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Radfahren mit Kindern: Wenn die StVO mit dem Schutz-Instinkt kollidiert

Im Straßenverkehr scheint alles geregelt. Ausgerechnet beim Radfahren mit Kindern können Eltern jedoch in ein Dilemma geraten: Wollen sie streng die StVO befolgen oder lieber gut auf ihren radelnden Nachwuchs aufpassen? Beides zugleich klappt nicht immer.

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peter78 06.07.2011, 10:14
10. Richtig kurios wirds bei Einmündungen:

Zitat von sysop
Im Straßenverkehr scheint alles geregelt.
- Elternteil auf der Hauptstraße hat Vorfahrt; Fahrzeuge die aus der Seitenstraße kommen müssen warten.
- Kind auf dem Bürgersteig ist ein "Fußgänger" und muß den Fahrzeuge aus der Seitenstraße Vorrang gewähren.

Das wissen auch die meisten erwachsenen Radfahrer nicht, die rücksichtslos den Bürgersteig benutzen.

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jge-75 06.07.2011, 10:15
11. ungeschützt?

Naja, das würde ich soooo nicht stehen lassen. In der Regel ist der Autofahrer der Dumme, auch wenn der Radfahrer meint die StVO ist nur für Autos gemacht. ein wenig Rücksicht auf Autofahrer würde so manchen Radfahrer retten. Wenn ein Pulk rennradfahrer die komplette Landstraße blockiert, dann ist das nicht rücksichtsvoll.
Sofern sich das "ungeschützt" auf die mangelnde Knautschzone des Radfahrers bezieht, haben Sie Recht.

Ich fahre beides Fahrrad und Fahrrad mit Anhänger. Wie soll ich bitte nen Zweijährigen sonst einigermaßen sicher mit dem Fahrrad transportieren, wenn nicht mit nem Anhänger? Auf einem dieser Fahrradsitze? Schon mal nen Test hierzu gelesen/gesehen? Sicher nicht. Im Zweifel fährt Frau als erstes, dann der Große auf Fahrrad (sofern er dazu motorisch in der Lage ist) und ich mit dem Kleinen im Anhänger hinterher (also der Kleine im Anhänger, ich auf dem ziehenden Fahrrad).
Ein Verbot macht da rein gar keinen Sinn.

Fahre übrigens auch gerne Auto und bekomme nen Hals wenn irgendwelche Typen (meist weiblich und jenseits der 60) die nie nen Führerschein hatten ohne jegliches Verständniss, schlimmer als jeder Dreijährige (mit und ohne motorische Defizite) durch den Stadtverkehr gondeln.



Zitat von les2005
Warum soll das Ihrere Ansicht nach verboten werden? Ich denke von Autofahrern kann durchaus erwartet werden, auf unmotorisierte Verkehrsteilnehmer rücksicht zu nehmen. Warum soll. Als Radfahrer ist man per se ungeschützt, egal ob alleine oder mit ein oder zwei Kindern dabei. Etwas gegenseitige Rücksicht wäre sicherlich sinnvoller als zu verlangen, daß alles aus dem Weg geräumt wird, damit Autos mit 70 statt mit 50 durch Tempo30-Zonen brausen können

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J4cky 06.07.2011, 10:15
12. ...

Zitat von henryb_de
Der Fahrradanhänger ist die beste Lösung für den Transport von kleinen Kindern. Und wieso können Sie keinen Bogen um Radfahrer machen? Zu Ihrer Information, .....
Die beste Lösung ist der Anhänger ganz bestimmt nicht. Ich halte den Anhänger für die bequemste Lösung, aber auch für die gefährlichste. Ihr Kind sitzt sehr nah am Boden und sollten Sie einen Auffahrunfall haben, wobei Sie der Pkw wegschiebt, so hat ihr keine Chance. Pkw's sind so ausgelegt, dass man möglichst auf der Motorhaube landen sollte, wenn man einen Unfall hat, da diese nachgibt. Ihr Kind sitzt aber viel zu tief und wird dort nie landen. Es schlägt gegen den Stoßfänger und dahinter kommen Motorträger etc. und die sind extrem massiv. Die Folge sind starke Verletzungen!

