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Sicherheit auf der Straße: Ramsauers Rezepte gegen den Unfalltod

Verkehrsminister Ramsauer will*Deutschlands Straßen noch sicherer machen. Jetzt hat der*CSU-Politiker ein ambitioniertes Programm vorgelegt. Vor dem generellen Tempolimit auf Autobahnen*und der Einführung der Null-Promille-Grenze schreckt er allerdings zurück.

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dale_gribble 14.11.2011, 22:42
410. .

Zitat von Häretiker
es ist doch alltäglich, das SUV`s mit hoher Geschwindigkeit gefahren werden .. .. und Allradtechnick wiegt nichr mehr als.. schon klar! ;-) Was ist Rollwiderstand, Massenbeschleunigung.. Vielleicht sollten Sie sich einmal mit Physik und Technik beschäftigen.. und bitte nicht nur die kleinen Jeeps betrachten..
Wenn ich viel verbrauche, zahle ich auch mehr. Mineraloel- Mehrwert- und Oekosteuer. ISt doch OK. Dient der Allgemeinheit.

Ihre 'geliebten' 50er Niederquerschnitt- Breitreifen kosten in SUV-Groessen locker mal eben 200 Euro und mehr PRO STUECK.
Das sind pro Satz mindestens 160 Euro alleine an Mehrwertsteuer. Dafuer kann man schon an die 5 Lehrer- oder Polizistenstunden bezahlen.

Die tausenden 90er Jahre Familienkombis, die bei uns noch rumfahren verbrauchen weit mehr als jeder SUV.

Man muesste das ganze kfz-Steuergeld mal effektiv fuer die schnelle Erledigung von Baustellen einsetzen. Dann klappts auch automatisch besser mit der Verkehrssicherheit.

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Ing. Hans Maulwurf 14.11.2011, 23:51
411. .

Zitat von Häretiker
es ist doch alltäglich, das SUV`s mit hoher Geschwindigkeit gefahren werden .. .. und Allradtechnick wiegt nichr mehr als.. schon klar! ;-) Was ist Rollwiderstand, Massenbeschleunigung.. Vielleicht sollten Sie sich einmal mit Physik und Technik beschäftigen.. und bitte nicht nur die kleinen Jeeps betrachten..
Ein Allradsystem wiegt ~ 70 kg, allerdings hast du meinen
Post nicht ganz verstanden: Das Allradsystem mit seinen Kupplungen, Differenzialen ... senkt den Wirkungsgrad des
Antriebssystems, d.h. nicht das Gewicht ist das Problem sondern der Leistungsverlust, der sinnigerweise durch mehr
Motorleistung kompensiert wird. Daher steigt der Verbrauch.

Breitreifen erhöhen den Verbrauch, schon klar. Allerdings auch bei "Nicht-SUVs" und unabhändig von der Fahrweise.

Und nein, natürlich betrachte ich nicht nur "Mini-Jeeps",
aber du musst auch die Alternativen betrachten.
Der Käufer eines BMW X5 schwankt vielleicht noch zwischen einem 5er oder einem 7er, keinem Toyota Prius.
Und ob das Auto dann 2100 oder 2000 oder 1800 kg wiegt macht dann nicht den Unterschied den die Leute gerne hätten.
Ich würde mal sagen ein SUV braucht 1-2 Liter mehr als ein entsprechend motorisiertes und vergleichbares Fahrzeugmodell....

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mazzmazz 15.11.2011, 06:49
412. Die Mär vom Tempolimit und Säufern

Guten morgen!

Erschreckend, dass auch im Jahr 2011 noch das vollkommen sinnfreie allgemeine Tempolimit (ATL) der USA als Beispiel für Deutschland herangezogen wird.
In den USA gibt es mehr Todesfälle auf der Straße pro 1.000 Einwohner als in Deutschland. Dabei gibt es dort im Verhältnis deutlich weniger Radfahrer und Fußgänger, die ja verletzlicher sind, als Autofahrer.
Wir lernen: es muss auch noch andere Gründe für Unfälle geben als ein paar unlimitierte Straßen.

Einige US-Bundesstaaten (z.B. Montana) haben das TL teilweise aufgehoben. Die Gefahr des Sekundenschlafes ist wohl auf langen Strecken einfach zu groß.

In Deutschland sind ca. 2-3% der Straßen unlimitiert. Das sind die Strecken, auf denen am wenigsten passiert und die nötig sind für zügiges Vorankommen nicht nur von urlaubenden Lehrern, die sich bei sinnlosen Überholmanövern in ihrem 1985er VW Bus Diesel vom nachfolgenden Verkehr genötigt fühlen, sondern v.a. von Menschen, die für die Ausübung ihres Berufes mobil sein müssen und meist sehr erfahrene und sichere Fahrer sind.

