Forum: Auto
Projekt Sartre: Der Traum vom selbstständig fahrenden Auto

Mit Sartre erforscht die EU das*eigenständig fahrende Auto*in einem Konvoi. Das soll den Verkehr sicherer machen und Sprit sparen. Jetzt ist ein erster Praxistest mit zwei*Autos geglückt. Doch*das System jemals auf den Markt kommt, ist fraglich. Denn die Kontrolle*über die Kolonne hat der Führende.

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Boandlgraber 20.01.2011, 19:08
1. Titelverweigerer

Zumindest von einem deutschen Hersteller weiß ich, dass er ein voll funktionsfähiges und im Prinzip serienreifes System hat. Das Auto ist in der Lage nicht nur auf der Autobahn im Konvoi zu fahren, sondern auch auf Landstraßen - wo die Fahrbahnmarkierungen zum Beispiel deutlich weniger zuverlässig sind - autonom dem Verkehr zu folgen, auch abzubiegen oder in Vorfahrtsstraßen einzufahren. Ich geh' davon aus, dass alle Entwicklungsabteilungen wenigstens ein solches Auto haben.

Das ganze ist keine Frage der Sensorik mehr, sondern eine Frage der Software und der verfügbaren Rechenleistung (und dann wieder der Software, denn die Mehrleistung muss auch genutzt werden können).

Aber im Automobilbereich mahlen die Mühlen etwas langsamer, weil die Prozesse etwa zur Evaluierung von Hardware einfach sehr lange dauern. Deswegen sind im Auto jetzt gerade 20-GB-Festplatten Stand der Technik - und nicht Terabyte...;) Und dazu kommt, dass man ein Auto mit 250 km/h auf der linken Spur nicht einfach neu booten kann, weil das Betriebssystem gerade Schluckauf hat. Gar nicht zu sprechen vom schweren Erbrechen, dass man bei Desktop-Betriebssystemen bisweilen erleben muss. ;)

Das eigentliche Problem sind jedoch die Haftungsfragen - und dafür gibt es nicht wirklich eine Lösung, weshalb ich glaube, dass diese Systeme einfach nicht kommen werden.

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glaubblosnix 20.01.2011, 19:45
2. Da..

.. kan man dann aber nur hoffen das der Fahrer des Führungsfahrzeuges nüchtern ist und nicht fährt wie der letzte Henker.

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m-pesch 20.01.2011, 20:19
3. ...

Zitat von Boandlgraber
Zumindest von einem deutschen Hersteller weiß ich, dass er ein voll funktionsfähiges und im Prinzip serienreifes System hat. Das Auto ist in der Lage nicht nur auf der Autobahn im Konvoi zu fahren, sondern auch auf Landstraßen - wo die Fahrbahnmarkierungen zum Beispiel deutlich weniger zuverlässig sind - autonom dem Verkehr zu folgen, auch abzubiegen oder in Vorfahrtsstraßen einzufahren. Ich geh' davon aus, dass alle Entwicklungsabteilungen wenigstens ein solches Auto haben. Das ganze ist keine Frage der Sensorik mehr, sondern eine Frage der Software und der verfügbaren Rechenleistung (und dann wieder der Software, denn die Mehrleistung muss auch genutzt werden können). Aber im Automobilbereich mahlen die Mühlen etwas langsamer, weil die Prozesse etwa zur Evaluierung von Hardware einfach sehr lange dauern. Deswegen sind im Auto jetzt gerade 20-GB-Festplatten Stand der Technik - und nicht Terabyte...;) Und dazu kommt, dass man ein Auto mit 250 km/h auf der linken Spur nicht einfach neu booten kann, weil das Betriebssystem gerade Schluckauf hat. Gar nicht zu sprechen vom schweren Erbrechen, dass man bei Desktop-Betriebssystemen bisweilen erleben muss. ;) Das eigentliche Problem sind jedoch die Haftungsfragen - und dafür gibt es nicht wirklich eine Lösung, weshalb ich glaube, dass diese Systeme einfach nicht kommen werden.

Natürlich forschen alle da dran aber Serienreif ist da nichts, noch nicht einmal im Prinzip.

Das reicht momentan vielleicht um mal um den Block zu fahren und auch dann darf nichts unvorhergesehenes passieren.

