Forum: Auto
Stadtverkehr in Deutschland: Wem die Straße wirklich gehören sollte

Staus, Lärm, zugeparkte Straßen - Deutschlands Metropolen*sind die Hölle für*Autofahrer, obwohl*die Stadtplaner gerade ihnen das Leben leicht machen wollen. Wer*dagegen kluge Konzepte für*alle Menschen will,*schaut ins*Ausland- und*lernt, dass*sogar ein bisschen Spießigkeit helfen kann.

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mrdude 15.09.2011, 19:34
250. Wäre es nicht schön,

Zitat von Politikernachwuchs
Störenfriede sind nur die gesetzlosen, kriminellen Fahrradfahrer. Zahlen nichts für den verkehr und sind nur rücksichtslos. Die Straße gehört den KFZnutzer, da sie fast den gesamten Staat finanzieren und trotzdem nur ausgeplündert werden. Und die Straßenbahnen? Da sie für die Berliner Bürger nicht mehr hörbar sind, sie sind zu leise oder die Berliner sind nur noch blöde, müssen deshalb wie Panzer daher kommen.
ginge es nach dem Verursacherprinzip: Was meinen Sie denn, was Sie dann an Steuern für Ihre Dreckschleuder zahlen müsssten...Sie zahlen noch nichteinmal den Bruchteil der Kosten die so ein "Automobil" verursacht. Was alleine die Sanierung des öffentlichen Wegenetzes in den "Neuen Bundesländern" (um es mal freundlich auszudrücken) gekostet hat...das dürften schon so mal grob - na - sagen wir mal 600 Milliarden Euro gewesen sein...und jetzt würd ich gerne mal wissen, wieviel davon auf Fahrradwege enfiel - Ich sehe schon Sie werden bleich...
Was kosten die jährlich 4 bis 5 tausend Verkehrstoten der Ökonomie? Äh und die ca 380.000 Verletzten? Die Menschheit ist so dumm und benutzt immer noch diese Dinger auf vier oder nochmehr Räder...

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LouisWu 15.09.2011, 19:38
251. ...

Zitat von TooLowFlaps
Das ist ganz einfach: Nehmen sie einfach die Anzahl der Sitzplätze in einem Bus und gehen von einem Durchschnittsverbrauch von 60 l. Dieselkraftstoff/100 km. aus. Diesen Verbrauch dividieren Sie durch die transportierte Personenzahl. Schon haben Sie den Spritverbrauch je Personenkilometer. Dieses hier als Richtwert: Damit ist Ihre Annahme, ein Bus verbräuche mehr als ein PKW, hinfällig und nur der üblichen Diskussion geschuldet, das alles wäre reine Propaganda der "Grünbewegten". Vor allem, wenn Sie berücksichtigen, daß in jedem PKW nur ein Männeken/Fräuken sitzt. Ein Männeken - ca. 80 Kilo - bewegt 1.000 kg. Auto um von A nach B oder zur Pommesbude zu kommen. Sehr wirtschaftlich.
Mich interessiert der Gesamtenergieverbrauch für den Betrieb eines ÖPNV in einer Großstadt - besonders die KWh's für den Bahnbetrieb, aber auch einschließlich des Verbrauchs für den Betrieb, Beleuchtung und Heizung für Verwaltungs- und Betriebsgebäude, etc.pp. Und das bezogen auf die Anzahl der beförderten Passagiere.

Für die Bundesbahn hat das schon mal jemand gerechnet, und es führte zu einem Aufschrei der Bahnbewegten:
http://www.faz.net/artikel/C31015/kl...-30074725.html

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LouisWu 15.09.2011, 19:41
252. ...

Zitat von berndb
Nicht übermütig werden! Sie bezahlen vielleicht 4,8m² Straße im Jahr mit Ihrer Mineralölsteuer. Und wenn nicht das, dann vielleicht 1/3 der Ampelglühbirnen einer Kleinstadt. Und wer garantiert dass das nicht ausgerechnet die roten Birnen sind? Ich will nicht hoffen dass Sie am Ende einer von denen sind, die alles ausbremsen hier und bloß ablenken wollen, wie?
Ach wo. Die Summe von Energie-, Kfz- und Mehrwertsteuer (auch auf die Energiesteuer, echt scharf!) betragen ca. 40 Milliarden EUR/Jahr. Nur ca. 8 davon werden auch für Straßenbau und -erhaltung ausgegeben. Der Rest versickert woanders.

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LouisWu 15.09.2011, 19:50
253. ...

