Forum: Auto
Oldtimerszene in Russlands Autostadt: Jede Kollision macht Spaß
Anar Movsumov

Toljatti war der Ursprungsort der sowjetischen Autoindustrie, vom alten Glanz ist heute kaum etwas übrig. Eine Gruppe Jugendlicher zelebriert das automobile Erbe - indem sie die alten Ladas schrottet.

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goliath1980 29.10.2019, 07:46
1. Die komplette Fiat Typ 124 -Fertigung...

...inkl. Montage-Band kam aus Turin. Auch der ewig lange Holz- Bohlen- Boden des End-Montage-Bands wurde geliefert-wo doch die UDSSR bestimmt nicht an Holzmangel litt.

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kenterziege 29.10.2019, 08:31
2. Bei uns werden inzwischen in Neukonstruktionen...

...die Zylinderzahlen auf Nähmaschinenformat reduziert, um das letzte Gramm CO2 einzusparen und in der etwas weniger zivilisierten Welt um uns herum scheint Energie ohne Ende vorhanden zu sein. Interessant diese Szene: Macht kaputt, was euch kaputt macht.

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rennflosse 29.10.2019, 10:01
3. Stock Car Rennen

Stock Car Rennen, in denen schrottreife Fahrzeuge über meist schlammige Pisten gejagt werden und dabei manchmal zu irreperablen Totalschäden gebufft werden, gibt es in der westlichen Welt auch. Vielleicht mit mehr Markenvielfalt.

Eine Probefahrt im Lada 2105 in den neuziger Jahren offenbarte, wie mühsam das Gefährt zu bewegen war. Bremsen und Lenken, alles Schwerstarbeit. Schaut man sich DashCam Videos bei Youtube an, offenbaren alte Ladas auf der Fiat 124 Basis ein Crashverhalten wie eine Papiertüte.

Auch Polen war neben der Sowjetunion ein dankbarer Abnehmer alter Produktionsanlagen. Unvergessen der Polski Fiat 125 P auf dem Fahrwerk des noch älteren 1500. Und natürlich der legendäre 126, in Polen liebevoll "Maluch" geheißen.

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kulinux 29.10.2019, 10:12
4. Togliatti

Die Stadt ist nach einem Italiener benannt, da muss man nicht bei der Rückübertragung die russische Lautumschrift einfach übertragen, sondern kann doch die italienische Originalform verwenden, oder?

Im übrigen gefallen mir die kantigen Designs dieser FIAT-Lizenzwagen inzwischen 100x besser als diese aufgepumpten Kinder-Action-Figuren-Spielzeug-Autos von heute ;-)

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chrismuc2011 29.10.2019, 10:24
5.

Es ist eine falsche urban legend, dass schlechter Sowjetischer Stahl die Autos aus den 70ern rosten ließen, besonders FIAT und Alfa Romeo. Alle anderen Autos waren genauso rostanfällig incl. Mercedes, z.B. /8.
Der Grund waren die Entwicklung von Knautschzonen, die Knicke mit engen Radien z.B. in Kotflügeln erforderte. Die vorher benutzten Stähle hätten beim Umformen Orangenhaut bekommen, also Risse. So wurde ein Feinstahl entwickelt, der sich gut umformen ließ, der aber erhöhten Schwefel- und Phosphorgehalt aufweist, der entsprechend der elektrochemischen Spannungsreihe zu erhöhter Korrosion neigt. Die Rosterei aller Autos hörte erst auf, als man bessere Grundierungen und vor Allem Kanten- und Falzschutz entwickelte, bzw. als man begann die Karosserien zu verzinken.
P.S.: Wenn man unbehandelte und unlackierte Rohkarossen vor den Werkshallen in der Nähe des Meeres lagert, weil die Belegschaft mal wieder wochenlang in den Streik gegangen war, dann darf man die Schuld nicht dem Stahllieferanten geben ( AlfaSudWerk Pomigliano d'Arco in der Nähe von Neapel).

