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Stadtverkehr in Deutschland: Wem die Straße wirklich gehören sollte

Staus, Lärm, zugeparkte Straßen - Deutschlands Metropolen*sind die Hölle für*Autofahrer, obwohl*die Stadtplaner gerade ihnen das Leben leicht machen wollen. Wer*dagegen kluge Konzepte für*alle Menschen will,*schaut ins*Ausland- und*lernt, dass*sogar ein bisschen Spießigkeit helfen kann.

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papayu 15.09.2011, 07:49
1. Ja, mir sahn mit nem Radel da.

Fahr nicht auf mein Heiligsblechle, Die Innenstaedte sind doch schon vor Jahrzehnte von Wohnraum " entkernt" worden. Und will man heute von den umliegenden Schlafstaedten in so eine Innenstadt braucht man das Auto.

Schon gibt es in einigen Staedten Fahrraeder zu mieten. Immerhin ein Fortschritt.Aber das wird kaum genutzt, denn
Sie treffen dort ploetzlich ihren Nachbarn beim Parklueckensuchen und der fragt Sie doch prommt, wo ist denn Ihr Auto? Und dann stehen Sie im Hemd da.
"Spinner" ist noch die kleinste Aeusserung.
Oder Sie fahren mit dem Fahrrad in ein Restaurant, so eins mit 27 Sternen. Da werden Sie garnicht reingelassen!
Sie koennten ja die Oberen Zehntausend, die mit ihrem 3Liter Schlitten vertreiben. Ist mir passiert!
Hamburg eignet sich hervorragend. Von den Landungsbruecken, rauf zum Holstenwall und weiter bis zum Deichtor.
(Das alte Hamburg). Versuchen Sie einmal heute eine Parkplatz zu bekommen um in den "Hanseaten" am Jungfernstieg zu speisen!

PS. In meiner Kindheit gab es drei Autos in der Umgebung.
Eins gehoerte dem Direktor einer Bank, das Zweite einem Direktor einer Oelgesellschaft und das dritte, ein Opel
BLITZ des Gemuesehaendler. Uns Kindern gehoerte die ganze Innenstadt.

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avollmer 15.09.2011, 07:58
2. Stimmt

Das Geschilderte deckt sich mit meinen Erfahrungen, habe übrigens auch ein Cargo-Bike und würde mir deshalb generell breitere City-Radwege wünschen.

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Tizzle 15.09.2011, 07:59
3. Konzept

Das kluge Konzept könnte heißen: kombinierter Verkehr.
Mit dem Auto zur Bahn, mit der Bahn in die Stadt und den letzten Kilometer mit dem City-Bike.
Ein zukunftweisendes Verkehrskonzeot kann logischerweise ohne Fahrrad nicht auskommen.
Warum? Es nimmt wenig Platz weg, es ist in der Stadt meist genau so schnell wie ein Auto - und natürlich ist es Klimaneutral.
Insofern sollte nicht nur die Infrastruktur für Fahrräder ausgebaut werden, sondern auch denjenigen die Nutzung des Fahhrads erleichtert werden, die nicht die ganze Strecke damit zurück legen können.

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pj-hh 15.09.2011, 08:01
4. Spezialisten

Ich weiß ja nicht, wer immer wieder diese Weisheit herauskramt: "Breitere Straßen ziehen mehr Autos an, und noch breitere Straßen noch mehr Autos."

Die Leute fahren nicht mit dem Auto, weil die Straßen da sind, sondern weil sie irgendwo hinwollen.
Wenn ich irgendwo hin fahre (was ich mir sehr gut überlege, schließlich habe ich einen Igel im Geldbeutel), dann fahre ich, weil ich einen guten Grund dafür habe.

Da ist es egal, ob die Straße breit oder schmal ist. In einer breiten Straße bekommt man naturgemäß mehr Autos unter, voll ist sie aber nur, wenn sie als Ziel oder als Weg zu einem Ziel interessant ist.
Ich kenne viele breite Straßen bspw. in Wohngebieten aus den 60er Jahren oder in Gewerbegebieten, die sind leer, weil da entweder niemand hin will oder niemand durch muß.

Die Leute, die zum Spaß mit dem Auto herumfahren, kann man, denke ich, mengenmäßig einfach ignorieren. Davon gibt es nicht viele, und wenn, dann fahren die auch nicht zur Hauptverkehrszeit, brauchen also mitnichten besonders breite Strassen.

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CornelPanic 15.09.2011, 08:02
5. Kluge Konzepte?

Ja, an denen fehlt es wirklich.

