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Neue Führerscheinregeln: Autofahrer sollen ohne Prüfung Motorräder fahren dürfen
Carlos Costa/ NurPhoto/ Getty Images

Verkehrsminister Andreas Scheuer will nach SPIEGEL-Informationen die Führerscheinregeln ändern: Bald soll jeder Autofahrer auch Motorrad fahren dürfen - mehr als 100 km/h schnell. Experten sind entsetzt.

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specialsymbol 20.06.2019, 10:50
260. Endlich mal ein sinnvoller Vorschlag!

Aus eigener Erfahrung weiß ich: wer Fahrradfahren kann, kann auch Motorrad fahren.
Es ist sogar noch einfacher, denn man muß dabei nicht in die Pedale treten.

Davon abgesehen gibt es mehrere Punkte die für einen solche Schritt sprechen würden:
1. Man wird ein besserer Verkehrsteilnehmer. Motorradfahrer müssen umsichtiger, vorausschauender und weitblickender fahren. Sie sind auch nicht so abgelenkt wie Autofahrer
2. Die Umwelt würde profitieren. Fakt ist: Menschen fahren nicht Fahrrad weil es zu anstrengend ist. Viele sind körperlich einfach nicht dazu in der Lage. Ein Motorrad verbraucht mit 3,6 Litern einfach weniger als ein Q7.
3. Die Verkehrsdichte würde deutlich abnehmen, gleichzeit würde sich der Verkehrsfluss verbessern
4. Es würden gleichzeitig durch weniger Parkplatzbedarf mehr Flächen in den Innenstädten für Fußgänger frei
5. Es würde deutlich leiser werden, gerade in Innenstädten. Während für AMG, BMW M und ähnliche "Sportwagen"hersteller Ausnahmen zum Lärmschutz gelten, gelten diese für Motorräder nicht (mehr). Neue Motorräder sind deutlich leiser als die knallenden Protzkarren.
6. Die Fahrer wären tatsächlich unsicherer als in ihrem SUV unterwegs, die GESAMTSICHERHEIT der Bevölkerung jedoch würde deutlich steigen. Und ersteres liegt zum überwiegenden Teil in der Verantwortung der Fahrer! Das ist ein entscheidender Unterschied.

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Gegen Zensur bei Spon 20.06.2019, 10:52
261.

Zitat von zweituerer
Endlich! Nur, weil ich zwei Jahre zu jung bin, darf ich bisher keine 125er fahren. Dabei bin ich in meiner Jugend 125er Vollcross (also ohne StVZO) UND 12 Jahre erfolgreich Radrennen (Strasse, Cross und MTB) gefahren. In Südostasien fragt beim Ausleih von Motorrädern auch niemand nach einem Führerschein. Die lassen einen kurz vorfahren und geben dann das Moped heraus. Kein Sturz oder auch nur eine brenzlige Situation, und das im Linksverkehr. Auto fahre ich seit 33 Jahren unfallfrei. Auch 7,5-Tonner fahre ich regelmäßig problemlos. Vernunftbegabt und im gesetzten Alter bin ich also der Überzeugung, Fahrzeuge zu beherrschen und fühlte mich wegen 2 Jahren zu später Geburt ungleich behandelt. Wird also endlich Zeit, daß sich da etwas tut. Allerdings tatsächlich die erste gute Idee des Ministers.
Dann stellen Sie sich doch mal vor, dass ein genau so alter Mitbürger, der von sich selber exakt dasselbe glaubt, der sicher ist, ein Tausendsassa zu sein, sich so etwas antut, und damit eines Ihrer Kinder übern Haufen fährt

Mit 5 Fahrstunden mehr wäre es nicht passiert

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pk69 20.06.2019, 10:53
262. Sicherer als 45 Km/h Hindernisse!

Ein Elektroroller der schneller als Verkehrsbehinderne 45 Km/h fahren darf, mit dem man auch mal ein Stück auf der Autobahn fahren kann, wäre für mich eine echte ,, bezahlbare und saubere" elektrische Alternative gegenüber einem PKW die ich mir dann ganz sicher zu legen werde! Zur Zeit kann ich diese Umweltfreundlichere Möglichkeit auf Grund der hohen Führerscheinkosten leider nicht verwirklichen! Im übrigen reden wir hier nicht über Motorräder die Geschwindigkeiten jenseits von ,,gut und böse" zulassen! Ein Tempolimit sowieso nur noch eine Frage der Zeit.....

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justus0jonas 20.06.2019, 10:55
263. Im Ausland ohne Probleme

Auf Bali gibt es gar keine Möglichkeit, eine 50er auszuleihen, die Scooter sind dort alle nur mit 125ccm verfügbar. Das habe ich schon öfters gemacht, ohne den deutschen A1 zu besitzen; ich fahre zuhause aber auch eine 50er. Unfälle dort haben für gewöhnlich Touristen, die sich überschätzen und die Straßenverhältnisse nicht einordnen können.

Fazit: Ich fühle mich sicherer, kann mich besser in den Verkehrsfluss einordnen und habe „Luft nach oben“. Insofern ist eine Wiedereinführung der erweiterten Fahrerlaubnis - auch hinsichtlich der Tatsache, wie schnell man mit E-Bikes fahren kann - überfällig.

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der_anonyme_schreiber 20.06.2019, 10:56
264. Ernsthaft?