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henryb_de 06.07.2011, 10:18
13. Fußweg ?

Hallo,

Ihre Meinung teile ich nicht. Sie räumen die Straße für die Autofahrer und machen den Radfahrer so zu einem noch selteneren Phänomen auf den Straßen. Außerdem gefährden Sie sich und andere. Und was machen Sie an Einmündungen ? Jedesmal absteigen ? Das ist nicht akzeptabel. Und wann und wie lernen Ihre Kinder dann Verkehrsregeln ?

Oder schreien Sie auch nach weiteren Radwegen zur zunehmenden Diskriminierung und Gefährdung der Radfahrer zu Gunsten der Autos? (Ich rede hier vom Stadtverkehr).

Die EU denkt über Tempo 30 in Ortschaften nach ... dann wären alle Diskussionen "Wohin mit den Radfahrern" überflüssig. Sind sie eigentliche heute auch schon bei Durchschnittsgeschwindigkeiten für Autoverkehr von 20-25 km/h in den Städten, die würden Tempo 30 an der Fahrzeit garnicht merken, nur die tollen Sprints nach der Ampel wären dann etwas eher vorbei.

Viele Grüße

Zitat von iBert
Ich fahre mit meinen Kindern grundsätzlich auf dem Fußweg. Eventuelle Bußgelder nehme ich in Kauf. Meinen Größeren habe ich eingeschärft: Wenn die Polizei dich anhält und vom Fußweg verweist, nicke, stell dich gut mit ihnen, fahre aus dem Blickfeld auf der Straße, dann wieder auf den Fußweg. Papa bezahlt. Ansonsten: Typisches Sommerlochthema.

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zickezackehoihoihoi 06.07.2011, 10:18
14. Ach

regt Euch doch nicht darüber auf. Zitat von janne2109
Radfahrer mit einem Wägelchen hinter dran, in dem Kinder sitzen muss verboten werden. Auch zwei Kinder auf einem Rad ( vorne und hinten) geht gar nicht. Es ist ein total ungeschützter Raum und so fahren nur Eltern mit ihren Kindern die der Meinung sind Autofahrer macht einen grooooßen Bogen um uns. Das wiederum ist heute kaum noch möglich.
Das ist doch bloß eine bewusste Provokation eines Gelangweilten, der selbst keine Kinder hat. Wahrscheinlich nicht mal ernst gemeint.

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graubereich 06.07.2011, 10:23
15. Natürlich.

Zitat von les2005
Warum soll das Ihrere Ansicht nach verboten werden? Ich denke von Autofahrern kann durchaus erwartet werden, auf unmotorisierte Verkehrsteilnehmer rücksicht zu nehmen. Warum soll. Als Radfahrer ist man per se ungeschützt, egal ob alleine oder mit ein oder zwei Kindern dabei. Etwas gegenseitige Rücksicht wäre sicherlich sinnvoller als zu verlangen, daß alles aus dem Weg geräumt wird, damit Autos mit 70 statt mit 50 durch Tempo30-Zonen brausen können
Natürlich kann das erwartet werden und es ist auch vorgeschrieben. Aber als Radfahrer auf öffentlichen Straßen sollte man lieber mal nachdenken und nicht auf Vorschriften vertrauen. Wer liegt denn Verletzt oder Tot auf der Straße wenn ein KFZ-Halter einen übersieht? Richtig, der Radfahrer. Der kann er ja dann viel erzählen von der Autofahrer hatte Schuld. Nutzt nur nichts mehr.
Von daher sollte man als Radfahrer vorsichtig und vernünftig fahren ohne ständig auf sein Recht zu bestehen.
PS: Bin selber Radfahrer, täglich 13km zur Arbeit und 13km zurück, quer durch die Stadt. Klar regen mich einige Autofahrer auf, aber ich will nicht drunter liegen. Und 80% der Radfahrer die ich täglich sehe sind Organspender (Kopfhörer in den Ohren, kein Helm, keine Handzeichen, keine Straßenseite, bei Rot über die Ampel usw.) Wo ist das die angesprochene Rücksicht? Ich denke Rad- sowie Autofahrer müssen an sich arbeiten. Man darf auf keinen Fall immer nur den schwarzen Peter von Links nach Rechts schieben, dann passiert nähmlich gar nichts.

