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Neuer Testzyklus: Endlich Verbrauchsangaben mit Gewähr
DEKRA

Auf die Angaben der Autohersteller zum Kraftstoffverbrauch war zuletzt immer weniger Verlass, bis zu 25 Prozent mehr Sprit als offiziell versprochen schluckten viele Fahrzeuge. Jetzt wurde ein neuer Testzyklus beschlossen, der den im Labor erzielten Fabelwerten ein Ende bereiten soll.

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khid 22.11.2013, 20:19
30. Wow, 1,8t Leergewicht und nur 5 Liter/100km...ROFL

Zitat von sysop
Auf die Angaben der Autohersteller zum Kraftstoffverbrauch war zuletzt immer weniger Verlass, bis zu 25 Prozent mehr Sprit als offiziell versprochen schluckten viele Fahrzeuge. Jetzt wurde ein neuer Testzyklus beschlossen, der den im Labor erzielten Fabelwerten ein Ende bereiten soll.
Man konnte es so oder so kaum glauben: Da brauchen fast 2.000 kg schwere Luxusautos mit PS-Leistungen von alten Sportwagen die Verbrauchswerte denen von Spitsparwundern in der Kompaktklasse entsprechen...

Dann dieses "Downsizing": wenig Hubraum, dafür (doppelte) Turboaufladung = hohe Drehzahlen und hohe PS-Zahlen...
Dies in Kombination mit fast durchgängig 1,8 bis 2 Tonnen Leergewicht ab der "Mittelklasse" und selbst ein VW-Golf wird neuerdings auf 215/55/16" ausgeliefert...

Ergo: Schwere Autos mit breiten Reifen und Turbo sind die Spritsparwunder von heute?

Komisch: "Früher" (so bis vor 3-5 Jahren), mühten sich die Hersteller mittels totaler Gewichtsreduktion, ultra schmaler Bereifung und dem Diktat der aerodynamischen Widerstandsreduktion unterworfenem Design, Autos mit Dieselantrieb unter die 3 Liter Marke zu bekommen.
Vergeblich, wie Praxistests immer wieder bewiesen haben...

Mich dünkt: Die Physik lässt sich nun einmal nicht überlisten!

Das mag auch der Grund dafür sein, dass die Hersteller von Elektroautos (z.B. BMW), ihre Chassis neuerdings aus (teurem) Kohlefaser fertigen um Gewicht zu sparen........

Nun gut, meine (inzwischen 15 Jahre alte) Mercedes C-Klasse mit 1,8 Liter Benzinmotor kommt in der Praxis sogar mit weniger Benzin aus als die Werksangaben von damals...

Was ist da bloß schief gelaufen? ;o)

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wizard_82 22.11.2013, 20:52
31. In die richtige Richtung, aber zu kurz gedacht?

Realistischere Bedingungen sind gut, aber Tempo 120 würde wirklich reichen. Unser aktueller NEFZ sieht die Höchstgeschwindigkeit nur für eine winzig kurze Dauer vor, das spiegelt sich da ja wohl echt im Verbrauch nicht wider. Das Durchschnittstempo liegt jenseits davon.

Man muss grundsätzlich die Verbrauchswerte für Hybridfahrzeuge, besonders die Plugin-hybride, auch korrekt ermitteln. Auf den ersten 100km mit vollem Akku ... Und dann? Dann Braucht ein Porsche mehr als 1,9 Liter. Auf dem Energielabel ist nur sporadisch eine Vergleichsgröße angegeben, die für alle zählt: Energiebedarf je 100km. Diesen könnte man ja unabhängig von der Energiequelle vergleichen. Das ist insbesondere dann relevant, wenn kein Verbrennungsmotor genutzt wird.

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wenn_es_zu_schlimm_wird 22.11.2013, 20:56
32. Eine schlechte Recherche

Eine schlechte Recherche ergibt nie einen sinnvollen Beitrag. Das aktuelle Verfahren zur Bestimmung der anzugebenden Verbrauchswerte denkt sich kein Hersteller aus sondern ist genormt und heißt bei uns NEFZ. Randbedingungen wie Umgebungstemperatur, Geschwindigkeiten, Schaltpunkte und Beschleunigungen sind vorgegeben. Wem die Messbedingungen zu unrealistisch sind muss dort ansetzen. Neben dem realen Verbrauch spielt auch die Vergleichbarkeit der Hersteller eine zentrale Rolle. Daher können bestimmte Werte nicht an das deutsche Fahrverhalten angepasst werden, ein Tata Nano schafft diese sonst nicht. Es wäre jedoch sinnvoll bestimmte Motorzustände wie Volllastanreicherung egal ob zur Leistungssteigerung oder zum Bauteilschutz generell zu verbieten. Ebenso kann man verlangen die Autos wenigstens mit später empfohlenem Luftruck, einer mittleren Ausstattung mit eingeschaltetem Licht zu fahren und den Start bei z.B. bei 10Grad zu absolvieren.

