Forum: Auto
Radikale Autofahrer unter Verdacht: Mehr als jeder zweite Blitzer in Frankreich ist d
AFP

In Frankreich fallen derzeit knapp 60 Prozent der fest installierten Radarfallen aus - die Anlagen sind zerstört. Der Innenminister hat die Schuldigen bereits ausgemacht.

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kernspalter 11.01.2019, 00:32
60.

Zitat von Edgard
Es sind 6km/h. Lügen Sie sich nicht in die eigene Tasche.
Ihr Beitrag zeigt, daß Sie vom Zusammenwirken von Meßtechnik, Meßvorschrift und gesetzlicher Regelung zur Vermeidung der Bestrafung Unschuldiger durch Meßungenauigkeiten leider keine Ahnung haben.

Es sind sicher mindestens 1 km/h mehr, es sind vielleicht mehr, es sind möglicherweise bis zu 6 km/h mehr. Die 5 km/h sind aber bei dem verwendeten Gerät und der gemessenen Geschwindigkeit bauartbedingte Ungenauigkeit der Meßeinrichtung. Diese nimmt der Staat auf seine Kappe um die Bestrafung Unschuldiger weitestgehend auszuschließen, das ist in einem Rechtsstaat unvermeidbar, solange er ein solcher sein will.

Die technisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen dazu liefert in Deutschland die Physikalisch-Technische Bundesanstalt für jedes einzelne solche Meßgerät in jeder Version. Das französische Gegenstück ist das Laboratoire national de métrologie et d'essais (lne.fr).

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Filsbachlerche 11.01.2019, 01:27
61. Frankreich hatte nicht umsonst …

… die Einführung der Tempobegrenzung auf 80 kmh auf Landstraßen in die Ferienzeit gelegt (Juli/August 2018).
In dieser Zeit ist die Zahl der ortsunkundigen französischen und ausländischen Ferientouristen (vacanciers) überproportional erhöht.
Die Tempoanzeigen änderten sich in manchen Gebieten alle 50m, hörten aber abrupt auf, sobald die Landstraße zweispurig wurde. Da galt nun 80 kmh, ohne erneute Anzeige.
Obwohl ich darüber Bescheid wußte und ich als Fahrer sowie meine Frau als Beifahrerin höllisch genau aufpaßten, tappten wir bei 2200 Straßenkilometern (Hin- und Rückfahrt) 2mal in diese Radarfallen.
Ich achtete mehr auf den Tacho als auf den Verkehr und bezweifle stark, daß dies der Verkehrssicherheit auf den Straßen dienlich war! Auch die Minderung von 90 kmh auf 80 kmh auf Landstraßen konnte ich rational nicht nachvollziehen. Bei uneinsichtlichen Kurven standen eh noch die alten Tempobegrenzungsschilder auf 70 kmh. Auf geraden, wenig befahrenen Strecken war diese minimale Herabsetzung eh überflüssig.
Französische Kfz. überholten mich laut hupend. Ich war ein Verkehrshindernis. Sie wurden wohl noch wesentlich öfter geblitzt als ich.
Auch ich bin der Meinung, daß es hierbei der französischen Regierung mehr um Abkassieren als um Verkehrssicherheit ging und wunderte mich schon damals, daß die an sich sehr protestträchtigen Franzosen keinerlei Protestaktionen unternahmen. Daher nahm ich an, die würde wohl nach dem 15. September (rentrée) beginnen.
Das war eine Fehlkalkulation: Der Protest der Gelbwesten begann erst, nachdem die Bußgeldbescheide im Oktober bei den „Sündern“ ankamen. Der Unmut war wohl allgemein. Da fehlte nur noch der zündende Funke, um den landesweiten Protest zu organisieren. Das erklärt wohl die explosionsartige Verbreitung der Gelbwestenbewegung, nachdem einer auf diese Idee gekommen war.
Wenn eine solche Bewegung erstmal im Fluß ist, gräbt sie sich ihr eigenes Bett. Oder versickert.
Absolventen der Supergymnasien und erst recht der Super-Unis (grandes écoles) sind bei den Normalfranzosen als abgehoben und hochnäsig berüchtigt. Einer hat den Eintrittswettbewerb in eine „grande école“ zweimal verpaßt und wurde beim dritten Mal aufgenommen. Er heißt Macron.
Nur ein Absolvent einer „grande école“ konnte bisher diese emotionale Schranke emotional einigermaßen durchbrechen - einer der Amtsvorgänger Macrons: Giscard d´Estaing.