Das kann doch kein ernsthafter Vorschlag sein.
Will man unbedingt die Unfallzahlen hochtreiben?
Auch , könntem an dann nicht auch gleich alle Führerscheine, inkl LKW mit Anhänger und Luftfahrzeuge mit reinpacken? Danke.

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cghuebner 20.06.2019, 10:56
265. Kausalitäten

Natürlich gibt es mehr Motorrad-Tote, wenn mehr gefahren wird. Sieht man beim Fahrrad/Pedelec, das man ja auch ohne Führerschein fahren darf. Dass das an der mangelnden Ausbildung liegt, ist in keiner Weise belegt. Insofern ist die schützende Wirkung der bisherigen Regelung wohl ausschließlich die Hürde, die damit aufgebaut wird. Will man die Zahl der Motorrad-Opfer wirklich reduzieren, hilft nur Verbot oder, mit ähnlicher Wirkung, extrem hohe Besteuerung.

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joseph?iii 20.06.2019, 10:58
266. Irrsinn

Prima, dann fahren die Irren, die heute schon die Straßen mit Rennstrecken verwechseln, zukünftig auch noch Motorrad. Statt diesen gefährlichen Irrsinn des Motorradfahrens endlich zu verbieten, kommen zusäzliche Fahrer dazu. Wer unbedingt fahren möchte, kann dies dann gerne auf geschlossenen Parcours tun, da werden dann wenigstens keine anderen Verkehrsteilnehmer in Mitleidenschaft gezogen.
Aber vernünftige Vorschläge, wie Tempo 30 / 80 / 120, sind ja von der CSU nicht zu erwarten.

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specialsymbol 20.06.2019, 10:59
267.

Zitat von boutefas
Hier wird wieder von allen Seiten geballtes Halbwissen zum Besten gegeben. Die Möglichkeit, mit EU-Führerschein Klasse B ohne Prüfung ein Leichtkraftradrad (meist in Rollerform) zu lenken, gibt es in: Italien, Lettland, Malta, Spanien, Portugal, Belgien, Österreich, Frankreich, Luxemburg, UK, Tschechische Republik, Slowakische Republik, Polen Oft ist eine Schulung vorgeschrieben, in den mediterranen Ländern auch nur ein Mindestalter. Komischerweise hört man aus diesen Ländern recht wenig von den zehntausenden Unfalltoten die nach Meinung deutscher Experten durch diese Regelung verursacht werden.
Es geht doch überhaupt nicht um Unfälle.
Die Interessen sind klar:
Motorradfahrer wollen eine kleine Elite bleiben.
Der Ausbildungsbetrieb möchte weiter Kasse machen.

Das sind zwei GRUPPEN, die mit gewichtigen Interessen gegen einen (vernachlässigbar kleinen) individuellen Vorteil antreten. Das ist der Grund. Unfälle? Eine willkommene Ablenkung. Interessiert sonst doch eigentlich keinen.

Der erste und bedeutendste Schritt Unfälle zu verhindern wäre die Verkehrsdichte zu senken. Das ist so eine Binsenweisheit, dass es nicht mal Versuche gab gegenteilige Statistiken zu erstellen. Alle bestehenden Statistiken stützen das. Es wäre der natürliche erste Schritt.

Jetzt frage ich Sie: Wie oft haben Sie die Forderung gehört, man müsse um die Unfallzahlen zu senken die Verkehrsdichte verringern?

Genau. Denn die Unfallzahlen interessieren nicht. Und keiner hat ein Interesse daran die Verkehrsdichte zu senken (außer vielleicht der deutschen Bahn).

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s.p.igel 20.06.2019, 11:02
268. Wer ein Leichtkraftrad fährt ....

...der gefährdet damit hauptsächlich sich selbst - so what. Wer einen schweren SUV fährt, der gefährdet damit hauptsächlich andere. Das Todesrisiko für Passagiere normalgewichtiger KFZ ist bei einem Unfall mit einem schweren SUV 7-fach erhöht. Daher wäre eine Extraprüfung (sowohl fahrerisch wie charakterlich) für das Fahren schwerer SUVs eher angebracht. Allerdings sollte die Erlaubnis für Leichtkrafträder auf E-Fahrzeuge beschränkt werden, damit nicht noch mehr extreme Stinker die Luft verpesten.

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novoma 20.06.2019, 11:02
269. In Österreich gibt es das bereits seit 2013

Seit 6 Jahren in Österreich so praktiziert, haben sich die Unfallzahlen seither in diesem Bereich nicht nennenswert erhöht. Die meisten Fahrzeuge, die von solchen Fahrern gefahren werden, sind ohnehin eher schwach motorisierte Roller, deren Fahrleisten sich nicht allzusehr von denen illegal entdrosselter (und das sind schätzungsweise 80%) 50-Kubik-Roller unterscheiden, und die dürfen (natürlich nicht entdrosselt) schon jetzt mit dem Autoführerschein gefahren werden. Die „Unfallexperten“, die sich jetzt zu Wort melden, sind die, die aus ideologischen Gründen ohnehin gegen jede Art von Motorradfahren sind. Falls diese Regelung jetzt nach diversen Nachbarländern auch bei uns kommen sollte, und da bin ich mir noch nicht so sicher, dann wird auf den Straßen sicherlich nicht mehr Chaos ausbrechen als es jetzt schon der Fall ist.

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