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Rotlichtverstöße: Bundesrat beschließt höheres Bußgeld für Radler
DPA

Bei Rot über eine Ampel zu radeln soll bald teurer werden: Der Bundesrat hat eine Erhöhung des Bußgeldes um 15 Euro beschlossen. Die Neuregelung ist durch das geplante Punktesystem nötig geworden.

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radbube 12.04.2014, 11:02
150. Heuchelei

Ich bin 62 Jahre und überfahre seit -zig Jahren regelmäßig rote Ampeln.
Natürlich habe ich nicht die Absicht, dabei Kopf und Kragen zu riskieren und tue dies deshalb nur dann, wenn ich NIEMANDEN, also zuförderst auch mich selbst, gefährde. Üblicherweise genau dann, wenn alle Lichter auf Rot stehen und keiner fahren darf oder wenn ich zu gottverlassener Stunde der einzige bin, der diese rechtsstaatlich verordnete Gehorsamsübung absolvieren soll.
Zunehmend werden in größeren Städten Ampeln ja dazu genutzt, Autofahrern das Fahren regelrecht zu vergällen. Beispiele dafür gibt es dort, wo ich herkomme (Leipzig) zu hauf.
An diesen "Warteampeln", an denen die Ökofreaks im Stadtrat die Autofahrer gezielt stressen sollen, soll dann also auch der - doch eigentlich politisch gewollte - Radler mangels getrennter Verkehrswege minutenlang darauf warten, dass es endlich, endlich wieder weiter geht.
Insofern ist diese weitere Bußgeld-Erhöhung der Gipfel der Heuchelei.
Wenn ich nicht radle, fahre ich übrigens auch reichlich Auto und kenne also beide Seiten der Medaille.

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Boomerang 12.04.2014, 11:08
151.

Zitat von 7eggert
Leider lassen sich viele Autofahrer durch einen weiter rechts fahrenden Fahrradfahrer dazu verleiten, trotz Gegenverkehr zu überholen und drängen dann den Radfahrer ab - der dann natürlich entsprechend weniger Platz zum Ausweichen hat. Erst wenn die Nasenspitze beim Überholen über die Linie ist, entsteht Bereitschaft, den vorgeschriebenen Abstand einzuhalten.
Ja, das ist mir bekannt. Und generell kann ich damit auch gut leben. Darum hatte ich in meinem Beispiel ja auch explizit erwähnt, dass Berufsverkehr war, die Autofahrer also über viele Kilometer auf der Bundesstraße gar nicht überholen konnten. In solchen Situationen würde ich als Radfahrer dann immer auf den benachbarten Waldweg ausweichen. Besser wäre es natürlich, wenn es einen Radweg geben würde.

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_unwissender 12.04.2014, 11:13
152. Viel Erfahrung haben Sie nicht?

Zitat von akmsu74
Radfahrer (und auch Motorradfahrer, zu denen ich mich auch zähle) beschweren sich immer wieder, sie würden im Verkehr "diskriminiert" und "kriminalisiert" und wollen als "gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer" wahrgenommen werden. Das ist an sich eine gute Idee - aber gleiche Rechte bedingen gleiche Pflichten! Und (sehr) viele Radfahrer (egal ob mit Motor oder ohne) scheren sich einen Dreck um die Verkehrsregeln! Und solange das so ist, werden sie beim Verletzen der Regeln und eben ggf. auch an anderer Stelle "abgeschossen", sei es, weil sie nicht gesehen werden, sei es, weil die Dosenfahrer wissen, dass sie im recht sind und selbst kaum ein Risiko tragen. Das ist NICHT nett und auch nicht "rechtens" - aber verständlich und nur mit der Gesamtsituation zu ändern. Also entweder gleiche Pflichten - und damit auch gleiche Bussgelder - für Alle oder eine konsquente Trennung der Verkehrswege...
Oder finden Sie das gleichberechtigt, wenn der Radfahrer an wenig belebten Kreuzungen, erst mal Knopf drücken müssen, damit grün wird, um über die Rechtsabbiegespur zu kommen, dann auf der Insel Knopf drücken, um für geradeaus über die Kreuzung zu kommen?

Gleiche Rechte? Genau! Man muss eben rechtzeitig vom Radweg runter und sich in den Verkehr einreihen. Das ist nicht so teuer, kostet zwar mehr Anhuper aber spart am Ende Zeit und Geld, vor allem auch Punkte.

Ich finde es traurig, wie sich hier wieder die Betroffenen gegenseitig ankeifen, statt dass sie mal nachdenken würden und solchen Maßnahmen und den zuständigen Ministern mal Flötentöne beibrächten.

