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Raser-Unfälle: Das Auto als Waffe
DPA

Raser verursachen immer wieder tödliche Unfälle. Vor Gericht werden die Fahrer meist milde bestraft. Aber was ist angemessen? Ein Erklärungsversuch.

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geraldwinkeler 07.06.2016, 13:51
110. Raserland Deutschland

Das Strafrecht ist immer nur das letzte und daher hier nicht das geeignete Mittel, um das Problem wirklich zu lösen. Die Kultur des Rasens als Ausdruck archaischen Kampfverhaltens auf unseren Straßen muss früher bekämpft werden. Bei der Werbung beispielsweise, die so tut, als seien die Straßen stets frei und bereit zum Hochgeschwindigkeitsritt. Schon mal Fußgänger und Radfahrer in der Autowerbung gesehen? Beim Dienstwagenprivileg, dass dazu führt, dass immer teurere und damit auch größere und stärkere Neuwagen zugelassen werden. Bei der Journaille, die Straßenfahrzeuge an der Nürburgringrundenzeit misst. Bei der Verkehrsüberwachung, über die Profiraser meist nur lachen (24-Std. Blitzermarathon mit Ankündigung in der Zeitung bei gleichzeitiger Warnung vor einzelnen Messstellen im Radio). Bei der Politik, die mehr über die Umsätze der Autoindustrie als über die Vermeidung von Unfällen redet und von den Konzernen massiv beeinflusst wird. Geht es um Alternativen, so empfehle ich einen Blick nach Schweden.

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Plasmabruzzler 07.06.2016, 13:54
111.

Zitat von geando
The Fast and the Furious. Diese Filmreihe ist das grosse Vorbild der Raser-Szene. Coole Typen, heisse Mädels, schnelle Karren. Diese Streifen sind einer der Hauptgründe, warum illegale Autorennen in letzter Zeit wieder populär geworden sind.
Glaube ich weniger. Wenn man sich die Gesellschaft insgesamt anschaut, stellt man fest, dass es immer rücksichtsloser zugeht. Ob an der Kasse im Supermarkt, Nebeneinander von Radfahrern und Fußgängern oder Prügeleien. Zu letzterem: wenn jemand am Boden liegt, traktiert man seinen Schädel nicht auch noch, sondern hört auf. Ich glaube, vielen fehlt ein Unrechtsbewusstsein gepaart mit niedriger Frustrations- und niedriger Hemmschwelle zu Gewalt.

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garfieƖd 07.06.2016, 13:55
112.

"Doch Raser unterschätzen typischerweise völlig die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit und denken nicht ansatzweise an Todesgefahren, so Zopfs." Wenn das so ist, gehören diese Menschen sprichwörtlich aus dem Verkehr gezogen. Wer aufgrund von stark überhöhter Geschwiondigkeit einen Unfall mit Todesfolgen verursacht und dabei auch noch Fahrerflucht begeht, sollte 5 bis 10 Jahre mit der Bahn fahren und so lernen, die Folgen zu schnellen Fahrens abzuschätzen. Und zwar nach einer vom Richter nach dem Umständen festzulegenden Dauer für die Haftstrasse.
Wenn die Strafen für überhöhte Geschwinsdigkewit oder das Fahren trotz roter Ampel (sehr beliebtes Kavaliersdelikt in manchen Bezirekn Berlin oder Kölns) nicht abschrecken, muss man sie halt verschärfen und wesentlich genauer kontollieren. Das Problem der in den letzten jahren steigenden Zahl der Raser hängt meiner Meinung nach eh eng mit dem geringeren Risiko, werwischt zu werden zusammen. Und das hängt vor allem mit dem Personalmangel bei der Polizei zusammen. Weniger Kontrolle - weniger Sicherheit. So einfach ist das!

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k55 07.06.2016, 13:56
113. Angemessen

Zitat von Jack Torrance
Der geschilderte Fall dürfte das denkbar schlechteste Beispiel sein. Wenn vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen wurde mit der Begründung, dass der Unfall (auch) bei angemessener Geschwindigkeit unvermeidbar gewesen wäre, steht somit fest, dass die überhöhte Geschwindigkeit (oder sonst ein Verhalten des Fahrers) gerade nicht Unfallursache war, sondern möglicherweise ein Fehlverhalten des getöteten Fußgängers.
Die Experten haben m.E. nicht verstanden, was angemessene Geschwindigkeit ist. 50 km/h sind die Höchstgeschwindigkeit an dieser Stelle, sie waren offensichtlich nicht angemessen.
Hat der Staatsanwalt nix gemerkt, oder ist der auch vom Daimler gekauft?

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jackbubu 07.06.2016, 13:56
114. Es ist schon

Ein Kavaliersdelikt. Man hört es immer wieder das Menschen sagen, "innerorts fahre ich 10km/h und außerhalb 20km/h schneller, kostet mich dann ca 15-20€".
Bei den groß angekündigten Blitzermarathons werden dann noch zig Leute geblitzt und regen sich darüber auf ob die Polizei nichts besonderes zutun hat.
Fahren unter Einfluss von Alkohol und Drogen wäre auch ein Thema.
Die Strafen egal ob zu schnell fahren, oder solch beschriebene Unfälle sind viel zu niedrig.
Die Schweiz kann da nur Vorbild sein.
Eine Strafe muss spürbar sein und weh tun.
Wenn mal für 20km/h zu schnell ein knöllchen über 500€ kommt oder der Führerschein mal für ein paar Jahre weg ist , kommt vielleicht ein aha Effekt.
Aber ich denke in Deutschland stehen hinter solchen Sachen Zuviels intressensverbände ( wie Tempolimits auf der Autobahn)

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markus_wienken 07.06.2016, 13:56
115.

