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Öffentlicher Nahverkehr: Hofreiter schlägt bundesweite Ein-Euro-Tickets für Busse und
DPA

Bus- und Bahnfahren soll im ganzen Land pro Tag nur noch einen Euro kosten. Dafür setzt sich Grünen-Chef Anton Hofreiter ein, um den Autoverkehr zu reduzieren. Dieser gehöre zu den "größten Klimakillern".

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ralf_maennchen 18.10.2018, 20:22
270.

Zitat von gluonball
Leider ist der Preis für viele nicht das Problem. Man sieht schön in Japan wie praktisch alle damit fahren. Warum also? Sauber, durchsichtiges Tarifsystem (man bezahlt pro km), keine Gewalt, Pünktlichkeit und Verlass. Und schon klappt es auch mit dem Nahverkehr. Obwohl er in Japan sicher nicht billig ist.
Zu Japan : Für den städtischen Raum durchaus zutreffend , in der rual area gibt es aber auch viele Gebiete , die man nur 3 ... 5 x am Tag mit Bus oder Bahn erreichen kann. Dort leben aber i.allg. nur Leute , die auch im entsprechenden Dorf/Kleinstadt arbeiten. 2. Bei Wohnungen /Hotels ect. wird bei Vermietung immer die Wegstrecke zum nächsten Haltepunkt von Bahn/Bus /Metro angegeben , die Mieten sind stark von dieser Entfernung abhängig 3. bei vielen Arbeitnehmern übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für BAhn/Bus/Metro ( das Limit der Kosten hängt dann von der Dienststellung/Wichtigkeit des Arbeitnehmers ab ) dafür gibt es dann von der Bahngesellschaft/Busgesellschaft ein Ticket/elektronisch Eintragung auf der eigenen prepaid PASMo/SUCICA card , glit dann aber i.allg. nur für einen eigetragenen festen Weg und ist keine Netzkarte.4. Pünktlichkeit und hospitality der Bahnstationen kann man mit der Unpüktlichkeit und den Bahnhöfen in Dtl. nicht einmal ansatzweise vergleichen.

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ralf_maennchen 18.10.2018, 20:38
271.

Zitat von chewbakka
Jau - in Japan ist alles besser! Shinkansen fahren im 7 - 15 Minuten Takt, superpünktlich und zuverlässig. Stimmt. Für alle anderen Züge gilt das auch. Die meisten Japaner leben in großen Städten und erfreuen sich an einem perfekten Nahverkehr. Stimmt auch. Und jetzt sehe ich unsere Grünen Ideologen Schnappatmung kriegen, wenn wir - wie in Japan - 3 parallele Eisenbahnnetze (mit dem entsprechenden Flächenbedarf) aufbauen - für ICE, andere Personenzüge und Güterzüge, die ICE's mit knapp 300 km/h durch die Wohngebiete fahren, und wir alle Menschen in eben diese Städte umsiedeln. Ach und Japan ist auch zu 2/3 bewaldet - toll. Ist aber aus der Not heraus geboren - Japan ist überwiegend bergig und in den Bergen lässt sich nicht erdbebensicher bauen. Also wurde schon immer im flachen Küstenstreifen gesiedelt - es gibt nur wenig Besiedelung in einigen wenigen breiten Bergtälern. Und bevor hier eigne besonders Schlaue widersprechen: nein, das habe ich mir nicht angelesen, sondern kenne es aus eigener Erfahrung von etlichen Japan Besuchen.
100% richtig. Zusätzlich sollte man noch erwähnen , daß zu den JR Bahnen oft noch Privatbahnen mit einem zusätzlichen Flächenbedarf kommen. Also oft nicht nur 3 sondern 4..6 parallele Netze existieren. Auch sind Mieten/Hotelpreise sehr stark von der Entfernung zum nächsten Bahnhof abhängig. Spät inder Nacht bis zu den Morgenstunden Bahn/Metro z.B. in den 23 spezial wards nicht fahren und man , wenn der letzte Zug verpaßt ( Mehrarbeit / Meetings) wurde nur die Wahl zwischen einer Taxifahrt , einem Capsel Hotel , einem love-Hotel , einem Manga Cafe , einem 7eleven/Lawson o.ä. bleibt.

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ralf_maennchen 18.10.2018, 20:47
272.

