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Nach tödlichem Unfall: Österreich debattiert über Fahrradanhänger
Panthermedia/ imago images

In der Nähe von Wien sind bei einem Verkehrsunfall zwei Kleinkinder getötet worden, die im Fahrradanhänger saßen. Die Regeln könnten nun verschärft werden - vor allem die Rechtspopulisten plädieren dafür.

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Martin205 07.08.2019, 19:22
1. Irrsinn

Solange die Verkehrsinfrastruktur auf das Automobil zugeschnitten wird und diesem Transportmittel jegliche Vorteile und Rechte gewährt werden, wird sich für Radfahrer nichts ändern. Ich befürchte daran würden sich auch nichts ändern, selbst wenn täglich solche schrecklichen Unfälle passieren würden.
Dem Automobil wird einfach alles andere untergeordnet.

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labellen 07.08.2019, 19:37
2. Unglaublich,

ein rücksichtsloser Autofahrer fährt von hinten einen Fahrradanhänger mit Kindern über den Haufen und den FPÖ-Herren fällt dazu nichts anderes ein, als die Schuld beim Unfallopfer zu suchen.

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intercooler61 07.08.2019, 20:00
3. Furchtbar traurig ... und schwierig

Ehrlich gestanden, sehe ich da keine einfache Lösung.

Langfristig wird man dafür mehr baulich getrennte Radwege brauchen, _wenn_ die Nachfrage diesen Aufwand rechtfertigt. Auch der Zusammenstoß mit einem 800 kg leichten und nur 60 km/h schnellen Kfz wäre für die Insassen eines Fahrradanhängers in der Regel tödlich. So stabil, dass sie nennenswerten Schutz bieten, kann man die Dinger nicht bauen, oder sie würden zu schwer zum Ziehen.

Den Kfz-Verkehr komplett abzuschaffen oder auf 30 km/h außerorts zu beschränken, erscheint mir auch nicht praktikabel. Bundesstraßen dienen nun einmal auch dem Fernverkehr, d.h. der Überwindung größerer Distanzen in endlicher Zeit.

Vor diesem Hintergrund ist die Wahl des Verkehrsmittels "E-Bike mit Kindern im Anhänger" auf außerörtlichen Bundesstraßen inhärent riskant - ähnlich wie z.B. die Mitnahme von Kindern auf einem Motorrad oder Gespann. Das ist eine nüchterne Tatsache, erstmal völlig unabhängig von der Frage nach Schuld oder Gefährdungshaftung.

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em_den 07.08.2019, 20:07
4. Opfer zu Tätern machen

Tatsächlich macht die FPÖ hier das, was vielen Autofahrern heutzutage eigen ist: sie machen Opfer zu Tätern. Den Vorrang von Fußgängern und Radfahrern im Straßenverkehr nimmt meiner Beobachtung nach kaum noch ein Autofahrer ernst. Die vorgeschriebenen 1,5m Sicherheitsabstand beim Überholen hält faktisch kein. Autofahrer ein (die vereinzelten die es tun bestätigen nur die Regel). Hier geht inzwischen Verkehrsrowdytum vor. Ein Staat der hier nicht hart durchgreift und bei jedem Unfall eines KfZ mit einem Fußgänger oder Radfahrer Haftstrafen als zwingend vorschreibt, begünstigt diese rücksichtlosen Raser.

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ayee 07.08.2019, 20:08
5. Die Diskussion muss sich um Radwege drehen

Der Radverkehr ist wichtiger Teil der Verkehrs- und CO2-Wende. Radwege müssen gebaut werden, aber welche, die einen starken Verkehr mit E-Rädern, Lastenrädern und Fahrradanhängern zulassen. Das ist zudem wahrscheinlich die effektivste Maßnahme, die Luftqualität in Städten zu verbessern.... und die Lärmbelästigung einzudämmen.... und Wege ungefährlicher zu machen.

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olfs 07.08.2019, 20:22
6. Ganz allgemein,

sind oft beide Parteien betroffen. Bei beiden Seiten gibt Verkehrsteilnehmer die vernünftig und unvernünftig unterwegs sind. Fahrradwege sind sinnvoll. Wenn immer nur auf das Recht gepocht wird, von beiden Seiten, wird sich nichts ändern.
Sich selbst weniger wichtig nehmen ermöglicht für alle mehr Luft zum Leben.

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muckp 07.08.2019, 20:27
7. Bundesstraße?

wenn ich richtig gelesen habe, handelte es sich um eine Bundesstraße wo Tempo 100 erlaubt ist. Wer ist jetzt hier Rücksichtslos? Die Mutter die mit so einem unübersichtlichen Teil mit Elektrofahrrad auf eine Bundesstraße fährt? Oder der Autofahrer der sich einfach an die geltende Geschwindigkeit gehalten hat? Es ist richtig Fahrradwege neben der Bundesstraße zu verlangen. Mich wundert es jedesmal, dass soviel Platz ist und für Radfahrer nichts gemacht wird.

Die Mutter, ob Schuld oder nicht, tut mir auf alle Fälle leid. Sie hat ein schweres Leben vor sich
Genau wir der Fahrer des Autos. Auch der wird sen Leben nicht wieder froh.

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Sibylle1969 07.08.2019, 20:35
8.

Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass der Autofahrer die Alleinschuld an dem schlimmen Fahrradunfall mit 2 toten Kindern und einer schwer verletzten Mutter trägt. In der Denkweise mancher Politiker ist aber anscheinend die Mutter schuld, weil sie ihre Kinder der Gefahr im Fahrradanhänger ausgesetzt hat. Wie pervers ist das denn? Der umweltfreundliche Transport im Fahrrad soll eingeschränkt werden, nur weil sich Autofahrer mit bis zu 2 Tonnen Blech um sich herum massiv falsch verhalten?

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Einhorn 07.08.2019, 20:39
9.

Der Anhänger wurde von einem Auto 15 Meter in einen Acker geschleudert - und man diskutiert über Helmpflicht? Nicht über eine Sorgfaltspflicht beim Autofahren?

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