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Raser-Unfälle: Das Auto als Waffe
DPA

Raser verursachen immer wieder tödliche Unfälle. Vor Gericht werden die Fahrer meist milde bestraft. Aber was ist angemessen? Ein Erklärungsversuch.

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7eggert 07.06.2016, 14:13
130.

Zitat von Plasmabruzzler
Glaube ich weniger. Wenn man sich die Gesellschaft insgesamt anschaut, stellt man fest, dass es immer rücksichtsloser zugeht. Ob an der Kasse im Supermarkt, Nebeneinander von Radfahrern und Fußgängern oder Prügeleien. Zu letzterem: wenn jemand am Boden liegt, traktiert man seinen Schädel nicht auch noch, sondern hört auf. Ich glaube, vielen fehlt ein Unrechtsbewusstsein gepaart mit niedriger Frustrations- und niedriger Hemmschwelle zu Gewalt.
Genau, nebeneinanderfahrende Radfahrer kann man nämlich nur durch einen ohnehin vorgeschriebenen Spurwechsel überholen und kann sich nicht bis zum Gegenverkehr (dem das Herz in die Hose rutscht) halb daran vorbeiquetschen, um diese dann "notgedrungenmankannjanichtanders" abdrängen zu müssen.

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charlybird 07.06.2016, 14:15
131. Au Ha,

Zitat von zerr-spiegel
In den 1970ern musste man aber nach dem 3. Mal durchfallen zur MPU, wenn man nochmal wollte. Seit einigen Jahren darf man sooft zur Prüfung wie man möchte (innerhalb eines Jahres nach der ersten theoretischen Prüfung; danach muss man sich einfach bei der Führerscheinstelle wieder neu anmelden). Mein Kumpel ist Fahrlehrer, der hatte schon Leute mit 500 Fahrstunden und 20 Prüfungen. Durch Zufall dann mal eben bestanden. Vorher durchgefallen wegen roter Ampel, Stop-Schild, Fußgängerüberweg. Die kürzeste Fahrprfung war: Einsteigen, Motor anlassen, fertig. Vor dem Anlassen kommt nämlich Anschnallen. Ein paar Tage später die nächste Prüfung: Diesmal hat es etwas länger gedauert, dieselbe Dame hat vor dem Losfahren nicht nach hinten geschaut. Und das nach über 200 Fahrstunden.
jetzt habe ich was dazu gelernt. Ich dachte man schaut heute noch mehr auf die Ausbildung, es scheint aber man schaut eher aufs Geld, als auf die Qualität. Wundern tut es mich bei der Lobby aber auch nicht. Sind irgendwie Verhältnisse, wie in Mali oder Kambodscha, nur teurer. Da muss ich einiges zurücknehmen. Aber trotzdem darf man die, vornehmlich Herren, Raser gerne ein wenig aus dem gänzlichen Verkehr ziehen, wenn sie fahren wie die sprichwörtlich gesengten Säue und dabei Menschen umbringen. Aber das ist Deutschland einig Autoland.

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Jetztisgut 07.06.2016, 14:15
132. @53

Wenn Leute zu schnell fahren, dann deshalb, weil sie sich verschätzen, nicht weil sie vorsätzlich gefährden wollen. Was bitte gibts denn beim Autofahren hinsichtlich der Geschwindigkeit zu verschätzen? Meines Wissens hat jedes handelsübliche Auto einen eingebauten Tacho. Da braucht man nicht schätzen, sondern nur abzulesen. Und dann muss man das Ergebnis noch mit der in der Regel eindeutig bestimmten Höchstgeschwindigkeit vergleichen. Und wer daran scheitert, sollte sich halt nicht hinter ein Lenkrad setzen dürfen.

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viceman 07.06.2016, 14:16
133. bei unfall mit todesfolge

sollte das strafmaß ,beim schuldigspruch , nur noch bei außergewöhnlichen umständen eine bewährungsstrafe zulassen... dazu führerscheinentzug und geldstrafe bzw. eine realistische wiedergutmachung! anders wird es nicht zu klären sein- im notfall - drastische maßnahmen , wie in der schweiz...

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minekaze 07.06.2016, 14:19
134. Die Volksseele kocht...

... und ich bin mir 100%ig sicher, dass jeder (wirklich JEDER) Forist mit einem Auto schon mal schneller als 50km/h gefahren ist, wo nur 50 erlaubt waren. Das passiert nun mal. Meistens wissentlich ("die anderen fahren 65km/h?... dann darf ich das auch!").
Wer fährt denn bitte exakt 50, wo 50 erlaubt ist? Höchstens am Sonntag trifft man mal mit viel Glück einen.
Also was soll diese ekelhafte Heuchelei in diesem thread?
Experten haben ein Urteil gesprochen aufgrund von Informationen, die wir gar nicht haben. Trotzdem meinen hier aber erschreckend viele Hobby-Juristen, wie das Urteil stattdessen hätte aussehen sollen.
Peinlich!

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wiesenflitzer 07.06.2016, 14:19
135.