Zitat von In Kognito
Sehe ich genau so! Lebe und arbeite in einer deutschen Großstadt, deren Bevölkerung in den letzten 3 Jahren um ca. 10% "gewachsen" ist (im Zentrum mehr). Verkehrsmittel, Geschäfte durch Gruppen überfüllt, Lebensmittel abends "ausverkauft", Arztbesuch weil wirklich krank/verletzt - WARTEN, da Gruppen. Bin über 10 Jahre regelmäßig mit Regionalbahn in andere Großstadt zum Flughafen gefahren (beruflich). Nach überfüllten Zügen, auch 1.Klasse, wegen Kulturschwierigkeiten von Gruppen, 2x beklaut, 2x Bahnhof gesperrt/geräumt, wegen kultureller Entfaltung von Gruppen - fahre ich wieder mit dem "dicken" Auto, vollklimatisiert, gute Musik, in Ruhe zum Flughafen, um Geld zu verdienen, für Deutschlands Infrastruktur, für die Kultur der Welt, die mich so bereichert, dass ich einer Dame in Berlin sehr sehr dafür dankbar dafür bin.
Plus Gepäck. Fahre selbst lieber mit dem Auto von Cuxhaven nach Hannover Airport , bequem mit 2..3 Koffern . Wäre mit der Bahn mit mehrfachem Umsteigen und der Unsicherheit extrem schwierig. Bezahle dann auch lieber im Parkhaus 1/2/3 zusätzlich die Wochengebühren.

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ralf_maennchen 18.10.2018, 20:58
273.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Wenn jemand schriebt, dass er mit dem Auto gerade mal 20 Minuten pendelt, sind das maximal 20 Kilometer. Wenn er dann schreibt, dass er für die nicht gerade lange Strecke anderthalb Stunden ÖPNV braucht, dann sollte er sich mal den Fahrplan genauer anschauen. Ich fahre auch jeden Tag zur Arbeit eine ähnliche Zeitspanne und brauche mit dem ÖPNV für diese Strecke maximal 45 Minuten (mit einmal Umsteigen von Regiotram - die in meinem Ort hält und durch die Stadt fährt - auf Bus, weil das Industriegebiet auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt liegt). Nochmal: es fahren tagsüber STÄNDIG Busse, Straßenbahnen und Regiotrams. Ich könnte sogar nach 5 Minuten Autofahrt an der Endstation einer Straßenbahnhaltestelle auf dem üppig ausgebauten - aber in der Regel verwaisten - Pendlerparkplatz parken und mit der Straßenbahn 4/5 der Strecke zur Arbeit direkt zurücklegen. Warum mache ich das nicht öfter? Wegen der Bequemlichkeit natürlich und weil man mit dem Auto - wenn nicht gerade mal wieder Baustelle ist - ein paar Minuten schneller ist. Im neumodernen - selbst auferlegten - Zeitwettbewerb immer ein Argument. So ehrlich zu sich selbst sollte man schon sein und keine Märchenstunde veranstalten. Dieser Bequemlichkeitsfaktor ist einfach so stark, dass man schon mit einem (fast) kostenlosen ÖPNV kontern muss, um einem signifikanten Anteil des motorisierten Individualverkehrs den Umstieg auf den ÖPNV schmackhaft zu machen. Alles andere ist nämlich die eigentliche Traumtänzerei.
Hängt aber auch von der Taktung der Bahn ect. und der Arbeitszeit ab. Wenn diese z.B. zu Arbeitsbeginn und Ende nur mit 30 Minuten oder noch mehr getaktet ist und z.B. noch mehrfaches Umsteigen sowie der Weg bis zu den Haltestellen dazukommt , sind diese Zeitunteschiede gut zu erklären. Wenn dann noch zusätzlich z.B eine Fahrt früher geplant wird , um bei Verspätungen trotzdem pünktlich beim Abreitsplatz zu sein , wird der Zeitunteschied gegenüber der Autofahrt noch größer.

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peter_bickelhaupt 19.10.2018, 09:19
274. Mal eben selbst überholt?

Von der falschen Warte aus betrachtet. Hier wird mit keinem Wort erwähnt, dass im ÖPNV in Deutschland mehr als 30.000 Fahrer fehlen, die nicht einfach einzustellen sind. Auf Grund der schlechten Bezahlung, der schlechten Arbeitsbedingungen und nicht unbedingt menschengerechten Ausnutzung des Arbeitszeitgesetzes will den Job niemand mehr machen. Inzwischen darf jeder fahren, der einen Führerschein hat auch wenn er kein Wort Deutsch spricht. Das wird immer dann fatal, wenn solche Fahrer Hilfe brauchen, bei Defekten, Unfällen etc. Von nicht möglichem Kundendienst ganz zu schweigen. Hinzu kommt, dass die Politik durch immer strengere Sparauflagen eine Sparzwang auferklegt hat, dass Betriebe mal nicht eben ein Plus an Fahrgästen verkraften. Schon heute sind Busse und Bahnen in der Hauptverkehrszeit hoffnungslos überfüllt. Die Lieferug einer Straßenbahn dauert ca. 3 Jahre. Elektrobusse deutscher Hersteller gibt es ab 2020. Die Situation hat die Politik, auch in Städten mit GRÜNER Verantwortung zu verantworten. Jetzt loszurennen und die Leute zum Umsteigen zu bewegen, wäre den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Man sollte nicht zu viel Hoffnung in solche Maßnahmen setzen, wenn keine Voraussetzungen dafür geschaffen werden.

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