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Neuer Klimaschutzplan: Irland will Autos mit Verbrennungsmotor die Zulassung entziehe
Artur Widak/ NurPhoto/ Getty Images

In elf Jahren soll der Verkauf von neuen Diesel- oder Benzinautos in Irland verboten werden. So sieht es der neue Klimaschutzplan des Landes vor. Später sollen die Verbrenner sogar ihre Zulassung verlieren.

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bambata 20.06.2019, 01:32
130.

Zitat von hansglück
"Das Elektro Auto ist (noch) nicht CO2 ärmer als moderne Dieselfahrzeuge, sofern man die Herstellung und Entsorgung in die Bilanz miteinbezieht." Diese Aussage ist schlich falsch und basiert zu großen Teilen auf der sogenannten "Schweden Studie". Deren Macher geben heute selbst zu, dass Ihre Annahmen und Basisdaten falsch waren und sie nicht richtig gelegen haben: https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/elektroauto-akkus-so-entstand-der-mythos-von-17-tonnen-co2/23828936.html
Es sind ca. 135 kg CO2 je kwh Akku-Kapazität. Macht bei einem 80 kwh-Auto immerhin noch rund 11 Tonnen CO2. Deutlich weniger als in der Schweden-Studie, aber leider immer noch ein ganz erheblicher Malus.

Hier wird der Produktionsaufwand für einen VW I.D. sehr schön aufgeschlüsselt (1. Grafik). Die 2. Grafik zeigt den Vergleich des CO2-Ausstosses zwischen einem Golf Diesel und einem E-Golf über eine Fahrtstrecke von jeweils 200.000 km (einschl. der jeweiligen Produktions-"Rucksäcke").

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bambata 20.06.2019, 01:37
131.

Zitat von hansglück
Der Strom kommt z.B. aus den gleichen Kraftwerken wie bisher. Nur wird er nicht mehr für die Produktion von Benzin verwendet wie heute. Ein Liter Benzin benötigt in der Raffinerie zur Erzeugung 1,5 kW/h Strom, eine Tankfüllung mit 70 Litern also 105 kW/h Strom. Der größte Tesla Akkus heute fasst aber nur 100 kW/h. Wenn also ein Verbrenner gegen ein Elektro Auto ausgetauscht wird und im gleichen Gegenzug das dafür nicht mehr verwendete Benzin nicht mehr produziert wird, hat man schon den Strom für das Elektro Auto übrig.
Für einen vorurteilsfreien Vergleich neben dem WTT-Wirkungsgrad von Verbrenner-Kraftstoffen müssen Sie auch den "Total expended energy balance for fossil electricity pathways" mit einbeziehen. Für konkrete Zahlen siehe Quelle unten.

Benzin hat im Schnitt einen Brennwert von 34,9 Megajoule (MJ) / Liter, Diesel einen Brennwert von 37,4 MJ / Liter. Für die Well-to-Tank (WTT-) Bereitstellung fallen pro 1 MJ Brennwert bei Benzin 0,18 MJ an, bei Diesel sind es 0,2 MJ (Energy expended MJ / MJ final fuel). Siehe Quelle unten Seite 84.

Also summa summarum 18% respektive 20%. Oder 1 MJ Aufwand = 0,847 / 0,833 MJ Bereitstellung im Tank für Verbrenner-Kraftstoffe.

Für die Bereitstellung einer MJ fossilen Kohle-Stroms benötigen Sie 1,5 - 1,8 MJ (Energy expended MJ / MJe). Das heißt, bis das Kraftwerk den Strom bereitstellt, fallen pro 1 MJ an das Netz übergebenen Strom für Förderung, Transport und Bereitstellung der Kohle zur Verbrennung im Kraftwerk ca. 1,5 - 1,8 MJ für die Strombereitstellung an.