Der Deutsche hat ja ohnehin ein Neidproblem. Da fordert man dann gerne mal ein TL, weil es einen bei 4 Km Arbeitsweg ja selbst nicht betrifft und die "bösen Reichen" in ihren dicken Fahrzeugen ruhig eingebremst gehören...

Das ATL für Deutschland ist somit als neidgetriebene Forderung ewig Gestriger oder chronisch Uninformierter in den Orkus der Verkehrsgeschichte zu verbannen.

Was die Diskussion um die Promille-Grenze betrifft, so unterstelle ich, dass die Befürworter einer Grenze von 0,0 o/oo in einem Paralleluniversum leben müssen.
Ein Bier nach Feierabend mit den Kollegen hindert 99% der deutschen Autofahrer nicht daran, ihre durchschnittlich 10 Km sicher nach Hause zu fahren. Die übrigen 0,1% sind ebenfalls erwachsen und können selbst entscheiden, gar nichts zu trinken. Mich würde das nicht stören...

Ich würde wohl nach ungefähr 3 Bier bei den erlaubten 0,5 o/oo liegen. Das wäre mir jedoch zu knapp, also trinke ich nur eines, wenn ich noch fahren möchte.
Diese Entscheidung kann ich ganz alleine treffen. Ohne ein weiteres überflüssiges Gesetz.

Chronische Säufer interessieren sich nicht für eine gesetzliche o/oo-Grenze. Die erreicht man somit in dieser Diskussion nicht.

Somit versuchen wohl auch hier nur ein paar Sauertöpfe, die anderen vom normalen Leben abzuhalten.

Ich würde den üblichen Bedenkenträgern empfehlen, zunächst vor ihrer eigenen Tür zu kehren was die teilnahme am motorisierten Verkehr betrifft, und sich mit den Regeln für Rechtsfahrgebot und Überholen / Spurwechsel auf Autobahnen zu beschäftigen. Damit dürften sie zunächst ausreichend zu tun haben...

Gruß,
M.

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rennflosse 15.11.2011, 09:23
413. Freude

Zitat von Kradfahrer
ist sehr interessant, denn das Mehrgewicht resultiert ja auch aus neu hinzugekommener Sicherheitstechnik. Die sorgt zwar für weniger, weniger schwere und weniger tödliche Folgen von Verkerhrsunfällen, aber die Verkehrssicherheit (im Sinne von weniger Unfällen) wird etwa durch Sicherheitsgurte und Airbags kein Stück erhöht. Im Gegenteil, sehe ich durch eine geringere Selbstgefährdung eher den psychologischen Effekt einer erhöhten Risikofreudigkeit gegeben. Wenn die Knautschzone so groß ist wie die eigene Nase und nach 2 mm Leder die eigene Haut kommt, dann schaltet doch öfter mal die zentrale Recheneineit in den Sicherheitsmodus um, als wenn man sich in einem Blechpanzer vermeintlich unverwundbar fühlt. Um einer Gefahr auszuweichen (und in den Sicherheitsmodus umzuschalten) muss man 1. die Gefahr als solche erkennen und 2. ihr auch ausweichen und sie nicht sinnlos durchstehen wollen. Nehmen wir eine heiße Herdplatte zur Veranschaulichung. Ein Kleinkind kennt die Gefahr nicht, kann ihr also nicht ausweichen und wird sich deshalb mit einiger Wahrscheinlichkeit daran verbrennen - Punkt 1. Ein Jugendlicher wird auf die Idee einer Wette kommen, nur um Grenzen auszutesten oder zu zeigen, "was für ein toller Kerl" er ist und will der Gefahr, sich an der Herdplatte zu verbrennen, nicht ausweichen - Punkt 2. Jetzt komme mir bitte keiner mit "Ausrutschen auf glattem Boden und zufällig auf die heiße Herdplatte ..." Hier trifft wieder Punkt 1 oder 2 zu, nur dass die Gefahr nicht von der Herdplatte ausgeht, sondern von dem Umstand, der zum Ausrutschen führt.
Sie denken also, dass Autofahrer, die sich ihr Gefährt mühsam zusammen gespart haben (schauen Sie sich mal die Preise an), oder sich sogar durch die ach so günstige Finanzierung verschuldet haben, ihr Fahrzeug so einfach riskieren weil ihnen selbst nicht so viel passieren kann wie vor 50 Jahren?