Zitat von mrdude
ginge es nach dem Verursacherprinzip: Was meinen Sie denn, was Sie dann an Steuern für Ihre Dreckschleuder zahlen müsssten...Sie zahlen noch nichteinmal den Bruchteil der Kosten die so ein "Automobil" verursacht....
Im Gegenteil, die Autofahrer finanzieren auch noch Wasserwege, Flughäfen und - jawoll - auch Radwege mit.
Zitat von mrdude
....Was alleine die Sanierung des öffentlichen Wegenetzes in den "Neuen Bundesländern" (um es mal freundlich auszudrücken) gekostet hat...das dürften schon so mal grob - na - sagen wir mal 600 Milliarden Euro gewesen sein...
In den seitdem vergangenen 21 Jahren haben Deutschlands Autofahrer ca. 800 Milliarden EUR an Steuern gezahlt...
Zitat von mrdude
..Was kosten die jährlich 4 bis 5 tausend Verkehrstoten der Ökonomie? Äh und die ca 380.000 Verletzten? Die Menschheit ist so dumm und benutzt immer noch diese Dinger auf vier oder nochmehr Räder...
Wie hoch war der ökonomische Vorteil unseres Straßenverkehrs in der Zeit? Und kommen Sie mir nicht mit "ein Menschenleben ist nicht zu bezahlen". Das ist nämlich nicht richtig. Wir wägen täglich und bei vielen Gelegenheiten Sicherheit gegen Wohlstand ab zugunsten des Wohlstands.

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Ervin Peters 15.09.2011, 19:51
254. City Radwege gibt es schon ...

Zitat von avollmer
Das Geschilderte deckt sich mit meinen Erfahrungen, habe übrigens auch ein Cargo-Bike und würde mir deshalb generell breitere City-Radwege wünschen.
Diese Radwege gibt es schon oft. Goß, breit, gute Oberfläche, keine Blumenkübel, keine Mülltonnen, keine Ampeln, keine Verkehrszeichen drauf, selten mal ein Fußgänger oder Autofahrer die sie ohne zu gucken quert. Oft sogar mehrstreifig zum einfachen Überholen. Sie sind sicher und schnell zu befahren, sicherer als Gehwege und Nebenräume, haben zur Zeit nur einen Nachteil: Oft sind sie zu bestimmten Zeiten von Kfz-Lenkern und ihren Fahrzeugen zugestellt.

Es lohnt sich, sich zu trauen diese Wege zu benutzen:

Die Fahrbahnen der Straßen.

ervin

Stichwort: vehicular cycling

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Ervin Peters 15.09.2011, 20:25
255. Immer diese Weicheier, die sich nichts zutrauen...

Zitat von bunterepublik
Radfahren ist ja in der Norddeutschen Tiefebene schön und gut, wenn ich aber diese verlasse, dann fängts doch recht schnell an, sehr anstrengend zu werden. Was mit einem Fahrrad allein noch machbar erscheint, scheitert, sobald man Einkäufe oder gar Kleinkinder dabei hat. Mit einem Fahrradanhänger längere Anstiege zu bewältigen wird für den Durschschnittsbürger zur Qual. Und wo ich wohne sind Hügel, Anstiege etc. an der Tagesordnung.
Hier auch. Es geht. 14.000km/a Alltagsradwege war mein Spitzenwert, 120kg Parkettboden im Anhänger eine 14% Steigung hoch, mit 96km/h eine 14% Steigung hinunter, 30km/h Durchschnittsgeschwindigkeit ins 24km entfernte Landeshauptdorf, mit mir als leicht fettem (BMI29) Kerl auf einem fetten Sesselrad (26kg) mit Gepäck.
Es geht. Es geht auch mit Kindern. Es geht auch mit Wochenend-Familieneinkäufen. Nur das mit der Fahrradmitnahme in der Bahn funktioniert noch nicht hinreichend wenn man mit der Familie Oma am anderen Ende der Republic besuchen will...

Nur mal so als Hinweis, der Couch- und Dosenpotato, der das erste MAl nach seiner Pubertät wieder aufs Rad steigt wuchtet satte 60W mit Spitzen von 90W in die Pedale, bei knieunfreundlichen 50rpm. Leute, die so 2-3000 km im Jahr fahren, und ab da kann man sich dann auch fast Alltagsradfahrer nennen, verdoppeln die Dauerleistung fast und verdreifachen die Spitzenleistung und kurbeln dann auch mit angenehmeren 70-80rpm. Alltagsradfahrer mit mehr km, sportlichen Ambitionen oder Zeitmangeln kommen auf Dauerleistungen von 150W bei Spitzenleistungen bis 7 oder 800 W und fahren dann auch mal mit einem 25er oder 30er Schnitt Kurzstrecken von 20-50km - im welligen Geländen.
Erst ab da wird es Sport.
Und wenn man wieder anfängt Rad zu fahren, muß man einfach nur fahren, jeden Tag, gelegentlich mal 10-50km am Stück und mit kleinen Sprints garniert. Nach 2-3Monaten freut man sich, wie einfach und schnell das doch geht.
Aber, man muß sich trauen, und etwas wollen.

ervin

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mrdude 15.09.2011, 20:27
256. und

Zitat von LouisWu
Im Gegenteil, die Autofahrer finanzieren auch noch Wasserwege, Flughäfen und - jawoll - auch Radwege mit.
Krankenhäuser, Schwimmbäder, Bibliotheken...Lustiger Vogel sind Sie!
Zitat von LouisWu
In den seitdem vergangenen 21 Jahren haben Deutschlands Autofahrer ca. 800 Milliarden EUR an Steuern gezahlt...
und wer hat die anderen 400 Milliarden für die Strassen in den "alten Bundesländern" finanziert?
Zitat von LouisWu
Wie hoch war der ökonomische Vorteil unseres Straßenverkehrs in der Zeit?
Weiss ich nicht?!
Zitat von LouisWu
Und kommen Sie mir nicht mit "ein Menschenleben ist nicht zu bezahlen". Das ist nämlich nicht richtig. Wir wägen täglich und bei vielen Gelegenheiten Sicherheit gegen Wohlstand ab zugunsten des Wohlstands.
Sehen Sie - ihr Wohlstand ist ihr Auto - meiner nicht! Ich empfinde die Automobillobby /und damit verbunden auch Mineralöllobby als Bedrohung jeglichen Wohlstands...

