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Spritverbrauch im Test: So viel kostet uns der Bleißfuß

Gib Gas, spare Zeit*- so denken viele Autofahrer. Doch stimmt das überhaupt? Tom Grünweg wollte es genau wissen und machte sich zwei Mal auf denselben Weg: einmal schnell, einmal*im Normaltempo. Das Ergebnis dürfte Raser überraschen.

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meisterschlau 15.10.2011, 15:52
160. ...

Zitat von FoxhoundBM
Ich fahre ebenfalls einen SUV mit V6-Diesel und 218 PS.
was mindestens 10mal am tag in diesem forum erwähnt wird.

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ochsefisch 15.10.2011, 15:52
161. Statistische Relevanz?

Wie schon von anderen erwähnt, wurde weder die gleiche Strecke gefahren, noch kann man aus dem Artikel einschätzen wie die Verkehrsbedingungen waren. Und selbst wenn es zweimal die gleiche Strecke gewesen wäre, dann ist eine Stichprobengröße von 2 nicht wirklich ausreichend.

Weiterhin wird in solchen Vergleichen gerne der Spritverbrauch durch die ganzen elektrischen Helferlein missachtet. 100W Stromverbrauch auf 100km machen ca 0,1L Unterschied. Auch eine Klimaanlage sorgt gut und gerne für ca 1L Mehrverbauch. Diese Werte summieren sich recht schnell zu erheblichen Unterschieden. Das ist nebenher übrigens ein weiterer Grund warum der Normverbrauch meist viel niedriger liegt. Bei diesen Tests wird alles abgeschaltet was Strom zieht. Außerdem finden diese Tests auf Rollenprüfständen statt, ergo kein Windwiderstand, optimierter Rollwiderstand durch hohen Reifendruck und spezielle Leichtlaufprofile, kleinere Massen zu beschleunigen (nur die Walzen), hochoktanisches Benzin, spezielle Leichtlauföle in Motor und Getriebe und eine spezielle Getriebeübersetzung, welche den Motor bei den genormten Geschwindigkeiten konstant in der spritsparensten Drehzahl betreibt.

Noch ein kleines Beispiel zum Benzinmehrverbrauch durch Stromverbraucher (zugegebener Maßen ein konstruierter Extremfall *g*):
Hinfahrt: Tag, bedeckter Himmel, 20°C, alle Verbraucher aus, spritsparend fahren auf die 700km = 7,2L/100km
Rückfahrt: Abenddämmerung, schwüle 30°C, Nieselregen
Spritverbauch durch elektrische Verbraucher:
Klimaanlage(Kompressor) 1L
Lüftung (voll aufgedreht) 0,3L
Kühlbox (für gekühlte Getränke) 0,05L
Abblendlicht 0,15 L
Scheibenwischer vorn 0,1L
Scheibenwischer hinten 0,05L
Soundanlage mit Verstärker 0,2L
Sitzheizung (dem Beifahrer ist die Klimaanlage zu kalt) 0,1L
(Quelle zu den Verbräuchen ADAC Motorwelt Januar 2011)

Macht unter Strich 1,95L also ca 2L Mehrvebrauch auf 100km. In diesem Fall hätte die Raserei gerademal 0,5L mehr Sprit verbaucht. Stimmt natürlich nicht. Oder andersrum, wenn die 2,5L durch die Raserei entstanden, kann ich durch Zuschalten von (realistisch erklärbaren) Verbrauchern das Ergebnis mühelos auf 4,5L Unterschied hochtreiben. Leg ichs wirklich drauf an einen maximalen Unterschied zu erreichen, schalte ich noch so Dinge wie Außenspiegel-, Frontscheiben-, Heckscheiben-, Lenkrad- und sämtliche Sitzheizungen dazu, mach die Innenraumbeleuchtung, die Leselampen und die Zusatzscheinwerfer (zb Tagfahrlicht oder Nebelscheinwerfer) an und betreibe einen Laptop über den Zigarettenanzünder. Das bringt mir nochmal 1-1,5L Mehrvebrauch.