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remedias.cortes 29.10.2019, 17:25
6. Fragwürdig

finde ich es , etwas Geschaffenes vorsätzlich zu zerstören. Ich begreife auch den Spaß nicht. Aber vermutlich würden diese jungen Männer , wenn sie keine Autos kaputt fahren könnten, sich gegenseitig verprügeln, so gesehen das kleinere Übel?

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rosinenzuechterin 29.10.2019, 20:13
7.

Zitat von chrismuc2011
Es ist eine falsche urban legend, dass schlechter Sowjetischer Stahl die Autos aus den 70ern rosten ließen, besonders FIAT und Alfa Romeo. Alle anderen Autos waren genauso rostanfällig incl. Mercedes, z.B. /8. Der Grund waren die Entwicklung von Knautschzonen, die Knicke mit engen Radien z.B. in Kotflügeln erforderte. Die vorher benutzten Stähle hätten beim Umformen Orangenhaut bekommen, also Risse. So wurde ein Feinstahl entwickelt, der sich gut umformen ließ, der aber erhöhten Schwefel- und Phosphorgehalt aufweist, der entsprechend der elektrochemischen Spannungsreihe zu erhöhter Korrosion neigt. Die Rosterei aller Autos hörte erst auf, als man bessere Grundierungen und vor Allem Kanten- und Falzschutz entwickelte, bzw. als man begann die Karosserien zu verzinken. P.S.: Wenn man unbehandelte und unlackierte Rohkarossen vor den Werkshallen in der Nähe des Meeres lagert, weil die Belegschaft mal wieder wochenlang in den Streik gegangen war, dann darf man die Schuld nicht dem Stahllieferanten geben ( AlfaSudWerk Pomigliano d'Arco in der Nähe von Neapel).
Diese angeblich falsche Urban Legend findet sich aber in gleich mehreren eigentlich vertrauenswürdigen Artikeln (https://de.wikipedia.org/wiki/AwtoWAS#Beginn_der_Produktion_im_Automobilwerk_„Wo lschski_awtomobilny_sawod“_(WAS); https://www.spiegel.de/geschichte/autostadt-toljatti-lada-produktion-in-der-sowjetunion-a-951125.html; https://de.wikipedia.org/wiki/Fiat_124#Lizenznachbauten; https://www.capital.de/wirtschaft-politik/der-russische-volkswagen; https://www.heise.de/autos/artikel/Der-124-ging-einmal-um-die-Welt-1866893.html?seite=3 u.v.a), die ich irgendwie für glaubwürdiger halte als Ihren Beitrag.

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barklug 30.10.2019, 09:38
8. @7 Ähm,

Stahl rostet aber nunmal, egal wie billig oder teuer. Eine Karosserie aus Edelstahl können Sie nicht bezahlen, und selbst Edelstahl rostet irgendwann. An der Feststellung, dass eine vernünftige Grundierung das einzige ist, was ihn daran hindert, ist schon was dran. In den Griff bekommen hat man dieses Problem eigentlich erst mit dem Audi B3 und der vollverzinkten Karosserie. Wenngleich heute nur noch die relevanten Teile verzinkt werden, war der B3 wohl der Anlass, dass sich auch andere Hersteller des Themas Korrosionsschutz ernsthaft anzunehmen. Auch im Bereich der Lacke hat sich sehr viel getan. Also: Auch der gute deutsche Kruppstahl rostet ohne entsprechende Behandlung ;-)

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kindacool 30.10.2019, 16:43
9.

Zitat von chrismuc2011
[...]Der Grund waren die Entwicklung von Knautschzonen, die Knicke mit engen Radien z.B. in Kotflügeln erforderte. Die vorher benutzten Stähle hätten beim Umformen Orangenhaut bekommen, also Risse. [...]
Wenn ich mir Karosserien amerikanischer Autos vom Ende der 1950er Jahre ansehe (Beispielhaft seien hier die Hecks von Cadillacs und Chevrolets des Jahrgangs 1959 genannt), habe ich Schwierigkeiten, mir vorzustellen, daß mit den damals gebräuchlichen Stählen irgendein Knick oder ein Radius an einer Karosserie der 1960er/1970er Jahre nicht einwandfrei darstellbar gewesen sein soll !?

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