Forum: Auto
Politisches Zerrbild: Grün wählen, SUV fahren - das ist nur ein Klischee
Jan Woitas/ DPA

Leute, die grün wählen, aber mit dem Geländewagen zum Biomarkt fahren - davon gibt es viele, so das Vorurteil. Mit der Wirklichkeit hat das wenig zu tun, wie eine repräsentative SPON-Umfrage ergeben hat.

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yabba-dabba-doo 28.06.2019, 09:57
110. Je nachdem wer einkaufen geht

Ich fahre mit unserem Geländewagen (2,5T) beim Discounter vor. Meine Frau fährt damit beim Bio Laden vor. Beide Klischees werden somit bestätigt. Übrigens, mehr Bio als mit de Geländewagen kann man gar nicht sein. Geht es doch je nach Jahreszeit regelmäßig in den Wald um Pilze und Beeren zu sammeln. Mehr Bio geht einfach nicht. Und was/wen wähle ich nun ?

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MJR 28.06.2019, 09:57
111.

Zitat von Shelumia
Ich denke, dass war jedem klar. Grünen-Wähler übernehmen ob gut oder schlecht warscheinlich einfach eher Verantwortung für das Gemeinwohl. Den Typus Mensch der grün wählt aber SUV fährt gibt es natürlich dennoch.
Grüne und ihre Wähler übernehmen "mehr Verantwortung" für die Gesellschaft?
Okay: Da hätten wir dann das nächste Klischee, mit dem es aufzuräumen gilt und wer gestern Abend Markus Lanz geschaut hat: Die Aufräumer rücken bereits an, die Schonzeit dürfte bald schon beendet sein.

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TscheffichheißeTscheff 28.06.2019, 09:57
112.

Immer druff. So leicht lassen wir uns doch unsere Vorurteile nicht nehmen. Ich fasse mal zusammen: Die Grünen fahren eben doch alle SUV, weil das "gefühlt falsch" ist, weil "Bullis" nicht mitgezählt wurden (jaa, der böse grüne Bullifahrer), weil "die Schreiber linksrotgrün" sind - vermutlich auch "versifft" - weil die Prozentzahl gar nicht angegeben ist (sonder nur die des größten Klientelanteils), weil es keine Graphik gibt, weil die Umfrage nur eine Wunschvorstellung ist (und nicht etwa das Klischee), weil "es in Freiburg vor 15 Jahren anders aussah", und weil die Grünen ja (seit wann? zwei Wochen?) die größte Partei sind und deshalb auch die meisten SUV haben MÜSSEN. Das ist die knallharte Logik der getroffenen Hunde.

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danubius 28.06.2019, 09:57
113. Beobachtungen aus dem täglichen Mikrokosmos

Eine rund 2 km entfernt wohnende Grünin fährt täglich mit einem Porsche Cayenne (SUV!) ihre beiden Kinder zur Schule (liegt bei uns gleich um die Ecke und könnte bequem zu Fuß erreicht werden). Ein Nachbarsfamilie, beide seit Jahren überzeugte Grünwähler und Parteimitglieder: Frau fährt mit der Familienkutsche, einer V-Klasse (3 Liter Diesel - nicht Verbrauch sondern Hubraum) trotz guter ÖPNV-Anbindung zur Arbeit, ihr Mann düst (i.S. des Wortes!) täglich mit einem Passat Diesel gen Untertürkheim - obwohl zu dieser Zeit hin und zurück gute Zugverbindungen bestehen. Umweltbewußtsein? Ja schon, aber offenbar nicht bei sich selbst!

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kayakclc 28.06.2019, 09:58
114. Stereotype

Stereotypen sind immer Zerrbilder. Sie sind in der Regel falsch aber sie tragen auch ein körnchen Wahrheit in sich. In diesem Fall stellen sie die Kernfrage: wie weit sind wir bereit, für unsere politischen Forderungen persönlich (!) abstriche in unsere Verhalten und der Bequemlichkeit zu machen? Wir hören immer wieder forderungen, für diese oder jenes Politisch Ziel, dass sich gut anhört aber wenn es Konsequenzen hat, oder Geld kostet, dann sind 95% der Leute schnell dabei zu sagen, bezahlen sollen es die Anderen. Ein Beispiel: Forderung nach deutlichen Lohnerhöhungen für Altenpfleger oder Erzieherinnen. Sind dann Leute für ihre Eltern im Pflegeheim 1000€ mehr im Monat Gebühren zu zahlen, wenn die Gehälter um 50% steigen? Sind Leute willig ein verdoppleung der Kita-Gebühren hinzunehmen, wenn Erzieherinnen wie Grundschullehrerinnen bezahlt werden? Nein! Das soll der Steuerzahler, genauer die Reichen (also ich nicht) bezahlen.
Wir werden jetzt sehen, was mit der "Fridays for Future" Bewegung passiert. Wie viele Schülerinnen und Schüler werden in der Schulferien in der Hitze weiter demonstrienen, wenn es nur noch um die Sache aber nicht mehr um Schulfrei geht?