Die Angaben eines Bordcomputers stimmen je nach Modell nicht unbedingt mit dem realen Verbrauch überein. Dieser ist also keine zuverlässige Datenquelle. Aber selbst die Ermittlung des Verbrauchs mittels "volltanken bis die Zapfsäule abschaltet" kann fehlerbehaftet sein. Je nachdem wie der Tankrüssel im Stutzen steckt oder schon von Tankstelle zu Tankstelle springt die Arretierung der Zapfpistole bei unterschiedlichen Tankfüllständen heraus. Je nach Länge der Teststrecke, wirkt sich dann ein Tankfehler von zB. +0,5L nach der Testfahrt unterschiedlich stark aus. Fahre ich 25km und rechne das dann auf 100km hoch bin ich schon bei 2L fehlerhaftem Mehrvebrauch. Bei 1000km Teststrecke fällt der Fehler mit lediglich 0,05L auf 100km kaum ins Gewicht.

Fazit: ohne derlei Hintergrundinformationen sagen die Zahlen in dem Artikel ungefähr soviel aus wie die Angabe des Normverbrauchs der Hersteller :)

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hoffnungsvoll 15.10.2011, 15:58
162. Durchschnittsgeschwindigkeit

Zitat von hauser kd
das sind auch meine Erfahrungen aus 50 Jahren autofahren. Vielfahrer, da im Außendienst, jetzt nur noch 20 TKM, da Rentner. Hier angegebene Durchschnittsgeschwindigkeiten von 150 und mehr, halte ich auf normalen Strecken für ausgeschlossen. In Ausnahmefällen waren es bei mir mal >120, sonst bei 110. Nur Autobahn.
Der Durchschnittspendler mit großer Entfernung pendelt Sonntags in den Nacht völlig ohne Verkehr und Stau. Was meinen Sie, was sich auf Autobahnen mit geringem Anteil an Geschwindigkeitsbeschränkungen, ohne Baustellen und mit großem Tank für Durchschnitte erreichen lassen? Fahren Sie mal von Leipzig nach Dortmund über die A38 und die A44.

Wer natürlich zu Zeiten hohen Verkehrsaufkommens unterwegs ist, und ein paar Stunden im Stau steht, erkennt, wie gleich wir in der Situation alle werden. Im Stau ist auch ein Ferarri ein Standmodell. In Städten geben die Ampelphasen die Zeit vor, nicht die eigene Geschwindigkeit, denn man überspringt selten eine Ampelphase.

Darum ist die Wahl der Strecke und die Uhrzeit entscheidend für das Experiment. Freitagnachmittags ist es egal, wie schnell man fährt. Die Fahrzeit wird durch die Anzahl der Unfälle bestimmt und kaum durch die eigene Geschwindigkeit. Aber diese Differenzierung ist für den gemeinen ADAC-Zeitungsleser zu viel. :)

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Sleeper_in_Metropolis 15.10.2011, 16:01
163.

Zitat von vibackup
Ob ausgerechnet BMW-Fahrer die richtige Zielgruppe für derartige Überlegungen sind? Fragt sich //M
Die Frage stellt sich zu recht. Leute, die sich bewußt derartige Angeber-Karren mit 184 PS oder mehr zulegen, werden an spritsparender Fahrweise ohnehin kein gesteigertes Interesse haben. So gesehen stimmt das mit dem "Störfaktor Mensch", aber anders, als im ersten Abschnitt des Artikels suggeriert wird. Wäre einem Ingenieur wirklich primär daran gelegen, das Leute sparsam mit seinen Produkten unterwegs sind, würde er schlicht kleinere Motoren in kleinere Autos bauen. Wie die sich dann von den Premiumherstellern verkaufen lassen, wäre eine andere Frage.