Eine gewagte These. Allerdings ist überall eine um sich greifende Sorglosigkeit und Achtlosigkeit zu beobachten. Und sie wächst mit jedem Assistenzsystem, das noch dazu kommt.

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Häretiker 15.11.2011, 10:18
414. Ok, dann sind ja alle Probleme vom Tisch..

Zitat von dale_gribble
Wenn ich viel verbrauche, zahle ich auch mehr. Mineraloel- Mehrwert- und Oekosteuer. ISt doch OK. Dient der Allgemeinheit...
wenn durch die höheren Kosten auch höhere Einnahmen des Staates verursacht werden..
Wer von uns beiden hat aber jetzt den Kontext bei Umwelt, Sicherheit und endliche Ressourcen nicht verstanden? ;-)

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wakaba 15.11.2011, 11:29
415. Kurz gesagt

Zitat von Weißlicht
Doch, schaltet sich ein ABS bei niedrigen Geschwindigkeiten ab! Wie funktioniert es denn? Es misst die Drehzahl des Rades. Sinkt die schneller als es bei einer Verzögerung möglich ist, lockert die Elektronik den Druck auf den Bremskolben. Das befreit das Rad aus seiner .....
Mofa ABS funktioniert in der Kurve nicht, geradeaus nur ganz wenig und schlecht und bei langsamer Fahrt sowieso nicht. Nur physikresistente Fahrer kaufen sich ein Bike mit ABS den der Sicherheitsgewinn ist völlig marginal, der Gewinn für den Hersteller dagegen substantiell.

Auto ABS ist aber absolut sinnvoll - dabei reicht das alte Ding Ding Ding ABS an den Vorderädern völlig aus. Mehr ABS ist wiederum nur mit minimalem Sicherheitsgewinn verbunden und teuer.

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Häretiker 15.11.2011, 11:34
416. Danke..

Zitat von Ing. Hans Maulwurf
Ein Allradsystem wiegt ~ 70 kg, allerdings hast du meinen Post nicht ganz verstanden: Das Allradsystem mit seinen Kupplungen, Differenzialen ... senkt den Wirkungsgrad des Antriebssystems, d.h. nicht das ........
das mit dem Wirkungsgrad hatte ich zwar nicht spezifisch genannt.. aber auch gemeint. Insgesamt also Zustimmung:
Mehrverbrauch durch die Bauart SUV an sich! Natürlich gibt es Parallelen zu anderen Bauarten, und mehr oder weniger sinnvollen Varianten von Fahrzeugen..
Bei den SUV`s ist jedoch die Unsinnigkeit aus meiner Sicht besonders deshalb hervorzuheben, weil allein schon durch die Menge der Fahrzeuge eklatante und überflüssige Belastungen von Verkehr, Umwelt, Ressourcen, Sicherheit, Parkraum etc. entstehen, die in den meisten Fällen nur durch den Spaßfaktor entstehen, und auf die Spitze getrieben werden, wenn solche Vehikel noch mit "Rennreifen" ausgerüstet werden.. schon einmal einen Ferrari mit Stollenreifen gesehen?? ;-)
..und wer mich mit dem vertraulich "DU" anredet, möchte ich selbst entscheiden, ok?

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and_one 15.11.2011, 14:20
417. Falsche Rechengrundlage

Zitat von ogs
Selbstverständlich wissen Sie, dass bereits jetzt deutlich mehr als ein Viertel ... also kaum weniger als ein knappes Drittel die Prüfung nicht besteht? Sie möchten die Hürden senken? :-)
Falsch, meine ca. 30% würden erst gar nicht zur Prüfung zugelassen werden, dazu käme dann noch ein Anteil der durchfällt - wobei von dem von Ihnen genannten Drittel die meisten in der Wiederholungsprüfung den Schein ja doch bekommen.....

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norfair 19.11.2011, 16:16
418. Nein

Zitat von Kradfahrer
ist sehr interessant, denn das Mehrgewicht resultiert ja auch aus neu hinzugekommener Sicherheitstechnik. Die sorgt zwar für weniger, weniger schwere und weniger tödliche Folgen von Verkerhrsunfällen, aber die Verkehrssicherheit (im Sinne von weniger Unfällen) wird etwa durch Sicherheitsgurte und Airbags kein Stück erhöht. Im Gegenteil, sehe ich durch eine geringere Selbstgefährdung eher den psychologischen Effekt einer erhöhten Risikofreudigkeit gegeben. Wenn die Knautschzone so groß ist wie die eigene Nase und nach 2 mm Leder die eigene Haut kommt, dann schaltet doch öfter mal die zentrale Recheneineit in den Sicherheitsmodus um, als wenn man sich in einem Blechpanzer vermeintlich unverwundbar fühlt.