Für die 'Auskenner': 1) Anreicherung mit separaten Düsen gabs bis vor 20 Jahren bei Vergasern, heute verlängert man einfach die Einspritzzeit. 2) Den geringsten Verbrauch hat man nicht bei Lambda=1 stattdessen ist das für eine vollständige Umsetzung und die Vermeidung von Stickoxiden notwendig. 3) Ventilhub- und -phasenverstellung dienen sehr wohl der Verbrauchseinsparung.

Ich denke die Gesetzgebung kann mit dem richtigen Verständnis das Ergebnis verbessern. Allerdings wird das immer nur einen Fahrertyp wiedergeben können. Einer der Haupteinflüsse sitzt bei uns vorne links...

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Luna-lucia 22.11.2013, 20:59
33. aber wenn man sich nun

Zitat von Prokrastes
... liegt übrigens auf der Hand: Der CO2-Ausstoß wird auf Grund der Verbrauchsangabe bestimmt. Würde also BMW die Verbrauchsangaben plötzlich auf den 30% höheren Wert korrigieren, müssten auch die CO2-Angaben um 30% nach oben korrigiert werden ... und das wird die deutsche Autoindustrie nicht mit sich machen lassen.
ein neues Auto (BMW ...) kaufen möchte? Also man kann dann mit dem Verkäufer vereinbaren, dass er vorher, mit dem dann zu bestellenden Auto, z.B. > nach Volltanken bis zur Halskrause, ab einer Tankstelle hier in München, und den Tages-Kilometerzähler natürlich auf Null gestellt, bis zu einer beliebigen Tankstelle in Stuttgart fährt. Dort wird wieder voll getankt. Der Verbrauch ermittelt - dann zurück nach München, und wieder voll tanken - wieder den Verbrauch ermitteln - weil die Berg-Tal-Fahrten, und Uhrzeiten (Autobahnbelegung) eben verschieden sind. Oki, dann sieht man doch sofort den Unterschied zu den Werksangaben. Jetzt! > Verhandeln - denn der Verkäufer will uns ja das Auto verkaufen. ABER! Wie will der jetzt den gegenüber angegebenen Herstellerangaben, weit überhöhten Spritverbrauch rechtfertigen? Oder - er sagt uns schon vorher die Wahrheit. Oki, Muttis X3 (wir fahren meist zu zweit) kann man noch unter 11 lt. Super fahren. Aber nur solange man nicht längere Strecken über gute 150 km/h hinaus, fährt. (BMW X3 xDrive28i)

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Andreas-Schindler 22.11.2013, 21:01
34. Deutsche Ingenieurkunst

Zitat von khid
Komisch: "Früher" (so bis vor 3-5 Jahren), mühten sich die Hersteller mittels totaler Gewichtsreduktion, ultra schmaler Bereifung und dem Diktat der aerodynamischen Widerstandsreduktion unterworfenem Design, Autos mit Dieselantrieb unter die 3 Liter Marke zu bekommen. Vergeblich, wie Praxistests immer wieder bewiesen haben... Mich dünkt: Die Physik lässt sich nun einmal nicht überlisten!
Deutsche Ingenieurkunst schafft so was auch nicht.
In Japan gibt es Kleinwagen die mit 3Litern Auskommen und unter 10.000Euro kosten. Dazu mit Extras Verkauft werden die hier nur in Autos verbaut werden die das doppelte kosten.
ƒ~ƒ‰ ƒC[ƒX - ‘æ3‚̃GƒRƒJ[bƒJ\ƒ‰ƒCƒ“ƒiƒbƒvyƒ_ƒCƒnƒcz
Der Deutsche Kunde wird seit Jahren nur Verarscht. Ich bin es Leid in Deutschen Verkaufsräumen nur überteuerte Fahrzeuge zu sehen und mir sagen zu lassen dies sei Stand der Technik. Ich hätte schon längst mir wieder ein Neuwagen gekauft wenn ich solche Modelle und solche Preise hier sehen würde wie auf Japanischen Webseiten. Da würde ich nicht mal den Preis Runterhandeln, weil der in Japan schon niedrig ist gegenüber Deutschland.

