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S-Pedelec : Fahrrad mit viel Hupraum
Stromer

Das Stromer ST1X ist der SUV unter den Fahrrädern: bullig, stark und dank seines kräftigen Motors ziemlich schnell. In einer idealen Verkehrswelt wäre es das perfekte Fahrzeug. In der Realität sieht das anders aus.

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mazzmazz 20.11.2017, 05:01
1. Spinnerei

Für die 5.000 Eur bekommt man in China 7-8 E-Scooter der 45 Km/h-Klasse.
Die normalen E-Bikes ohne Schild für 2.000 Eur sind sicherlich eine gute Alternative für Leute, die eigentlich nur Kurzstrecken fahren. Meine Frau nutzt solch ein Rad auch hier im Ort. Spart Geld, hält fit und ist umweltfreundlicher als Kurzstrecken mit einem Auto.
Das E-Pedelec für 45 Km/h ist jedoch Unfug, denn ein E-Scooter kann alles besser und "darf" rechtlich nicht weniger. Außerdem haben die Dinger eine ähnlöiche Reichweite ganz ohne Strampeln.
Deshalb kauft keiner diese Dinger.
Überlegen Sie doch mal: 5.000 Eur für ein Fahrrad! Dafür bekommen Sie mi etwas Verhand.ungsgeschick eine nagelneue Yamaha mit 600cc, 300 Km Reichweite, 200 Km/h Vmax und 2 Sitzplätzen.

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sven2016 20.11.2017, 05:15
2.

Diese Panzer auch noch auf die Fahrrad-/Fußgängerwege? Tolle Idee.

Dann überlegen Sie lieber, so ein Teil nicht zu benutzen. Es passt in den derzeitigen Verkehrsstrom überhaupt nicht.

Aber wenn es doch für mich bequem ist? ... Genau das ist das Problem

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alfons11:45 20.11.2017, 05:37
3. S-Pedelec, Autofahrer und Radwege

Das Befahren eines Radweges mit dem S-Pedelec ist eine einfache Ordnungswidrigkeit. In einer Gegend mit ätzendem "Fahrradklima" und genügend Möchtegern - Hilfssheriffs am Steuer würde ich ggf. schon mal auf dem Radweg spazieren fahren, denn eine angepasste Geschwindigkeit kann man aber auch mit einem S-Pedelec fahren und die Gesetzeshüter sind da entweder pragmatisch oder meinen gar immer noch, dass S-Pedelecs benutzungspflichtige Radwege nutzen können oder müssen. Ein eventuell fälliges Bußgeld würde ich dann als Investition in meine Sicherheit abbuchen.
Das einzige, was mich auf engen deutschen Radwegen doppelt nerven würde, ist die dank typgeprüftem Außenspiegel normalerweise reichlich große effektive Fahrzeugbreite.
An meinem derzeitigen Wohnort käme ich aber nicht im Traum auf die Idee, mit einem S-Pedelec die Radwege zu nutzen.

Ich hoffe, dass sich dank Artikeln wie diesem bei den Autofahrern allmählich die Erkenntnis durchsetzt, dass S-Pedelecs Kraftfahrzeuge sind und auf Radwegen eher nichts zu suchen haben. Die Autofahrer, die hinter einem S-Pedelec hupen, würden vermutlich selbst bei 51 gefahrenen km/h mindestens überholen wollen. So meine Schätzung anhand eigener Erlebnisse in 30 km/h - Zonen, die örtliche Polizei außerhalb einer Einsatzfahrt inklusive.

Ich hoffe für die Zukunft auf speziell für S-Pedelecs zugelassene Helme. Eine geschlossene Helmschale kommt im Sommer nicht so gut und z.B. Rennradfahrer kommen auch ohne überschweren Kopfputz durch die Lande. Ein S-Pedelec lässt sich bei Bedarf mit reichlich sportlich bewegen, insbesondere an Steigungen. Da sollte der entstehende Dampf ggf. auch entweichen können. :D

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mikaiser 20.11.2017, 06:04
4. Die Konsequenzen eines Pedelec-Kaufs

werden hier ausführlich diskutiert. Allerdings sind die Geschwindigkeitsunterschiede auf Radwegen (träumende Fußgänger bis rasende Aggro-Radler) schon jetzt sehr groß. Diese Teile gehören jedenfalls nicht auf solche Radwege, wie wir sie in unseren Städten vorfinden. Die Lösung könnte sein, Pedelecs bis 60 Km/h zuzulassen, damit sie eben kein Verkehrshindernis sind. Ansonsten schätze ich an Fahrrädern, dass die Fahrdaten nirgends gesammelt werden. Neben dem Hinterradmotor (Schaltung wirkt nicht auf die Motorkraft) ein Killer- Kriterium gegen dieses Rad.