Mal sehen, was da noch herauskommt…

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hajueberlin 11.01.2019, 04:01
62. Mannmannmann

Hallo

wenn ich lese, was hier so geschrieben wurde, stellen sich mir die Haare auf.

Jemand hat mehr aufs Tacho geschaut, als auf die Straße:
Welches Auto haben Sie? Eins ohne Tempomat? Ich benutze, wenn möglich, den Tempomat sogar innerorts (mein Auto ist von 1999). Genau aus diesem Grund. Damit ich nicht immer aufs Tacho schauen muss. Selbst in Autos ohne Tempomat schaffe ich es vernünftig zu fahren. Wie lange schauen sie aufs Tacho, bis sie erkannt haben, wie schnell sie sind? Bei mir reicht ein kurzer Blick. Tipp: Fahren sie nicht so dicht auf, dann sind sie auch entspannter und aufnahmefähiger.

Jemand muss 70 oder 90 € zahlen, weil er/sie (im Endeffekt) 1 km/h zu schnell war:
Es wurde geschrieben, dass 4-5 km/h als Toleranz abgezogen wurden. Dazu kommt, dass die Tachometer sowieso eine höhere Geschwindigkeit anzeigen, als tatsächlich gefahren wird. Ihr Tacho hat ihnen also eine deutlich höhere Geschwindigkeit, als erlaubt, angezeigt. Sie sind also mit Absicht schneller gefahren. Und erwischt worden. Selbst schuld.
Sollten sie anders herum nicht in der Lage sein, ungefähr die richtige Geschwindigkeit zu fahren, das Tachometer als Massstab nehmend, sollten sie den Führerschein abgeben.
Sie wären dann nicht verkehrstauglich.
Wenn ihr Tacho z. B. 70km/h anzeigt, fahren sie wahrscheinlich so 64/65 km/h. Und wenn ihr Tacho 75 km/h zeigt sind sie, vielleicht, mit 71 km/h unterwegs. Abzüglich der Toleranz sind sie dann immer noch auf der sicheren Seite. Deshalb: Geben sie nicht anderen die Schuld. Ihr Tacho hat ihnen schon gezeigt, das sie zu schnell waren. Wenn sie es nicht realisiert haben, ist es ihre Sache. Die Kontrolle der Anzeigen (unter Anderem auch die Anzeige der Kühlmitteltemperatur[so vorhanden]z. B.) gehört zu den Pflichten eines verantwortungsvollen Kraftfahrers/einer verantwortungsvollen Kraftfahrerin.
Und ja, es ist ein Unterschied ob ich selber fahre oder ob ich gefahren werde. Als Kraftfahrer muss ich halt viel mitbekommen. Lange Strecken sind anstrengend (Pausen einzulegen, ca. alle 2 Stunden, ist nichts, wofür man sich schämen muss. Im Gegenteil). Die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr ist kein Spiel.

In diesem Sinne

Gute und aufmerksame Fahrt
(die Prämisse ist IMMER, schadenfrei und unbehelligt anzukommen und nicht möglichst schnell anzukommen. Manche kommen dann nie mehr an. Hab ich schon gesehen. Vor mir passiert. Mehrmals im Laufe der Jahrzehnte.)

hajue

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hajueberlin 11.01.2019, 04:14
63. Mit Verlaub

Zitat von kernspalter
Ihr Beitrag zeigt, daß Sie vom Zusammenwirken von Meßtechnik, Meßvorschrift und gesetzlicher Regelung zur Vermeidung der Bestrafung Unschuldiger durch Meßungenauigkeiten leider keine Ahnung haben. Es sind sicher mindestens 1 km/h mehr, es sind vielleicht mehr, es sind möglicherweise bis zu 6 km/h mehr. Die 5 km/h sind aber bei dem verwendeten Gerät und der gemessenen Geschwindigkeit bauartbedingte Ungenauigkeit der Meßeinrichtung. Diese nimmt der Staat auf seine Kappe um die Bestrafung Unschuldiger weitestgehend auszuschließen, das ist in einem Rechtsstaat unvermeidbar, solange er ein solcher sein will. Die technisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen dazu liefert in Deutschland die Physikalisch-Technische Bundesanstalt für jedes einzelne solche Meßgerät in jeder Version. Das französische Gegenstück ist das Laboratoire national de métrologie et d'essais (lne.fr).
Die Beamten stellen die Geräte so ein, dass die Toleranz berücksichtigt wird. Schon beim messen. Was sich alles daraus ergibt, möchte ich nicht aufführen.
hajue

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berndasbrot 11.01.2019, 05:45
64. Sie verkennen die Realität....