Oder 1 MJ Aufwand = 0,606 MJ Bereitstellung. Siehe Quelle unten Seite 115-116. An der Steckdose kommen davon im Schnitt 94% durch Netzübertragungsverluste an.

Für jedes Kohlestrom-MJ können Sie nochmal ca. 250g CO2 aufschlagen. Macht je kwh also etwa 69g. Siehe Quelle unten Seite 116.

Fazit: Beim gegenwärtigen Strommix von durchschnittlich ca. 35% EE müssen Sie jeder durchschnittlichen kwh nochmal ca. 45g zuschlagen. Oder m.a.W: Wenn Sie dem Verbrenner die Raffinerie-Energiekosten zuschlagen, müssen Sie beim Kohlestrom Förderung, Transport und Bereitstellung der Kohle ebenfalls berücksichtigen.

Quelle:
JEC Well-To-Wheels Analysis - European Commission Joint Research Centre

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_McCell 20.06.2019, 01:55
132.

Zitat von hansglück
Der Strom kommt z.B. aus den gleichen Kraftwerken wie bisher. Nur wird er nicht mehr für die Produktion von Benzin verwendet wie heute. Ein Liter Benzin benötigt in der Raffinerie zur Erzeugung 1,5 kW/h Strom, eine Tankfüllung mit 70 Litern also 105 kW/h Strom. Der größte Tesla Akkus heute fasst aber nur 100 kW/h. Wenn also ein Verbrenner gegen ein Elektro Auto ausgetauscht wird und im gleichen Gegenzug das dafür nicht mehr verwendete Benzin nicht mehr produziert wird, hat man schon den Strom für das Elektro Auto übrig.
Ich habe ja nichts dagegen, daß Sie Tesla in den höchsten Tönen loben, und das sie auch sonst null probleme beim BEV durch ihre rosarote Brille sehen. Aber hören sie endlich auf, schon mehrfach nachgewiesene Falschaussagen ständig zu wiederholen. Es wird 1,6 kwh Prozeßenegie benötigt, daß ist nicht gleichbedeutend mit Strom. Stromverbrauch liegt eher bei 0,3 kwh.
Mit der permanten Wiederholung von Falschaussagen schaden sie der Sache mehr, als sie jemals einen Nutzen erreicht haben.

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_McCell 20.06.2019, 02:10
133.

Zitat von hansglück
Der Tesla Semi als 40 Tonner kommt kommendes Jahr auf den Markt mit 800 Kilometer Reichweite: https://de.wikipedia.org/wiki/Tesla_Semi geladen wird übrigens beim Be und Entladen der Waren direkt im Lager, somit fallen Tanktops komplett weg. Haben Sie weitere Fragen ?
oh ja. Ausgehend von den bisherigen bekannten Daten, will tesla die 800 km Variante innerhalb von 30 minuten am gigacharger auf 80% nachladen. So mal locker 1,6 MW. Da bin ich mal gespannt, wie das ausgeht bei flächendeckener Nutzung. Allein der notwendige Ausbau von Anschlüssen ans Mittelspannungsnetz dürfte interessant werden.
Ich hab da große Bedenken

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ostseekuestenbewohner 20.06.2019, 07:35
134. kein NOx

