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Rostschäden am Vorführwagen: BGH verdonnert Autohändler zu Schadensersatz
Corbis

Welche Fristen gelten beim Kauf eines Gebrauchtwagens? Darüber hat der Bundesgerichtshof entschieden - und die Rechte der Verbraucher gestärkt.

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Wiedereinaussteiger 29.04.2015, 13:12
1.

Die Verwirrungen um Gewährleistungsfristen sind Absicht. ...
In die Gesetzgebungsverfahren greifen die Lobbys ein. Stetes Ziel ist das Umverteilen: heraus aus den Taschen der Konsumenten hinein in die Taschen der Anteilseigner. So feierte mal das Wirtschaftsministerium die zweijährige Gewährleistung nach EU-Recht als "Verbesserung" des Verbraucherschutzes, vergaß aber zu erwähnen, dass der Händler vom Kunden nun schon nach einem halben !!!! Jahr den Nachweis verlangen kann, dass der Fehler bereits beim Neuteil vorgelegen habe. Ein Nachweis, den der normale Verbraucher sehr oft nicht führen kann, und dann..?...Gewährleistung..?.. Pustekuchen, Nasedrehen. Da stand man sich mit der alten einjährigen Gewährleistung nach deutschem Recht oft besser.

Beim Gebrauchtwagenhandel gibt es noch eine andere üble, immer mehr um sich greifende Masche: den "Verkauf im Kundenauftrag". Damit ziehen sich die Händler ebenso aus den gesetzlichen Gewährleistungsverpflichtungen - und verweisen den Käufer im Schadensfall schlanken Fußes auf den Vorbesitzer. Kein Gesetzgeber weit und breit, der dieses - oftmals vorgetäuschte - "Kundenbeauftragtsein" unterbindet.

Der Kunde muss aufpassen, wird aber als Laie zum Opfer der ausgekochten Profis.
Die Lobbys verarxxxen die Bürger nach Strich und Faden, und die Politk macht dabei lustig mit - zum Nachteil der Bürger.

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ClausWunderlich 29.04.2015, 13:13
2.

Richtig so! Viele AGB sind so gemacht das der normale Bürger kaum oder nicht durch blickt. Und in solchen Fällen sollten Gerichte Grundsätzlich für den Verbraucher entscheiden. Vieleicht hört das dann auch auf also mit diesen dubiosen AGB.

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pevoraal 29.04.2015, 13:20
3. Gerechtes Urteil

Ein so junger Wagen mit Rostschaeden ist sicher nichts was der Kaeufer erwarten durfte. Waere mal interessant zu erfahren ob bei der Aufbereitung die sicher stattgefunden hat nicht schon Rostschaeden aufgearbeitet wurden

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bernd.stromberg 29.04.2015, 13:36
4.

Zitat von Wiedereinaussteiger
Die Verwirrungen um Gewährleistungsfristen sind Absicht. ... In die Gesetzgebungsverfahren greifen die Lobbys ein.
Teilweise ist das so.

Andererseits sieht es so aus dass in Deutschland eine "Vollkasko-Mentalität" herrscht. Sich über gesetzliche Grundlagen zu informieren oder Verträge bzw. AGB durchzulesen dazu sind viele nicht mehr gewillt oder fähig.

Da fehlt mir ab einem gewissen Punkt dann jegliches Verständnis.
Selbst viele Verkäufer kennen ja die Grundlagen der gesetzlichen Regelungen zum Thema Sachmängelhaftung und Unterschied Gewährleistung/Garantie nicht.
Das ist ein Armutszeugnis für die Bildungsinstitutionen und die Leute in diesem Land.
Und das Ergebnis ein ungebildeten, uninformierten Gesellschaft sieht man dann bei jeder Bundestagswahl aufs Neue...

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Max Super-Powers 29.04.2015, 13:46
5.

Sehr gutes Urteil. Viele Verträge - zu viele - sind heute in einem dermaßenen Juristendeutsch verfasst, dass es für Otto Normalverbraucher unmöglich ist, diese zur Gänze zu verstehen.

Aber: Auch wieder ein Grund, warum ich noch nie ein Auto von einem Autohaus erstanden habe. (Ich hatte auch noch nie einen Neuwagen, aber das aus anderen Gründen wie etwa Wertverfall). Nun habe ich ein bißchen Wissen, um bei einem Gebrauchtwagen halbwegs zu erkennen, ob es ein Blender oder nicht ist (allerdings bin ich in einer langen Reihe von Gebrauchtwagen noch nie mit einem Auto reingefallen). Nun hat nicht jeder solches Wissen oder kennt jemanden, der mit ihm ein Auto begutachtet. Von daher: Astreines Urteil!

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noalk 29.04.2015, 13:57
6. Unklarer Tatbestand

Zitat von bernd.stromberg
... Andererseits sieht es so aus dass in Deutschland eine "Vollkasko-Mentalität" herrscht. Sich über gesetzliche Grundlagen zu informieren oder Verträge bzw. AGB durchzulesen dazu sind viele nicht mehr gewillt oder fähig ...
Leider ist die Schilderung des zugrunde liegenden Tatbestands im Artikel nicht so klar. Ich vermute, dass in den AGB des Händlers nur etwas stand, was sich ähnlich las wie "Es gelten die Garantiebestimmungen der AGB des ZDK." Also keine explizite Nennung einer Garaniezeit. Die Kundin hätte sich also erst an anderer Stelle über die entsprechende Klausel des ZDK informieren müssen. Und das halte ich für unangemessen und das Urteil daher für richtig. Das hat nichts mit Vollkasko-Mentalität zu tun, sondern ist schlichte Irreführung.

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Bernd.Brincken 29.04.2015, 14:05
7. Markt

Zitat von Wiedereinaussteiger
Beim Gebrauchtwagenhandel gibt es noch eine andere üble, immer mehr um sich greifende Masche: den "Verkauf im Kundenauftrag". Damit ziehen sich die Händler ebenso aus den gesetzlichen Gewährleistungsverpflichtungen...
Und wenn sie das nicht könnten, müssten sie das Nachbesserungs-Risiko natürlich auf den Preis draufschlagen.
Die Händler sind ja keine staatliche Institution, die sich aus dem Steuertopf die Verluste zurückholen kann.
Wer ein Auto sucht und dafür tausende hinblättert, hat doch auch Zeit, die Angebote mit Händlergarantie heraus zu suchen.
Also liegt es ganz bei den Käufern, welche Leistungen sie kaufen wollen. Diese sollten allerdings klar sein, da hat der BGH erstmal recht. Und hat nun den Verkäufern den schwarzen Peter überreicht, das klar zu machen, okay.
Ergebnis wird sein, dass noch mehr "Verkäufe im Kundenauftrag" stattfinden.

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rbwntr 29.04.2015, 15:27
9. AGB für Normalbürger überflüssig

So weit ich gehört habe, dürfen AGB keine für den Normalbürger überraschenden oder gar sittenwidrige Klauseln enthalten. Deshalb kann es dem "normalen" Kunden egal sein, was sie enthalten. Anders verhält es sich für Juristen und Kaufleute. Die müssen schon alles lesen, da ihre Zustimmung ein anderes Gewicht hat!

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