Zitat von m.klagge
in Deutschland würde das Tempolimit für Landstraßen auf 90 km/h gesenkt.
Die 100 km/h sind doch nur noch in Bayern, teils in BAWÜ und in den östlichen Bundesländern teilweise erlaubt.
In den meisten Bundesländern ist fast überall ausserorts auf 70 km/h begrenzt, und an "Gefahrenstellen" sogar auf 50 km/h.
Praktisch dürfen Sie sowohl innerorts als auch ausserorts mittlerweile in fast jedem europäischen Land schneller als in den meisten Regionen Deutschlands fahren.

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werner-xyz 11.01.2019, 07:32
65. Seltsam

die meisten hier scheinen ein anderes Frankreich zu kennen wie ich. Ich fahre seit über 30 Jahren in F Auto und Motorrad. Ich habe schon mehrfach Radarkontrollen gesehen, entweder angekündigt auf breiten Landstraßen und Autobahnen oder innerorts vor Zebrastreifen oder an Schulen. Obwohl ich mich gerade auf den schönen Landstraßen selten an die gesetzlichen Höchstgeschwindigkeiten halte bin ich noch nie geblitzt worden. Und ich bin viel in Frankreich unterwegs und mache dort regelmäßig urlaub. ich habe auch schon mehrfach Touren für Motorradfahrer oder Cabrioclubs veranstaltet. Das Fahren in F ist extrem entspannt, da die Franzosen in der Regel kein Oberlehrer Verhalten wie die Deutschen an den Tag legen. Da ich auch schon längere zeit in Paris verbracht habe, kann ich sowohl das Land als auch die Stadt vergleichen.
Und wer hier über die hohen Strafen bei geringen verkehrsverstößen jammert muss halt Wissen, dass es in F anders wie in D keine großen Abstufungen gibt. Fährt man 25km/h zu schnell kostet es dadurch das gleiche wie bei 1 oder 2 km/h zu schnell. Darum fahren viele halt deutlich schneller, da es ja eh das Gleiche kostet. Und diese gewaltbereitschaft von der einige Foristen hier schwafeln habe ich anders wie in manchen dunklen Ecken in D noch nie erlebt. Aber klar wenn man von einem Land nichts kennt außer die Autobahn und die dortigen Raststätten ist es schwierig die dortige Bevölkerung zu verstehen. Wobei das mit dem verstehen zugegebenermaßen immer etwas schwierig ist :)

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alohawave 11.01.2019, 07:59
66. Der moderne Gesslerhut?

Wen wundert das? Die Radarfallen sind das direkteste Symbol staatlicher Arroganz und Missgunst gegenüber dem gebeutelten Bürger, zugleich auch seine verwundbarste Stelle. Seit der Amtszeit von Sarkozy wird an lukrativen Streckenabschnitten der meist zur Arbeit pendelnde Bürger ordentlich geschröpft. Mit Verkehrssicherheit hat dies wenig zu tun, denn Toleranzen sindextrem niedrig, die Bußgelder unverschämt hoch. Die Städte und Gemeinden bekommen zum Trost einen kleinen Anteil "der Ausbeute" in Form einer Subvention für "verkehrsichernde Maßnahmen"zugesteckt. Diese werden meist "politiknahen" Betrieben zugespielt, die dafür zu überteuerten Preisen den x-ten Kreisverkehr oder diverse Schilderwälder aufstellen dürfen. Der europäische Gerichtshof hat außerdem Frankreich schon mehrfach ermahnt, seine Praktiken bei der strafrechtlichen Verfolgung der Fahrzeughalter zu korrigieren. In Frankreich obliegt bei automatischen Radarkontrollen die Beweisführung nicht der Justiz, sondern dem Fahrzeughalter. Die Verwaltung schickt mit dem Bußgeldbescheid keine Beweisfotos und wer die Anschuldigung beanstanden möchte muss erst einmal tief in die Tasche greifen und den höchsten Bußgeldbetrag zahlen. Schuldig oder unschuldig, falsches Kennzeichen zu falschem Auto, Fahrer nicht erkennbar, ist alles egal, Erst wird Kasse gemacht und danach eventuell nach der Rechtmäßigkeit geschaut. Ohne Anwalt geht meist gar nichts und bei der Verwaltung braucht es meist mehrere Einschreiben bevor man sein Geld "irgendwann" zurück hat. Wer finanziell und juristisch nicht gut aufgestellt ist und keine Nerven wie Drahtseile hat ist hier schlecht dran.

