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Neuer Testzyklus: Endlich Verbrauchsangaben mit Gewähr
DEKRA

Auf die Angaben der Autohersteller zum Kraftstoffverbrauch war zuletzt immer weniger Verlass, bis zu 25 Prozent mehr Sprit als offiziell versprochen schluckten viele Fahrzeuge. Jetzt wurde ein neuer Testzyklus beschlossen, der den im Labor erzielten Fabelwerten ein Ende bereiten soll.

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fendrikat 22.11.2013, 18:45
10. Fahrstil ist problematischer

..ich muss sagen das ich ziemlich jedes Auto, das ich in den vergangenen 10 Jahren fuhr, innerhalb des angegebenen Verbrauchs-Bereiches gefahren habe - wenn auch nicht übermäßig sportlich, so doch nie langsam, sondern nur bewußt und vorausschauend. Das gilt für die 4,2l der neuen C-Klasse ebenso wie für die kleinen Fords, Mazda SUV, und so weiter.

Fahrtraining ist wesentlich effektiver und hilfreicher, die Angaben der Hersteller entsprechen schon dem, was ein erfahrener Fahrer verbrauchen kann.

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Nörgelrentner 22.11.2013, 18:46
11. Big Data

Es dürfte doch heute kein Problem sein, den Verbrauch einmalig für "jede" Fahrsituation zu ermitteln. Für jeden Kaufinteressenten könnte dann der persönliche zu erwartende Verbrauch ermittelt werden. Der eine interessiert sich für Stop & Go quer durch Berlin und der andere für Vmax nachts auf der A31. Mit einem Durchschnitt ist keinem richtig geholfen.

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Darknessfalls 22.11.2013, 18:50
12. @bramsel

Verraten Sie mir doch bitte mal, was an hohem Spritverbrauch positiv zu sehen ist.
Dank Abgasreinigung - durch die Lobbyisten letzten Endes leider nicht verhindert worden - haben wir ausser dem CO-2 kaum mehr Stress aus dem Auspuff. Allerdings muss ich den Saft bezahlen, den ich oben einfüllen muss, um richtig losbrettern zu können. Und wenn dann jemand sein Mobil so hinstellt, als würde es mir nicht den letzten roten Heller aus dem Portemonnaie saufen, und ich stelle hinterher überrascht fest, dass dem doch so ist, hat der Knabe schlicht gelogen und mich betrogen.
Klar ist: tonnenschwere Dumpfmobile in Bewegung zu setzen, braucht entsprechenden Energieeinsatz. Und wenn Sie ihren Motor noch so sehr optimieren - irgend wann ist Ende. Ob ausgerechnet Karbon als leichter Baustoff der Zukunft den Ausweg aus diesem Dilemma weisen kann, wage ich zu bezweifeln - von der Entsorgung des Karbonschrotts mal abgesehen. Und Vorsicht mit "das is´ Kohlenstoff, und den verbrennt man einfach"; gucken Sie sich erst mal den Herstellungsprozess von Anfang bis Ende an... Kunstharz im Überfluss, sonst geht da im Moment gar nix.
Und über die Millionen Arbeitsplätze nur soviel: selbst, wenn Sie mit dieser Zahl recht hätten: gibt es Ihnen nicht zu denken, dass wir alles auf ein einziges Pferd setzen? Was, wenn diese Premiumhersteller mit einem gesättigten Markt in Asien konfrontiert würden? Pleite??
Man sollte dem Thema Spritverbrauch mit etwas mehr Gelassenheit, aber auch mit weniger Lobbyismus begegnen; also: weg mit der Kfz-Steuer und diese eins zu eins umgelegt auf den Benzinpreis; müsste durch die vorhandenen statistischen Daten eine der leichteren Übungen sein. Dann wäre zumindest die Verteilung der Lasten gerecht verteilt; wer viel fährt oder wessen Wagen viel verbraucht, muss eben etwas mehr löhnen. Für die anderen gilt: Stirn runzeln, Schultern zucken, weiterfahren.

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kneeslider 22.11.2013, 18:52
13. Da hat die Authorin was falsch verstanden....

