnen muss wie auch die Familie, die Samstag zum Bettenwechsel-Tag vor Ort sein muss. Da gibt es keine zeitliche Varianz.
Vorschlag 2: Die Kommunen hatten jahrelang die Chance, den ÖPNV attraktiv zu machen. Schon allein die Park-Preise machen die City ja an sich unattraktiv für PKW. Statt zu prüfen wieso die Leute trotzdem in die City fahren wird das einfach mal verteuert (zu Lasten des EInzelhandels - bevor ich neben Parken, Benzin auch noch Maut zahlen muss fahre ich halt in das Center auf der Grünen Wiese zum Einkaufen.
Vorschlag 3: Die Folgen sieht man doch in Frankreich, und auch beim LKW-Verkehr hierzulande. Da wird - statt auf der extra dafür gebauten mautpflichtigen Schnellstraße der Weg über die kostenlose Landstraße (durch die Dörfer) genommen - um 30km Maut zu sparen. Ergebnis: Steigende Emissionen in den Ortschaften.
Vorschlag 4: Man könnte auch in E-Infrastruktur (emissionsfreier Verkehr) oder Optimierung des Verkehrs (Umgehungsstraßen, P&R-Parkplätze) investieren. Aber lieber das Geld da rein stecken, woe die Bereiche sonst unwirtschaftlich sind.
Vorschlag 5: Logisch - den letzten Kilometer (der Weg vom Bahnhof zum Kunden) auch noch verteuern. Hat zwar null Steuerungs-Effekt (der LKW muss ja zum Abnehmer fahren), der LKW-Fahrer muss ja so oder so die Strecke fahren. Klar, bei Landstraßen sicher gut (siehe Punkt 3) - aber wie umsetzbar? An jeder Straße eine Mautsäule?
Vorschlag 6: Prinzipiell ja. Aber wieviel zahlt der (reiche) Deutsche/Franzose im armen Estland (und anders herum: wieviel der arme Este in D/Fr)?
Vorschlag 7: "Es jedem Menschen recht getan ist eine Kunst die niemand kann". Wildes Ummelden (Läuft das Auto auf den Bruder/Schwester/Eltern/Freund, Versicherung kann man ja auf sich laufen lassen). Der Pendler, der rein fährt wird anders behandelt als der, der städtisch wohnt (Eigentumswohnung) und draußen arbeitet?

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rahardy 20.06.2019, 10:46
124. think positiv

Der Artikel und die Diskussionsbeiträge zeigen die Vielfalt der Möglichkeiten einer Maut. Unsere Vertreter und die öffentliche Verwaltung ist aber nicht ( mehr ) in der Lage einfache und effiziente Lösungen durchzusetzen oder auch nur zu erarbeiten. Auf lange Sicht wird es somit keine Lösung geben, die konsensfähig ist. wir werden also noch Jahre von einer Maut verschont bleiben.

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neurobi 20.06.2019, 10:50
125.

Zitat von mio84
Warum einfach, wenn es auch schwer geht... Wieso nicht das Modell von Anrainerstaaten kopieren?? Oder weiterdenken: Kfz Steuer nach PS Zahl und Co2 Ausstoß. Autobahn Maut als Pauschale für alle, Monatsticket und Jahrestickets. Diesel so versteuern wie Benzin. Pendlerpauschale für alle streichen. Warum wird das Pendeln, egal in welcher Form, so subventioniert??? Öpnv 1€ pro Tag, ÖpFv 10€ ab 100km. Kerosin besteuern wie alle anderen fossilen Kraftstoffe aus Rohöl.
Man könnte das KFZ-Steuermodel gern aus Österreich übernehmen, wo diese nach Motorleistung erhoben wird.
Aber bitte keinen kostenfreien oder ÖPNV zu Dumpingpreisen.
Das wäre für mich als Bahnpendler ein einziger Horror. Noch mehr überfüllte Züge? Nein danke.
Lieber die Preise so lassen wie sie sind und das Geld, was für Dumpingpreise verwendet werden müsste in den Ausbau stecken.

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neurobi 20.06.2019, 10:56
126.

Zitat von überlegdochmal.
Vignette einführen und das "Jahr darauf" die Kfz Steuer gegenrechnen. Bin dann mal gespannt ob der EUGH sich dann in Ländersteuern einmischt.
Das würde der EuGH nicht durchgehen lassen, zu recht.