Zitat von cem.yapici
Die Herstellung von sauberem, synthetischen Diesel in industriellem Maßstab ist heute technisch möglich. Dabei wird CO2 aus der Luft entnommen, und ein Kraftstoff synthetisiert, der beim Verbrennen kein neues CO2 freisetzt. Wenn die Anlage mit regenerativem Strom betrieben wird, ist das nahezu CO2-neutraler Diesel! (der ausserdem beim Verbrennen keine giftigen Abgase wie Stickoxide u.A. freisetzt, so wie bei Erdölprodukten der Fall)
Ich sehe in der Nutzung synthetischer Kraftstoffe auch eine als sinnvolle Variante, aber Stickoxide entstehen durch die hohen Verbrennungstemperaturen aus dem Stickstoff, der in der Luft enthalten ist. Da ändern auch synthetische Kraftstoffe nichts.
Man kann auch sinnvoller mit Hilfe von regenerativen Energie Wasserstoff erzeugen, den man entweder in Brennstoffzellen nutzt oder in einem Verbrennungsmotor.
Batteriebetriebene Elektromobilität kann ein Teil einer Verkehrswende sein, aber nicht die ausschließliche Alternative.
Schließlich müssen die Ladestationen überall auch ihren Strom irgendwie bekommen. Wenn das ein paar Ladestationen im Wohngebiet sind, dann verkraftet das das Netz noch. Wenn aber in halbwegs jedem Haus oder jeder Tiefgarage nach der Arbeit alle ihre Batterien aufladen wollen, dann muß das Netz komplett erweitert werden, nicht nur ein paar Stromtrassen von Nord nach Süd. Apropos Netz, 2017 hatte das deutsche Stromnetz einen Wirkungsgrad von 56 %. Rechne ich dann noch Wirkungsgrad von Ladegerät und Batterie dazu und berücksichtige den deutschen Strommix, dann gewinnt die Umwelt mit Elektromobilität aktuell überhaupt nichts, bestenfalls die Luftqualität in den Städten. Und bei dem Widerstand der Bürger gegen Windkraftanlagen und Co. wird sich da nicht viel ändern.

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touri 20.06.2019, 07:46
135.

Zitat von syracusa
Könnten Sie bitte kurz erklären, warum Ihr Pendler kein Elektroauto benutzen kann, wenn der ÖPNV keine Alternative ist (warum eigentlich)? Dem würde ja selbst das kleinste heute verfügbare E-Auto dicke reichen.
Weil der ÖPNV für Pendler in aller Regel schlechte Verbindungen hat, wenn überhaupt vorhanden und häufig jetzt schon am Limit operiert. Von der zusätzlichen Reisezeit ganz zu schweigen. Bei mir z.B. würde der ÖPNV die Reisezeit zur Arbeit mindestens verdreifachen und das auch nur wenn alles optimal läuft. Und ich hab nur 12 km zur Arbeit.

Bei den E-Fahrzeugen gebe ich Ihnen recht und mein nächster würde vielleicht einer werden. Allerings habe ich keine Lademöglichkeit für das Fahrzeug, weil Mietwohnung. Insofern wird auch der nächste wieder ein Benziner werden.

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touri 20.06.2019, 08:00
136.

Zitat von postmaterialist2011
Ich habe vor 14 Monaten mein privates Auto in Berlin abgeschafft. Da ich zentral wohne und an der Peripherie arbeite habe ich für die einfache Fahrt von 22 km mit dem eigenen Auto zwischen 42 Minuten und 120 Minuten ( je nach Verkehrslage) gebraucht. Mit dem ÖPNV brauche ich im besten Fall 52 Minuten, im schlechtesten 60 min. ( Ich bin nicht ein Tag später als in einer Stunde bei der Arbeit gewesen). Wo hier die Unzuverlässigkeit des Berliner ÖPNV liegen soll erschliesst sich mir nicht. Es klingt schwer nach "Hörensagen". Temporäre Überfüllung in Berlin oder München ? Dann dürfen Sie nie nach Tokyo ziehen, da gibt es "Überfüllungen" die aber gut gemeistert werden ( habe ich mir selber für längere Zeit angetan) aber definitiv nicht in München oder Berlin. Inflexibilität und Bequemlichkeit ist das Problem, nicht der ÖPNV in deutschen Grossstädten.
Tja ich wohne und arbeite bei Frankfurt und ich höre von den Kollegen die auf den ÖPNV angewiesen sind ständig von Verspätungen, Zugausfällen, Fahrplanänderungen etc. Es gibt bei uns Leute die schon öfters vergeblich ne Stunde auf dem Bahnsteig verbracht haben, um von Frankfurt nach Offenbach zu kommen wohlgemerkt. Sorry, da vertraue ich lieber meinem Auto, da bin ich in 15 Minuten auf der Arbeit und in 20 wieder daheim. Und zwar für 12 km Fahrweg.

