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Schweiz: Polizist nach Verfolgungsjagd als Temposünder verurteilt
DPA

Mit hoher Geschwindigkeit und Blaulicht verfolgte ein Schweizer Polizist einen Einbrecher. Für diesen Einsatz erhielt der Ordnungshüter nun eine Gefängnisstrafe auf Bewährung.

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skeptiker53 28.02.2019, 17:30
20. Alternativ?

Das ist wohl der Gipfel der Absurdität im juristischen Denken. Wollen diese Richter ernsthaft behaupten, dass diese (dazu ausgebildeten, geprüften und erfahrenen) Polizisten eine größere Gefahr für die Allgemeinheit darstellen als die jetzt entkommenen Verbrecher ?
Polizisten sind bestimmt keine Raser, sondern schützen gerade der Öffentlichkeit für solche Mitbürger. Und, wenn man sie lässt, würden Polizisten uns sogar für Einbrecher schützen...

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hal5000 28.02.2019, 17:34
21.

Zitat von HomerJ
mit 130 Sachen in einer 50er Zone unterwegs zu sein, stellt ein erhebliches Risiko für Passanten und Verkehrsteilnehmer dar. Dass, im Polizei-, und Tempoafinem Deutschland das anders gesehen wird ist ja klar
Das ist doch so pauschal BS.
Solange man nicht weiß, welche Verkehrssituation (innerstädtisch ein- / zweispurig?, Wohngebiet?, Industriegebiet? Tageslicht o. Dunkelheit? Tageszeit? Straßenverhältnisse? etc) bestand, kann man wohl kaum pauschal von einem "erheblichen Risiko für Passanten" faseln.
In Deutschland wird das deshalb anders gesehen als offensichtlich in der Schweiz, weil es hier bei Wegerechtsfahrten die "besondere Sorgfaltspflicht" gibt, die der Nutzer von Sonderrechten zu beachten hat. Erst wenn er dies nicht tut und es deshalb zu einem Unfall kommt, greift die Justiz zu. Und das ist auch richtig so bei einer vernünftigen Mittel-Zweck-Abwägung.
Abgesehen davon: 130 kann in einer 50er-Zone verhältnismäßig sein, während bei leicht geänderter Gesamtsituation nur 60 km/h oder sogar nur die max. zulässige Geschwindigkeit von 50 km/h dies auch mit Wegerechten nicht mehr ist...

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Eine Wahrheitssuchende 28.02.2019, 17:36
22. Leseverständnis

Es geht um die Verhältnismässigkeit, nicht das Überschreiten des Tempolimits per se. Alles klar?

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hal5000 28.02.2019, 17:40
23.

Zitat von cih
das die deutsche Polizei sich auch nicht an alle verbindlichen Regeln hält ist ja hinlänglich bekannt. Blaulicht an, Rote Ampel überfahren, Blaulicht aus. Passiert hier gerne mal. Wenn dort die Einbrecher dann auch noch entkommen können dann sollte der beklaute doch mal den Staat anzeigen zwecks Eigentumsentschädigung und dementsprechend hohen Schmerzensgeld wegen der hinlänglich bekannten Nachwirkungen eines Einbruchs und deren weit nachreichenden gerichtlichen bzw. personellen Gänge wieder an das vorher vorhandene zu kommen.
Jaja, Geschichten aus der anderen Realität.
Inwiefern wäre eigentlich "der Staat" wegen "Eigentumsschädigung" verantwortlich, wenn er einen Einbrecher nicht schnappt?
Manchmal hat man hier im Forum das Gefühl, dass der Konsum von berauschenden Mitteln in der Bevölkerung schon zur Tageszeit immer weiter zunimmt...

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Koana 28.02.2019, 17:43
24. Sieg der Vernunft!

Doch ich fürchte, wie das Forum zeigt, sehen das die Menschen ganz anders. Hetzjagd um zu bestrafen ist en vouge…. - schließlich handelt es sich um Gesetzesbrecher!

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mwroer 28.02.2019, 17:46
25.

Zitat von HomerJ
mit 130 Sachen in einer 50er Zone unterwegs zu sein, stellt ein erhebliches Risiko für Passanten und Verkehrsteilnehmer dar. Dass, im Polizei-, und Tempoafinem Deutschland das anders gesehen wird ist ja klar
Das *kann* ein Risiko darstellen, muss es nicht. Zumal Blaulicht und Martinshorn eine hinreichende Warnung darstellen.

Schöne Grüße aus den Polizeiaffinen Niederlanden

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bollocks1 28.02.2019, 17:50
26. Da bin ich ja beruhigt...

...die schweizer Justiz ist offenbar genauso entrückt wie die Deutsche...

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lesheinen 28.02.2019, 17:51
27.

Ein tolles Urteil! Ein Polizist im Dienst mit Blaulicht und Sirene, also deutlichst für alle, fahrend, wird wegen Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit bei Ausübung einer Diensthandlung verurteilt. Er hat ja "nur" einen Einbrecher verfolgt. Hätte er einen Täter verfolgt, der eines Tötungsdeliktes verdächtigt wird, wäre er freigesprochen worden, dies auch bei einem von ihm verursachten Unfall mit Todesfolge.
Wahrscheinlich wäre er andererseits wegen Strafverhinderung im Amt verurtelt worden, wenn er dem Einbrecher, der bei seiner Tat dem Opfer den Schädel gespalten hatte, nicht mit halsbrecherischem Tempo, sondern nur mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in der Annahme, es handele sich nur um einen Einbrecher, gefolgt wäre. Wäre es ihm bekannt gewesen, hätte er sich selbstverständlich erst mal zur Beratung über die juristisch relevante Frage zurückgezogen: Mord?, Totschlag? Körperverletzung mit Todesfolge, Notwehr? und nach Entscheidungsfindung seine Geschwindigkeit entsprechend eingenrichtet.

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syracusa 28.02.2019, 17:51
28. alle demokratischen Rechtsstaaten spinnen genauso

Zitat von jjcamera
Die spinnen, die Schweizer!
Es gibt zu diesem Urteil ja viele Kommentare Ihrer Art. Aber Sie wissen gar nichts über die näheren Umstände. Die Verfolgungsjagd hat innerorts stattgefunden, und deshalb muss man von einer erheblichen Gefährdung von anderen Verkehrsteilnehmern ausgehen. Auch bei uns muss polizeiliches Handeln immer verhältnismäßig sein. Und das Stellen eines Einbrechers ist IMO kein Grund, der die Gefährdung Unbeteiligter rechtfertigt. Ein ähnliches Urteil - angepasst an unseren Strafkatalog für Straßenverkehrsgefährdung - müsste auch bei uns so ergehen. Bei uns ist Rasen aber halt nur eine Ordnungswidrigkeit.

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walter.klein 28.02.2019, 17:53
29.

Ich lach mir hier einen Ast. Die Schweizer sind ja noch dämlicher als unsere Justiz. Also, was soll einem da noch bei diesem bekloppten Urteil einfallen. Ein Polizist wird verurteilt, weil er einen kriminellen verfolgt. Liebe Schweizer, schafft eure Polizei ab, und schickt eure Richter auf Streife !

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