ZITAT: "Denn ein potenzieller Raser hält seine Fahrweise ja nicht für todesgefährlich und wird deshalb durch eine höhere Strafe für eine fahrlässige Tötung gar nicht angesprochen".
So ganz ich das nicht verstehen. Auch Jugendliche können lesen, Schilder verstehen, usw. Ich weiß dass Jugendliche sich in diesem Alter einfach für "unsterblich" halten. Habe selbst eine Vielzahl von (auch tödlich verlaufende) Verkehrsunfälle aufgenommen. Ich erinnere mich gut an eine sehr kurvige Landstraße, welche durchgehend beidseitig mit großen Bäumen flankiert ist.
Bis ich die Dienststelle verließ hatten sich in den Jahren auf dem 5 km langen Teilstück 8!! Kreuze (alles bei den Unfällen getötete Jugendliche) versammelt. Hat es etwas genutzt? Nein, nix. Kommentar der anderen Jugendlichen: "Mir passiert das nicht".

Trotzdem denke ich, wenn man die Problematik ausreichend auch schon in den Schulen, Vereinen, Fahrschulen etc. konsequent kommunizieren würde, muss ein Umdenken quasi zu erzwingen sein. Wir reden hier nicht von Gurtpflicht, etc. sondern von Raserei mit Todesfolgen; ganze Familien zerbrechen daran. Da dürfte es im Gegenzug und im Einzelfall dann auch schon mal eine Gefängnisstrafe sein.
Und jedem Jugendlichen MUSS klargemacht werden, dass er bei stark überhöhten Geschwindigkeiten andere TÖTEN kann. Ihm wird ja auch grobe Fahrlässigkeit und rücksichtsloses Verhalten attestiert, warum dann nicht auch die logische Folge, dass er bewusst fahrlässig das Leben Anderer aufs Spiel setzt.
Irgendwie erschließt sich mir das nicht.

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7eggert 07.06.2016, 14:22
136.

Zitat von knusperfisch
einge Radfahrer sind auch Raser, ich bringe meinen Kindern bei erst zu kucken, bevor sie aus der Tür auf den Bürgersteig treten. Als ich einmal den Kopf raus streckte, hat mich ein Radfahrer gestreift, wäre er in eins meiner Kinder (2 und 4) gefahren, hätte er sie vermutlich getötet und ich hab nur noch den Finger gezeigt bekommen, als ich ihm hinterher gebrüllt hab. Ich bin für mehr Kontrolle und höhere Strafen.
Steigen Sie mit der gleichen Sorglosigkeit auch zur Fahrbahnseite hin aus? Ach nein, Autos sind ja Verkehr ...

Beim Aussteigen ist es Ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, daß niemandem etwas passiert. Auch nicht den Radfahrern, die "aus Sicherheitsgründen" auf wie immer irrsinnig angelegten Radwegen zentimeterdicht an Ihrem Auto vorbeifahren sollen.

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rieberger 07.06.2016, 14:22
137. Erklärungsversuch gescheitert!

Erklärungsversuch gescheitert - mein Fazit nach Lesen des Artikels. Die Unumkehrbarkeit der Tat, hier der Tod eines Menschen, muß in das Strafmaß einfließen. Die Angehörigen haben lebenslänglich.
Natürlich wird eine abschreckende Wirkung nicht erzielt werden, allerdings muß der Sühnegedanken und die Schwere der Schuld in Relation gesetzt werden.

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cogite et dice 07.06.2016, 14:30
138. Fakten offenbar grob unvollständig dargestellt

Querte das Opfer die VIELBEFAHRENE ( Zitat aus obigem Text) Kantstraße auf einem Fußgängerüberweg mit Zebrastreifen oder Ampel - oder einfach so? War die evtl. vorhandene Fußgängerampel rot oder grün? Es war regnerisch zum Unfallzeitpunkt um 14.45 im März 2014.
Der Artikel über den Unfall in der Berliner Morgenpost mit Foto (vom 19.03.2014) zeigt deutlch eine Markierung der Unfallstelle auf dem Asphalt. Die Kantstraße hat hier allein für eine Fahrtrichtung - die Gegenfahrbahn ist nicht zu sehen - 4, in Worten: VIER, Fahrspuren! Ca. 50 -100m weiter ist eine Ampelkreuzung mit Fußgängerüberwegen. Vielleicht wurde vor Gericht ja berücksichtigt, dass man als Autofahrer, der ausschert, eigentlich schon darauf vertrauen darf, dass nicht plötzlich ein Fußgänger wie aus dem Nichts die Straße quert, wenn wenige Meter weiter eine Ampelkreuzung mit Fußgängerüberwegen kommt.
Es ist leider so: Wenn die Rücksichtslosigkeit des Rasers mit der Dummheit / Dreistigkeit des 50-jährigen Fußgängers, trotz nahen Fußgängerüberweges die vielspurige und vielbefahrene Straße mittendrin zu queren, zusammentrifft, sind die Folgen fatal.
In den Innenstädten findet mit gutem Grund eine klare Trennung der Verkehrszonen für Autos, Radfahrer und Fußgänger statt. Ich erlebe Rücksichtslosigkeit und Gedankenlosigkeit aller Parteien: Raser, Kampfradler - meist ohne Licht - und auch Fußgänger, die einfach so über vielbefahrebe Straßen laufen und für die das Rot der Verkehrszeichen keine Bedeutung hat.
Könnte es also nicht sein, dass im Lichte dieser Tatsachen den Fußgänger eine Mitschuld trifft.

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