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mantrid 20.06.2019, 09:05
137. Blinder Akionismus

Verbrenner die mit E-Gas oder Bio-Diesel fahren sind deutlich klimafreundlicher, als der Stromer, der mit Strom aus Kohle geladen wird. Nicht die Art des Verbrauchs ist wichtig, sondern wie die benötigte Energie erzeugt wird. Um das zu begreifen, braucht es eigentlich nicht viel Intelligenz. Deswegen sind Entwicklungen z.B. in China ehr kritisch zu sehen, wo die Stromerzeugung mittels Kohlekraftwerken lediglich dazu führt, dass die CO2-Emissionen nicht mehr stadtnah, sondern räumlich davon entfernt stattfinden. Für das Weltklima ist eine solche Elektefizierung völlig nutzlos, eher noch kontraproduktiv.

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pink15 20.06.2019, 09:21
138. Ein Scherz?

Zitat von michi_meissner
Der Pendler kann sich ohne Probleme einen Renault Zoe oder BMW i3 für gebrauchte 20.000 Euro kaufen oder Zug fahren oder Umziehen. Macht er aber nicht. Daher muß es wohl vorbei sein mit der Freiwilligkeit. Ich habe jedenfalls vom Egoismus großer Teile der Bevölkerung und von unterlassenden Politikern gestrichen die Nase voll. Norwegen zeigt, wie es geht, dort fahren heute 38% elektrisch. Ich habe an einer großen Straße mittlerweile einen Feinstaubreiniger für 800 Euro in Betrieb und fühle mich dadruch nun fitter, obwohl ich völlig gesund bin. Schlimm, was für einem Gift uns die Politik über Jahre ausgesetzt hat.
Wenn Sie Pendlern empfehlen, in die Stadt zu ziehen, so haben Sie anscheinend noch nicht mitbekommen, dass dort der Wohnraum knapp ist. Übrigens. Warum haben Sie denn einen Feinstaubreiniger für 800 € gekauft? Ziehen Sie doch aufs Land, dort braucht man sowas nicht!

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touri 20.06.2019, 09:25
139.

Zitat von bambata
Ich schon. Wo macht der Fahrer Urlaub, während die Kiste geladen wird? Mal im Ernst: "Bei voller Beladung und etwa 100 km/h Geschwindigkeit soll der Lkw weniger als 2 kWh pro Meile verbrauchen, was bei voller Batterie eine Reichweite von mindestens 480 oder 800 km (je nach Modellvariante) ermöglichen soll. Innerhalb von 30 Minuten soll die Batterie dann wieder für eine Fahrstrecke von 640 km aufgeladen werden können, an noch zu errichtenden, vollständig mit Solarstrom gespeisten „Megacharger“-Ladestationen." Also rund 1,25 kwh / km Verbrauch. 640 km x 1,25 kwh macht 800 kwh in 30 Min. Ladezeit, d.h. die "MegaCharger" haben eine Ladeleistung von min. 1,6 Mwh, sehe ich das richtig? Und die Ladekabel haben einen Durchmesser von 50-60 cm und müssen mit flüssigem Stickstoff gekühlt werden? Der Tesla Semi-Truck wurde soeben auf 2020 verschoben (die erste von noch 3-4 folgenden Tesla-typischen "Verschiebungen"). Vermutlich hat sich jemand bei der Berechnung der Ladedauer mit dem Taschenrechner vertan und jetzt sucht man nach Wegen, wie man den LKW-Fahrern halb- bis ganztägige Zwangspausen schmackhaft machen kann.
Also soweit ich weiß werden Elektro-LKW über mehrere Kabel geladen, die haben auch nicht einen großen Akku sondern viele kleine.

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