Forum: Auto
Selbstfahrende Autos: "Menschen so schnell wie möglich aus dem Verkehr ziehen"
Daimler

Soll ein selbstfahrendes Auto im Zweifelsfall lieber eine Mutter mit Kind überfahren oder den Passagier gefährden? Solche ethischen Fragen hindern Hersteller nur am Fortschritt, finden zwei Wissenschaftler.

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Ford Prefekt 12.10.2017, 11:50
150. Kostenfaktor

Zitat von Indiana
Ist irgendwer so naiv zu glauben, dass die Sicherheit beim Fahren das ausschlaggebende Argument für die Schaffung des autonomen Fahrens ist? Es geht um Daten und um Verkaufsoptionen. Daten sind das neues Öl , wie es so schön heißt. Wenn sie nicht fahren müssen oder dürfen können sie ja bequem im Internet surfen, online einkaufen, das Auto empfiehlt ihnen die nächste Einkaufsmöglichkeit. Das diese Empfehlung gekauft ist , spielt keine Rolle. Autonome Busse, Taxi, LKW usw. bedeuten vor allem Kosteneinsparung für die Betreiber. Der Mensch als Kostenfaktor ist schlicht und ergreifend die treibende Kraft für die Entwicklung der Autonomie der Industrie. Die Sicherheit können sie heute schon mit nicht abschaltbaren Assistenzsystemen massiv erhöhen. 3000 Verkehrstote stehen 10.000 Tote durch Haushaltsunfälle ( im Jahr 2017) gegenüber. Vielleicht sollten wir für unsere Sicherheit die zuerst die privaten Haushalte automatisiert führen lassen ,da gibt es mehr Leben zu retten.
Das Eine schließt das Andere nicht aus. Wollen Sie ernsthaft ein Problem nicht angehen, weil es noch andere gibt? Sicherheit im Straßenverkehr zurückstellen wegen Haushaltsunfällen??? Sicherheit im Straßenverkehr ist übrigens auch ein Kostenfaktor, v.a. gesundheitlich aber auch volkswirtschaftlich. Zwar verdient die Materialwirtschaft durch Reparaturen/Neukäufe aber das Gesundheitswesen wird unnötig belastet. Allem voran bleibt aber die Gesundheit an sich zu nennen.

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7eggert 12.10.2017, 11:56
151.

Zitat von larsmach
Daher krankt die Diskussion oft an Szenarien, die allein schon gar nicht oder nur selten auftreten können, wenn automatisch gesteuerte Fahrzeuge jemals unterwegs sein werden. Ein solches Auto fährt eben nicht zu schnell durch eine Autobahnauffahrt, um in ein dort liegengebliebenes Fahrzeug zu krachen usw..
Beispiele sind nicht dazu da, daran zu erörtern, was man vorher hätte anders gemacht haben sollen oder daß genau das Szenario unwahrscheinlich ist, sondern was man in der konkreten Situation macht und so das Generelle an diesem Beispiel herausarbeitet.

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s.l.bln 12.10.2017, 12:14
152. Falsch verstanden

Zitat von syracusa
Das mag vielleicht für Sie gelten, aber ganz gewiss nicht für die Allgemeinheit. Der Erfolg der motorisierten Individualmobilität beruht nicht auf Spaß, sondern auf Freiheit. Und die ist durch nichts zu ersetzen. Und sie wird durch das vollautonome Fahrzeug nicht eingeschränkt, sondern sogar deutlich erweitert. Alleine schon, dass man dann auch nach einer Feier gut alkoholisiert noch mit dem eigenen Auto nach Hause kommt, wird für viele Leute ein Kaufgrund sein. Wenn wg des persönlichen Freiheitsbedürfnisses nun der Erwerb eines Autos feststeht, dann wird die Wahl des Autos außer vielleicht beim Drittauto nur marginal durch Spaß beeinflusst, sondern v.a. durch Bedürfnisbefriedigung und Status.
Evtl. verstehen Sie unter Spaß etwas anderes als Ich.
Warum wollen Sie denn unbedingt frei sein?
Weil die Natur für von uns ein Belohnungssystem eingerichtet hat, das bei allen als positiv empfundenen Lebensumständen /Situationen
Botenstoffe ausstößt, mit denen wir uns gut fühlen.
Das dürfen Sie unter "Spaß" zusammenfassen und hat nichts mit infantiler Alberei zu tun. Spaß und Bedürfnisbefriedigung sind das Gleiche.
Freiheit macht Spaß, fehlende Freiheit nicht.Essen macht Spaß,hungern nicht.
Freiheit bezieht sich aber bei sozial so komplexen Wesen wie den Menschen nicht nur auf die Möglichkeit des beliebigen Ortswechsels.
Es geht auch um die Freiheit, Entscheidungen zu treffen, die Freiheit im Kleinen, Eigenverantwortung, das Recht auf informelle Selbstbestimmung und Privatsphäre und vieles mehr.

