Forum: Auto
Scheuers umstrittene Fahrradhelmkampagne: In Unterwäsche für mehr Sicherheit
RUNTER VOM GAS

Was haben Unterwäsche-Modells mit Fahrradhelmen zu tun? Richtig! Eigentlich nichts. Verkehrsminister Scheuer sieht das anders und hat nun eine außergewöhnliche Sicherheitskampagne gestartet - und erntet Empörung.

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oliver61 25.03.2019, 15:18
70. Raus aus dem Keller!

Hallo liebe Spaßbremsen, der Frühling kommt. Ihr müsst zum Lachen und Schmunzeln nicht mehr in den Keller gehen. Auch nicht zu Bernd Stelter auf die Bühne. Freut Euch doch einfach über die coole Werbung. Die Vernunft-Argumente sind bekannt. Die, die oben ohne fahren, sind jene, die Helm uncool finden. Die sollen angesprochen werden. Alles gut!

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maximovie 25.03.2019, 15:19
71. Sprachproblemchen

Was ich negativ finde, ist das sture altmodische Anbiedern an das Englische in der dt. Werbelandschaft. Nur weil sich "Werbefuzzis" immernoch so unterhalten und das für sich so (pseudo) "cool" finden, muss man das nicht endlos über Jahrzehnte ausbreiten. Will niemand. Superpeinlich war schon der "Meeting Point" (Denglisch) bei der Bahn. Touristen stehen hier nicht einmal auf so etwas, das "musste" aber sein. Oder vom Berliner Senat kam "Be Berlin". Brrrh....

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Stäffelesrutscher 25.03.2019, 15:19
72.

Zitat von freudentanz
Jeder spricht darüber, Umfragen in allen Medien dazu. Die Medientaliban sind auf den Barrikaden, kein Tag ohne diese Bilder = Ziel erreicht. So muss eine Kampagne sein. Gut gemacht! BTW 400 Tote jedes Jahr weil man Helm uncool findet ... und da empört man sich über 116 Tote auf Autobahnen ...
Erstens: Sie müssen jetzt ganz tapfer sein - die »Helmquote« unter den verunfallten und getöteten Radfahrern ist höher als unter denen, denen nix passiert ist.

Zweitens: Wieviele der 382 getöteten Radfahrer trugen einen Helm, wurden also trotz Helm getötet?

Drittens: Wie viele der Nicht-Helmträger unter den 382 getöteten Radfahrern kamen ums Leben, WEIL sie keinen Helm trugen - und nicht etwa, weil ein 40-Tonner ihre inneren Organe zerquetscht oder das Genick gebrochen hat?

Viertens: auf den Autobahnen gab es 2017 nicht 116, sondern 409 Tote.

Fünftens: Unter den 409 sind sicherlich nicht nur Motorradfahrer, sondern auch Autoinsassen. Wie viele von diesen hätten durch einen Helm gerettet werden können? Warum gibt es also keine Helmpflicht im Auto?

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Jamesteakirk 25.03.2019, 15:20
73. Helme sehen gut aus!

Ich als militanter Radfahrer hätte gegen die Kampagne nichts einzuwenden, wenn sie auf Deutsch formuliert wäre. Das peinliche Englisch ist doch der eigentliche Kritikpunkt. "Sieht scheiße aus, aber rettet Leben." mit ironisch dreinblickenden jungen Models wäre durchaus okay.
Allerdings finde ich überhaupt nicht, daß Fahrradhelme scheiße aussehen. Die können durchaus fesch und sportlich aussehen und vermitteln dem Fahrer ein Gefühl der Wehrhaftigkeit und Sicherheit, das auch im Verkehr beflügelt und positive Auswirkungen hat. Ich verstehe sowieso nicht, wie man so naiv sein kann, ohne Helm zu fahren. Seit wann muß man auf einem Fahrrad im Verkehr auf seine "Ästhetik" achten? Da ist doch gehörig etwas schief gelaufen. Die Helm-Aversion ist vermutlich zu einem Teil auch auf unsere pathologische Konkurrenzgesellschaft zurückzuführen, in der viele Leute immer möglichst "cool" etc. sein wollen. Unter "Hipstern" wird die Helmtragequote vielleicht deutlich geringer sein als im Schnitt.

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lab61 25.03.2019, 15:25
74.

Zitat von Schimanski
Ähm, "looks like shit" ist einfach nur eine geflügelte Beschreibung von : "Sieht scheiße aus/Sieht nicht gut aus" und hat dem Englischen nach in dieser Aussage erstmal nichts mit dem Haufen im Klo zu tun. Jugendliche wissen das komischerweise... Man könnte alternativ auch "looks like crap" sagen. Denken Sie dann an Krabben? Also manchmal...
Nein. Es hieße nicht "looks like crap" sondern eher "looks crappy", was soviel heißt, wie "sieht beschissen aus."

Aber Worte wie "crappy" kann man dem Durchschnittsdeutschen, der nach der 10. Klasse kaum noch Kontakt mit der englischen Sprache hatte, oder der überhaupt keinen Englischunterricht hatte, eben nur schwer vermitteln.