Zitat von Veritas31
Wieso ist das Quatsch? Sind Sie schon einmal richtig Auto gefahren oder lesen Sie nur das ADAC Magazin? Ich gebe Ihnen einen Tipp, fahren Sie auf die Autobahn, egal welche, und fahren Sie einmal mit über 200km/h und dann einmal mit 140km/h...Sie werden sehen, dass Sie bei hoher Geschwindigkeit mehr abbremsen und beschleunigen müssen (da verlieren Sie massig Zeit), Sie bei "normaler" Geschwindigkeit jedoch im Verkehrsfluß bleiben (wenn Sie fahren können versteht sich) Ihre angebliche Weisheit, dass man umso schneller am Ziel ist je schneller man fährt ist nur unter Laborbedingungen richtig, im normalen Leben auf der Autobahn ist man, auch bei 1000km Strecke, nur einen Katzensprung voraus.
Richtig, außer man ist beispielsweise Nachts auf leeren Autobahnen unterwegs. Des weiteren sollte zur Ehrenrettung des ADAC-Magazins auch gesagt werden, das dieses genau diese oben beschriebene Sichtweise teilt.

Zitat von FoxHoundBM
Desweiteren gibt's das olle Klischee "Großes Auto => kleiner Penis" Komischerweise nur in Deutschland. Eventuell weil wir in einem Land voller missgünstiger, hysterischer, mediengesteuerter und bei jeder Gelegenheit schnappatmenden Jammerlappen leben.
Vieleicht sind ja auch die deutschen einfach nur etwas kritischer bei der Frage, warum jemand meint, bestimmte Autos fahren bzw. vorzeigen zu müssen ? Ja, im tollen Amiland gibt's sowas nicht. Da Interessiert es aber auch keinen, das unzählige Menschen ihren Besitz in einem Einkaufswagen herumnahren und sich Nachts an brennenden Mülltonnen wärmen müssen. Ist halt deren Pech, so wie es das Glück der Yuppies ist, dicke Autos zu fahren. Da lob ich mir dann doch den etwas gesellschaftskritischeren Deutschen.

Und sind wir doch ehrlich : Wer dicke Autos fährt, will damit auch (wenn nicht sogar primär) etwas zeigen, denn den schlichten Mobilitätsanspruch könnte er sich auch mit kleineren PKW's erfüllen. Dann darf man halt auch nicht sauer sein, wenn die Reaktionen der Umwelt darauf nicht so sind, wie man das wohl erhofft hat.

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hoffnungsvoll 15.10.2011, 16:02
164. Erfahrungen in anderen Ländern

Zitat von raka
Das ist ja ein haarsträubendes Argument: Mit Vollgas rasen, weil man müde ist und sonst einschläft. Man lernt nicht aus.
Das ist nicht haarsträubend, sondern das Ergebnis in jenen Ländern, in denen Tempolimmits eingeführt wurden. Die Unfallquote sank nicht. Eine der Erklärungen ist die mangelnde Aufmerksamkeit bei langsamer Fahrt ohne Differenzgeschwindigkeiten. Und was macht man dann? Man liest Bücher, schreibt SMS, fällt in den Sekundenschlaf.....

So ist der Mensch. Er neigt zur Selbstüberschätzung. Das ist wie mit dem ABS. Es erzeugt nicht weniger Unfälle, sondern nur aggressivere Fahrweise, weil der Respekt vor kritischen Situationen schwindet.

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akhora 15.10.2011, 16:13
165. ein gedankenloser Artikel mit null Inhalt

Zitat von sysop
Gib Gas, spare Zeit*- so denken viele Autofahrer. Doch stimmt das überhaupt? Tom Grünweg wollte es genau wissen und machte sich zwei Mal auf denselben Weg: einmal schnell, einmal*im Normaltempo. Das Ergebnis dürfte Raser überraschen.

"der Grat zwischen coolem Gleiten und gedankenlosem Gondeln, so lernt man schnell, ist gefährlich schmal". Wie wäre es denn mit sicherem, stressfreiem Fahren. Der ganze Artikel ist unverständlich. Was soll denn da eigentlich gesagt werden? Und wo bleibt der Vergleich der Zeit der stressigen Schnellfahrt mit der "gedankenlosen" Gleitfahrt. So ein Unsinn! Wieso soll langsames, umsichtiges und sparsames Fahren "gedankenlos" sein?