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Bob Hund 11.01.2019, 08:45
67.

Zitat von Koana
Wer bei 70 mit 72 geblitzt wird, zahlt knapp 70,-- Euro, - gemessen 76 "Toleranzabzug "4 km/h - wer nicht weiß wo die Dinger stehen, der muss schon sehr genau auf den Tacho achten.
Wenn Sie Tempo 76 drauf hatten, dann zeigte Ihr Tacho aber wesentlich mehr als 70 an. Da war die Anzeige sicherlich schon im 80er Bereich. Von dem her ist das ein deutlich sichtbarer Unterschied und nicht einfach nur 2km/h drüber, die man so kaum bemerken konnte.

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l/d 11.01.2019, 08:56
68. Das war schon früher so in Frankreich

Ich hatte geschäftlich einen Besucher aus Frankreich, der mit seinem Fahrzeug gekommen war und bei uns auf freier Strecke 2 km vor dem Standort geblitzt wurde. Er meinte nur, so etwas stünde in Frankreich nicht lange : Camion, chaîne, ce truc a disparu !
Wäre es wirklich die Gemeinde, die die Dinger aufstellt, wo es Not tut - bitte, man kann sich ja in den Gemeinderat wählen lassen oder dort Einfluss nehmen. Aber die Blitzer werden von Herstellern samt Aufbau und Wartung gegen Beteilgung an den Einnahmen angeboten. Und die Hersteller der Dinger suchen sich Orte aus, wo sich ihr Engagement in Münze auszahlt.

Ich halte es für höchst bedenklich, wenn Gemeinden und andere Privatunternehmen beauftragen, Verstöße von Bürgern zu dokumentieren und sie, die Privatunternehmen, an den Bußgeldern beteiligen. Eine gute Kanzlei könnte diese Praxis vor dem Bunderverfassunbgsgericht (falls zuständig) sicher zu Fall bringen.
Oder soll der Bürger jetzt im Gegenzug professionelle Ermittler und Kläger beauftragen, die die Politik daraufhin beobachten lässt, wie sehr sie nicht gewählte Lobbyisten Politik machen lässt und damit dem geschworenen Amtseid zuwider handelt.

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spmc-135322777912941 11.01.2019, 09:35
69. Radarmessgeräte und Warnschilder

Ich durchfahre jedes Jahr Frankreich mehrmals Mein von der belgischen bis zur spanischen Grenze auf den überwiegend mautpflichtigen Autobahnen und empfinde es als fair dass vor jeder "Radarfalle" zumindest ein Schild aufgestellt ist mit welchem auf diese hingewiesen wird. Ich bewege mich geschwindigkeitsmässig zwischen 130 und 140 km/h und komme seit Jahren ohne Bussgeldbescheid durch das Land. Das hat dann auch noch den Vorteil dass ich mit meinem 3 Liter Diesel auf einen Durchschnittsverbrauch von 6,6 Liter auf 100 km komme. In Spanien mit 120 m/h wird es schwieriger, ohne Strafe durchzukommen, obwohl auch dort Radarfallen angezeigt werden. Wenn ich erwischt werde, dann in Belgien mit seinen 120 km/h und keinen Warnschildern. Problematisch sind eigentlich nur die häufigen Baustellen mit ihren Begrenzungen auf überwiegend 80 km/h. Was ich aus meinen Erfahrungen schliesse ist dass eine Autobahngeschwidnigkeitsbegrenzung nicht unter 130 km/h liegen sollte auf auf Radargeräte hingewiesen werden sollte. Somit bin ich der Meinung dass die Franzosen es richtig machen und die Zerstörung von Radarmessgeräaten auf das Konto der "casseurs" geht. Mit derartigen Leuten sollte man nicht sympathisieren.

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