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gorkamorka 12.04.2014, 11:13
153.

Die Radfahrer werden doch eh nicht erwischt bei Verstößen, es fehlt das Nummernschild.
TÜV gleich bitte auch einführen für die Fahrräder, manche sind sehr unsicher unterwegs und mit mangelhaften Bremsen. Und harte Strafen für falsch eingestellte Power-LED Scheinwerfer ebenfalls einführen.

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sikasuu 12.04.2014, 11:25
154. Sag ich ja, da kannst du eine Staatsarbeit drauf schreiben!

Zitat von 7eggert
Klar, aber rechtlich falsch: Fußgängerampel gelten nach der alten Regelung genau dann, wenn - keine Radfahrerampel existiert. - eine Radfurt existiert - diese Radfurt unmittelbar an eine Fußgängerfurt grenzt Ob die alte Rechtslage überhaupt wirksam verlängert wurde, ist strittig. Besonders toll ist, daß es auch für Linksabbieger auf der Fahrbahn mit einer gegenläufigen Schaltung gilt. Die dürfen dann genau dann abbiegen, wenn der Gegenverkehr sie überrollen würde. Zum Glück hält sich von Anbeginn an keiner daran, sondern macht das Sinnvolle und hält sich an die Ampel, wo er steht.
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Gerade bei "mehrfach geänderter" Radfahrerführung (kenne eine Menge solcher historischer Relikte, die in x Jahren mehrfach geändert wurden, wobei aber die alten Markirungen gelassen wurden, der blaue Lolly ist aber weg) ist es von der Strasse gar nicht mehr zu übersehen, was aktuell und was rechtlich verbindlich ist.
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Werde mir mal den Spass machen Juristen, Verkehrsplaner, Polizisten... gemeinsam an so eine Kreuzung zu stellen und die dann Entscheiden zu lassen, was den rechtlich im Rahmen der StVO "richtig" ist:-((
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Aber Otto Normalradfahrer soll so was in Sekundenbruchteilen verbindlich richtig entscheiden :-((

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saschad 12.04.2014, 11:34
155.

Zitat von gorkamorka
Die Radfahrer werden doch eh nicht erwischt bei Verstößen, es fehlt das Nummernschild.
Nein, es fehlt an entsprechenden Kontrollen. Ohne Kontrollen nutzt ein Nummernschild auch rein gar nichts. Oder wollten Sie die Halterhaftung für Vergehen im fließenden Verkehr einführen?
Zitat von gorkamorka
TÜV gleich bitte auch einführen für die Fahrräder, manche sind sehr unsicher unterwegs und mit mangelhaften Bremsen.
Der TÜV kann nur kontrollieren, was in der StVZO zugelassen ist. Und da steht "Als ausreichende Bremse gilt jede am Fahrzeug fest angebrachte Einrichtung, welche die Geschwindigkeit des Fahrzeugs zu vermindern und das Fahrzeug festzustellen vermag." - unter diese Definition fällt - überspitzt ausgedrückt - auch ein etwas stärker korrodierter Seitendynamo.
Zitat von gorkamorka
Und harte Strafen für falsch eingestellte Power-LED Scheinwerfer ebenfalls einführen.
Ja wie jetzt - erst heisst es ständig, Radfahrer seien zu über 90% unbeleuchtet unterwegs und jetzt sind auf einmal zu helle Scheinwerfer bei Radfahrern ein großes Problem?

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Pol Emiker 12.04.2014, 11:35
156. Beißreflex, Wut, Neid

Woher kommen eigentlich diese ganzen Beißreflexe gegenüber Radfahrern. Ist das Neid weil diese gerade im Stadtverkehr schneller und billiger vorankommen?

Fehler passieren auf beiden Seiten deshalb kann man aber nciht verallgemeinern. Deutschland ist halt ein Autofahrer Land und die stolzen Besitzer verhalten sich oft auch entsprechend. Ich beobachte Rücksichtslosigkeit leider vor allem auf seiten der Autofahrer.

