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Sicherheit im Verkehr: Warum eine Helmpflicht Radlern wenig hilft

Muss man die Radfahrer zu mehr Sicherheit zwingen? Verkehrsminister Raumsauer erwägt eine Helmpflicht. Der Zwang zur Haube soll Leben retten. Doch um die Radler wirksam zu schützen, wären andere Maßnahmen viel sinnvoller.

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braintainment 19.10.2011, 17:26
1. Dr.

Klar, auch noch Rüstungspflicht für Radfahrer, am besten auch gleich für Fußgänger und Igel. So ein Schwachsinn, als ob es nicht dringlichere Probleme geben würde.

Stellt sich auch die Frage der Überwachung. Schon jetzt ist es der Polizei - da wo ich wohne - schnurzpiepegal ob ein Radfahrer auf dem Radweg, dem Gehweg oder gleich durch den Hausflur fährt. Direkt vor der Polizeistation ist ausschließlich ein Fußweg. Hab noch nie gesehen, dass die Polizisten da irgendeinen Radfahrer angehalten hätten, wenn sie beispielsweise zum Schichtwechsel in ihr Auto steigen. Müssen wohl erst selbst umgefahren werden...

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Cephalotus 19.10.2011, 17:28
2. .

Die meisten schweren Kopfverletzungen passieren beim Treppensteigen, im Haushalt und beim Autofahren.

Bevor man also eine Helmpflicht für Radfahrer fordert sollte man eine Helmpflicht fürs Treppensteigen, bei Haushaltstätigekeiten und beim Autofahren fordern (in der Formel 1 eine Selbstverständlichkeit übrigens).

WENN es dem Herrn Ramsauer um die Gesundheit der Leute gehen würde.
In Wirklichkeit will der Autonarr die Radler von der Straße ekeln.

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Peatcut 19.10.2011, 17:33
3. Helm hilft

Ich hatte bisher in meiner mehr als 20-jährigen "Konsequent-Zur-Arbeit-Mit-Dem Rad-Fahren-Laufbahn" bereits drei Stürze, die der Helm abfing. Ein Helm zebrach sogar einmal. Ohne diesen Schutz hätte ich heute vielleicht nicht mehr auf diesen Artikel antworten können.
Ob das Fahrradhelmtragen zur Pflicht werden sollte, sollen andere entscheiden, ich sorge aber dafür, dass dieses meine Kinder und Enkelkinder tuen (werden).

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leeberato 19.10.2011, 17:34
4. Na ja,

wenn jemand bei 15Km/h vom Fahrrad fällt kann er sich sehr wohl tödliche Kopfverletzungen zuziehen. Und Radfahren und Gehen kann man wohl nicht miteinander vergleichen. Wenn ich als Füßgänger bei normalem Tempo auf dem Gehweg laufe und ein Autofahrer öffnet plötzlich die Türe eines geparkten Autos dann laufe ich, wenn ich nicht schon vorher zum stehen komme, halt gegen die Türe. Wenn vor einem Radfahrer plötzlich die Türe aufgerissen wird siehts da schon anders aus. Bei dem Thema Licht gebe ich Ihnen recht, da sollte der Gesetzgeber auch härter durchgreifen.

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Moin 19.10.2011, 17:38
5. Bayer...

Was erwartet man denn auch von einem bayrischen Verkehrsminister?

In den bayrischen Gemeinden wird aufgrund der vielen Steigungen wahrscheinlich weniger Rad gefahren (kann ich aber nicht empirisch belegen), als bei uns im Norden, wo wir nur den Wind als Gegner haben.

Wer traut denn bitte Herrn Ramsauer - ist der überhaupt schon mal mit dem Rad gefahren? - so viel Einfühlungsvermögen zu, als dass er sich für die Belange der Radfahrer stark machen würde. Das ist für ihn doch eine fremde völlig unverständliche Welt der Mobilität, deren Infrastruktur er torpediert und die ihm wahrscheinlich einfach lästig ist. Erwachsene Menschen sollen gefälligst Auto fahren!

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Kontroversius 19.10.2011, 17:40
6. Abstauber

Nun, der Ramsauer will ganz einfach dem Parteikollegen Rolli Schäuble ein wenig behilflich sein!

Einfach ein neues Gesetz schnitzen - und gut!

Fluchs in den Bußgeldkatalog auch noch den Bestand des "Fahrens ohne Ramsauer-Deckel" reingetackert und schön können die uniformierten Geldeintreiber wieder gegenüber dem Pedalisten den Breiten machen.

Wenn die Radler den Plastikdeckel nicht aufhaben, vielleicht 20 € abkassieren!