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Ing. Hans Maulwurf 22.11.2013, 21:09
35.

Zitat von sysop
Auf die Angaben der Autohersteller zum Kraftstoffverbrauch war zuletzt immer weniger Verlass, bis zu 25 Prozent mehr Sprit als offiziell versprochen schluckten viele Fahrzeuge. Jetzt wurde ein neuer Testzyklus beschlossen, der den im Labor erzielten Fabelwerten ein Ende bereiten soll.

Ich komme ja irgendwie aus der Ecke (Abgasnachbehandlung),
bei jedem Abgastest wird auch CO2 mitgemessen, daraus berechnen wir dann auch immer den Verbrauch.

Dieser interessiert und zwar nur sekundär, da für uns die NOx und Kohlenwasserstoffemissionen relevant sind, aber wenn man bestimmte Sachen ausprobiert, die die Emissionen verbessern könnten, dann schaut man ja auch auf den Verbrauch, da es darauf leider meist kontraproduktive Auswirkungen hat :-(

Aber immerhin weiß ich so wie sich die Fahrzyklen und deren Teile auf den Verbrauch auswirken, wenn auch nur auf der Rolle, aber es ist trotzdem interessant. So zum beispiel dass unsere Fahrzeuge (zumindest die großen Diesel, mit denen ich arbeite) allesamt im EUDC, also dem letzten Teil des NEFZ, in dem erst auf 70, dann auf 100, 120 .. beschleunigt werden, deutlich weniger verbrauchen als im
simulierten Stadtbetrieb. 9 vs. 6 Liter beispielsweise. Bei den Downsizern sieht es da anders aus :-)

Dann ist es natürlich noch so, dass höherlastige Zyklen generell größere Motoren bevorteilen, da diese sich dort unter Umständen in einem optimalen Betriebszustand befinden, der kleine Polo aber schon Vollgas geben muss ...

Sprich: Wer sich für einen "realistischen", i.s.v. höherlastigen Zyklus ausspricht, muss damit rechnen dass der Polo dann statt 5 Liter 7 Liter braucht, der 535er BMW Diesel hingegen statt 8 nur 7 Liter Diesel verbraucht, mal so als Beispiel ..

Allerdings: Wer es, obwohl er es versucht , nicht schafft, den Normverbrauch bei einem normalen Auto, also keiner Spritspardose, einzuhalten, der fährt entweder eine komplett falsche Strecke oder, was eher realistisch ist, kann sein Fahrzeug einfach nicht richtig bedienen ...
Mein Privat-KFZ braucht laut Norm 8.1 Liter, ich fahre es mit
7.2 Liter. Ist allerdings ein großer Saug-Benziner, kein zwangsbeatmetes Downsizingmotörchen ..

Von der Firma aus viele verschiedene Autos, dort erreiche ich den Normverbrauch eigentlich immer, bis auf den Smart ...
Bei dem muss ich konstant 80 auf der rechten Spur fahren, damit ich den NEFZ-Verbrauch erreiche :-) Ist halt ein Stadtauto ...

Der WLTP ist in meinen Augen ein guter Ansatz die Verbräuche des normalen Fahrers gut wiederzugeben. Ich weiß ja, dass unsere Fahrzeuge im WLTP nicht mehr verbrauchen, verglichen mit dem NEFZ :-)

Wieso sich die Bundesregierung dagegen sträubt verstehe ich eigentlich nicht ...

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saywer,tom 22.11.2013, 21:10
36. Nee!

Zitat von Luna-lucia
. .... Oki, Muttis X3 (wir fahren meist zu zweit) kann man noch unter 11 lt. Super fahren. Aber nur solange man nicht längere Strecken über gute 150 km/h hinaus, fährt. (BMW X3 xDrive28i)
Wer sich ein SUFF kauft, kann mir nicht glaubhaft erzählen, dass ihn der Verbrauch ernsthaft interessiert.

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krohcs 22.11.2013, 21:12
37.

