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Schiersteiner Brücke: Vollsperrung am Rhein
DPA

Verkehrschaos am Mittwoch rund um die Schiersteiner Brücke: Eine wichtige Autobahnverbindung zwischen Wiesbaden und Mainz ist wegen Sicherheitsmängeln überraschend komplett gesperrt worden.

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ketzer2000 11.02.2015, 13:40
1. Typisch

Das Management der Infrastruktur in D ist auf Verschleiß angelegt. Lange Jahre wurde nichts investiert und Bauvorhaben dauern einfach immer länger und werden immer teurer als gedacht. Die Hauptsache ist, wir rennen der schwarzen "0" hinterher. Vielleicht wäre es auch besser gewesen, die Mittel für den Nürburgring für Brücken und Autobahnen zu verwenden. Zumindest dafür war ja offensichtlich Geld da!

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meerwind7 11.02.2015, 13:49
2. Busspur und Achlastbegrenzung.: Zwei wirksame Mittel

Busse stecken im Stau fest? Ein effektive Stadtverwaltung könnte in wenigen Tagen diverse Schilder "Busspur" aufstellen, und damit ein paar Trassen frei machen. Dann könnten vorzugsweise auch private Busbetreiber eine Zulassung erhalten und zusätzlichen Nahverkehr anbieten.

Der Hauptfehler liegt wohl darin, nicht rechtzeitig Gewichtsbeschränkungen eingeführt zu haben, bzw. vor der Aufhebung von Gewichtsbeschränkungen mal die Statik nachzurechnen.
Auch heute sollte der Verkehrsminister lieber mal an 10.000 Brücken Schilder zur Beschränkung der (Achs-)Lasten aufstellen, statt über ein Maut zu lamentieren, mit der vielleicht eine Handvoll dieser Brücken ersetzt werden könnte.

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hk1963 11.02.2015, 14:01
3. Busspur

Zitat von meerwind7
Busse stecken im Stau fest? Ein effektive Stadtverwaltung könnte in wenigen Tagen diverse Schilder "Busspur" aufstellen, und damit ein paar Trassen frei machen.
Die Stadtverwaltung möchte ich mal sehen, die es schafft, auf einer Autobahn innerhalb weniger Tage Busspuren einzurichten...

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pfalzgraf 11.02.2015, 14:03
4. Letzlich eine Folge des überbordenden Straßenverkehrs

Immer mehr Güter auf Lkw, die immer größer bzw. schwerer dimensioniert wurden; aktuell hierzu die Diskussion um die Gigaliner. Dazu die weitverbreitete Haltung, jeden Meter mit dem eigenen Pkw zurückzulegen (Wie viel Platz und Ressourcen (ver-)brauchen 100 Menschen in 100 Autos mit jeweils 100 PS im Gegensatz zu einer vollbesetzten Straßenbahn?). Kein Wunder, dass das irgendwann kollabiert. Allgemein wäre eine Trendwende wünschenswert, hin zu öffentlichem Personennahverkehr und mehr Güter auf Schiene oder Schiff zu transportieren.

Die betreffende Brücke wurde vor über 50 Jahren geplant und sah nur ein Bruchteil der heutigen Belastung vor. Fraglich ob sämtliche Brücken des ab 1958 einsetzenden Autobahnbaus in den nächsten Jahren 1:1 ersetzt werden können.

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Mavomi1981 11.02.2015, 14:09
5. Zu wenige Rheinbrücken

Es rächt sich jetzt, dass es zu wenige Rheinbrücken gibt - auf 90 km Länge zwischen Mainz und Koblenz nicht eine einzige! Immer wieder haben es die Grünen in Rheinland-Pfalz geschafft, Vorschläge zu notwendigen neuen Brücken, z. B. zwischen Bingen und Rüdesheim oder bei St. Goar (Mittelrheinbrücke), zu blockieren.

Auch in anderen Regionen am Rhein, z. B. bei Köln/Leverkusen, oder bei Karlsruhe, gibt es zu wenige Brücken, und wenn, dann werden sie zu spät Instand gesetzt (siehe A1 bei Leverkusen).

Die Politik ist dringend aufgefordert, diese Nadelöhre zu beseitigen. Dazu genügt es nicht, die Schiersteiner Brücke und die der A1 bei Leverkusen zu erneuern/neu zu bauen, es müssen weitere Brücken gebaut werden, um Alternativen zu haben und lange Staus zu vermeiden!