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PeterMüller 25.03.2019, 15:26
75. @12. joergzs

Zitat von joergzs
sexistischer Kackscheiß! Vielleicht durch die älteren Herren hier im Forum dann nachzuvollziehen, wenn demnächst Werbung von alten Männern nur in Windeln(Schutzhosen) zu sehen ist.
Sehen Sie, da haben Sie nicht verstanden, weshalb es kein Sexismus ist. Dazu hätte ein Geschlecht diskriminiert oder herabgewürdigt werden. Das wird es aber nicht, wer darin eine Herabwürdigung sehen will, muss schon extrem verschwurbelte Denkmuster aufweisen. Bei dem von Ihnen vorgeschlagenen älteren Herrn in Windeln könnte das der Fall sein, aber selbst da nicht automatisch. Vielmehr wäre wichtig, in welchem Kontext das Bild ist, welches die Botschaft sein soll, wie ist die Bildsprache einzuordnen. Dafür, lieber Jörg, muss man aber differenzieren und nicht pauschal empört aufschreien.

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lab61 25.03.2019, 15:28
76.

Zitat von freudentanz
Jeder spricht darüber, Umfragen in allen Medien dazu. Die Medientaliban sind auf den Barrikaden, kein Tag ohne diese Bilder = Ziel erreicht. So muss eine Kampagne sein. Gut gemacht! BTW 400 Tote jedes Jahr weil man Helm uncool findet ... und da empört man sich über 116 Tote auf Autobahnen ...
Im Jahr 2017 starben 409 Menschen bei Unfällen auf deutschen Autobahnen, und nicht 116.

https://www.dvr.de/unfallstatistik/de/autobahnen/

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benuron 25.03.2019, 15:29
77. Mehr nackt, noch mehr Aufmerksamkeit

Unabhängig davon, wie viele Leben der Fahrradhelm rettet und wie viele Leben bspw. Tempo 130 auf Autobahnen retten würde (die Unfall- und die Krebstoten): wenn es um Aufmerksamkeit geht, könnte man die Models doch ganz nackt zeigen. Das sieht noch viel schutzbedürftiger aus und zieht noch mehr Blicke auf sich. Oder nackt mit drastischen Verletzungen: offener Schienbeinbrüch, Trümmerbruch des Unterarms und eine ganze Litanei an spektakulären Schädelverletzungen, die durch Helme tatsächlich verhindert werden könnten. Bei den Zigarettenpackungen geht's doch auch. Und wenn man schon für Helme werben will, warum wählt man dann die hässlichsten 90er-MTB-Neon-Actionmodelle, die man vermutlich nur noch gebraucht auf eBay kaufen kann? Es gibt mittlerweile eine Menge Helme, mit denen man nicht scheiße aussieht. Die ganze Kampagne ist dagegen eine totale Scheiße!

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triptychon5zehn 25.03.2019, 15:31
78.

Sexistisch ist es allemal, denn der Helm oder die Sicherheit stehen nicht im Vordergrund, sonst hätte man sich für ein anderes Hauptmotiv entschieden. Tägliches Bild in der Stadt. Ähnlich werben übrigens Vergleichsportale, Auto- und Smartphonehersteller, bei denen selten das eigentlich beworbene im Vordergrund steht sondern Gefühle, schöne Bilder und nette Musik. Was bleibt: halbnackte, dürre Körper und eine plumpe Werbebotschaft. Wer nun denkt: "ja passt doch, Alfred Scheuer hat wieder mal ordentlich geliefert Jungspund" - der irrt. Ebenso wie Manni Scheuer ist GNTM bei 14-40 jährigen eher verhasst als beliebt. Immerhin scheinen 80 Millionen Menschen diese Sendung nicht verfolgt zu haben...was zu den lächerlichen 1,78 Millionen echt mal ne Hausnummer ist. Ich kann mir schon vorstellen wieso eine Kampagne mit einem Kind ohne Helm vor einem SUV-Kühlergrill bei Scheuer und seinen Kraftstrotzenden Kollegen nicht gut ankommt - wirkt aber wohl besser als nackte Leiber - aber Deutschland bleibt Deutschland, leider.

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benmartin70 25.03.2019, 15:31
79.

Zitat von Jamesteakirk
Ich als militanter Radfahrer hätte gegen die Kampagne nichts einzuwenden, wenn sie auf Deutsch formuliert wäre. Das peinliche Englisch ist doch der eigentliche Kritikpunkt. "Sieht scheiße aus, aber rettet Leben." mit ironisch dreinblickenden jungen Models wäre durchaus okay. Allerdings finde ich überhaupt nicht, daß Fahrradhelme scheiße aussehen. Die können durchaus fesch und sportlich aussehen und vermitteln dem Fahrer ein Gefühl der Wehrhaftigkeit und Sicherheit, das auch im Verkehr beflügelt und positive Auswirkungen hat. Ich verstehe sowieso nicht, wie man so naiv sein kann, ohne Helm zu fahren. Seit wann muß man auf einem Fahrrad im Verkehr auf seine "Ästhetik" achten? Da ist doch gehörig etwas schief gelaufen. Die Helm-Aversion ist vermutlich zu einem Teil auch auf unsere pathologische Konkurrenzgesellschaft zurückzuführen, in der viele Leute immer möglichst "cool" etc. sein wollen. Unter "Hipstern" wird die Helmtragequote vielleicht deutlich geringer sein als im Schnitt.
Nur ein Beispiel von vielen:

"Die Gegner einer generellen Helmpflicht für Radfahrer weisen auch gerne auf den Selbstversuch des britischen Verkehrspsychologen Ian Walker hin. Walker untersuchte 2006 als Radfahrer die Überholmanöver von Autofahrern, und hielt dies mit einer Videokamera und einem Ultraschallmessgerät fest. Das Ergebnis war überraschend: Autofahrer hielten beim Überholen deutlich weniger Abstand, wenn er einen Helm trug. Als mögliche Erklärung führt Walker an, dass Autofahrer Radfahrer mit Helm für erfahrener halten könnten und somit nicht einem Ausscheren rechnen würden."

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