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hoffnungsvoll 15.10.2011, 16:15
166. der ECE-Zyklus

Zitat von ochsefisch
....Noch ein kleines Beispiel zum Benzinmehrverbrauch durch Stromverbraucher (zugegebener Maßen ein konstruierter Extremfall *g*):...
Was meinen Sie denn, warum der ECE-Verbrauchszyklus zur Zeit noch realitätsfern ohne elektrischer Verbraucher durchgeführt wird und was mit dem Flottenverbrauch der Hersteller passiert, wen in Kürze umgesetzt wird, das diese Verbaucher angeschalter sein müssen?

Warum gibt es heute wohl ein Tageslicht und wer hat sich für die Zulassung eingesetzt? Das waren die Autohersteller, damit beim ECE-Test nicht mit Schweinwerfern gefahren werden muss. Das war auch eine Motivation, warum elektrische Servolenkungen, elektrische Klimaanlagen und elektrische Bremsen entwickelt wurden. Auch die werden im Gegensatz zu mechanisch angetriebenen im ECE-Zyklus abgeschaltet.

Die angestrebten 100g/km CO2 werden damit immer schwerer erreichbar, weil gerade im ECE-Zyklus mit minimale Durchschnittsgeschwindigkeit die elektrischer Verbraucher überproportionalen Einfluß haben.

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geotie 15.10.2011, 16:19
167. yohh

Reichlich langer Artikel für die Feststellung: schnell fahren = hoher Spritverbrauch, langsam fahren = niedriger Spritverbrauch. Auch die Feststellung, dass der Geschwindigkeitsvorteil nicht wirklich so groß ist und meistens nur wenige Minuten eher am Ziel ist, haben schon die alten Wagenlenker im alten Rom gewusst.

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Juri 15.10.2011, 16:19
168.

Zitat von Sleeper_in_Metropolis
... Und sind wir doch ehrlich : Wer dicke Autos fährt, will damit auch (wenn nicht sogar primär) etwas zeigen, denn den schlichten Mobilitätsanspruch könnte er sich auch mit kleineren PKW's erfüllen. Dann darf man halt auch nicht sauer sein, wenn die Reaktionen der Umwelt darauf nicht so sind, wie man das wohl erhofft hat.
Das mag bei dem Fakt sein (primär), dem einer bei spätestens 1,80 das Wachstum gestutzt hat. Da wird es in Kleinwagen schon eng hinterm Lenkrad. Bei 1,90 dann schon in dem was man heute als Kompakten betitelt. Und mit 2,00+ und längeren Beinen braucht man dummerweise noch etwas mehr Platz. Ich kann nichts dafür, das KFZ für derart große (mich eingeschlossen) Menschen nunmal nicht in Form eines Golfes verfügbar sind, wenn es darum geht, wie auch immer bedingt mehrere hundert Kilometer am Stück (in ein Zielgebiet praktisch ohne ÖPNV) halbswegs komfortabel zurückzulegen. Ich muß in meinen Auto die Beine kreuzen (!), um halbwegs bequem hinters Lenkrad zu passen! Mach ich gern am Sonntag auf leeren Autobahnen, ist mir sonst zu unsicher. Wirklich nützlich Umbauten? Sauteuer, kann ich ich auch gleich ein großes Auto fahren. Platzmäßig wäre drive-by-wire mit Joystick ein Traum für mich.

Und große Autos gibt es leider kaum schwach motorisiert. Danke, deutscher Spar-Ingenieur. Wenn ich hingegen eine 1,60 -Figur aus per Leiter aus 'nem X5 krabbeln sehe, denke ich auch sofort an "Kompensation", dem kann ich mich nicht erwehren. Wie in Shrek...

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hoffnungsvoll 15.10.2011, 16:20
169. Der Wandel der Zeit

Zitat von akhora
... So ein Unsinn! Wieso soll langsames, umsichtiges und sparsames Fahren "gedankenlos" sein?
Weil wir in einer Zeit leben, in der Rücksichtslosigkeit, Egoismus und Unterdrückung anderer wieder den eigenen Status aufwerten. Die Zeiten der Vernunft der 68er gehen zu Ende. Das sagt uns der Artikel und das zeigen uns viele Beiträge.

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