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Raser-Unfälle: Das Auto als Waffe
DPA

Raser verursachen immer wieder tödliche Unfälle. Vor Gericht werden die Fahrer meist milde bestraft. Aber was ist angemessen? Ein Erklärungsversuch.

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coloneltw 07.06.2016, 13:58
120. Herr Zopfs trifft den Nagel auf den Kopf

Die Raser fühlen sich nicht angesprochen. Gegen Blitzer haben Sie Apps. Daher fordere ich von den Behörden massiv die zivilpolizei auszubauen, welche mit nicht erkennbaren Einsatzfahrzeugen Fahrer und Ihre miese Fahrweise aufdeckt und vor Ort am Videobeweis aufzeigt. Das wirkt mehr als ein Foto nach 4 Wochen. Zudem kann die Polizei so einem Fahrer so lange hinterherfahren bis er so viele Bußgelder gesammelt hat, dass es gleich für 3-6 Monate Entzug der Fahrerlaubnis hinausläuft. Dann haben wir das gleiche Ergebnis (Raser verliert Führerschein) nur das Todesopfer lassen wir aus der Gleichung raus. Und hier reden wir nicht nur von Rasern. Auch Fahrer, die mit 60 vom Beschleunigungsstreifen auf die Autobahn fahren gehört gehörig der Marsch geblasen - das ist auch Fahrlässigkeit höchster Güte, oder mit knapp 100 auf die Linke Spur zu ziehen ohne Gas zu geben. Die Polizei sollte mit zivilen Fahrzeugen Raser/Drängler aber auch deren Gegenpart, die Verkehrshindernisse, von der Straße ziehen. Wenn man schonmal dabei ist, könnte man den Fahrern auch das Einscherrecht für Öffis erläutern bzw. das Halten von Sicherheitsabständen. Nur diese stationären Geräte bringen rein gar nichts. Eine Momentaufnahme zeigt nicht die Fahrweise. Aber nur genau hier kann man Raser von normalen Fahrern bzw. von Verkehrshindernissen unterscheiden. Also mehr verdeckte Polizei bitte schön. Aber was rede ich. Neulich habe ich auf einem Parkplatz versucht zu navigieren - es war verflucht eng. Einige Fahrzeugführer wollten nicht 100m weiter auf einem leeren Parkplatz stehen und haben sich in Einfahrten gestellt und haben Wege zugeparkt. Die Polizei war vor Ort wegen dem Parkaufkommen - aber gegen diese faulen Falschparker haben sie nichts unternommen. Sie standen nur da und haben Ihren symbolischen Donat gegessen - die Polizei dein Freund und Helfer. Den Einsatz hätten die sich auch ersparen können. Statisten brauchen wir nicht auf der Straße.

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brotzeitholer 07.06.2016, 13:59
121. es passt einiges nicht mehr zusammen ..

es gibt Leute die fahren betrunken Fahrrad, 200m, ohne dass irgendwas passiert. Polizeikontrolle, Führerscheinentzug, mpu, das volle Programm. Kann man richtig oder falsch finden. Aber im vergleich zu diesem Fall stimmt dann halt einfach die Verhältnismäßigkeit nicht mehr.

Im übrigen die MPU hat mit Rechtsstaatlichkeit nicht viel zu tun. Was nicht heißt dass ich das System grundsätzlich ablehne.

Wir sollten generell wieder dazu übergehen das Strafmaß mehr an dem Ergebniss oder den Folgen des Handelns abzuleiten, als an den Umständen die dazu geführt haben.

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urbanism 07.06.2016, 13:59
122. die Schweiz macht es vor

das ist wieder typisch deutsche Denkweise, harte Strafen schrecken niemanden ab und deswegen verhängen wir erst gar keine...
Ein Führerscheinentzug alleine hält doch einen Raser nicht vom fahren ab. Wie häufig kommt es mittlerweile vor, das Raser erwischt werden die ihre Fläppe schon lange abgegeben haben oder noch nie eine Fahrerlaubnis besessen haben.
Die Schweiz macht es vor, wie man es machen muss.

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dliblegeips 07.06.2016, 14:02
123. Deutschland Autoland

In der Schweiz wird ein härter durchgegriffen. Raserunfälle werden als vorsätzliche Tötung angesehen und ensprechend bestraft. Bei schlimmen Verstössen auch ohne Unfalfolge wird das Auto konfisziert, egal wer der Eigentümer ist. Die Bussen sind auch generell viel höher.
Schweizer Auto udn Motorradraser gehen deshalb sehr gerne nach Deutschland nicht nur auf die Autobahn. Die Bussen in Deutschland sind im Vergleich zu hier ein Trinkgeld und liegen schon schön abgezählt bereit.

