Forum: Auto
Radfahrstreifen : Enge für alle
Güven Purtul

In vielen Städten sollen sich Radler und Autofahrer die Straße teilen. Die Idee: Durch Markierungen wird jedem sein Platz zugewiesen. Doch die Umsetzung frustriert meist beide Seiten.

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PunktKommaStrich0 24.04.2017, 19:51
40.

Zitat von Flying Rain
Oh ich habe noch ein Beispiel zu meiner Aussage vergessen. Wenn nun etwa auf dem Fahrradstreifen ein Hindernis ist (wie etwa an einer mir bekannten Stelle an der der Lieferverkehr halten darf zum entladen) was denken sie wie sich die Radfahrer verhalten? A: sie machen einen Schulterblick, geben ein Handzeichen und ziehen auf die zweite Fahrspur (was aus deren Sicht meine Fahrbahn ist) raus wenn sie freie Fahrt haben und halten ggf. wenn ein Auto auf seiner eigenen Spur kommt....oder B: sie ignorieren alles und blenden alles aus und reißen die Mühle einfach 5m vor einem Auto raus. Die beiden Versionen halten sich leider 50/50 was ein eher beschissener Wert ist. Ich als Autofahrer muss mich ja auch an die Regeln halten und kann etwa bei einer Zweispurigen Fahrbahn auch nichz einfach rausreißen wenn etwa ein LKW den Weg versperrt.
Das ist richtig. Das passiert auch nie, das auf einer mehrspurigen Stadtbahn ein Autofahrer den Schulterblick "vergisst" und einfach rüberzieht...

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_unwissender 24.04.2017, 19:52
41. Amüsant bis faktenfrei ...

"... Hochbordradwege, also Radwege, die mit Fußgängerwegen kombiniert sind". Soso ...
Es gibt also nur zwei Alternativen: Wege für Autos, auf denen Räder geduldet werden oder Wege für Fußgänger, auf denen Räder geduldet werden. Danke, Herr Purtul, Sie haben wieder für viel Klarheit gesorgt. Klarheit? Ja, klar ist, dass auch Ihnen ein Radfahrer einfach nur Mensch 2. Klasse ist.
Radfahrer werden behördlicherseits als Zusatzlast angesehen. Mehr ist das nicht. Irgendwelche Ressourcen, die anderen "gehören" werden auch ihnen zugeteilt. So sieht die Denke aus. Und solange die Denke so bleibt, wird es nie besser werden. In meiner Gemeinde habe ich mich beschwert, weil mit viel Tamtam eine große, kreisübergreifende Radstrecke eingeweiht wurde. Selbstverständlich wird dort Radverkehr mit Fußgängerverkehr gemischt, werden Mülltonnen dort abgestellt und nicht einmal die 2,5 Meter Breite eingehalten, die für Radverkehr in Doppelrichtung vorgeschrieben sind. Usw. usw. usw.

Es gibt auch hier angebliche Verantwortliche für Radverkehr. Wenn sie fleißig Kaffee trinken gehen, tun sie wenigstens etwas fürs Sozialprodukt ...

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Chilango 24.04.2017, 19:53
42. Die Alternative

Ich fahre generell Mitte Fahrbahn. Dann versucht sich niemand an mich vorbei zu quetschen (zentimeter bus zum Lenkrad) und ich muss nicht permanent auf Autotüren achten bzw rauf runter von Fahrradwegen wegen:
- zugeparkt,
- morgens fährt gefühlt aus jeder 10ten Grundstücksausfahrt ein PKW bis zu Fahrbahn und nimmt mir die Vorfahrt.
- Fussgänger die nur auf die Fahrbahn, nicht aber auf den Radweg achten,
- Müll, Dreck oder Schnee von der geräumten Fahrbahn
- die typischen Rechtsabbiegertoten (Strassen, Parkplätze und Grundstückszufahrten)

Für die die tagtäglich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren ist dies die sicherste Methode. Frontal auf die Motorhaube macht keiner absichtlich aber schnell mal mit zentimeterabstand überholen ist fast die Regel.

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Dino822 24.04.2017, 19:53
43.

Zitat von MrSnoot
Ein riesen Problem ist doch, dass viele Einfach keine Rücksicht nehmen. Wenn neben mir wie in dem Video ein LKW fährt, dann würde ich meine Fahrt kurz etwas verlangsamen, bis er an mir vorbei ist. Ebenso wenig muss ich auf einem Radweg, wo es eng zugeht, anderer Radler überholen. Dann fahre ich halt mal 1-2 Minuten etwas langsamer und warte, bis ich ungefährdet überholen kann. Ich hatte bislang weder als Radfahrer noch als Autofahrer mit der Gegenseite Probleme. Einfach mal etwas Zeit lassen und man kommt sicher ans Ziel.
Rücksicht ist natürlich immer gut, nur frage ich mich so ein wenig, wieso Sie diese Rücksicht ausschließlich von Radfahrern einfordern.
Natürlich sollt ein Radfahrer keinen anderen Radfahrer überholen, wenn dafür kein ausreichender Platz zur Verfügung steht.
Nur würde es diese ganze Radweg/Radstreifendiskussion überhaupt nicht geben, wenn sich jeder Autofahrer an diese Regel halten würde.
Das Unsicherheitsgefühl auf der Fahrbahn kommt doch in erster Linie von dem (geringen) Prozentsatz der Autofahrer, die sich einen Dreck um Überholabstände scheren.