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großwolke 20.11.2017, 06:58
5. Vorsicht ist geboten

Sieht aus wie ein Fahrrad (zumindest, wenn man die richtige Sorte Helm trägt), klingt wie ein Fahrrad (sprich: man kann es im Auto nicht hören) bewegt sich aber in vielen Situationen total unerwartet schnell. Ich würde von solchen Geräten die Finger lassen. Nicht, weil es schlechte Produkte sind, ich vermute, dass man für das Geld ordentliche Technik bekommt. Aber Straßenverkehr ist zu großen Teilen Antizipierung aufgrund flüchtiger visueller Eindrücke, und was sich da nicht verhält wie üblicherweise erwartbar kommt schnell unter die Räder. Ich merke das selbst jetzt immer noch, wo ich schon nicht mehr ganz so schnell bin auf dem Rad wie in Jugendzeiten, und ich schätze, dass es mit so einem Ding noch deutlich schlimmer wäre. Wer unbedingt mit Strom auf zwei Rädern unterwegs sein will, sollte vielleicht lieber zu einem Elektro-Roller greifen.

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alzaimar 20.11.2017, 07:03
6. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkung

E-Bikes sind -mit Verlaub- nur sinnvoll bei Menschen mit Mobilitätsbeschränkung oder auf dem Land.
In der Stadt braucht so ein Teil kein gesunder Mensch. Ich bin selbst 55 und berufstätig und fahre in Berlin mit dem Fahrrad zur Arbeit. Tolle Sache, 45 Minuten Fitness VOR der Arbeit, 45 Minuten Fitness NACH der Arbeit. Besser geht es nicht. Man strampelt sich dich Morgenmüdigkeit und den Arbeitsstress von der Seele.

Mit E-Bike wäre das bequemer, aber nicht schneller (ok, vielleicht 5 Minuten). Mit so einem Monstrum könnte ich aber nicht durch den Park radeln, was zwischen April und Oktober die schönste Art ist, den Tag zu beginnen,

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okav 20.11.2017, 07:15
7. Es wäre einfach zu lösen

wenn der Staat die Fahrradwege freigeben würde. Alternativ könnte der Staat die zulässige Motorunterstützung auf 33 oder 35 km/h festsetzen, denn die Unterstützungsgrenze von 25 km/h ist sehr unglücklich gewählt, gerade für etwas sportliche Fahrer , die von Haus aus zwischen 25 und 30 km/h fahren kommen mit der Unterstützungsgrenze nicht zurecht. Ab 25 hört die Unterstützung auf und der Fahrer muss das zusätzliche Fahrradgewicht mit durchschleppen.

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anselmwuestegern 20.11.2017, 07:21
8.

Ich kenne Leute, die so ein schnelles E-Fahrrad haben. Wegen der Radweg-Erlaubnis fahren sie besonders gerne durch die Schweiz. Man muss halt umsichtig fahren und die schwächeren Verkehrsteilnehmer im Blick haben. Bisher habe ich vor allem schlechte Erfahrung mit älteren Männern auf Rennrädern gemacht. Die Geschwindigkeiten sind annähernd gleich, die Konzentration ist auf die Pedale gerichtet, der Konflikt vorprogrammiert.
Vor allem bei Einmündungen habe ich schon oft die Erfahrung gemacht, das Vorfahrtsregeln ignoriert (rechts vor links gilt hier auch) werden und niemals die eigene Schuld eingesehen, zugegeben, bzw sich entschuldigt wird. Wohl gemerkt, Rennrad ohne Motor, Männer "mittleren" Alters, die es im Beruf und Auto gewohnt sind, rücksichtslos vorzugehen. Ich musste schon einige Schüler/innen auflesen, beruhigen und trösten. Bei den starken E-Rädern hätte ich mir zumindest das Kennzeichen einprägen können. Daher finde ich die schweizerische Regelung sinnvoller. Auch dort wurde ich bisher noch nie von elektrischen Fahrrädern abgedrängt, nur von eben beschriebenen Gruppe, ohne Strom. Ich vermute, die Stromer haben genügend Reserven.

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stiller_denker 20.11.2017, 07:24
9. "Viel Hubraum" ...

... hat man auch als Radfahrer, wenn rechts daneben nur einen Bürgersteig hat, auf dem man gar nicht fahren darf. Das erlebe ich jeden Tag mehrfach auf der Fahrt ins Büro und zurück. Da der Beitrag in der Rubrik "Auto" steht und nicht in der Rubrik "Fahrrad", soll hiermit wohl eine Auffrischung der StVO-Kenntnisse für Autofahrer erfolgen, sehr löblich.

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