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Raser-Unfälle: Das Auto als Waffe
DPA

Raser verursachen immer wieder tödliche Unfälle. Vor Gericht werden die Fahrer meist milde bestraft. Aber was ist angemessen? Ein Erklärungsversuch.

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caracho! 07.06.2016, 12:21
10. Der perfekte Mord

Wie wir in kleinem Jurastudentenkreis schon vor Jahren feststellten:
Willst Du jemand töten, ohne eingesperrt zu werden, nimm das Auto.
Die Fälle gibt es nicht erst die letzten Jahre, unser Diskussionsauslöser ist locker 15 Jahre her, ein BMW-Fahrer, der eine Mutter mit Ihrer Tochter umgebracht hat. Er war keinen einzigen Tag im Gefängnis, und hat mittlerweile sogar wieder den Führerschein. Ein Hohn.....

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Jack Torrance 07.06.2016, 12:23
11. Freispruch

Der geschilderte Fall dürfte das denkbar schlechteste Beispiel sein. Wenn vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen wurde mit der Begründung, dass der Unfall (auch) bei angemessener Geschwindigkeit unvermeidbar gewesen wäre, steht somit fest, dass die überhöhte Geschwindigkeit (oder sonst ein Verhalten des Fahrers) gerade nicht Unfallursache war, sondern möglicherweise ein Fehlverhalten des getöteten Fußgängers.

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enlasnubes 07.06.2016, 12:24
12. konsequent

Zitat --- Doch Raser unterschätzen typischerweise völlig die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit und denken nicht ansatzweise an Todesgefahren, so Zopfs . ---

Das ist auch ein Ausdruck dessen, wie sehr die Rechte der Autofahrer nicht nur in unserer Gesellschaft höher gewertet werden als das Recht auf Leben, Unversehrtheit und Bewegungsfreiheit der nicht Autofahrenden. Die faktisch ausbleibenden Bestrafung der Tötung anderer Menschen, solange man Führer eines Kfz ist, ist da nur konsequent. Konsens ist nämlich, dass nicht das Autofahren das Leben und die Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer gefährden, sondern dass die anderen die freie Fahrt der Autos gefährden.

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exil-berliner 07.06.2016, 12:24
13. Wer Opfer wird hat ein Problem...

Wer in unserer Gesellschaft das Opfer von Verbrechen wird hat allgemein ein Problem der Wiedergutmachung. Gegen Raser kann man sich nur schwer bis gar nicht schützen, jedoch komme ich im Autoverkehr in gefährliche Situationen versuche ich Raser z.B. hinter mir wenigstens auszubremsen.
Im Schadensfall (Opfer von allen Straftaten generell) hat man jedoch in unserer Gesellschaft allgemein ein Ge-Rechtigkeits Problem.

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jebeb 07.06.2016, 12:24
14. Höhere Strafen bringen nichts, sondern bessere Technik

Jedes Auto braucht einen Schreiber für Geschwindigkeit, Bremsaktivitäten, usw., der nach einem Unfall ausgelesen werden kann. Technisch schon lange möglich, nur irgendwelche Schwachköpfe halten das für eine schlechte Idee.

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spon-433-850r 07.06.2016, 12:24
15. Profession

Was diverse Professoren in diesem Land für verquere (fachliche) Ansichten öfter kundtun, ist kaum auszuhalten.
Man muss nicht vom Fach sein um den Wert eines Lebens zu "schätzen" und ebenso auch nicht, für diesen Verlust. Ursache und (juristische) Folge stehen in einem völligen Missverhältnis..

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bouncyhunter 07.06.2016, 12:25
16. Auch ein Bereich

in dem man den Eindruck gewinnt,dass Täterschutz vor Opferschutz geht.Wer rast oder alkoholisiert Auto fährt,sollte imho bei Personenschäden stärker bestraft werden und nicht nach einem Tötungsdelikt mit einer Dutzi-Dutzi-Schulung aus der Nummer rauskommen.Bei manchen "sportlichen" Fahrern,die sich einen Spaß daraus machen,nur Zentimeter an Radfahrern vorbeizudreschen würde ich sogar Mord als Justiziabel befürworten.

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barrakuda64 07.06.2016, 12:27
17. Das ist doch ganz einfach!

