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Schönwetter-Verkehrsmittel: Das Fahrrad boomt - wenn es nicht regnet
DPA

Die Deutschen entdecken das Rad als Verkehrsmittel neu - und nutzen es vor allem, wenn es warm und sonnig ist. Doch langsam härten sie offenbar ab.

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tueftler 15.11.2018, 11:55
80.

Zitat von travelflo
Ich denke sie überschätzen das Problem der Auslastung. Die durchschnittliche Auslastung der Berliner Verkehrsbetriebe liegt bei ca. 20%. Das hießt, es werden schon jetzt 80% bereit gehalten, das nicht genutzt werden. Das Problem der hohen Auslastung hat man 2x am Tag innerhalb der Woche und manchmal bei Großveranstaltungen. Man könnte im Winter einfach ein paar mehr Züge einsetzen.. Die Fahrer sollen ihren Urlaub vermehrt im Sommer nehmen, ebenso könnte man die Wartung so takten, dass diese vorrangig von März bis Oktober stattfindet. Zur Ihrer zweiten Frage, welche Fahrradinfra man fördern sollte: Das ist ganz einfach, breite Radwege, die sicher abgepollert sind, wo man sich als Radfahrer sicher fühlt und auch sicher ist.. so wie der neue Radweg an der Berliner Holzmarktstraße.
Genau im Winter einfach ein paar Züge mehr einsetzen. Und wer fährt die wo und auf welchem Gleis? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Menschen mit entsprechender Ausbildung gibt, die sich mal für ein paar Monate über den Winter einstellen lassen und ansonsten zufrieden sind den Rest des Jahres keinen Job zu haben. Die 80%, die jetzt schon nicht genutzt werden, machen den ÖPNV ja so teuer. Und jetzt noch mehr davon? In Berlin scheint man an Gelddruckmaschinen zu glauben oder muss es wieder der LFA bringen?
Für die breiten Radwege braucht es Platz und nicht alles in der Stadt erledigen Sie mit dem Rad. LKW müssen immer noch genügend Platz haben. Die sicheren und breiten Radwege sind nicht so sicher wie Sie glauben. Bei manchen radfahrenden Zeitgenossen habe ich den Eindruck, dass mit der Sauerstoff Versorgung der Beinmuskulatur die des Gehirns nachlässt. Ist dann lästig, wenn man schneller als der Durchschnitt unterwegs ist und an mitten in der Spur fahrenden, Ohren gestöpselten und WhatsApp bedienenden Zeitgenossen vorbei kommen möchte.
Ich fahre übrigens das ganze Jahr über mit dem Rad zur Arbeit, allerdings nicht in Berlin.

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großwolke 15.11.2018, 11:55
81. Problem sind die Stoßzeiten

Zitat von travelflo
Ich denke sie überschätzen das Problem der Auslastung. Die durchschnittliche Auslastung der Berliner Verkehrsbetriebe liegt bei ca. 20%. Das hießt, es werden schon jetzt 80% bereit gehalten, das nicht genutzt werden. Das Problem der hohen Auslastung hat man 2x am Tag innerhalb der Woche und manchmal bei Großveranstaltungen. Man könnte im Winter einfach ein paar mehr Züge einsetzen.. Die Fahrer sollen ihren Urlaub vermehrt im Sommer nehmen, ebenso könnte man die Wartung so takten, dass diese vorrangig von März bis Oktober stattfindet.
Auf Nebenstrecken und abseits der typischen Pendelzeiten ist der ÖPNV generell recht leer, das stimmt wohl. Aber Morgens gegen acht und ab einer bestimmten Nähe zum Zentrum ist es zumindest in meiner Gegend (Rhein-Neckar-Raum) immer gepackt, da müsste man schon deutlich was an Taktung und Zuglängen tun, damit da noch wesentlich mehr Menschen mitkönnten. Ich vermute mal, dass das in den meisten Ballungsräumen ähnlich ist.

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Sibylle1969 15.11.2018, 12:00
82.