So hat der Stadtrat in Erlangen eine schwachsinnige Regelung eingeführt, nach der Radfahrer ab 18:30 Uhr die Fußgängerzone befahren dürfen - obwohl es nur ein paar Meter daneben zuvor eine Möglichkeit gegeben hat, die Fußgängerzone zu umfahren.

Jetzt ist es aber nicht so, dass die Radfahrer jetzt öfters an den Geschäften anhalten, nee, es wird genutzt um mit höherer Geschwindigkeit nach Hause zu kommen. Die Fußgänger und Kinderwagen wurden dafür wieder auf die Seiten der Straße verbannt....

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anders_denker 15.09.2011, 08:04
6. Ich bin duch nur ein Störfaktor

als Radfahrer mit einem alten Dreigang Hercules, der Rahmen noch gemufft und hartgelötet, Rücktrittbremse etc.
ich fahre auch Auto, Bus und bahn, ich gehe auch zu Fuß.
Ja als Autofahrer und Fußgänger stören diverse Wild- und Zweite-Spur-Warnblinkparker, die keine paar zig-hundert meter bis zur nächsten Parklücke fahren können (letztere eher Auto und Rad) massiv.
Aber ganz ehrlich - als Radfahrer fühlt man sich immer weniger durch Autos, als denn durch Radfahrer gefährdet, denen jedliche Verkehrsregeln und Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer fremd sind. Einerseits sind dies Personen mit sicherlich teuren Sporträdern (das Fahrrad SUV sozusagen) die gandenlos egoistisch überall durchbrettern, bremsen, warten oder gar ein schulterblick... sollen doch andere aufpassen, ausweichen etc.
Das andere Ärgernis sind die unzähligen Rennradfahrer, die noch immer im Jan Ullrich Dress (Pinkfarben) ihre Trainingseinheiten in Wohngebieten durchführen. Komisch, das viele der immer so gescholtenen SUV Faherer(innen) auf Fußgänger rücksicht nehemn, abstand zu gerade Haltenden Fahrzeugen und Bussen an Haltestellen einhalten. Diese Rennradler aber knappmöglichst und oft schneller als zulässig vorbeirauschen.

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doublebass 15.09.2011, 08:06
7. aus stuttgart

Zitat von sysop
Staus, Lärm, zugeparkte Straßen - Deutschlands Metropolen*sind die Hölle für*Autofahrer, obwohl*die Stadtplaner gerade ihnen das Leben leicht machen wollen. Wer*dagegen kluge Konzepte für*alle Menschen will,*schaut ins*Ausland- und*lernt, dass*sogar ein bisschen Spießigkeit helfen kann.
bin passionierter radfahrer und lebe in stuttgart. ich hoffe ja sehr dass sich nach dem regierungswechsel jetzt etwas an der verkehrspolitik verändert. allerdings ist stuttgart dermaßen abhängig vom daimler-benz unternehmen,...

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britta 15.09.2011, 08:07
8. dem autolosen Bürger

Zitat von sysop
Staus, Lärm, zugeparkte Straßen - Deutschlands Metropolen*sind die Hölle für*Autofahrer, obwohl*die Stadtplaner gerade ihnen das Leben leicht machen wollen. Wer*dagegen kluge Konzepte für*alle Menschen will,*schaut ins*Ausland- und*lernt, dass*sogar ein bisschen Spießigkeit helfen kann.
Da D vom Autoexport lebt und viele Arbeitsplätze mit dem Automobil zusammenhängen, hat das Auto in der deutschen Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Mit dümmlichen Parolen wie "Freie Fahrt für freie Bürger" konnte eine Partei sogar Wahlen gewinnen.
Und die Auto-Lobbyisten mit ihren dazugehörigen Politikern verhindern nach wie vor das Tempolimit.
Nach wie vor gibt es in den deutschen Innenstädten den täglichen Kleinkampf zwischen Autofahrern und Radfahrern. Wobei letztere unterliegen...

Einem Schulkind kann man nicht empfehlen, mit dem Rad zur Schule zu fahren, als Mutter müßte man täglich um das Leben des Kindes bangen.

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calamityjane 15.09.2011, 08:08
9. Es gibt kaum Berge :-)

"Viele deutsche Großstädte bieten ähnlich gute Voraussetzungen fürs Fahrrad wie Kopenhagen oder Amsterdam: Es gibt kaum Berge, die Distanzen sind, außer vielleicht in Berlin, nicht zu lang."

Nix gegen Fahrräder, aber in Stuttgart gibt es ziemlich viele hübsche Berge. Das Stuttgarter Stadtgebiet weist den größten Höhenunterschied aller deutschen Großstädte auf - eine Höhendifferenz von 342 Metern!
http://www.region-stuttgart.de/sixcms/detail.php/301947

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