Forum: Auto
Navigationsunterricht an Schulen: "Das Gefühl für den Raum ist weg"
DPA

Autofahrern fehlt die Orientierung, sagt ein bayerischer Landtagsabgeordneter: Der Umgang mit Karten und Navigationsgeräten müsse in der Schule gepaukt werden. Hat er Recht? Ein Kompass-Hersteller gibt Antworten.

Seite 1 von 10
rennflosse 11.03.2016, 09:23
1. Abhängigkeit

Ich kenne natürlich noch die alte Zeit, in der mit Karten navigiert wurde. Dazu natürlich mit den Hinweisschildern auf den Straßen, mit Straßennamensschildern usw.

Dem Navi kann man nicht hundertprozentig vertrauen. Es ist nicht immer auf dem neuesten Stand, kennt Tagesbaustellen nicht und schickt einen nicht einmal immer auf die optimale Route. Vor einer Aktion "abbiegen" sollte man immer einen Blick auf das Display werfen.

Allerdings habe ich das Navi manchmal auch auf bekannten Strecken an, weil es mich über die Ankunftszeit informiert. Damit fährt es sich viel entspannter, wenn man einen Termin einhalten muss.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dani216 11.03.2016, 09:28
2. Der gute Mann hat recht, es ist nicht das Navi,

sondern der Mensch, der das Problem darstellt.
Das Navi vielleicht nur, wenn es nicht aktuell ist, aber auch dafür ist der Mensch verantwortlich.
Bei uns im Ort wurde aufgrund der Fertigstellung einer Umgehungsstraße die innerörtliche alte Durchgangsstraße zurückgebaut, so daß sie nicht mehr zur Durchfahrt genutzt werden kann. Man glaubt gar nicht, wie viele und vor allem wie lange ortsfremde (KFZ-Kennzeichen) fröhlich trotz deutlicher und rechtzeitiger Beschilderung in die Sackgasse eingefahren sind und sich dann auch noch über alle anderen, nur nicht über sich selbst aufplustern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
VerHartzter 11.03.2016, 09:30
3. Ich glaub es hackt.

Was soll denn die Schule noch übernehmen?

Wer sich blind auf das Navi verlässt sollte sich auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen und seinen Führerschein auf Lebenszeit verlieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tetaro 11.03.2016, 09:32
4. Rückzugsgefechte

"Wenn man heute eine Gruppe von Schülern fragt, wo Norden ist, dann weiß das ein Großteil wahrscheinlich nicht mehr sofort. "


Und....? Ein künstliches Bezugssystem wird durch ein anderes künstliches Bezugssystem ersetzt. Keins von denen ist gottgegeben, da würde ich vorschlagen, das man eben das modernere akzeptiert.

Derartigen Rückzugsgefechten stehe ich kritisch gegenüber.

Technologien bringen es immer mit sich, dass deren Grundlagen für die Nutzer an Bedeutung verlieren, das ist in jedem anderen Bereichen auch so, z.B. Motortechnik, Computertechnik und ja gerade die Essenz des Nutzens, den diese Techniken mit sich bringen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fahrradfahrer 11.03.2016, 09:36
5. und welches Kind kann den Fahrplan der Bahn lesen ...

Recht ähnlich zu dem Thema: welches Kind kann noch den Fahrplan der Bahn lesen. Meine Kids (14 und 16), kommen mit neuem Smartphone sofort klar, aber als sie mal die Ankunftszeit eines Zuges am Fahrplan nachsehen sollten, haben die das nicht hinbekommen. Erschreckend. Bahn-App wäre bestimmt sofort gegangen ...
Ich bin mit knapp über 40 auch noch so altertümlich, und schaue mir bei unbekannten Zielen die Zieladresse und den groben Weg auch erst noch bei Google Maps an. Ich will wenigstens ungefähr wissen, wie der Weg ist. Und fahre damit sehr gut!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hajoschneider 11.03.2016, 09:41
6. Die Navigationsgeräte arbeiten ja meist fehlerfrei, ...