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magetasalex 11.02.2015, 14:10
6. Prinzipiell sind alle Dinge, die wir Menschen produzieren einem Verschleiß unterworfen (selbst die 4600 Jahre alte Cheopspyramide)

Zitat von ketzer2000
Das Management der Infrastruktur in D ist auf Verschleiß angelegt. Lange Jahre wurde nichts investiert und Bauvorhaben dauern einfach immer länger und werden immer teurer als gedacht. Die Hauptsache ist, wir rennen der schwarzen "0" hinterher. Vielleicht wäre es auch besser gewesen, die Mittel für den Nürburgring für Brücken und Autobahnen zu verwenden. Zumindest dafür war ja offensichtlich Geld da!
Sie machen es sich ein wenig zu einfach. Prinzipiell sind alle Dinge, die wir Menschen produzieren einem Verschleiß unterworfen (selbst die 4600 Jahre alte Cheopspyramide) Sie altern und werden brüchig. Und je komplizierter und komplexer ein geschaffenes System aufgebaut ist, desto teurer wird seine Reparatur, wenn es einmal in die Brüche gegangen ist.
Mal ganz grobkörnig formuliert: Wenn ein Architekt Ihnen ein teures Haus baut, mit 10.000 verschiedenen Materialien und Ihnen die wahren Folgekosten auflisten würde, würden Sie sich als Bauherren einen anderen Architekten suchen. Welcher Architekt will Sie schon als potentiellen Kunden verlieren?
Nun wurden in den letzten 70 Jahren nach Kriegsende ungeheuer viele hochkomlizierte komplexe Sachen gebaut...die alle verschleißen. Hätte man alle 30 Jahre einen alles städtezerstörenden Bombenkrieg und müßte alles neu aufbauen, sähe das Problem natürlich ganz anders aus...
Schauen Sie sich nur mal die Infrastruktur Der Vereinigten Staaten von Amerika an, auf deren Boden seit dem 20 Jahrhundert kein Krieg stattfand (außer der Zerstörung des Welt Trade Centers)....

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OskarVernon 11.02.2015, 14:10
7.

Zitat von thomweb
Danke, liebe CDU! (...)
Nette Polemik - mehr aber auch nicht:

Wer hat noch gleich beizeiten den bereits in Arbeit befindlichen Neubau der Brücke in die Wege geleitet - und wer hat von vornherein alles daran gesetzt, den zu verhindern oder wenigstens mit allen Mitteln zu verzögern?

Die neue Brücke könnte längst stehen, dann gäbe es das ganze aktuelle Problem nicht - so einfach ist das. Immerhin: Die meisten, die da jetzt im Megastau gepflegt ins Lenkrad beißen, haben so gewählt, dass dieser (absehbar gewesene!) Zustand nunmehr eingetreten ist - selber schuld :-D

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Wolffpack 11.02.2015, 14:14
8.

Zitat von hk1963
Die Stadtverwaltung möchte ich mal sehen, die es schafft, innerhalb weniger Tage irgendwas einzurichten...
FTFY.

@topic: Das wird man demnächst ja noch öfter zu sehen bekommen. !Jahrzehnte! Investitionsstau (ach was sag ich, Instandhaltungsstau) machen sich halt irgendwann bemerkbar.

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Greyjoy 11.02.2015, 14:21
9.

Je nach Studie geht von LKW im Verhältnis zu PKW eine 35.000fache bis 160.000fache Belastung aus. Die Straßen werden aber nicht belastet weil die Spediteure so gerne Dinge kaputt machen. Letztendlich liegt es am Bürger der durch sein Konsumverhalten eine entsprechende Logistik fordert und durch die Wahl der immer gleichen Politikversager einen Umstieg auf die Schiene verhindert.
Gütertransport auf die Schiene verlagern, weniger kurzlebigen Mist kaufen und vielleicht auch mal keine Erdbeeren im Dezember futtern. Dann erledigt sich ein Großteil des Problems von selbst. Mit kompetenten Politikern kriegt man es dann sogar hin, dass die eigentlich vollkommen ausreichenden Einnahmen des Staates auch in die Sanierung der Infrastruktur fließt und nicht an Bankster oder Pleitestaaten. Eine effiziente Infrastruktur ist eine Lebensader eines modernen Staates.

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