Warum müssen wir in Deutschland immer alles so kompliziert machen? Gönnerhaft und selbstgefällig erklärt der Deutsche immer wieder, dass nicht alles so einfach sei.......................DOCH - es IST einfach! Wer jemanden überfährt, flüchtet und sich dann erst, nachdem er alles mit seinem Anwalt besprochen hat, in dessen Beisein stellt, dem gehört zu einer saftigen Strafe der Führerschein auf Lebenszeit entzogen. PUNKT! Andere werden wegen viel geringerer Dinge einer MPU unterzogen und getriezt, nur damit die Organisationen, die diese Untersuchungen durchführen, ihre "(Durchfall-)Quote" erfüllen. Sind sie Sportschütze? Dann wissen Sie, wie schnell man in Deutschland auch wegen Verstößen, die überhaupt nichts mit dem legalen Waffenbesitz zu tun haben, die Zuverlässigkeit abgesprochen bekommt und seine Waffen abgeben muss. Straßenrennen, die in letzter Zeit sowieso Überhand nehmen und rücksichtslose Fahrerei mit Verletzungs- oder sogar Todesfolge ist nichts anderes als würde jemand wild in der Öffentlichkeit herumschießen, in der Hoffnung niemanden zu treffen. Wir Deutschen sind schon wirklich ein seltsames Volk - auf der einen Seite die "German Angst" vor den unwahrscheinlichsten Risiken, auf der anderen Seite, wenn es um´s Auto geht, absolut risikoblind. Interessant sollten nur die Folgen sein. Sitzt jemand im Rollstuhl, ist es ihm egal, ob es durch eine Schußwaffe, durch Schlägerei oder durch rücksichtslose Fahrweise verursacht wurde. Warum gibt es bei Autos nicht auch einen Stufenführerschein, ähnlich wie bei Motorrädern? Mittlerweile haben "Standardfamilienkutschen" 250 und mehr PS und kürzlich hat ein 19-jähriger Mitarbeiter in unserer Gegend einen Unschuldigen totgefahren, weil er die Kontrolle über einen sich über das Wochenende von der Firma geliehenen M4 (450 PS) verloren hat. Er selbst ist leichtverletzt, der 47-jährige unschuldige Familienvater ist tot! Bei aller Liberalität, ein 450 PS Auto gehört nicht in die Hände eines 19-jährigen Fahranfängers. Das gehört noch nicht einmal in die Hände eines erfahrenen Autofahrers. Der Mensch ist einfach zu unzuverlässig und zu undiszipliniert, um solche Fahrzeuge dauerhaft vorschriftsgemäß im öffentlichen Straßenverkehr zu bewegen. NEIN, ich bin kein Grüner! Ich fahre sogar ein Sportmotorrad mit 200 PS, ABER schnell gefahren wird auf der Rennstrecke! Dort trennt sich die Spreu vom Weizen und die meisten Großmäuler, die sich nur am Stammtisch und auf öffentlichen Straßen Gas geben trauen und deswegen vermeintlich schnell sind, weil sich die anderen an die Vorschriften halten, verlieren spätestens dort ihre "Eier", falls sie welche haben!

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Melb 07.06.2016, 12:27
18. Höhere Strafen schrecken nicht ab...

... ja, das haben wir jetzt schon oft gehört. Und Rechtsgelehrte wie der Herr Zopfs werden nicht müde, das zu betonen.
Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer, weshalb die Akzeptanz der deutschen Rechtsprechung immer weiter den Bach runter geht. Das Rechtsempfinden der Bevölkerung, was angemessene Bestrafung angeht, stimmt nicht mehr mit der herrschenden Meinung in den Juristenzirkeln überein - v.a. bei Gewalt und Tötungsdelikten.

Der Hauptgrund besteht in der Tatsache, dass der Erziehungsgedanke und der Vorbeugungsgedanke im Strafrecht seit geraumer Zeit den Ton angeben.
Die zentrale Ursprungsfunktion, die Sühne des Unrechts, wird kaum noch berücksichtigt.
Es mag sein, dass härtere Strafen solche Taten nicht verhindern. Aber für bereits erfolgte Straftaten muss dem Täter eben auch ein empfindlicher Nachteil entstehen, um die Gerechtigkeit wieder herzustellen.

Das geht vielen progressiven Juristen (die Mehrzahl) natürlich massiv gegen den Strich, und sie mühen sich weiter vergeblich, der Öffentlichkeit ihr Verständnis eines fortschrittlichen Strafrechtes zu vermitteln (man könnte es auch Umerziehung nennen).
Aber wie sich an der Empörung nach solchen und vielen anderen Urteilen immer wieder feststellen lässt, ist das über viele Jahrhunderte gebildete Gerechtigkeitsverständnis praktisch immun gegenüber solchen Anmaßungen.

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streetbob011 07.06.2016, 12:27
19.

wenn man solche Experten hat wie den Strafrechts-Professor Jan Zopfs, braucht man sich über eine Verurteilung solcher verbrecher keinen kopf zu machen

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