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Schweiz: Polizist nach Verfolgungsjagd als Temposünder verurteilt
DPA

Mit hoher Geschwindigkeit und Blaulicht verfolgte ein Schweizer Polizist einen Einbrecher. Für diesen Einsatz erhielt der Ordnungshüter nun eine Gefängnisstrafe auf Bewährung.

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SIR-ENE 01.03.2019, 11:58
160. Interessant ...

Interessant, wie viele Menschen aus ihrer sehr eingeschränkten Wahrnehmung emotionale Vorurteile basteln. Glücklicherweise gibt es Gerichte, die diesem Verhalten Einhalt gebieten, aus dem wir all das produzieren, was anderswo Menschen zwingt, ihre Heimat zu verlassen, weil Mitmenschen ihre emotionalen Vorurteile in Aggressionen verwandeln.

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7eggert 01.03.2019, 12:01
161.

Zitat von Pickle__Rick
Natürlich kann es so einen Rahmen geben. Wenn man privat zu schnell fährt, wird auch je nach Höhe der Überschreitung eine Strafe festgegelegt. Man kann durchaus abschätzen welche Geschwindigkeit in welcher Verkehrsstiuation verhältnismäßig ist oder nicht. Ich halte das Urteil für nicht angemessen, auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass man mit 126 km/h durch die Stadt ballern sollte. Es ist aber ein Unterschied ob man z. Bsp. eine saftige Buße zahlen muss oder mit einer Haftstrafe auf Bewährung belastet wird. Meinetwegen geht er jetzt auch mal die nächste Zeit zu Fuß Streife. Der Mann ist jetzt allerdings vorbestraft, obwohl nichts passiert ist. Außerdem habe ich bereits angesprochen, wo das Problem der Güterabwägung liegt. Der Polizist musste in Sekunden Entscheidungen treffen bzw. abwägen, was er tut. Das Gericht hat dazu monatelang Zeit alles haarklein zu zerlegen und darüber nachzudenken, welches Rechtsgut jetzt von größerer Bedeutung ist.
Ich habe bei einer gelbwerdenden Ampel auch nur zwei Sekunden Zeit, mich zum Bremsen zu entscheiden und kann mich nicht herausreden, ich müßte monatelang darüber nachdenken. Vielleicht habe ich es in der Situation ja eilig oder die Straße ist naß und leicht glitschig ...

Die Verfolgungsjagd hat sicher nicht nur zwei Sekunden gedauert.

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les2005 01.03.2019, 12:05
162. Sinnvoll

Mit Tempo 126 in einer Tempo 50 Zone - wenn wir mal davon ausgehen daß das innerorts war, dann ist das einfach ein völlig verrücktes und unverantwortliches Tempo, Polizei hin oder her. Wenn dann irgendjemand die Straße betritt oder jemand aus Querstraße einbiegt, ist ein Unfall mit schweren, vermutlich tödlichen Folgen nicht mehr zu vermeiden.

Wie hoch konkret das zu ahnden ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber selbstverständlich ist die Polizei in der Schweiz wie auch den meisten anderen Ländern angehalten, Gefahren abzuwägen. Genauso wenig wird man auf einen flüchtenden Kriminellen schießen, wenn ringsum Unbeteiligte stehen, die genauso getroffen werden könnten.

Die Leute, die sich hier so künstlich darüber aufregen, sollen sich mal bitte vorstellen, ihr Kind würde von einem rasenden Polizisten totgefahren - um jemanden zu stellen, der ein relativ harmloses Delikt begangen hat?? Ich möchte wetten dann würde sich ihre Meinung zum Sachverhalt um 180 Grad drehen.

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heissSPOrN 01.03.2019, 12:10
163.

Zitat von no_reservations
Es geht stets um eine Abwägung der gefährdeten Rechtsgüter. Dazu gibt der Artikel inhaltlich viel zu wenig zu den genaueren Umständen des Einbruchs her. Sprich: Sind die Einbrecher auf der Flucht, kamen Menschen beim Einbruch zu schaden?
Sobald bei einem Einbruch Menschen zu Schaden kommen, ist es kein Einbruch, sondern Raub. Insofern können wir das schonmal ausschliessen, denke ich.