Zitat von Miller3000
Ich glaube sehr wohl, dass hohe Strafen zum Nachdenken anregen. Wenn nix passiert, außer einer Bewährungsstrafe, macht man sich natürlich keine Gedanken. Nach ein paar Verurteilungen anderer zu min. 3 Jahren Haft aber sicher schon.
Genau so ist es.
Wie ich aus diversen Vorgängerforen mitgenommen habe, hat sich die Anzahl der Raser in der Schweiz nach Erhöhung der Strafen signifikant veringert.
Auch die hohen Strafen in Singapur schrecken ab.

Wichtig ist, dass neben den hohen Strafen auch (mehr oder weniger) flächendeckend kontrolliert wird und die Strafen auch konsequent zur Anwendung kommen.

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Willi89 07.06.2016, 13:57
116.

Zitat von ich2010
hat eigentlich jemand den artikel gelesen?
Scheinbar nicht, es geht nur darum Raser an die Wand zu stellen, wer kann denn dagegen sein, die sind doch böse? Zu den Mistgabeln und weg mit denen!

Wenn einer Rennen fährt und Scheiße baut gehört der ordentlich bestraft, keine Frage.
Im Artikel wurde scheinbar ein echt blödes Beispiel genommen. Wenn ich einem Auto vor mir ausweiche und von rechts springt ein Fußgänger auf die Straße den ich nicht sehen kann dann läuft das richtig beknackt, deswegen bin ich aber trotz Mercedes und 60 Innerorts von denen ein Dutzend Leute sicher behaupten es wären 100 gewesen, noch immer kein Raser der den Tod von Menschen in Kauf nimmt.
Viel mehr bin ich ne ganz arme Sau weil ich den Tod von jemandem zu verantworten hab und gar nicht weiß wie ich hätte anders handeln sollen, selbst Gutachter sagen, nein das ist Schade aber war unvermeidbar in der Situation. Schlimmer ist nur die andere Familie dran.

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knusperfisch 07.06.2016, 13:58
117. Radfahrer

einge Radfahrer sind auch Raser, ich bringe meinen Kindern bei erst zu kucken, bevor sie aus der Tür auf den Bürgersteig treten. Als ich einmal den Kopf raus streckte, hat mich ein Radfahrer gestreift, wäre er in eins meiner Kinder (2 und 4) gefahren, hätte er sie vermutlich getötet und ich hab nur noch den Finger gezeigt bekommen, als ich ihm hinterher gebrüllt hab. Ich bin für mehr Kontrolle und höhere Strafen.

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hinschauen 07.06.2016, 13:58
118.

Und auch hier greift die Debatte wie oft zu kurz. Wer sich mal einen Beitrag über illegale Autorennen ansehen will, kann einen Beitrag der Spon-Kollegen von Spiegel TV dafür nehmen. Und wird feststellen, dass 100 Prozent der darin auftauchenden Beteiligten einen Migrationshintergrund haben. Hohe Gewaltbereitschaft kombiniert mit einem vollkommen fehlendem Respekt vor Gesetzen (und vor der Polizeit, die sie durchsetzen soll) von männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist ein massives Problem, das sich nicht erst seit der Silvesternacht in Köln zeigt. Die Ursachen dafür sind nicht genetisch bedingt (weshalb dieser Post kein rassistischer ist), sondern sozial. Aber um dieses soziale Problem lösen zu können, muss man es erst einmal offen diskutieren.

http://www.spiegel.de/video/fast-furious-and-dead-koelns-kampf-gegen-die-raser-video-1607753.html

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zerr-spiegel 07.06.2016, 13:58
119.

Zitat von charlybird
Geschwindigkeiten. Mein Fahrlehrer, und ich hab den Lappen in den 70ern gemacht und damals war die Ausbildung ein Pups gegen heute, hat schon damals bei
In den 1970ern musste man aber nach dem 3. Mal durchfallen zur MPU, wenn man nochmal wollte.

Seit einigen Jahren darf man sooft zur Prüfung wie man möchte (innerhalb eines Jahres nach der ersten theoretischen Prüfung; danach muss man sich einfach bei der Führerscheinstelle wieder neu anmelden).

Mein Kumpel ist Fahrlehrer, der hatte schon Leute mit 500 Fahrstunden und 20 Prüfungen. Durch Zufall dann mal eben bestanden. Vorher durchgefallen wegen roter Ampel, Stop-Schild, Fußgängerüberweg.
Die kürzeste Fahrprfung war: Einsteigen, Motor anlassen, fertig. Vor dem Anlassen kommt nämlich Anschnallen. Ein paar Tage später die nächste Prüfung: Diesmal hat es etwas länger gedauert, dieselbe Dame hat vor dem Losfahren nicht nach hinten geschaut. Und das nach über 200 Fahrstunden.

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