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efohy 20.01.2011, 20:50
4. Warum ist das so?

Zitat von m-pesch
Natürlich forschen alle da dran aber Serienreif ist da nichts, noch nicht einmal im Prinzip.
Die Haftungsfrage scheint hier der grösste Hemmschuh zu sein. Und dementsprechend gibt es auch (noch) kein System, das alltagstauglich ist. Weil ein Entwicklungsfahrzeug, das alle technischen Möglichkeiten ausschöpfen würde, im Zweifel zu teuer ist für einen reinen Versuchsträger ohne die Chance auf Serienfertigung.
Technisch ist heute sehr viel machbar. Flugzeuge können vollautomatisch starten und landen. Raumfähren koppeln in der Regel automatisch an die ESS an, viele sind unbemannt. Ohne leistungsfähige Sensorik wären alle industriellen Herstellungsprozesse nicht möglich.
Natürlich ist es eine grosse Herausforderung, im Stadtverkehr Fussgänger, Radfahrer und andere "schwächere" Verkehrsteilnehmer zuverlässig zu erkennen, ohne dass ein System "aus Vorsicht" alle 10 m eine Vollbremsung macht. Aber wenn ein solches System auf Autobahnen und gut ausgebauten Schnellstrassen eingeführt wird, könnte die Erfahrung daraus helfen, das sogar für den Stadtverkehr umzusetzen.

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schockkierter ! 20.01.2011, 22:42
5. Toll !

wozu soll das gut sein ?
Wenn ich von A nach B will fahr ich selber
oder
fahr mit der Eisenbahn
oder
kauf mir ein Ticket für´n Flieger

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sikasuu 21.01.2011, 23:52
6. Die Systeme gibt es schon seit Jahren.....

..... die nennen sich Strassen-, U-,S- oder Eisenbahn. Auch als BUS ist solch ein System schon seit Jahren eingeführt.
Es wird nicht wirtschaftlicher 1 oder 5 Verpackungen von >1.000 Kg mit 80 Kg Nutzlast mit 130Km/h über die Stasse zu schicken.
Diese Versuche erscheinen mir als verzweifelte Schritte der Autoindustrie ein fast totes Verkehrssystem weiter am leben zu erhalten.
Kopfschüttelnde Gruesse
Sikasuu

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The Independent 21.01.2011, 13:00
7. ..

Zitat von Boandlgraber
Zumindest von einem deutschen Hersteller weiß ich, dass er ein voll funktionsfähiges und im Prinzip serienreifes System hat. Das Auto ist in der Lage nicht nur auf der Autobahn im Konvoi zu fahren, sondern auch auf Landstraßen..[].Ich geh' davon aus, dass alle Entwicklungsabteilungen wenigstens ein solches Auto haben.
Ob tatsächlich alle Hersteller über das Wissen bzw. die Technik verfügen, ist noch die Frage. Es stimmt aber, dass z.B. Daimler ein entsprechendes System bereits seit Jahren entwickelt, dass teilweise beeindruckend zuverlässig ist (nicht nur die Mittellinie, sondern auch der rechte Fahrbahnrand werden vom System erkannt, und beim Navigieren auf deutschen Strassen entsprechend berücksichtigt). Gerade in Verbindung mit dem vorausschauenden Radar (sehr wichtig bei Nebel/schlechter Sicht) funktioniert das bereits recht gut.

Zitat von
Aber im Automobilbereich mahlen die Mühlen etwas langsamer, weil die Prozesse etwa zur Evaluierung von Hardware einfach sehr lange dauern. Deswegen sind im Auto jetzt gerade 20-GB-Festplatten Stand der Technik - und nicht Terabyte
Das Problem ist nicht die "Evaluierung" der Hardware, sondern die mangelnde Praxistauglichkeit (heisst: hohe Empfindlichkeit) der neuesten Hardware. Schnelldrehende Hochleistungsfestplatten mit Speicherkapazitäten im TB-Bereich vertragen nun mal keine Schlaglöcher (die die Schreib-/Leseköpfe mit Beschleunigungen belasten, die dann durchaus mal ein paar G zuviel betragen können), im Gegensatz zu aufwendig ölgedämpften langsamen/kleinen Platten. Da greift man dann lieber auf Bewährtes zurück, wie z.B die NASA auf 486er CPUs in den Space Shuttles, da die Ausfallsicherheit einfach sehr viel höher ist als bei modernen CPUs.