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heissSPOrN 01.03.2019, 12:12
164.

Zitat von draco2007
Auch sie verstehen nicht, dass die Diebe selbst zu Rasern werden, wenn sie die Geschwindigkeit übertreten.
Aber nur solange sie auch verfolgt werden. Denn ansonsten machten sie ja nur unnötig auf sich aufmerksam. Insofern ist ursächlich durch die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer die Verfolgung, nicht der Einbruch als solcher.

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Flari 01.03.2019, 12:18
165.

Zitat von promoexxl
wenn Sie mal ein Stück weiterdenken? Wenn die Verbrecher mit 120 unterwegs sind, stellen sie innerorts auf einmal eine Gefahr für das Leben unbeteiligter Dritter dar. Da sieht es mit der Verhältnismässigkeit dessen was die Polizei machen darf nämlich gleich wieder etwas anders aus. Da geht es dann primär darum diese Leute so schnell wie möglich von der Strasse zu bekommen, sprich selber mit 120 unterwegs zu sein, wird in diesem Fall höchstwahrscheinlich auch anders bewertet werden.
Wenn so ein Verbrecher/Straftäter auch nur halbwegs bei Sinnen ist, dürfte er sich UNVERFOLGT halbwegs an die Verkehrsregeln halten, um NICHT aufzufallen.
Diese total überhöhten Geschwindigkeiten von solchen Straftätern werden also i.d.R. erst durch die Verfolgung ausgelöst, wodurch dann zwei oder noch mehr potenzielle Bomben im öffentlichen Verkehrsraum unterwegs sind, die vollkommen Unbeteiligte aufs schwerste gefährden.
So traurig das ist, einen Straftäter ggf. erst einmal ziehen zu lassen, so vernünftig ist das aber ggf. auch.

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heissSPOrN 01.03.2019, 12:23
166.

Zitat von moritz27
auch noch aus meinem Berufsleben. Wenn jemand beim Kunden innerhalb von Sekunden eine Entscheidung fällen musste und die stellte sich als Fehler heraus, beriet anschließend die ganze Revisionsabteilung zwei Tage lang und wägte in Ruhe alle Alternativen ab, bevor der Rüffel kam. Vielleicht sollte die Polizei sich diese Zeit des Abwägens einfach auch immer nehmen.
Ja, das sollte die Polizie: Sich lieber Zeit nehmen, bevor jemand Unbeteiligtes zu Schaden kommt. Hier geht es um Menschenleben und nicht bloß um einen guten Verkaufsabschluß für Ihr Wirtschaftunternehmen und Ihren persönlichen Jahresbonus!

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heissSPOrN 01.03.2019, 12:33
167. Danke

Zitat von Flari
Strassenverkehrsgesetz (CH) ...
Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung, daher bedanke ich mich für Ihren Beitrag.

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Hans-Dampf 01.03.2019, 12:35
168.

Zitat von Flari
Wenn so ein Verbrecher/Straftäter auch nur halbwegs bei Sinnen ist, dürfte er sich UNVERFOLGT halbwegs an die Verkehrsregeln halten, um NICHT aufzufallen. [...] So traurig das ist, einen Straftäter ggf. erst einmal ziehen zu lassen, so vernünftig ist das aber ggf. auch.
Das bedeutet: ein Straftäter soll nur gefasst werden, wenn er sich an die Verkehrsregeln hält, weil darüber hinaus eine Verfolgung zu gefährlich sei? Denn sobald die Verfolgung startet, würde ja der Verfolgte automatisch seine Geschwindigkeit erhöhen, um der Verfolgung sowie Festnahme zu entkommen.
Angenommen, der Verbrecher hätte Geiseln genommen, würde der Fall dann anders aussehen? Eigentlich nicht, denn die Gefahr, die von dem Fluchtauto und dem Polizeiauto ausgehen würden, wären ja dieselben.

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effing 01.03.2019, 12:40
169. Sorry, kann jetzt nicht weiter schreiben

...bin gerade im Keller mein Stemmeisen suchen und dann auf dem Weg in die Alpen. Ich habe gehört da gibt es leichte Beute zu knacken.

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