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ÖPNV: Bus- und Bahnfahren wird wieder teurer
DPA

Der ÖPNV boomt - aber er wird auch teurer. Um bis zu zwei Prozent steigen die Preise für Fahrkarten in manchen Regionen an - andernorts wird es zum Teil aber auch günstiger.

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Crom 15.10.2017, 13:16
10.

Zitat von baghira1
Wie kommt es, das in Wien der Öpnv 365? für ein Jahr kostet? Es wird deutlich höher subventioniert,anstatt den Automobilismus durch zu geringe Steuern darauf zu subventionieren.Obwohl die Nutzung des Öpnv allen hilft. Die Stadt hat mehr Platz,,weniger Lärm durch weniger Autos,die ÖPNV Nutzer sind gesünder,da die wenigsten Haltestellen vor der Haustür sind.
Jedesmal wenn ich Bus oder Bahn benutze, habe ich mir danach was eingefangen. Wie kommen Sie also darauf, dass dies irgendwie "gesünder" sein sollte?

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sotraluz 15.10.2017, 13:17
11. ÖPNV in Deutschland ...

... ist und bleibt einer der schlechtesten weltweit. Nur Zürich und Amsterdam sind, z. B., teurer als der VRS, in den meisten Metropolen findet man besseren Service zu günstigeren Preisen als in den deutschen.

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poisonnuke 15.10.2017, 13:46
12. Geschwindigkeit des Wachstums

Zitat von Crom
Wie kommen Sie darauf, dass die reale Gütermenge nie steigen kann? Wir haben doch heute auch eine größere als im Mittelalter. Durch den technologischen Fortschritt wird es immer einfach real mehr zu produzieren.
ja klar, seit dem Mittelalter wächst die Gütermenge schon. Aber nicht auf die Zeiträume bezogen, in denen die Geldmenge exponentiell zunimmt.

Es sind nicht automatisch mehr Menschen da, die konsumieren können. Nur weil man günstiger herstellen kann, gibt es deswegen nicht mehr Abnehmer. Wenn einer mehr herstellt, verringert sich der Absatz bei jemand anderem.

Die Gütermenge kann nicht unendlich werden, die Geldmenge theoretisch schon. Das ist der Crux der Zinsen.

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whocaresbutyou 15.10.2017, 13:48
13. sprengt man die Basis, wackelt der Turm...

Wenn ich (zugegeben unrentable) Strecken streiche und das Angebot ausdünne, geht automatisch die Attraktivität zurück und damit natürlich auch Nutzerzahlen und Einnahmen.

Das einzige, was dabei nicht proportional zurückgeht, ist der Wasserkopf und dessen Kosten. Vor allem nicht im öffentlichen Sektor. Gesundschrumpfen funktioniert nun mal nicht, wenn man nur am Produkt spart.

ÖPNV lebt von Angebot und Zuverlässigkeit. Wenn ich zur Arbeit eine Stunde brauche, drei mal umsteigen muss, die Busse nur bis 19:00 und nur alle Stunde fahren und fünf mal im Jahr gestreikt wird, fahre ich eben lieber 20 Minuten mit dem Auto und bin selbst bei einer halben Stunde Stau noch schneller und zuverlässiger unterwegs.

Dabei kann ich in Ruhe (meine) Musik oder Nachrichten hören und sitze klimatisiert, trocken und bequem.

ÖPNV Ende...

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doomsday_device 15.10.2017, 14:24
14. ÖPNV sollte steuerfinanziert werden.

Und dafür keine Fahrkarten. Jeder sollte über Steuern oder Abgaben seinen Beitrag zu einem umweltfreundlichen Nahverkehr leisten. Dann überlegen sich vielleicht ein paar mehr Menschen täglich, ob sie ein Teil der innerstädtischen Blechlawine sein wollen oder doch besser in Bahn oder Bus entspannt ein Buch lesen.
Das Angebot muss natürlich stark ausgebaut werden. Wenn alle zahlen muss auch jeder was von haben. Starke Schultern sollten mehr leisten als Schwache, insbesondere hier. Da geht das geheule im neoliberalen Establishment zwar ordentlich los, aber diese egozentrischen Parasiten übersehen nur allzu gern, das der Reichtum der Wenigen auf der Arbeit der Vielen beruht. Das ist in jeder Firma so.
Die wenigsten Millionäre gewinnen im Lotto!

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B!ld 15.10.2017, 14:25
15. steigende Qualitätsstandards

Mit steigenden Qualitätsstandards werden in Hamburg immer die Horrorpreise begründet. Blinkende Tafeln mit falschen Zeitangaben, wegversperrende Glastüren vor Rolltreppen, ständig wird irgendein Handytrallalla getestet, Bahnhöfe wie z.B. S-Altona sind teilweise 15 Jahre eine Baustelle, weil wohl ständig die Qualität gesteigert wird ... die Fahrpreise sind mittlerweile so hoch, dass viele Autofahrer keine Vorteile mehr erkennen, umzusteigen, und der Unterschicht bleibt nur das Fahrrad als bezahlbares Fortbewegungsmittel. Man bewegt sich damit durch Nebenstraßen, weil die Stadt inzwischen mit für Radfahrer kaum bezwingbaren Busspuren zerschnitten wurde.