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mazzmazz 07.06.2016, 14:03
124. Der Michel schäumt...

...vor Wut und lässt jedweden Realitätssinn vermissen.
Ist der eine Michel Richter, fällt er im Sinne des links-gutmenschelnden Täterschutzes ein lächerlich mildes Urteil am untersten Rand des möglichen Strafrahmens und verhöhnt somit die Opfer noch.
Ist der Michel unbeteiligt, fordert er Speedlimits und lebenslange Führerscheinentzüge.
Wie wäre es mit einem realistischen Mittelweg?
Wer jemanden mit deutlich überhöhter V im Straßenverkehr verletzt, muss auf jeden Fall ins Gefängnis. Mindestens 6 Monate. Rast er (sprich: fährt er z.B. in der Stadt bei 50er Limit >70 Km/h) und tötet jemanden, dürfen es auch 15 Jahre sein.
Führerscheinentzug NACH dem Gefängnisaufenthalt mindestens 3 und maximal 10 Jahre. Dann MPU und neue Fahrprüfung.
Verletzt man jemanden durch rücksichtsloses Fahren, dito. Ich würde das nicht nur an der V festmachen.
Wer mit 55 Km/h einen besoffenen, schwankenden Radfahrer neben dem Radweg erwischt, sollte auch straffrei davon kommen können. Das Augenmaß zählt.
Die typischen asozialen Raser jedoch gehören knackig bestraft und lange aus dem Verkehr gezogen.
Des Weiteren ist ein angemessenes Schmerzensgeld für die Hinterbliebenen zu bezahlen. 15.000 Eur für den toten Papi sind NICHT angemessen. Die Familie wird auf Jahrzehnte einen geringeren Lebensstandard hinnehmen müssen. Dies ist voll auszugleichen. Mit dem gesamten Vermögen und ggf. nach dem Gefängnisaufenthalt mit dem gesamten Einkommen abzügl. einer niedrigen Freigrenze. Zzgl. Zinsen. Bis der Schaden WIRKLICH ausgeglichen ist.
Da ist noch viel Luft in unserem übersozialisierten Justizsystem.
Die Folgen müssen spürbar sein.
Dann wird es sich auch die Gans im Mini heute morgen 3x überlegen, ob sie in der Kolonne bei 70 Km/h auf 50 cm auf einen Motorradfahrer aufschließt...

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zerr-spiegel 07.06.2016, 14:04
125.

Zitat von competa1
..Regelung mit 130 auf BAB und 50 auf Landstrassen,wie es in anderen Ländern üblich ist,würde einen Gewöhnungseffekt bringen,so wie damals die Gutpflicht.
Also 130 auf der Autobahn sind fast unmöglich. Im Breiech A6/A61 kann man von Glück reden, wenn man mal keinen mit 120 links vor sich hat (A6 unbegrenzt, A61 hat 130km/h). Landstraße wird meist nur 80-90 gefahren. Nein, es leiggt kein Schnee, es hagelt nicht un es schüttet auch nicht wie aus Kübeln. Ganz normaler heller Tag mit trockener und ansonsten leerer Straße.

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thelix 07.06.2016, 14:11
126.

Zitat von zerr-spiegel
Also 130 auf der Autobahn sind fast unmöglich. Im Breiech A6/A61 kann man von Glück reden, wenn man mal keinen mit 120 links vor sich hat (A6 unbegrenzt, A61 hat 130km/h). Landstraße wird meist nur 80-90 gefahren. Nein, es leiggt kein Schnee, es hagelt nicht un es schüttet auch nicht wie aus Kübeln. Ganz normaler heller Tag mit trockener und ansonsten leerer Straße.
Und was ist daran schlimm, wenn man "nur" 80-90 auf der Landstraße fährt?

Würde mich mal interessieren, bisher konnte mir das nämlich niemand rational erläutern...