Wir haben definierte Messverfahren, unter denen die Motoren ihren normierten Verbrauch offenlegen. Das diese gesetzlich festgelegten Messverfahren weit weg von der Praxis sind hat der Gesetzgeber zu verantworten. Nicht der Fzg.-Hersteller. Folglich ist es falsch, dem Fzg.-Hersteller unlautere Verbrauchsangaben zu unterstellen - er hat die Messmethoden nicht definiert. Er hält sich nur daran.
Das Problem ist, dass es überhaupt eine verbindliche und exakt formulierte Messmethode zur Erfassung der Verbrauchswerte geben soll. Sobald eine Norm eingeführt wurde, haben die Entwickler nur noch ein Ziel vor Augen: die Motoren auf diese Norm hin zu entwickeln und zu optimieren. Und je spezifischer ein Motor abgestimmt ist, desto schlechter läuft er außerhalb der "Wunsch-Parameter".
Sinnvoller wäre es, die Beurteilung der Verbrauchswerte in einem freien Flottenversuch - also außerhalb der Kontrolle von Politik oder Fzg.-Hesteller - zu bestimmen. Dann müssten die Ingenieure ihre Motoren tatsächlich auf die Straße abstimmen und es wäre sogar wahrscheinlich, dass diese Motoren dann sparsamer sind, weil die Entwickler nicht eine abstrakte Norm erfüllen müssen, sondern in einem breiten Flottenversuch gut dastehen wollen.

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zack34 22.11.2013, 18:59
14. Es gibt keinen Test, der für alle Situationen

Zitat von sysop
Auf die Angaben der Autohersteller zum Kraftstoffverbrauch war zuletzt immer weniger Verlass, ...
... d.h. für alle Straßen und Fahrweisen einen zutreffenden Verbrauch vorhersagen KANN. Wann begreifen es die Leute?

Ein Testzyklus ist immer nur eine STATISTISCH möglichst breit alle Fahrsituationen erfassende Vergleichsbasis, mehr kann er gar nicht sein. Mit denselben Angaben aus dem EU-Testzyklus wird in Holland, wie auch in der Schweiz gefahren.

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vitalik 22.11.2013, 19:18
15. Verbrauch

Wie bereits andere geschrieben haben, geht es bei den Verbrauchsangaben generel nur um den Verbaucht bei einer bestimmten Fahrweise. Von diesem Wert hängt die Berechnung der KFZ Steuer ab.
Der Kunde kann diesen Wert bei verschiedenen Fahrzeugen vergleichen, da das Testverfahren gleich ist. Ob dieser Wert tatsächlich erreicht werden kann, spielt doch überhaupt keine Rolle, da der Spritverbrauch in der realen Umgebung fast ausschliesslich von Fahrer abhängt.

Warum sollte man also ein neues Verfahren entwickeln? Woher weiß ich dann, ob mein Auto aus dem Jahr 2010 mehr oder weniger Verbraucht als das neue Auto mit dem neuem Verbrauchsmessverfahren.
Selbst wenn der Verbrauch tatsächlich dem Durchschnittsverbrauch entsprechen würde, könnte bei meiner Fahweise dieser anders ausfallen.

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smow 22.11.2013, 19:25
16. optional

Man benötigt ein Testverfahren mit dem man den Kraftstoffverbrauch des Autos und nicht den des Motors ermitteln kann. Es ist vollkommen sinnfrei nur den Motor einer Verbrauchsmessung beruhend auf Drehzahl und Drehmoment zu unterziehen. Ein solches Vorgehen würde bedeuten dass allein Motor nicht aber Bauform/Geschwindigkeit, Gewicht, Getriebe, Reifen, Fahrstil, Radlager ect. einen Einfluß auf den Verbrauch hat. Ein normiertes Testverfahren ist notwendig, um Verbrauchswerte miteinander vergleichen zu können. Das man aber Sportwagen, Kleinwagen, SUV´s, Kleinlaster und Minivans nicht wirklich mit einen einzigen Testverfahren, also mit den selben simulierten Fahrzyklen miteinander vergleichen kann liegt wohl auf der Hand. Deshalb werden die Testergebnisse imer nur ein verzehrtes Bild der "Realität" wiedergeben. Das ewige gemaule unkundiger Kunden die wirklich nicht die geringste Ahnung haben was so eine Testergebnis im besten Fall wirklich zu leisten vermag kann ich nicht mehr hören.

