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Preisabsprachen: Lkw-Kartell droht 100-Milliarden-Klage
Volvo

14 Jahre lang haben europäische Lkw-Hersteller ihre Preise abgesprochen und so Kunden betrogen. Jetzt bereiten Anwälte eine Sammelklage vor - es geht um rund 100 Milliarden Euro.

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olicrom 14.11.2016, 10:51
20. Och. Hat sich mal wieder jemand im

Dafür ist der Freie Markt doch da. Fragt doch mal die Mafia, die ist die älteste Organisation, die davon profitiert und das Modell bis zur Perfektion entwickelt hat. Die wird Euch das sicher bestätigen.

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CommonSense2006 14.11.2016, 10:58
21. Unentschieden

Natürlich ist es nach allgemeiner Vorstellung nicht richtig, wenn Hersteller untereinander Preise absprechen, aber wer kann denn jetzt nachweisen, um wieviel die Preise überhöht waren? Die durchschnittlichen 10K € pro LKW sind doch völlig aus der Luft gegriffen. Hat Bentham etwa Einblick in die Produktionskosten eines LKW bei MAN oder Scania?
Klar verdienen die Geld, aber man hat ja auch nicht gehört, dass das Management da goldene Kloschüsseln hat. Wie groß darf der Gewinn denn sein? Wollen wir das wirklich von Gerichten festlegen lassen?

Ich sehe die Straftat, aber ich kann dne Schadne nicht beziffern, der den Kunden entstanden sein soll.

Und nebenbei: Die Beteiligten hatten 80% des Marktes. Aber wenn die viel zu teuer waren, warum haben die Kunden dann nicht beiden anderen20% der Anbieter gekauft? Offensichtlich war ihnen die gute Qualität, das gute Servicenetz und was es noch so an Kaufgründen gibt, immer den Preis wert.

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manuel.u 14.11.2016, 11:20
22.

Zitat von az26
Zehnmillionen LKW mit zehntausend Euro Aufpreis ergeben einhundert Millionen Euro. Wie kommt man dann auf die tausenfache Summe, also eihundert Milliarden? Das ist kein Strafprozess mit anstehenden Strafzahlungen.
Sorry, aber ich musste schon ein bisschen lachen :)
Nochmal nachrechnen :)

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Justitia 14.11.2016, 11:39
23. Seltsame Sichtweise

Zitat von bebreun
Schon interessant, wie Amerika abfärbt. Ein ansehnlicher Teil einer möglichen Strafe wird der Laden selber kassieren. Nachdem nun Schiedsgerichtsverfahren nicht in großem Stil kommen holt man sich Profite auf diese Art. Wer verklagt diese Abkassierer?
Wegen was genau soll man den Prozessfinanzierer verklagen? Etwa dafür, dass er zumindest einen Teil des finanziellen Prozessrisikos auch trägt? Es scheint hier völlig vergessen zu werden, dass die LKW-Hersteller die Kriminellen sind und nicht die Geschädigten, die unter Zuhilfnahme eines Prozessfinanzierers ihre Ansprüche versuchen durchzusetzen.

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Justitia 14.11.2016, 11:43
24.

Zitat von CommonSense2006
Natürlich ist es nach allgemeiner Vorstellung nicht richtig, wenn Hersteller untereinander Preise absprechen, aber wer kann denn jetzt nachweisen, um wieviel die Preise überhöht waren? Die durchschnittlichen 10K € pro LKW sind doch völlig aus der Luft gegriffen. Hat Bentham etwa Einblick in die Produktionskosten eines LKW bei MAN oder Scania? Klar verdienen die Geld, aber man hat ja auch nicht gehört, dass das Management da goldene Kloschüsseln hat. Wie groß darf der Gewinn denn sein? Wollen wir das wirklich von Gerichten festlegen lassen? Ich sehe die Straftat, aber ich kann dne Schadne nicht beziffern, der den Kunden entstanden sein soll. Und nebenbei: Die Beteiligten hatten 80% des Marktes. Aber wenn die viel zu teuer waren, warum haben die Kunden dann nicht beiden anderen20% der Anbieter gekauft? Offensichtlich war ihnen die gute Qualität, das gute Servicenetz und was es noch so an Kaufgründen gibt, immer den Preis wert.
Die Geschädigten werden vermutlich Einsicht in die Akten des Kartellverfahrens haben und genau dort werden mit ziemlicher Sicherheit Informationen über die Höhe der angehobenen abgesprochenen Preise enthalten sein. Ausserdem können sich solche Informationen auch aus Preisen ergeben, welche die Hersteller auf nicht vom Kartell betroffenen Märkten verlangten.

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Niederbayer 14.11.2016, 11:49
25.

Zitat von Pixopax
Woher kommen wohl die Milliardengewinne der Autobauer? Das wäre ja noch in Ordnung, würden die Mitarbeiter von den Gewinnen profitieren, aber das Meiste davon geht an die Aktionäre, die nicht die Arbeit machen.
Die Aktionäre sind diejenigen, die den Mitarbeitern überhaupt einen Arbeitsplatz ermöglichen. Für die geleistete Arbeit werden die dann nach Tarif bezahlt.

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Justitia 14.11.2016, 11:49
26.