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cto74 07.06.2016, 14:12
127. Nicht Abschreckung, sondern Schutz

Zitat von missylamotte
Wie im Artikel schon angesprochen wurde, schrecken höhere Strafen nicht wirklich ab.
Hier geht es nicht primär um Abschreckung, sondern um den Schutz der Bevölkerung vor Menschen, die so fahrlässig sind, dass sie ihre Mitmenschen gefährden, und so dumm, dass sie nicht imstande sind, die Gefahren einzuschätzen.

Vor _diesem_ Hintergrund ist sowohl ein möglichst langer Entzug der Fahrerlaubnis als auch eine Freiheitstrafe sehr wohl angemessen.

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chalchiuhtlicue 07.06.2016, 14:13
128.

Zitat von missylamotte
Wie im Artikel schon angesprochen wurde, schrecken höhere Strafen nicht wirklich ab. Raserei wirksam bekämpfen kann man nur, wenn man auf mehr Verkehrsberuhigung setzt, lange gerade Strecken, die zum Rasen einladen, vermeidet und Verkehrsknotenpunkte, die sich so nicht entschärfen lassen, durch sichere und bequeme (sonst werden sie nämlich nicht benutzt) Übergangsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer schafft und außerdem stark kontrolliert. Außerdem könnte man mal überlegen, wie viel PS ein privater PKW so braucht und da über eine gesetzliche Limitierung nachdenken. Wenn ich mehr als 200 PS unter der Haube habe, merke ich nämlich unter Umständen gar nicht mehr, dass ich so schnell fahre. Und wenn man Strafen verschärfen möchte, dann sollte man Geschwindigkeitsübertretungen und fahrlässiges Verhalten auch dann streng ahnden, wenn es nicht zu einem Unfall gekommen ist. Mit hohen Geldstrafen und längerem (oder im Wiederholungsfall dauerhaftem) Führerscheinentzug. Ich glaube, das bringt mehr, als in den tragischen Fällen, wo dann wirklich was passiert, nachträglich lange Freiheitsstrafen zu fordern. Das macht doch nichts wieder gut.
Typisches Gutmenschen- und Händchenhalter-Posting. Folgt man ihrer verqueren Logik, sollte man für keine Tat Freiheitsstrafen verhängen, denn sie bringen ja eh nix ... Und die These, dass die eigene Einschätzung der gefahrenen Geschwindigkeit von der PS-Zahl des eigenen Autos abhängen, ist schlichtweg grotesk. Das Problem in diesem Fall war ganz offensichtlich die Kombination junger Fahrer (27 Jahre) und PS-starkes Fahrzeug. Da suggerierte nämlich das teure Auto dem unreifen Charakter "Hey, du bist so geil, dass Regeln für dich nicht gelten". DAS ist das Problem. 99% der Autofahrer rasen nicht in der Stadt und denen wollen sie das Recht auf stärker motorisierte Fahrzeuge absprechen? Lächerliche Anmaßung! ------ Wenn sie wirklich der Menschheit oder auch nur uns Deutschen etwas Gutes tun wollen, dann vergessen sie Verkehrstote, denn davon gibt es nur 3000 im Jahr. Und ja, das ist keine große Zahl. Wenden wir uns doch mal höheren Zahlen zu: Alleine in der BRD könnten pro Jahr 5000 Menschen gerettet werden, wenn die neben ihnen Stehenden mal die Hände aus den Hosentaschen nehmen würden und mit kardiopulmonaler Reanimation beginnen würden, anstatt zu denken "Ich mach mal lieber nichts, dann kann ich auch nicht falsch machen". Setzen sie sich lieber mal dafür ein, dass Mitmenschen die Basismaßnahmen der Reanimation lernen. Das können 12-jährige. Warum sollten das nicht auch "Erwachsene" können? Oder noch ein paar Nummern größer: Tote durch Folgeerkrankungen von Rauchen. Über 100.000 Bundesbürger sterben jährlich an den Folgen des Rauchens. Warum protestieren sie nicht lieber dagegen? Vermutlich weil sie selber Rauchen und Angst haben, ihre ebenfalls rauchenden Freunde könnten sauer auf sie werden. Aber anderen verallgemeinernd das Fahren PS-starker Autos verbieten wollen ...

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cm1 07.06.2016, 14:13
129. Technisch lösen

Es gibt Beeinflussungstechnologie (z.B. bei Abgas) und Standorterkennungstechnologie (auch Navi genannt). Warum nicht beides kombinieren, dann gebe es keine Raser mehr. Bis dahin endlich in der Justiz durchgreifen und schwache Richter aussortieren und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen.

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