Zitat von hans-georg-pabst
Die Motorenbauer genießen ein Schongehege. Der gröbste Frevel liegt am Mischungsverhältnis Kraftstoff zu Luft. Bei Lambda = 1 ist das Verhältnis optimal, der geringste Verbrauch ist zu erwarten. Jedoch die maximale Leistung erhält man bei Überfettung, d.h. etwa 0,7. Außerdem ist die Verbrennungstemperatur dabei niedriger, man kühlt den Motor also mit Benzin oder Diesel. Davon wird außerhalb der Messbereiche für Abgasentgiftung und Verbrauchsmessung heftig Gebrauch gemacht. Ich habe bei meinem Dienstwagen einmal die Überfettungsdüse stillgelegt. Ergebnis: gerissener und ausgeglühter Auspuffkrümmer. Ein zweiter faux pas geschah als man meinen Wagen auslieh um Messungen auf der Rolle durchzuführen. Man gab mir den Wagen mit weit überhöhtem Reifendruck zurück. Hoher Luftdruck reduziert den Rollwiderstand erheblich. Ein weiterer konstruktionsbedingter Kraftstoffvernichter ist die beliebte Ventilüberschneidung. Um bei hoher Drehzahl mehr Füllung = Leistung zu bekommen sind zeitweise Aus- und Einlassventile gleichzeitig offen. Das schöne Benzin/Luftgemisch geht unverbrannt direkt in den Auspuff. Abhilfe brachte einst der eta-Motor von BMW. Er entsprach aber nicht dem “sportlichen Image” und verschwand wieder sang- und klanglos. Auch die Aufladung lässt die Verbrauchswerte einknicken. Der Otto würde klingeln wenn zu viel Luft zu hoch verdichtet wird. Also wird die Verdichtung zurückgenommen und die Zündung in Richtung „spät” verändert. Da hat es der Diesel leichter.
Maximale Leistung bei Lambda 0,7?? da bekommen bereits viele Motoren an ihre Verbrennungsgrenze. Das Maximum liegt eher im Bereich von ~0.85, was immernoch fett genug ist. Manche Hersteller nutzen ein fettes Gemisch tatsächlich zur Leistungssteigerung (was eigentlich verboten ist). Die meisten Hersteller nutzen es aber wie bereits beschrieben im Volllastbereich zum Bauteilschutz. Gerade bei kleineren Turbomotoren macht sich dies im Volllastbereich im stark ansteigenden Kraftstoffverbauch bemerkbar.
Was ist eine Überfettungsdüse? Wie alt war denn das Fzg? Bei heutigen Motoren wird einfach mehr Kraftstoff eingespritzt, als Luft zur Verfügung steht.
Ventilüberschneidung (Scavening) wird primär bei (T-)BDE eingesetzt. Da wird der Kraftstoff erst danach eingespritzt. Wo soll da das Benzin/Luft-Gemisch durchgeschoben werden. Dies wäre nur bei SRE der Fall.
Der erhöhte Reifendruck auf dem Rollenprüfstand wird tatsächlich genutzt um den Rollenwiderstand zu verringern. Was würden Sie hier tun als Fahrzeughersteller, wenn es nicht genauer vom Gesetzgeber definiert ist?

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Champagnerschorle 22.11.2013, 21:16
38. laaangsam

Zitat von kc85
Wenn mich ein Auto interessiert, dann informiere ich mich (falls kaufrelevant) über erzielbare Realverbräuche (Quellen dafür gibt es genug) und mache anschließend, gerne auch mehrfach, den Selbstversuch bei einer entsprechend ausgedehneten Probefahrt, die idealerweise mein alltägliches Fahrprofil abbildet.
Sie rufen hier doch nicht etwa zu selbständigen Handeln und Denken auf.
Am Ende haben Sie auch noch eine eigene Meinung oder versteigen sich gar in konstruktive Vorschläge. Finden Sie nicht auch, dass Sie sich damit zu sehr von dieser Forumsmasse abheben?

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jenstw 22.11.2013, 21:18
39. Toyota Prius

Typisch, prompt wird im Titelbild kmal kein VW, sondern ein Toyota Prius gezeigt wenn es um negative Berichte geht. Typisch.
Zur Info hier der Verbrauch aus spritmonitor.de:
Toyota Prius Hybrid 1,8l 136PS Benzin Automatik:
Laut Werk: 3,9 Realverbrauch: 5,18 l/100km =32% Mehrverbrauch gegenüber der Werksangabe

VW Golf7 122PS Benzin Schaltgetriebe:
Laut Werk: 5,0 Realverbauch: 6,52l/100km = 30% Mehrverbrauch gegenüber der Werksangabe.

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