haha, da kann ich aber bei jeder dritten Fahrt das Gegenteil berichten. Straßen, die es nicht mehr gibt, Straßen, die das Navi nicht kennt, verspätete Reaktion des Navis usw. All das ist Alltag. Dabei fahre ich jedesmal mit anderen Autos und damit mit anderen Navis. Außerdem geben unterschiedliche Navis unterschiedliche kürzeste Strecken zum Zielort an. Und schon oft habe ich es erlebt, dass ich bei Staumeldungen dank meiner rudimentären Ortskenntnis in den Sinn kam, über Strecken im naheliegenden Ausland auszuweichen und dann steht da plötzlich statt 2 Std. bis zum Zielort nur noch 1.20 Std. Auf dem Weg zu diesem »Umweg« will mich das Navi dann immer wieder auf die alte Strecke zurückschicken. Aber die lustige Episode mit der Umleitung wegen einer Baustelle, die das Navi nicht kennt, hab ich auch schon erlebt. Da bin ich gleich dreimal an derselben Stelle vorbeigekommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Luke1973 11.03.2016, 09:45
7. Navi

Zunächst: Wer etwas neues in die Lehrpläne aufnehmen will, der muss auch sagen, was er dafür "opfern" möchte. Denn einfach immer mehr reinpacken geht nicht.
Dass Navis die Orientierungsfähigkeit verschlechtern, kann ich keinesfalls nachvollziehen. Ganz im Gegenteil. Durch den ständigen Blick auf die Karte, durch die man sich ja gerade bewegt, bekommt man sehr schnell eine recht gute Vorstellung davon, wo man sich in Relation zu seiner Umwelt befindet.
Und allein das Sicherheitsargument: Wie oft haben die Leut früher mit der Karte auf dem Lenkrad unter Lebensgefahr den richtigen Weg gesucht? Das ist zum Glück Geschichte.
Was ich auch immer wieder erlebe: Angeblich super-duper-Ortskundige Beifahrer empfehlen mir eine vom Navi abweichende Route und schimpfen auf die falsche Anleitung des Navi. Ein nachträlicher Blick auf Google Maps zeigt meist, dass das Navi richtig lag und der Eingeborene seit 30 Jahren einen Umweg fährt.
Übrigens waren die Atlanten, die noch in den 80ern in so ziemlich jedem Auto rumlagen meist eine einmalige Anschaffung und oft hoffnunslos veraltet. Auch ein Atlas updatet nicht von selbst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Dieter Weber 11.03.2016, 09:50
8. Navi vs Landkarten statt Navi vs Kompass

Einen Kompass braucht man eigentlich nur selten. Landkarten sind viel nützlicher. Mit dem Navi kommt man (meistens) effizient und einfach von A nach B. Dabei verliert man aber wegen des kleinen Bildschirms schnell den Überblick. Außerdem sind Navis für's Auto gut, aber weniger für Wanderungen oder Fahrradtouren. Gute Wegfindung ist da ein wenig komplexer, man muss Steigungen berücksichtigen, kann auch mal die Wege verlassen und querfeldein gehen, man möchte interessante Orte am Weg finden, man sucht nach guten Pausenplätzen und Wasserquellen, usw. Mit einer guten Landkarte hat man alle Informationen in großem Detailgrad im Überblick und kann so hervorragend Touren planen. Ein Navi müsste mindestens Tablet-Format haben und eine detaillierte topografische Karte mit den relevanten POIs bieten, um da mitzuhalten. Außerdem muss man Landkarten nicht aufladen, und sie gehen auch nicht so schnell kaputt! Ob man Orientierung mit Landkarten auch in der Schule lernen muss, ist vielleicht eine andere Frage. Aus meiner Sicht ist das eher ein Job für die Eltern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tetaro 11.03.2016, 09:50
9.

Zitat von rennflosse
Dem Navi kann man nicht hundertprozentig vertrauen. Es ist nicht immer auf dem neuesten Stand, kennt Tagesbaustellen nicht und schickt einen nicht einmal immer auf die optimale Route. Vor einer Aktion "abbiegen" sollte man immer einen Blick auf das Display werfen.
Natürlich nicht, aber beor man allzuviel Kritik daran übt, muss man natürlich gegenrechnen, wieviel Unfälle durch Leute OHNE Navi, durch unvollständige Ortskenntnis, durch Wegsuchen während des Fahrens und möglicherweise durch das Jonglieren von Kartenmaterial durch den Beifahrer verursacht werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 10