Es gebe zwei Ansätze, dass EU-Konform zu machen. Entrweder eine komplette Reform der KFZ-Steuer, die dann, oh Wunder, im Schnitt günstiger wird oder man senkt die Mineralölsteuer entsprechend.
Gerade letzteres kämme ja allen zugute, auch den ausländischen Autofahren.

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tempus fugit 20.06.2019, 10:58
127. Reset:

Zitat von mio84
Warum einfach, wenn es auch schwer geht... Wieso nicht das Modell von Anrainerstaaten kopieren?? Oder weiterdenken: Kfz Steuer nach PS Zahl und Co2 Ausstoß. Autobahn Maut als Pauschale für alle, Monatsticket und Jahrestickets. Diesel so versteuern wie Benzin. Pendlerpauschale für alle streichen. Warum wird das Pendeln, egal in welcher Form, so subventioniert??? Öpnv 1€ pro Tag, ÖpFv 10€ ab 100km. Kerosin besteuern wie alle anderen fossilen Kraftstoffe aus Rohöl.
....es ging doch der CSU und deren instabilen Gehirnen zuerst mal um
'Stimmen' und dafür wurden die Resentiments gegenüber 'Ausländern' aktiviert - typische Stammtischlerei.

Will man die Ausländer - 5% am Verkehrsanteil in DE? - an den 'Kosten' beteiligen, eben eine Vignette. Was fährt denn ein 'Ausländer' in DE?
900 km von Rosenheim bis .... wenn er nach Skandinavien will? Und 900 zurück? Höchstens...
Inländer fahren dann so 5-20.000 km pro Jahr auf der Autobahn und
gegenüber der fixen Vignette für peanuts.
Nur braucht man dafür keine technische Riesenstruktur- und kontrolle aufzubauen, an wichtigen Auffahrtpunkten wird regelmässig kontrolliert und dann kommt halt für die 'Schlauen' eine saftige Strafe - machen die Schweizer auch so...

Nur mit viel Aufwand rund um die 'Ausländermaut' können die Be-
treiber dann auch absahnen und paar Butterflocken bleiben dann auch bei den politischen Chargen hängen...

Darum geht's - doch nicht um die Maut im eigentlichen Sinne - denn
die - nämlich für alle aber für deutsche Kennzeichen entsprechend
geringere Kfz-Steuern - war ja garnicht angedacht.
Es ging - vordergründig - um die Ausländer - ergo um angesagte 5% am
DE-Strassenverkehr.
LKW zahlen sowieso - egal welches Kennzeichen die montiert haben!

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Rubikon_2016 20.06.2019, 10:59
128. Hochgradig unsozial,

außer, die Maut würde individuell und einkommensabhängig berechnet.
Eine einheitliche Gebühr ist absolut indiskutabel, da sich der Normalverdiener dann diese möglicherweise nicht mehr wird leisten können. Die Miete in der Nähe des Arbeitsplatzes aber auch nicht.
Und der ÖPNV ist in weiten Teilen Deutschlands eine Katastrophe.
Also müssen zunächst viele Milliarden Euro seitens des Staates in den Ausbau des ÖPNV fließen, bevor konkret über eine Maut diskutiert werden kann.
Die Nutzung des ÖPNV sollte dann kostenlos sein, denn Mobilität zu finanzieren, um zum Arbeitsplatz zu gelangen, kann nicht die Aufgabe der Arbeitnehmer sein.

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neurobi 20.06.2019, 11:01
129.

Zitat von Xan1973
Den ganzen Blödsinn mit Maut, Kfz-Steuer usw. einfach weg lassen und alles auf die Mineralölsteuer draufschlagen. Ist verbrauchs- und benutzungsgerecht, schafft Anreize für verbrauchsgünstige Autos bzw. E-Autos und wird von allen bezahlt. (ok, außer in Grenzgebieten - aber die tanken ja heute schon alle außerhalb) Und jede Menge Bürokratie spart es außerdem.
Eigentlich eine gute Idee, hat aber einen Haken, in vielen Ländern ist der Sprit dann billiger. Also tanken die Leute vor der Grenze voll und tanken nur im Notfall passend nach.
So mache ich es doch auch wenn ich durch die Schweiz und Italien fahre.

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