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peter_1974 28.06.2019, 09:59
115.

Zitat von frankfurtbeat
genau ... schöne Welt malen wollen aber mit dem SUV zum Bioladen cruisen - Hund hinten drin, die Urlaubsreise nach um die Welt, gutes Wohnviertel ausserhalb von Brennpunkten und "mir geht es gut - lasst uns die Welt retten".
Als jemand, der im Münchner Speckgürtel aufgewachsen ist, habe ich dieses Klischee schon in den 1990ern sehr oft live und in Farbe erleben dürfen. Mülleimer-Gestapo durch gelangweilte Hausfrauen mit zu viel Zeit und Geld inklusive.
Die Marotte, mit dem dicken Range Rover oder 5er BMW 3 sauber ausgespülte Joghurtbecher zum Wertstoffhof zu bringen und dann was von "ökologisch" zu labern, war quasi Breitensport.

Allerdings würde ich hinter die Verortung als Grünen-Wähler ein dickes Fragezeichen setzen. Nach meiner Einschätzung war/ist dieses Klientel eher CSU-lastig.

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enfield 28.06.2019, 09:59
116. Warum?

Zitat von dietmr
... Konsequenterweise dürfte aber KEIN SUV-Fahrer Grün wählen, bzw kein Grün-Wähler SUV fahren ... ....
Könnten Sie das mal näher ausführen? Mir ist tatsächlich nicht klar, welche Konsequenzen man für sein persönliches Leben ziehen muss um eine bestimmte Partei zu wählen. Welche Konsequenzen müsste ich jeweils ziehen, wenn ich andere Parteien wähle? Oder sollte ich vielleicht am besten die FDP wählen um mich generell nirgends einschränken zu müssen? Warum ist dann Lindner nicht Kanzler? Ich versteh das alles nicht....helfen Sie mir und weisen Sie mir den richtigen Weg....

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herbert.echzell 28.06.2019, 10:00
117.

Zitat von im_zweifel_linksradikal
Ich wohne im Berlin Prenzlauer Berg und darf ihnen mit gewissenhafter Überzeugung widersprechen. Ist es kein SUV dann ist's ein T6 Caravelle oä. Auf jeden Fall immer so ökologisch wie ein Christinanenfahrrad oder wie die heißen auf einem 1,10m breitem Radweg. Das schönste ist aber dass diese Gefährten 5/7 Tagen auf dem selben Parkplatz stehen weil Mensch ja Anwohnerplakette und 'ne Umweltkarte hat...
Eben nur "Gefühlt falsch", wie die Erhebung sagt.

Dass die Auto 5-7 Tage an einem Platz stehen, zeigt zudem, dass deren Besitzer vermutlich innerhalb der Woche nahezu alle Weg eben NICHT mit dem Auto bewältigen, sondern anderweitig (Zu Fuß, mit dem Rad): Dass diese Fahrer also sehr bewusst und verantwortungsvoll damit umgehen, wieviel ihr Auto fährt.

Ich denke, dass dann so ein Auto auch ruhig mal einen Liter mehr Sprit auf 100 km verbrauchen darf, wenn eben damit nicht 12.000 oder 15.000 km im Jahr zurückgelegt werden, sondern deutlich unter 10.000 km.


Wir fahren auch einen 2.0-TDI (Euro 4), der im Stadtverkehr auf überwiegend kürzeren Strecken mehr als 10 Liter verbraucht. Der Wagen legt dafür aber auch nur rund 6.000-7.000 Km im Jahr zurück. Damit ist er sicher in der Summe klimafreundlicher als etliche Smarts.

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herbert.echzell 28.06.2019, 10:01
118.

Zitat von egoneiermann
Wenn man sich die SUV-Fahrer anschaut, dann sind das meist ältere Männer, es ist ja auch leichter hier ein und aus zusteigen als aus einem Sport- oder Kleinwagen.
Es sind MITNICHTEN überwiegend ältere Männer.
Auch das ist nur eine gefühlte Wahrnehmung.
Es geht durch alle Bevölkerungs- und Altersgruppen.

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peterpeterweise 28.06.2019, 10:01
119. Natürlich geben die Grünen für die Umfrage den Zweitwagen an

Ein mir bekanntes Ehepaar fährt mit dem SUV in den Urlaub, aber mit dem Tesla zur Elternversammlung der christlichen Privatschule ihrer Tochter und zum Biomarkt. Politische Präferenz der beiden ist ganz klar grün. Es ist also nicht gelogen, dass sie nicht mit dem SUV zum Biomarkt fahren.

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