In meinem vorigen Job bin ich ganzjährig 5 km mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Schnee gab es in den letzten Wintern hier kn Frankfurt so gut wie keinen, und Frost gab es auch nur sehr wenig. Ich bin daher nur bei starkem Regen mit der U-Bahn gefahren, das war 2016 genau vier mal der Fall, bei leichtem Regen bin ich mit dem Rad gefahren. Der recht verregnete Sommer 2016 hat mich da abgehärtet.

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wolle0601 15.11.2018, 12:02
83. Mehr öffentlicher Verkehrsraum für Radler?

Gerne. Sobald diese Flächen-Sondernutzung angemessen bepreist wird. Das ist gar nicht so schwer: Eine schon lange fällige Weiterentwicklung der Kfz-Steuer zu etwas wie Flächenmiete; auch ein Rad hat Flächenbedarf. Und da man bei Radlern nicht an der Tanke kassieren kann, ein angemessener Aufschlag für Straßennutzung. Auch Kennzeichen für Fahrräder bzw. elektronische IDs für Radler (die Technologie dafür ist simpel, siehe IoT oder ITS) sind schon lange überfällig, damit Regelverstöße auch geahndet werden können.

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k70-ingo 15.11.2018, 12:04
84.

Zitat von chrisberg
Ich werde nicht vergessen: Beruflich war ich in Utrecht, der Frühstücksraum des Hotels lag direkt an der Strasse. Es war Dezember, draussen war, gelinde gesagt, kaltes Scheisswetter mit starken Wind und Schneeregen. Nie vorher und nachher in meinem Leben habe ich innerhalb von 30 Minuten so viele Fahrradfahrer gesehen. Geschäftsleute, Schüler, Rentner, mit hoher Geschwindigkeit auf breiten Radwegen. Beeindruckend!
Sie haben bedacht, daß Utrecht eine andere Geländestruktur aufweist als z.B. Marburg oder Wuppertal?

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Flachlandprophet 15.11.2018, 12:09
85. Wetter hin, Wetter her...

...das Radfahren ist für mich weniger eine Frage des Wetters...sondern eine Frage der Verkehrssicherheit. Unsere Stadt ist...was die Radwege angeht....gut ausgebaut, aber die Straßen selbst sind sehr schlecht "beleuchtet". Das größte Ärgernis sind aber jene Verkehrsteilnehmer, die mit ihren Fahrzeugen auf den Radwegen parken...weil sie mal eben kurz zum Bäcker wollen. Man wird dazu gezwungen den Radweg zu verlassen - und das ist nicht selten sehr gefährlich...gerade in dieser Jahreszeit...wo es morgens noch und am Feuerabend schon dunkel ist.

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michael.meyer 15.11.2018, 12:15
86. Die Infrastruktur

in vielen Städten stammt eben noch aus einer inzwischen überholten Zeit. Und leider scheint es immer noch so zu sein, als ob es viele PlanerInnen nicht wahrhaben wollen (können oder dürfen ;-)), dass die Welt nicht mehr aus tonnenschweren, teuren - privat finanzierten = man stelle sich mal diese Perversion vor (!) - Blechkisten besteht, die überall platzverbauend in Massen wie eine Plage eigentlich nur herumstehen. Weg damit und stattdessen Platz und Raum für RadlerInnen schaffen. Oder mal endlich den ÖPNV ausbauen oder Carsharing fördern, wo weniger Fahrzeuge deutlich effektiver unterwegs sind.

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travelflo 15.11.2018, 12:16
87. enorme Steigerung

Zitat von großwolke
Der Ton des Artikels ist das eine, aber in der einen dargestellten Messung an zwei Berliner Brücken sieht es klar danach aus, dass das Radleraufkommen seit Jahren konstant ist und in guter Näherung mit dem Wetter korelliert. Also nix mit mehr Menschen und ganzjährig, zumindest nicht in Berlin.
Schauen Sie doch mal genau hin:

Januar 2016: 0°C -> 8,4 + 10,3
Januar 2017: -1°C -> 9,3 + 11,4
Januar 2018: 4°C -> 13,6 + 16,5

Obwohl es 2017 kälter als 2016 war, haben wir eine Steigerung von mehr als 10% in nur einem Jahr, das ist enorm. Die Steigerung im Winter 2018 beträgt sogar grob 40%. Das ist extrem viel, aber auch der etwas wärmeren Temperatur geschuldet.