Zitat von
Das eigentliche Problem sind jedoch die Haftungsfragen - und dafür gibt es nicht wirklich eine Lösung, weshalb ich glaube, dass diese Systeme einfach nicht kommen werden.
Sie werden kommen, genau wie Einparkhilfen und sprechende Navigeräte kamen. Zumindest theoretisch könnten sie die Zahl der Unfalltoten und Schwerverletzten auf ein extrem niedriges Niveau bringen, vielleicht unter 100/Jahr. Allerdings muss man dann auch den Deutschen erklären, dass sie eben nicht mehr grenzenlose Freiheit auf deutschen Autobahnen geniessen können, sondern z.B. mit "gemächlichen" 120-140 km/h fahren (lassen) müssen, anstatt mit 210 km/h.

Zitat von m-pesch
Natürlich forschen alle da dran aber Serienreif ist da nichts, noch nicht einmal im Prinzip. Das reicht momentan vielleicht um mal um den Block zu fahren und auch dann darf nichts unvorhergesehenes passieren.
Die Versuchsfahrzeuge von Daimler/einer TU können ohne Probleme auf Landstrassen, auf Autobahnen und (theoretisch) im mehrspurig flüssig fliessenden Stadtverkehr fahren.

Mehrere Hersteller haben außerdem bereits eine Radar-/Software-Combo die bremsen kann, wenn z.B. ein Kind auf die Strasse läuft. Die Frage ist dann nur, wie weit erlaubt man der Technik einzugreifen, bzw. wie weit vertraut man der Technik?
Würde man alle Lösungsansätze der versch. Hersteller kombinieren, hätte man jedenfalls bereits heute ein beeindruckendes elektronisches Selbstfahrsystem, dass zwar nicht perfekt ist, aber zu weit mehr taugt als zu einer "Fahrt um den Block".
Und Volvo dürfte da weit hinter Daimler zurückliegen. Warum der Autor nicht auf die fortgeschritteneren Projekte (Daimler, US-Hersteller) eingeht, ist mir schleierhaft.

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drsven 21.01.2011, 15:22
8. gegen Fortschrittsfeindlichkeit und Scheuklappentum!

Zitat von schockkierter !
wozu soll das gut sein ? Wenn ich von A nach B will fahr ich selber oder fahr mit der Eisenbahn oder kauf mir ein Ticket für´n Flieger
Was für ein Beitrag! Da wird an etwas Interessantem geforscht, was einmal tausende Verkehrstote pro Jahr verhindern könnte, und Sie fordern hier, das Fortschritt nur bis zu Ihnen gehen darf und keinen Meter weiter. Wie egozentrisch ist das denn? Denken Sie bitte an nachfolgende Generationen und daran, dass diese es besser haben sollten als wir.

Hier ist noch einer auf demselben Niveau:
"Toll, wozu soll das gut sein? Wenn ich Herrn B etwas sagen will, Herr B aber 400km weit weg wohnt, dann brauch ich doch kein Telefon dafür, ich kauf mir ne Bahncard oder nen Ticket und flieg eben rüber zu ihm."

oder der hier:

"Toll, wozu soll das gut sein? Wenn ich mal Hunger hab, dann brauch ich doch nichts Einzukaufen. Ich geh in den Wald und fang mir nen Keiler mit den Händen."

Der Fortschritt wird kommen, ob Sie es wollen oder nicht. Finden Sie sich damit ab. Wir sprechen uns in 10 Jahren wieder.

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drsven 21.01.2011, 15:34
9. Google

Zitat von The Independent
Warum der Autor nicht auf die fortgeschritteneren Projekte (Daimler, US-Hersteller) eingeht, ist mir schleierhaft.
Richtig. Oder was ist zum Beispiel mit Google? Die haben sich ein paar Leute, die gut bei der DARPA Challenge abgeschnitten hatten, eingekauft. Mittlerweile haben Googles Roboterautos mehrere 100.000 Meilen in den USA im regulären Großstadtverkehr absolviert, ohne menschliches Eingreifen. Ich geb' dieser Technik noch 10 Jahre, dann müsste eigentilch jedes Auto sowas haben.

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