Wenn Sie also meinen, dass der Radfahrer doch Rücksicht auf den neben ihm fahrenden Lkw nehmen soll, frage ich eher wieso denn der Lkw-Fahrer keine Rücksicht auf den Radfahrer nehmen muss, und eben nicht an Stellen überholt, an denen ein sicheres Überholen nicht möglich ist.

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stefan211 24.04.2017, 19:53
44.

Ich kenne bei uns in der Stadt einen Fahrradstreifen und der ist mehr als sinnvoll, denn gerade hier gibt es jeden Abend einen Stau. Aber dank des Fahrradstreifens kann man problemlos rechts die Autos überholen. Kluger weise geht der Fahrradsteifen aber nicht ganz bis zur Kreuzung, sondern endet vorher. Somit ist auch die gefährliche Situation gebannt, dass Fahrradfahrer rechts an fahrenden Autos vorbeigeführt werden, da sie sich vorher in den fließenden Verkehr einordnen müssen. Aber wozu muss der gleich 1,5 Meter breit sein? So viel Schlangenlinie kann ich ja gar nicht fahren um das auszunutzen.

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Stäffelesrutscher 24.04.2017, 19:55
45.

»Die Streifen verlaufen auf der Fahrbahn für Autos«

Lieber SPON-Autor, dieser Satz verkörpert schon mal das ganze Elend in den Köpfen vieler Politiker, Behördenmenschen, Autofahrer und Journalisten.

Die Fahrbahn ist für alle Fahrzeuge da, auch für Fahrräder. Deswegen heißt sie Fahrbahn - und nicht Autobahn.

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Dino822 24.04.2017, 19:57
46.

Zitat von libertarian2012
Als Radfahrer UND Autofahrer bin ich strikt gegen jede Form von Radweg auf Strassen. Sie sind gefaehrlich, weil sie zu fascher Sicherheit fuehren. Oft ist die Streckenfuehrung kaum nachvollziehbar. Das Fahrrad ist fuer mich Sportgeraet und damit fahre ich ausserhalb der Stadt. Als Fortbewegungsmittel in Grossstaedten nicht geeignet - daran aendern aufgemalte Radwege gar nichts. Als Autofahrer habe ich Angst vor diesen Oekojuengern mit Satteltaschen, die damit mit der gleichen ueberlegenen Haltung durch den Verkehr duesen, den sie auch in anderen Lebenslagen an den Tag legen: ich fahr jetzt hier, fahr mich doch um, dann wirst du schon sehen, was du davon hast. Die richtigere Message fuer alle waere: passiv fahren und immer davon ausgehen, dass man fuer andere unsichtbar ist.
Tja, so gehen die Meinungen auseinander.
Für mich ist eher ein 2t schwerer, 9m² großer Pkw in einer durch den ÖPNV erschlossenen, dichtbesiedelten Großstadt nicht geeignet.

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Stäffelesrutscher 24.04.2017, 19:58
47.

»Seine Angst ist nachvollziehbar: Eigentlich müssen Autofahrer mindestens 1,5 Meter Abstand beim Überholen von Radlern einhalten. Doch das gilt nicht, wenn Radstreifen markiert sind.«

Wo steht das?

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Dino822 24.04.2017, 20:02
48.

Zitat von wolle0601
Die von Autofahrern genutzte Infrastruktur wird über Steuern finanziert, die von Autofahrern gezahlt werden. So gut, so fair. Bitte die gleiche Fairness nun auch auf Radler-Infrastruktur anwenden.
Dann erklären Sie mir bitte, wo es das Formular gibt, mit dem ich verfügen kann, dass meine Steuern (ich besitze kein Auto) nicht für die von Autofahrern genutzte Infrastruktur verwendet wird.

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Sharoun 24.04.2017, 20:04
49.

Zitat von MrSnoot
Ein riesen Problem ist doch, dass viele Einfach keine Rücksicht nehmen. Wenn neben mir wie in dem Video ein LKW fährt, dann würde ich meine Fahrt kurz etwas verlangsamen, bis er an mir vorbei ist. Ebenso wenig muss ich auf einem Radweg, wo es eng zugeht, anderer Radler überholen. Dann fahre ich halt mal 1-2 Minuten etwas langsamer und warte, bis ich ungefährdet überholen kann. Ich hatte bislang weder als Radfahrer noch als Autofahrer mit der Gegenseite Probleme. Einfach mal etwas Zeit lassen und man kommt sicher ans Ziel.
Eben: keine Rücksicht!

Der LKW-Fahrer hat hier - Radstreifen hin oder her - den gesetzlich definierten Mindestabstand einzuhalten, wenn er am Radler vorbeimöchte; unabhängig davon, ob da irgendwelche Linien auf den Asphalt gepinselt wurden.
Nicht der Radfahrer muß irgendwas "verlangsamen", sondern der Überholende solange hinter ihm bleiben, bis die Situation ein gefahrloses vorbeifahren erlaubt (siehe auch Ihre weiteren Ausführungen).
So einfach geht StVO!

Es ist absurd, die penible Einhaltung bzw. sogar das Zurückstecken hinter die definierten Rechte immer ausgerechnet von denen zuverlangen, die ohnehin bereits benachteiligt sind.
Der Stärkere hat gegenüber dem Schwächeren besondere Rücksicht walten zu lassen.

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