Ich fahre nicht riskanter, weil ich eine erhöhte Knautschzone habe. Ich denke u.a.:

an die Kosten eines Totalschadens (ich müsse sie selbst tragen), die explodierenden Beiträge für die Versicherung und ein evtl. Arbeitsplatzverlust wenn ich selbstverschuldet nicht mehr zur Arbeit kommen kann: gut 30 Kilometer Pendlerstrecke ohne die Möglichkeit auf öffentliche Verkehrsmittel oder eine Fahrgemeinschaft zurrückgreifen zu können.

Nein: aus handfesten ökonomischen Gründen bin ich dazu angehalten eben nicht risikofreudig zu fahren.

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KRabba 19.11.2011, 19:56
419. Alle Jahre wieder...1

Zitat von mazzmazz
Guten morgen!.
Guten Abend!

Zitat von mazzmazz
Erschreckend, dass auch im Jahr 2011 noch das vollkommen sinnfreie allgemeine Tempolimit (ATL) der USA als Beispiel für Deutschland herangezogen wird..
Das ist ein altes Lieblingsthema der Verkehrsverhinderer.

Zitat von mazzmazz
In den USA gibt es mehr Todesfälle auf der Straße pro 1.000 Einwohner als in Deutschland. Dabei gibt es dort im Verhältnis deutlich weniger Radfahrer und Fußgänger, die ja verletzlicher sind, als Autofahrer..
Ach! Es ist noch viel besser in Europa.

In Gesamtdeutschland passierten 2010 genauso viele tödliche Verkehrsunfälle, wie 1951. 2011 sollen es um die 3600 Unfalltoten geben.

Zitat von mazzmazz
Wir lernen: es muss auch noch andere Gründe für Unfälle geben als ein paar unlimitierte Straßen..
Todesart Nr. 1 auf der Autobahn gibt es, wenn Lkw, die mit Pkw in Berührung kommen.

Zitat von mazzmazz
Einige US-Bundesstaaten (z.B. Montana) haben das TL teilweise aufgehoben. Die Gefahr des Sekundenschlafes ist wohl auf langen Strecken einfach zu groß..
Sogar in NL gibt es jetzt auf der Strecke Breda - Rotterdam ein neues Tempolimit von "130 kmh". Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich.

Zitat von mazzmazz
In Deutschland sind ca. 2-3% der Straßen unlimitiert. Das sind die Strecken, auf denen am wenigsten passiert und die nötig sind für zügiges Vorankommen nicht nur von urlaubenden Lehrern, die sich bei sinnlosen Überholmanövern in ihrem 1985er VW Bus Diesel vom nachfolgenden Verkehr genötigt fühlen, sondern v.a. von Menschen, die für die Ausübung ihres Berufes mobil sein müssen und meist sehr erfahrene und sichere Fahrer sind..
Halten Sie Lehrer generell für Protestschleicher?

[QUOTE=mazzmazz;9132294]Das Problem auf den unliniierten Strecken ist die hohe Differenzgeschwindigkeit zwischen Fahrern, die schnell von A nach B wollen und ihren 180 bis 250 Pferden freien Lauf lassen und den Sicherheitsbewussten Bürgern, die 110 kmh für absolut ausreichend halten und mit dieser Geschwindigkeit die Mittelspur abriegeln oder einen LKW überholen.

Zitat von mazzmazz
Der Deutsche hat ja ohnehin ein Neidproblem. .
Das haben andere auch.

Zitat von mazzmazz
Da fordert man dann gerne mal ein TL, weil es einen bei 4 Km Arbeitsweg ja selbst nicht betrifft und die "bösen Reichen" in ihren dicken Fahrzeugen ruhig eingebremst gehören....
So wird auch in F, NL, B, DK und anderen Ländern gedacht. Ausserdem: je langsamer, ja sicherer. Die französische Parole lautet: " Geschwindigkeit tötet!".

Deshalb sorgen 1800 Radarkästen für Sicherheit und 360 Mio.€ jährlichen Bußgeldern, die von einer 'Betreibergesellschaft' (sic) eingespielt werden. Der Betreibergesellschaft stehen als Generaldirektoren und Verwaltungsrat altgediente Politiker und deren Angehörige im Dienste der Sicherheit zur Verfügung.

Zitat von mazzmazz
Das ATL für Deutschland ist somit als neidgetriebene Forderung ewig Gestriger oder chronisch Uninformierter in den Orkus der Verkehrsgeschichte zu verbannen..
Wenn mal jemand mehr als 10 Minuten > 180 kmh fahren konnte, hat er schon einen persönlichen Rekord verbucht.

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