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travelflo 15.11.2018, 12:24
88.

Zitat von tueftler
Genau im Winter einfach ein paar Züge mehr einsetzen. Und wer fährt die wo und auf welchem Gleis? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Menschen mit entsprechender Ausbildung gibt, die sich mal für ein paar Monate über den Winter einstellen lassen und ansonsten zufrieden sind den Rest des Jahres keinen Job zu haben. Die 80%, die jetzt schon nicht genutzt werden, machen den ÖPNV ja so teuer. Und jetzt noch mehr davon? In Berlin scheint man an Gelddruckmaschinen zu glauben oder muss es wieder der LFA bringen? Für die breiten Radwege braucht es Platz und nicht alles in der Stadt erledigen Sie mit dem Rad. LKW müssen immer noch genügend Platz haben. Die sicheren und breiten Radwege sind nicht so sicher wie Sie glauben. Bei manchen radfahrenden Zeitgenossen habe ich den Eindruck, dass mit der Sauerstoff Versorgung der Beinmuskulatur die des Gehirns nachlässt. Ist dann lästig, wenn man schneller als der Durchschnitt unterwegs ist und an mitten in der Spur fahrenden, Ohren gestöpselten und WhatsApp bedienenden Zeitgenossen vorbei kommen möchte. Ich fahre übrigens das ganze Jahr über mit dem Rad zur Arbeit, allerdings nicht in Berlin.
Lesen Sie doch mal meinen Betrag genau, dann beantwortet sich ihre Frage. Und die 80% Nichtauslastung in Berlin ist ganz normal für ÖPNV, es liegt in der Natur des ÖPNVs, dass er die meiste Zeit nicht ausgelastet ist.

Und ja, breite Radwege brauchen viel Platz. Auf der anderen Seite wird viel Platz für parkende Autos vernichtet. Rollender Verkehr sollte Vorrang vor ruhendem Verkehr haben. Dort, wo kein Platz ist, muss Parken Privatsache sein, so wie in anderen Metropolen auch. Zumindest in Berlin wäre der Platz locker vorhanden, man muss ihn nur neu aufteilen. Breite Radwege sind natürlich sicherer als schmale Radwege, die auf Gehwegen hinter parkenden Autos versteckt verlaufen. Und was soll der Satz mit dem WhatsApp? Was genau soll das sagen? Radfahrer haben keinen Anspruch auf gute Infrastuktur, weil es ein paar Idioten gibt? Warum gibt es dann so viele Autobahnen?

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a.maniac 15.11.2018, 12:25
89. Ich arbeite selbst in einem Fahrradladen in der Werkstatt.

Zitat von travelflo
... meinst irgendwo ein Kabelbruch, die Kabel verliefen außen am Rahmen und scheuerten immer irgendwo...
So weit ich Ihren anderen Aussagen durchaus zustimmen kann, so liegt das Problem in vielen Fällen an dem Schutzblechen, auf denen Leiterbahnen aufgedampft worden sind, aber nun durch das Sprödewerden des Plastiks durch Wettereinflüsse, die Leiterbahnen unterbrochen werden. Eine eher langfristig gesehene Fehlkonstruktion. Zumindest meiner Erfahrung nach, wo ich mich quasi tägl. mit auseinander setzen muss.
Bei modernen Fahrräder werden in der Tat die Kabel im Rahmen geführt und nun sind es statt aufgedampfte Leiterbahnen Kabel die im Schutzblech geführt werden. So auch bei meinen Cityrad (Welches sich aber von den üblichen Citybikes massiv unterscheidet).
Btw: Mein Licht (Supernova) ist auch gar nicht abschaltbar.

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