Und ich fahre mit meinen Kindern grundsätzlich nur auf Fuß- oder Radwegen. Gesundheit ist mir lieber als mein Recht und schon gar nicht auf den Rücken meiner Kinder.

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rdoerrer 06.07.2011, 10:25
16. Die komplette StVO ist fahradfeindlich!

Der geschilderte Sachverhalt ist nur einer unter vielen fahradfeindlichen Aspekten der StVO und ihre praktischen Umsetzung. Leitgedanke ist fast immer (auch in den sogenannten fahradfreundlichen Städten wie Erlangen): "Wie räume ich den Radfahrer aus dem Weg, so dass die Autos ungehindert rasen können?". Das äußert sich dann z.B. in Radwegen, die alle paar hundert Meter die Straßenseite wechseln, wobei jedesmal eine gefährliche Überquerung der Straße notwendig wird.

Der schlaue Radfahrer ignoriert in diesem Fall die Beschilderung und fährt einfach auf dem Gehweg weiter.

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Asche 06.07.2011, 10:28
17. Eine Etage tiefer

Bei manch engem Gehweg verstehe ich das Verbot für erwachsene Radfahrer. Aber generell fühlen sich viele Radler auf den Gehwegen sicherlich besser aufgehoben, sie müssten dann halt Rücksicht auf Fußgänger nehmen aber das sollte ja machbar sein. Den Autofahrern tut man damit auch einen Gefallen.

Am stressigsten sind die Fahrradfahrer, die neue Geschwindigkeitsrekorde aufstellen wollen, und dann trotz Radweg die meist besser asphaltierete Auto-Fahrbahn nutzen. Meistens noch auf unübersichtlichen und engen Landstraßen.

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masc74 06.07.2011, 10:28
18. Rambomentalität überall

Zitat von ksail
(...) Wer sich nicht an Verkehrsregeln halten kann, darf halt nicht Auto fahren. Es wird niemand dazu gezwungen.
Das gilt aber auch für Fahrradfahrer. Ich bin mit beiden Fahrzeugen unterwegs und staune täglich über die Dreistigkeit und Rücksichtslosigkeit von Verkehrsteilnehmern aller Fahrzeugklassen. Es ist das typische Gegeneinander, was sich auch hier im Forum wieder zeigt.

Und was das Thema angeht: Was für eine sinnlose Diskussion: Ja, es sind nicht alle Straßen zum Radeln mit kleinen Kindern geeignet. Kinder können oft motorisch noch nicht adäquat reagieren. Daher gehören sie mit ihren Rädern in so einem Fall nicht auf diejenigen Straßen, wo kein geschützter Gehsteig da ist und Autos mit hoher Geschwindigkeit fahren dürfen! So einfach ist das. Es ist die typisch deutsche Vollversorgermentalität, die da durchkommt: Ich will mit meinem Kind gefälligst überall fahren, koste es, was es wolle! Wenn das Kind das der Entwicklung nach noch nicht kann, sollen die anderen doch gefälligst Rücksicht nehmen... die Forderung der eigenen Rücksichtnahme und Wahrnehmung der elterlichen Verantwortung nicht nur dem Kind, sondern auch den anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber wird da geflissentlich ausgeblendet.

Alle Teilnehmer haben sich an die Verkehrsregeln halten. Diejenigen, die das nicht können, also auch kleinere Kinder, haben eben an bestimmten Orten nichts verloren, sondern müssen erst an die Gefahren des Straßenverkehrs herangeführt werden, und das an Stellen wo es ungefährlich ist und andere nicht über Gebühr behindert werden.... und die Straße ist bestimmt nicht der richtige Ort für Experimente mit der Freiheit der Persönlichkeitsentfaltung, das gilt sowohl für dominante Autofahrer und auch für Eltern mit ihren Sprößlingen!

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CafeDelMar 06.07.2011, 10:31
19. Wer die Spur nicht halten kann ..

.. gehört weder auf die Straße noch auf den Gehweg, sondern auf ein Gelände auf welchem er sich weder selber einer Gefahr aussetzt noch eine Gefahr für andere ist!

Öffentlicher Raum ist keine Spielwiese ..

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