Bei den Millionen von studierenden 2-Rad-Hooligans, welche in der 4. Übersetzung - ohne Helm - über Gehwege und duch Fußgägngerzonen ballern, vielleicht gar nicht schlecht!

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Hosterdebakel 19.10.2011, 17:41
7. Warum

nur, wird nicht einmal in dem Artikel eine Vergleichszahl erwähnt?
Vor allem wieviele davon waren Kinder, die auf dem Gehweg fuhren (mussten) und auf Grund ihrer Körpergröße "passend" von der Kühlerfront oder Hecks eines Autos erwischt wurden welches aus einer Einfahrt, Garage etc. herausfuhr?
Es ist die Rede von 450 toten Radfahrern/Jahr dabei sollen die Hälfte an Kopfverletzungen gestorben sein die durch das tragen eines Fahrradhelms hätten vermieden werden können?
Zitat von von der ADFC Seite
Gute Fahrradhelme haben schon bei manchem Unfall schwere Kopfverletzungen verhindert, ein umfassender Lebensretter sind sie allerdings nicht.
oder auch
Zitat von ADFC
Dabei wirken oft Kräfte auf den Körper ein, die auch der beste Helm nicht abfangen kann – beispielsweise beim frontalen Zusammenstoß mit einem schnellen Auto.
Zudem ist es häufig, dass bei einem "normalen" Sturz, der nicht durch die Kollision mit einem KFZ stammt, ein anderes Fallbild entsteht und so der Kopf kaum vom Helm geschützt werden kann. Hier wäre schon ein Integralhelm von Nöten.
Wer mehr über die Einstellung des ADFC zum Tragen von Fahrradhelmen lesen möchte: ►ADFC

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a.weishaupt 19.10.2011, 17:45
8. Lösung: Radwege weg

Radwege rückbauen, Räder auf die Straße - fertig.
Mit einem lang übersetzten Rad (Rennrad-Gangschaltung) erreicht man locker 30 km/h, kurzzeitig über 40. In der Stadt eine gute Alternative zum Auto, wäre es nicht extrem gefährlich, damit auf Radwegen zu fahren, wo einem alle 50 Meter Geisterfahrer entgegentorkeln oder Kinderwagen in die Bahn geschoben werden.

Ein Problem ist aber auch die mangelnde Erfahrung mit schnellen Radlern hier. In der 30-Zone bin ich etwa so schnell wie ein Auto, Bremskraft und Manövrierfähigkeit sind aber viel geringer. Trotzdem latschen mir die Leute oft seelenruhig vors Fahrzeug.

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neubremer 19.10.2011, 17:46
9. Kein Titel- und Helmzwang

Der Unterschied zwischen Helm und Sicherheitsgurt, Airbag und Aufprallschutz des Autos ist doch sehr ersichtlich. Erster ist mit Komforteinbußen verbunden (sowohl beim Tragen als auch bei der Mitnahme), letztere sind es nicht, da sie im Auto integriert sind.

Doch Verbotspolitik ist einfach immer billiger als Infrastrukturförderung - leider auch von den Ergebnissen. Der Verkehrsminister sollte seine Politik nicht daran verstehen, die allgemeine Tragepflichten einzuführen, damit unter seltenen Umständen ein Unfall besser verläuft, sondern stattdessen dafür sorgen, dass Unfälle vermieden werden.

Dafür bedarf müssen Radfahrer weg vom handtuchbreiten Fahrradweg hinter der Autoreihe, um an der nächsten Kreuzung oder von der Beifahrertür weggefegt zu werden. Stattdessen Fahrradfahrer ins Sichtfeld der Autofahrer entweder auf eine Fahrradspur bei schnelleren Straßen oder gemeinsame Fahrbahn in Tempo-30-Bereichen.

Dann gibt es noch so schöne Dinge wie Fahrradschleusen an Kreuzungsbereichen und vorgeschaltete Fahrradphasen an Ampeln. Alles schon erfolgreich erprobt in den Niederlande und vereinzelten deutschen Städten. Kostet eben einen Taler, aber macht den Fahrradverkehr schneller und sicherer.

Die Fahrradfahrer sind natürlich auch in der Bringschuld. Die Polizei muss rücksichtsloses Fahrradfahren konsequent ahnenden. Zudem müssen Beleuchtung, Bremsen und Bereifung stärker kontrolliert werden.

Und was haben diese drei Bs gemeinsam. Ja, es sind Sicherheitsrelevante Teile, die im Fahrrad integriert sind und keinerlei Komforteinbußen verursachen (außer vielleicht für ein paar nerdige Grammjäger).

Der Helm ist dagegen nur eine Phantomdebatte, die man mit der Rammsauer-Begründung sogar für Fußgänger und Autofahrer begründen müsste.

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