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Neuer Testzyklus: Endlich Verbrauchsangaben mit Gewähr
DEKRA

Auf die Angaben der Autohersteller zum Kraftstoffverbrauch war zuletzt immer weniger Verlass, bis zu 25 Prozent mehr Sprit als offiziell versprochen schluckten viele Fahrzeuge. Jetzt wurde ein neuer Testzyklus beschlossen, der den im Labor erzielten Fabelwerten ein Ende bereiten soll.

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paris75001 23.11.2013, 00:57
70. Mein Mercedes

Mein Mercedes mit 220 PS und 6 Zylindern verbraucht wesentlich weniger als die Verbrauchsangaben, auch im Stadtverkehr oder bei flottem Tempo. Und er verbraucht auch weniger als mein vorheriges Auto mit 147 PS. Vielleicht kann ich auch nur Auto fahren. Die Testzyklen sind TESTS. Für jedes Auto gleich und deswegen schon aussagekräftig. Dass der Verbrauch in der wahren Welt abweicht, ist ja auch logisch. Es hängt aber sehr viel vom Fahrer ab ...

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ein-berliner 23.11.2013, 02:18
71. Welcher Fahrstil ist hier gemeint?

Zitat von jalu-2008
Will man es nicht verstehen? Das größte Problem ist der Fahrstil des Fahrers, nicht das Auto! Wo fahren Autos heute 130 km/h, außer auf deutschen Autobahnen? Am Ende werden die Fahrzeuge im Getriebe so optimiert, dass bei 130 km/h alles perfekt rollt, minimaler Verbrauch, aber bei Tempo 80 oder 100 der Motor nicht optimal läuft, was haben war dann gewonnen? Um einheitliche Zahlen zu haben, sollten diese Verbrauchswerte von unabhängigen Prüfstellen festgestellt werden.
Der momentane Testzyklus hat zu sehr kuriosen Modifikationen und Ergebnissen geführt.
Fragen Sie mal die kommunalen Umweltbehörden über die extrem schlechten Abgaswerte für die innerstädtischen Bereiche in den Tempo-30er-Zonen.
Hier geht es um den urbanen Lebensbereich in der Stadt und nicht um ein Landstraßentempo bei Tempo 80 oder 100.

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mtd_spain 23.11.2013, 05:37
72. Qualifikationsrennen

Ein Testzyklus NEZF oder WLTP legt genau fest unter welchen Bedingung ein Fahrzeug bei der Verbrauchsmessung zu betreiben ist. Gut daran ist, dass diese Bedingungen für alle Hersteller gelten und so die Ergebnisse für den Kunden vergleichbar sind und auf Basis der normierten Ergebnisse Besteuerungen festgelegt werden können.
Die Regeln sind gegenüber dem was gerne berichtet wird genau festgelegt und können nicht beliebig manipuliert werden.
Dabei ist es erstmal egal, ob der Zyklus NEZF oder WLTP ist. Da der normiert gemessen Verbrauch einer der wesentlichsten Wettbewerbsfaktoren ist, kann den Herstellern erstmal nicht vorgeworfen werde, dass sie versuchen dabei so gut wie möglich abzuschneiden. Tatsächlich führt dies zu realen Verbrauchsoptimierungen.
Ein andere Frage ist, ob der normierte Fahrzyklus meinem privaten Durchschnittszyklus und meiner bevorzugten Fahrweise entspricht. Einen der größten Einflüsse auf den Verbrauch hat nun mal die Fahrweise des einzelnen.
Der Umstieg von NEZF auf WLTP kann mit einem Qualifikationsrennen in der Leichtathletik verglichen werden, bei dem nach dem Start die Rennstrecke verändert wird. Möglich ist das, aber man wird sicherlich mit anderen Qualifikationszeiten rechnen müssen. Im übertragenen Sinn heißt das, dass, wenn der Zyklus geändert wird, werden sich auch die gesetzlichen Grenzwerte für Besteuerungen mit ändern müssen. Wenn man Glück hat entspricht dann die neue Strecke mehr dem eigenen Benutzungsprofil. Wichtig bleibt, dass gleiche Regeln für alle gelten.

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kreispunkt 23.11.2013, 06:03
73. Höchstverbrauch

Das Problem ist, dass die Triebwerke und vielleicht auch Fahrwerke moderner Autos die Testzyklen erkennen und automatisch in einen Sparmodus schalten. Das wird auch beim neuen Zyklus so sein. Denn der Höchstverbrauch der Autos wird nie offiziell gemessen.

Die Käufer sind auch selbst Schuld. Wer glaubt, dass ein Porsche 918 mit 997 PS bei artgerechter Fortbewegung nur 3,3 Liter Super Plus auf 100 km verbraucht, dem ist einfach nicht zu helfen.

Eine gute Eselsbrücke ist der offizielle innerörtliche Verbrauch (Stadtverkehr). Dieser entspricht eher dem tatsächlichen Verbrauch bei gemäßigter Fahrweise.