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Crom 15.10.2017, 15:23
16.

Zitat von poisonnuke
ja klar, seit dem Mittelalter wächst die Gütermenge schon. Aber nicht auf die Zeiträume bezogen, in denen die Geldmenge exponentiell zunimmt. Es sind nicht automatisch mehr Menschen da, die konsumieren können. Nur weil man günstiger herstellen kann, gibt es deswegen nicht mehr Abnehmer. Wenn einer mehr herstellt, verringert sich der Absatz bei jemand anderem. Die Gütermenge kann nicht unendlich werden, die Geldmenge theoretisch schon. Das ist der Crux der Zinsen.
Wenn man günstiger herstellt und damit günstiger verkauft, so können sich die Abnehmer sehr wohl mehr leisten. Man schaue sich einfach mal den Markt für Smartphones an, dort kann man das erkennen.

In Asien entsteht gerade eine neue Mittelschicht und die wird sehr wohl mehr konsumieren als früher. Global gesehen sind die Märkte noch lange nicht gesättigt und auch in Deutschland gibt es immer neue Konsumentenwünsche (wieder Stichwort Smartphones).

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kumi-ori 15.10.2017, 15:51
17.

Der ÖPNV sollte EU-weit ganz von Steuergeldern bezahlt werden. Nicht vergessen werden darf schließlich, dass auch der Autofahrer davon profitiert, wenn möglichst viele Menschen die Öffis nehmen, und so die Straßen und v. a. die Parkplätze auch ausreichend zur Verfügung stehen. Ein weiterer Vorteil wäre, dass dann der lästige Bezahlvorgang wegfiele. Wie oft verpasste ich schon meine U-Bahn, weil vor mir ein Rentner am Fahrscheinautomaten erstmal die gesamte Gebrauchsanweisung buchstabieren musste!

Auch der, der nur dreimal im Jahr mit öffentlich irgendwo hinfährt, profitiert schließlich davon dass ihm das System jahrein jahraus zur Verfügung steht.

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quark2@mailinator.com 15.10.2017, 17:31
18.

Die Bahnprivatisierung hat für die Kunden das Fahren massiv verteuert, aber für den Bund dennoch keine finanzielle Entlastung gebracht, obwohl man die Kontrolle über Netz und Fertigung an Konzerne verloren hat. Vielleicht könnte SPON ja mal einen umfassenden Rückblick über diese Entwicklung bringen, inkl. all der weggefallenen Jobs für einfache Menschen und dem Chaos für Reisende durch die Vielzahl an Unternehmen heutzutage. Das fängt schon damit an, daß man im Zug oft keine Tickets mehr kaufen kann.

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poisonnuke 15.10.2017, 18:03
19. Alles nur eine Umverteilung

Zitat von Crom
Wenn man günstiger herstellt und damit günstiger verkauft, so können sich die Abnehmer sehr wohl mehr leisten. Man schaue sich einfach mal den Markt für Smartphones an, dort kann man das erkennen. In Asien entsteht gerade eine neue Mittelschicht und die wird sehr wohl mehr konsumieren als früher. Global gesehen sind die Märkte noch lange nicht gesättigt und auch in Deutschland gibt es immer neue Konsumentenwünsche (wieder Stichwort Smartphones).
Ja es gibt heute Smartphones. Aber wo sind die Gameboys und Walkmans geblieben? Oder alle anderen kleinen Geräte von früher, die heute in einem Smartphone gebündelt sind, wie Palm usw? ;)

Ich sag ja auch nicht, dass es Null Güterwachstum gibt. Aber es ist vernachlässigbar klein gegenüber dem Wachstum der Geldmenge.

Fact ist, die Teuerung im ÖPNV ist eine unweigerliche Folge der Zinsen und der damit verbundenen Inflation. Zinsen vergrößern Geldmenge -> Unternehmen verlangen mehr Geld um das zu kompensieren -> Menschen wollen mehr verdienen um Lebensstandard halten zu können -> Unternehmen müssen für höhere Löhne Preise erhöhen und damit haben wir den Teufelskreis.

Wäre die Geldmenge immer an die Gütermenge oder gar an die Zahl der Einwohner gebunden, würde es keine Inflation geben und die Preise im ÖPNV würden sich nach einer Zeit auf einem Level einpendeln. Aber dann wäre die Schere zwischen Arm und Reich auch nicht mehr so groß und das will ja keiner ;-)

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