Zitat von mazzmazz
Übrigens bezahle ich stets den bereinigten US-Preis. Mercedes macht das hierzulande mit. Man muss núr fragen und ein teureres Modell kaufen als den üblichen A180.
Ihren Hinweis finde ich höchstinteressant. Verstehe ich das richtig, Sie fragen bei einem deutschen Mercedes Händler nach dem US-Preis für ein Fahrzeug und der verkauft Ihnen dann ein deutsches Fahrzeug, also nicht eines, das für den US-Markt vorgesehen ist, zum Netto-US-Preis plus deutsche Steuern, also nur die MwSt.?

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Niederbayer 14.11.2016, 11:53
27.

Zitat von mazzmazz
Ich für meinen Teil finde es richtig, solche Kartelle zu knacken und die hieraus erlangten Vorteile den geschädigten zuzuführen. Was das Thema PKW-Preise betrifft, so wird es schwer sein, ein Kartell nachzuweisen. Denn es gibt viel, viel mehr Hersteller und somit Alternativen, als dies bei LKW der Fall ist. Dass die in Europa, insbes. in D aufgerufenen Autopreise viel höher sind als z.B. in den USA, wurde auch hier im spon-Forum bereits mehrfach belegt. Die VAT auf PKW liegt in den USA bei 5-10%, meist um die 6%. In D bei 19%. Vergleicht man Nettopreise, ergibt sich immer noch ein großer Unterschied für sehr ähnliche Fahrzeuge. Hierzulande versucht man dies z.B. durch die einfachere Konstruktion der hinteren Radaufhängungen des VW Passat oder der einfacheren Motoren bei Ford zu begründen. Dass dies dennoch niemals die Preisunterschiede rechtfertigt, ist klar. Mein Auto kostet, technisch zu 99% identisch, in den USA netto 20.000 USD weniger als hier. Kann je nach Umrechnungskurs um 5.000 Eur hin oder her schwanken. Das Auto wird ausschließlich in D gebaut, die Amis müssten also eigentlich noch die Transportkosten tragen. Dies macht aber, neben anderen Kosten, der deutsche Verbraucher netterweise... Übrigens bezahle ich stets den bereinigten US-Preis. Mercedes macht das hierzulande mit. Man muss núr fragen und ein teureres Modell kaufen als den üblichen A180.
Preise orientieren sich an dem was die Verbraucher bereit sind dafür zu bezahlen. Autos sind den Deutschen was Wert, Lebensmittel zum Beispiel weniger. Meine französische Kollegin war erstaunt, das Lebensmittel aus Ihrem Heimatland in Deutschland sehr oft deutlich billiger zu haben sind.
Die Franzosen sind eben bereit dafür mehr auszugeben, also ist der Preis höher.
Das ist Marktwirtschaft.

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blob123y 14.11.2016, 11:57
28. Sie verstehen das Ganze nicht

Zitat von bebreun
Schon interessant, wie Amerika abfärbt. Ein ansehnlicher Teil einer möglichen Strafe wird der Laden selber kassieren. Nachdem nun Schiedsgerichtsverfahren nicht in großem Stil kommen holt man sich Profite auf diese Art. Wer verklagt diese Abkassierer?
alleine so ein Verfahren auf den Weg zu bringen ist sooooooo teuer das es nur mit einer gemeinsamen Anstrengung gelingt. Auch Google ist so ein Scam gegen das man nicht ankommt da die zuviel Geld haben: http://www.webpronews.com/google-accused-of-stealing-money-from-adsense-publishers-2014-04/
Wo den adsense website creator contract violation unterstellt wird aber noch nie wo und wann von Goofle nachgewiesen wurde sondern nur behauptet.

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Justitia 14.11.2016, 12:02
29.

Zitat von CommonSense2006
Ich sehe die Straftat, aber ich kann dne Schadne nicht beziffern, der den Kunden entstanden sein soll. Und nebenbei: Die Beteiligten hatten 80% des Marktes. Aber wenn die viel zu teuer waren, warum haben die Kunden dann nicht beiden anderen20% der Anbieter gekauft? Offensichtlich war ihnen die gute Qualität, das gute Servicenetz und was es noch so an Kaufgründen gibt, immer den Preis wert.
Sie haben den Sinn der Anti-Kartellgesetzgebung nicht erfasst. Der besteht nämlich darin, sicherzustellen, dass die Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage auf die Höhe der Preise Einfluss nehmen. Mit Ihrer Argumentation könnte man jegliche Anti-Kartellgesetzgebung abschaffen, zumindest dann, wenn nicht sämtliche Markteilnehme am Kartell teilnehmen.

Hier hatten diese 80% des Marktes genau diese Mechanismen untereinander ausgeschaltet, was vermutlich auch dazu geführt hatte, dass nicht nur sie selbst sondern auch die restlichen 20% der Markteilnehmer höhere Preise erzielen konnten, als sie bei freiem Wettbewerb entstanden wären. Genau dafür haben die LKW-Hersteller des Kartells eine Strafe erhalten und genau die ihre hiermit erzielten überhöhten Gewinne innerhalb des Kartells stehen nun im Schadensersatzprozess zur Disposition. Nach meinem Rechtsempfinden völlig zu Recht.

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