Letztlich braucht keiner der mehrheitlich in Städten wohnenden Mitteleuropäer ein eigenes Fahrzeug.
Das haben wir nur um unser Freiheitsbedürfnis zu befriedigen, den Selbstwert zu heben, oder was wir dafür halten, aus Freude an der Beherrschung motorischer Fähigkeiten, unter Umständen auch als Kommunikationsmittel, Ausdruck unserer Persönlichkeit und lauter solchem Quatsch.
Manche wissen das.

Ob die Gesellschaft diese Motive weiterhin legitim findet, wird sich zeigen.
Zu meinen Lebzeiten vermutlich noch.Ich bin nicht traurig drüber.

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g_bec 12.10.2017, 12:20
153. Vielleicht.

Zitat von Stäffelesrutscher
Das berühmte Beispiel krankt an einer falschen Grundannahme. Nämlich dass ein selbstfahrendes Auto gegen die Verkehrsregeln verstößt, indem es das Sichtfahrgebot missachtet. Es wäre aber so zu programmieren, dass es auf einer Bergstraße (rechts der Abgrund, links der Herr) nur so schnell ist, dass es im Sichtbereich anhalten kann. Denn die Frau mit Kinderwagen, die so »plötzlich« auf der Fahrbahn auftaucht, muss ja irgendwo hergekommen sein. Und zwar nicht als Hologramm einen Meter vor der Stoßstange.
Vielleicht kommt die Frau mit Kinderwagen aber einen Meter vor der Stoßstange hinter einem Busch hervor? Oder hinter dem Werbeplakat? Oder dem parkenden Kleintransporter?
"Sichtfahrgebot" hieße dann also: Das Autoauto fährt in Schrittgeschwindigkeit durch die Stadt? Wäre ja ok. Aber ist das wirklich so?
Gutes Beispiel ist auch die Autobahnauffahrt: Da steht auf einmal ein defektes Auto. Aus dem gerade eben der Passagier aussteigt. Direkt in der Kurve. Und links und rechts 'ne Leitplanke. Der Unfall wird sicherlich nicht zu verhindern sein. Auch nicht vom Autoauto. Es sei denn, es führe auch hier in Schrittgeschwindigkeit. Oder beide Autos reden miteinander. Ob es so sein wird? Vielleicht, vielleicht auch nicht.
Aber Radfahrer könnten im Stadtverkehr beruhigt auf der Straße fahren, ohne angehupt oder bedrängt zu werden. Alleine dafür sollte man die Autoautos schnellstmöglich einführen;-)

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g_bec 12.10.2017, 12:27
154. Mh.

Zitat von syracusa
Was ist ethischer: ein ethisches Problem bzgl. des Tods eines Menschen nicht lösen zu können, oder zehntausende Menschenleben zu retten?
Kommt drauf an, wie hoch Sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, welcher der beiden Gruppen Sie sich eher zugehörig fühlen. Will sagen: Wenn möglicherweise eher Ihr Leben bedroht wäre, um zehntausende Unbekannte eventuell vielleicht unter Umständen (darum geht es ja hier) retten könnte, wie wäre dann Ihre Einschätzung?

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schwerpunkt 12.10.2017, 12:28
155.

Zitat von nordlicht123321
Beim lesen des Interviews lief es mir mehrfach eiskalt den Rücken runter..Ich bezweifle,dass uns ein ungezügelter Technikwahn immer nur voranbringt.Muss man wirklich alles machen,was technisch machbar ist? Wäre es nicht hilfreicher, wenn sich solche schlauen Hirne mit den wirklich wichtigen Problemen unserer Zeit beschäftigen würden? Hunger, Überbevölkerung, Klima?
Sie meinen, dass wir, wenn wir die Unfallstatistik sogar noch heraufschrauben würden, eher das Problem der Überbevölkerung lösen?

Auch eine Art an die Sache heran zu gehen.
Insofern sollte man jeden Sanktionieren, der mit weniger(!) als 0,5 Promille Auto fährt.
Das wäre dann quasi der Gegenentwurf zum Szenario der selbstfahrenden Autos, welche die Verkehrssituation deutlich sicher machen würde und somit weniger Unfalltote bedeuten würde.

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g_bec 12.10.2017, 12:29
156. Jupp.

Zitat von widower+2
Wenn man das auf eine Wohnstraße überträgt, in der von der Sensorik nicht sichtbare Kinder zwischen geparkten Autos hervorlaufen könnten, müsste das selbstfahrende Auto schlicht stehenbleiben. Selbstfahrende Auto können eigentlich nur auf isolierten Verkehrswegen funktionieren, auf denen andere Verkehrsteilnehmer als Automobile nicht zugelassen sind.
Stimmt.
Aber wäre damit dann irgendetwas gewonnen? Außer noch mehr Enge?

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