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snickerman 22.11.2013, 19:27
17. Ja, ne is klar...

Zitat von zack34
Es gibt keinen Test, der für alle Situationen d.h. für alle Straßen und Fahrweisen einen zutreffenden Verbrauch vorhersagen KANN. Wann begreifen es die Leute? Ein Testzyklus ist immer nur eine STATISTISCH möglichst breit alle Fahrsituationen erfassende Vergleichsbasis, mehr kann er gar nicht sein. Mit denselben Angaben aus dem EU-Testzyklus wird in Holland, wie auch in der Schweiz gefahren.
Aha. Und deshalb verbrauchen ALLE Autos in der Realität deutlich mehr als in diesem "Testzyklus"? Zu kurz gesprungen, lieber Lobbyist.

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noalk 22.11.2013, 19:29
18. Genau so ist es nicht

Zitat von kneeslider
Wir haben definierte Messverfahren, unter denen die Motoren ihren normierten Verbrauch offenlegen. Das diese gesetzlich festgelegten Messverfahren weit weg von der Praxis sind hat der Gesetzgeber zu verantworten. Nicht der Fzg.-Hersteller. Folglich ist es falsch, dem Fzg.-Hersteller unlautere Verbrauchsangaben zu unterstellen - er hat die Messmethoden nicht definiert. Er hält sich nur daran.
Die Fahrzeughersteller waren an der Konzipierung der Messverfahren und somit an der Gesetzesentwicklung sehr wohl beteiligt und haben kräftig Einfluss genommen. Das Unterstellen von Unlauterkeit ist also sehr wohl berechtigt.

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st.esser 22.11.2013, 19:38
19.

Zitat von jalu-2008
Will man es nicht verstehen? Das größte Problem ist der Fahrstil des Fahrers, nicht das Auto! Wo fahren Autos heute 130 km/h, außer auf deutschen Autobahnen? Am Ende werden die Fahrzeuge im Getriebe so optimiert, dass bei 130 km/h alles perfekt rollt, minimaler Verbrauch, aber bei Tempo 80 oder 100 der Motor nicht optimal läuft, was haben war dann gewonnen? Um einheitliche Zahlen zu haben, sollten diese Verbrauchswerte von unabhängigen Prüfstellen festgestellt werden.
Praktisch alle heutigen PKW haben ihr Verbrauchsminimum zwischen 60 und 80 Km/h (bei Konstantfahrt). Um diesen Punkt zu treffen muss man im höchsten Gang gerade so schnell fahren, dass das Drehmoment "fast" den Maximalwert erreicht (sollte irgendwo zwischen 1250 - 2500 U/min liegen, je nach Motorbauart). Der Grund dafür ist, dass die inneren Verluste des Motors (Reibung) mit der Drehzahl zunehmen, bei zu niedriger Drehzahl der Motor nicht "rund läuft" (ich möchte mir eine technische Begründung ersparen, das ist ziemlich komplex ...).

Sowohl höhere als auch niedrigere Geschwindigkeiten erhöhen den Verbrauch (bei mir z.B. auf das Doppelte bei Tempo 30 und bei Tempo 140). Bei Dieselmotoren ist dieser Effekt nicht so stark, aber durchaus auch vorhanden (sie sind deshalb vor allem im Teillastbetrieb sparsamer als Benzinmotoren).

Die neue Messmethode bis Tempo 130 "bestraft" große Fahrzeuge (mit großer Stirnfläche) wegen des höheren Einflusses des Luftwiderstands. Das ist doch nicht ganz unvernünftig ...

Bisher konnten die Autohersteller den Messzyklus relativ leicht erkennen und die Motorsteuerung auf Verbrauchsminimum umschalten (also in einen Modus, der bei normalem Betrieb nie vorkommt). Das wird sich auch mit dem neuen Zyklus wohl nicht verhindern lassen, aber zumindest sollten die Messbedingungen realen Fahrbedingungen ähnlicher werden. Die bisherigen waren nämlich völlig unrealistisch!

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