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opinio... 23.11.2013, 06:41
74. was sind schon 30%

rauf oder runter, solange dem Fahrer die Physik nicht klar oder Wurscht ist. an der simplen Gleichung Masse mal Differenz der Geschwindigkeitsquadrate durch 2 führt kein Weg vorbei nd bei viel Power sind da per Fußkick mächtige Werte an kinetischer Energie verheizt!

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TheK79 23.11.2013, 07:11
75. noch mehr neues

Der WLTP hat neben der niedrigeren Prüftemperatur noch mehr Verbesserungen.

Eine davon sind wesentlich schnellere Beschleunigungsvorgänge – waren im NEFZ noch maximal 0,5m/s² angesagt (was selbst eine Ur-Ente mit ihren 9 PS schafft), so gibt es jetzt 1,6. Aktuelle Autos schaffen zwar meist 2-3, aber voll durchtreten ist wohl kein übliches Fahren.

Dann waren die alten Tests alle noch auf eine Durchführung von realen Fahrern ausgelegt, was zu langen Phasen gleicher Geschwindigkeit führt – solche gibt es jetzt IMHO sogar zu wenig.

Die Änderungen bezüglich der Schaltung finde ich dagegen nur zum Teil gelungen – zwar wird jetzt berücksichtigt, dass sich reale Autofahrer auch mal auf die Straße und nicht nur den perfekten Zeitpunkt konzentrieren, allerdings ist der NEFZ (wenn auch eher versehentlich) mehr auf die üblichen Schaltmuffel eingegangen, die offenbar das rote für den Sollwert halten.

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kenterziege 23.11.2013, 07:28
76. Unabhängige Prüfstellen

Zitat von jalu-2008
Will man es nicht verstehen? Das größte Problem ist der Fahrstil des Fahrers, nicht das Auto! Wo fahren Autos heute 130 km/h, außer auf deutschen Autobahnen? Am Ende werden die Fahrzeuge im Getriebe so optimiert, dass bei 130 km/h alles perfekt rollt, minimaler Verbrauch, aber bei Tempo 80 oder 100 der Motor nicht optimal läuft, was haben war dann gewonnen? Um einheitliche Zahlen zu haben, sollten diese Verbrauchswerte von unabhängigen Prüfstellen festgestellt werden.
Glauben Sie noch an die Unabhängigkeit irgendeiner Organisation? Denken Sie doch nur malmen die Gutachten des TüV Rheinland zum neuen Gift-Kältemittel R 1234 yf!

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kenterziege 23.11.2013, 07:37
77. Genau so ist es!

Zitat von fendrikat
..ich muss sagen das ich ziemlich jedes Auto, das ich in den vergangenen 10 Jahren fuhr, innerhalb des angegebenen Verbrauchs-Bereiches gefahren habe - wenn auch nicht übermäßig sportlich, so doch nie langsam, sondern nur bewußt und vorausschauend. Das gilt für die 4,2l der neuen C-Klasse ebenso wie für die kleinen Fords, Mazda SUV, und so weiter. Fahrtraining ist wesentlich effektiver und hilfreicher, die Angaben der Hersteller entsprechen schon dem, was ein erfahrener Fahrer verbrauchen kann.
Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Wenn Krethi und Plethi Auto fahren und das nicht können, werden sie an der Tankstelle vom Finanzminister bestraft. Es ist eine Binse, dass der rechte Fuß den Spritverbrauch bestimmt. Wir haben zu viele, eigentlich völlig unproduktive, Bürokraten und Umweltaktivisten, die sich damit beschäftigen, nochmal etwas zu definieren, was der informierte Zeitgenosse schon weiß. Und wer nicht informiert ist, der spürt es an der Zapfsäule. Zu helfen ist denen sowieso nicht. Alle diese Forderungen blähen den überteuerten Beamtenapparat in Brüssel nur auf!

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smarty79 23.11.2013, 07:44
78. Warum immer BMW

Nach vielen Leihwagen frage ich mich, warum immer BMW als Negativ-Beispiel genannt wird. Gerade dort sind nicht nur die Papierwerte niedrig sondern auch der tatsächliche Verbrauch. Ganz im Gegensatz zu den TSI-Luftpumpen, die schon knapp über NEFZ auf Ihre Aufladung angewiesen sind.

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ratxi 23.11.2013, 08:06
79. ...von mir auch zu erreichen sein.

Zitat von jalu-2008
Will man es nicht verstehen? Das größte Problem ist der Fahrstil des Fahrers, nicht das Auto! Wo fahren Autos heute 130 km/h, außer auf deutschen Autobahnen? Am Ende werden die Fahrzeuge im Getriebe so optimiert, dass bei 130 km/h alles perfekt rollt, minimaler Verbrauch, aber bei Tempo 80 oder 100 der Motor nicht optimal läuft, was haben war dann gewonnen? Um einheitliche Zahlen zu haben, sollten diese Verbrauchswerte von unabhängigen Prüfstellen festgestellt werden.
Das größte Problem ist der Fahrstil des Fahrers, da haben Sie Recht.
Aber wenn ich bewusst Auto fahre und wenn ich das wünsche, dann sollten die angegebenen Verbrauchswerte von mir auch zu erreichen sein.
Das sollte ich als Kunde erwarten dürfen und erwarte das auch.

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