Hier werden alle Gehsteige zugeparkt --> Rollstuhlfahrer, Kinderwagen, alte Leute: Pech gehabt.
Überholen mit Mindestabstand? Kommt immer seltener vor.
Nötigung per Hupe. Neulich wieder beobachtet eine Rentnerin die einen Radfahrer von hinten bedrängt hat und dann durch Huperei einen Sturz provozierte. Dummerweise hab ich mir ihr Kennzeichen gemerkt. Sie hat nämlich nicht einmal angehalten.
Hier gibt es mehrer geteerte Feldwege die für den Verkehr gesperrt sind. Zum Feierabend um am Woe werden diese aber gerne als Abkürzung genutzt um den vollen Bundesstraßen zu entkommen. Eine Frechheit. Wir können mit den kleinen Kindern dort nicht mehr Radfahren gehen weil man ständig absteigen muss. Ich räume den Weg aber nicht mehr und bei dem Versuch mich durch den Acker zu überholen ist ein Fahrzeug neulich stecken gelieben. Köstlich :)


Des weiteren bin ich auf dem Rennrad schon mit Kippen beworfen worden oder Abfall, werde angehupt, extrem knappes Überholen, abdrängen... Dabei fahre ich nur Rad und mache Sport.

Das sind natürlich nur meine Erfahrungen und damit subjektiv und nciht auf alle Autofahrer übertragbar!

Damit stellt sich dennoch nochmal die Frage warum manche Autofahrer so extrem reagieren? Neid? Ich verstehe es nicht

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kumi-ori 12.04.2014, 11:44
157. optional

Grundsätzlich bin ich dafür, das Rotlicht zu respektieren. Allerdings gibt es bei uns so einige Schikane-Ampeln, die man als Fußgänger/Radfahrer überqueren muss, die lange, lange, lange Rot bleiben, obwohl weit und breit kein Auto kommt, nur weil sich das irgendso ein Beamter so ausgedacht hat.

Ich fahre dann meist zehn Meter weiter und überquere die Straße ganz legal Ampel-los. So ist zumindest der Obrigkeit Genüge getan.

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Gustav_Kuchenbecker 12.04.2014, 11:46
158. Der Politik ist schon lange ein Dorn im Augen....

....dass Fahrradfahrer mehr oder weniger bisher nicht zur Kasse gebeten und somit nicht für die Steuergenerierung herangezogen werden können.
Im Gegensatz zum Autofahrer tragen die Radfahrer nichts bei zum Steueraufkommen.

Das scheint jetzt zu Ende zu gehen. Die Schutzhelmpflicht wird diskutiert, das schafft einträgliche Einnahmen für die Hersteller dieser Gegenstände.

Es ist nur ein Frage der Zeit, bis eine Kennzeichen- und Versicherungspflicht, eine Fahrradsteuer, eine Abgabe für Radwege und Abstellanlagen
sowie ein Rad-TÜV kommen wird.

Das alles bringt in die Steuerkasse Einnahmen, die für die Euro-Rettung, für die Solidarität der Ukraine, Griechenland usw. benötigt wird.

Auch die Erhöhung des Bußgeldes fällt darunter. Man traut es sich nur nicht, dem Volk die Wahrheit zu sagen.

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chaps 12.04.2014, 11:52
159. Vorbildlich fahren

Egal welches Verkehrsmittel ich benutze, ich versuche umsichtig und partnerschaftlich zu fahren. D.h. ich gewähre auch mal Vorfahrt obwohl ich vorfahrtsberechtigt bin und winke die Verkehrsteilnehmer durch. Vor jeder Fahrt mache ich mir klar, dass ich aufzupassen habe. Wenn ich unterwegs bin, trinke ich keinen Alkohol und ich halte meine Fahrzeuge immer in Schuss (Wartung, Reifen, Licht, etc.).
Das alles mache ich, obwohl ich im täglichen Straßenverkehr von den anderen Teilnehmern eigentlich immer übervorteilt werde. Selten ist mal jemand dabei, der sich mit einem Lächeln oder einem Winken bedankt, wenn man ihn aus der Seitenstraße herauslässt oder andere Selbstverständlichkeiten gewährt. Dieses ganze System funktioniert nur, wenn sich alle Teilnehmer grob an die Regeln halten. Dazu gehört elementar dass bei Rot keiner über die Ampel fährt - das ist eine der wichtigsten Regeln. Wer es nicht versteht sollte nochmal zur Fahrschule.
Im Frankfurter Stadtverkehr erlebt man es dauernd - Radfahrer kreuzen obwohl sie eigentlich eine Rotphase haben. Ich weiß das und fahre deshalb vorsichtig - aber nicht jeder tut das. Manchmal ist mir das Verhalten der Radfahrer auch zuwider. Gegen die Fahrtrichtung fahren wo es nicht erlaubt ist, ohne Licht, durch die Parks und Fußgängerzonen radeln, etc. Liebe Radler, etwas mehr Umsicht und das Einhalten der Regeln sollte doch nicht so schwer sein. Ihr dient damit der Verkehrssicherheit. Was ist daran so schlimm?

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