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Thraex 15.09.2011, 20:38
257. Stadtverkehr in Deutschland: Wem die Straße wirklich gehören sollte

Zitat von der_radler
Ich fahre schlicht und einfach jeden Tag denselben Weg. :-) Ok, manche fahren weiter zur Arbeit, nochmal 1,5 oder 2 km. Die Kinder degenerieren und lernen nie, sich richtig im Verkehr zu bewegen. Und in den Ferien ist das Verkehrsaufkommen deutlich geringer. Samstag kann man ähnliches beobachten: "Da werden 1,5 t Blech + 70 kg ökologisch degenerierter Lebensmasse 2 km bewegt, um 100 g Brötchen zu holen." Für mich ist das komplett merkbefreit ;-) Was hat denn "Auto haben" mit "Arbeit haben" miteinander zu tun, merkwürdige Schlussfolgerung? Noch nie von der aktuellen Entwicklung gehört, je höher die Bildung (was immer das sein mag), desto eher wird auf das Auto verzichtet, sogar der Besitz ist nicht mehr wichtig, Carsharing sei Dank. Der letzte Absatz spricht für Sie!
Ich will ja gar nicht behaupten, das es nicht wirklich solche Eltern gibt, wobei Ihr Beispiel schon extrem ist und damit für mich weiterhin unglaubwürdig bleibt, jedenfalls glaube ich nicht, das die wirklich 1,5km zur Schule fahren und dann direkt wieder zurück, und nach Ihrer Ausführung (Weg zur Arbeit) können Sie zumindest das nicht überprüfen.

Und ja, meine Posts sind in diesem Thread sehr streng, normalerweise schreibe ich anders, aber das Thema ist eines meiner Reizthemen. Ein weiteres ist tatsächlich Umweltschutz, wie gesagt, das schließt sich nicht aus.

Ich bin viel eher für sachen wie Atomaustieg (ohne grün oder links zu sein), denn die Sauerei die da veranstaltet wird können Autofahrer gar nicht produzieren, ich hab die Daten jetzt leider nicht zur Hand, aber der reine Autofahrer ist nur für einen relativ kleinen Anteil des menschengemachten Co2 Ausstoß verantwortlich.

Jeder der nen Hamburger bei nem Fresstempel futtert schadet der Umwelt so stark, das geht förmlich auf keine Kuhhaut.

Oder die Abrodungen der Regenwälder, oder die Monokulturen (Lebensmittelproduktion, auch hier in der EU).
Auch schlimm der nicht vorhandene Umweltschutz in der 3. Welt, denn vor allen da landet unser Giftschrott, Kühlschränke wären da ein Beispiel. Haben Sie die Kinder mal gesehen, wo die "spielen"?

Nur das wird natürlich nicht im Kontex gesehen, da dann wirklich jeder anfangen müsste sich zu ändern, auch die reinen Fussgänger und Radler, man geht eben nicht zu solch menschverachtenden Unternehmen wie KIK Einkaufen, wer das macht hat tatsächlich Blut an den Händen! (Produktion in Bangladesch)

Aber es ist natürlich einfacher den pösen Autofahrer zu bashen, eben weil es möglich ist. Ist wie mit dem Blitzen, nur weil es möglich ist, jeden Fehltritt eines Autofahrers zu ahnden muss man es nicht tun, dann fühlt man sich eben abgezockt.

Was wäre denn los, wenn auch Radfahrer UND Fussgänger geblitzt würden wenn sie über rot gehen (Technisch ne kleinigkeit!), dann wär das Geschrei aber gross, genauso gross wie wenn man fordert das auch diese Gruppen sich Gemeinschaftlich an der Infrastruktur beteiligen sollen, von der alle! profitieren und Radfahrer müssen! auch eine Versicherung abschließen.

Kein Mensch kann auch nur 5 km Autobahnstrecke Finanzieren, aber wenn ca. 40 Millionen Menschen das machen, funktioniert das, deshalb sind die Rechungen was ein einzelner Autofahrer bisher für die Strassen Bezahlt hat, auch egal, es handelt sich um eine Gruppe, die das alles Bezahlt und als Dank auch noch Beleidigt wird, und das, nur das nervt!

PS: Ihren letzten Satz sollten Sie selbst beherzigen :-)

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sir_humphrey 15.09.2011, 21:05
258. Ach ja...

"Breitere Straßen ziehen mehr Autos an, und noch breitere Straßen noch mehr Autos. Kurioserweise gilt der Bau neuer Straßen trotzdem vielerorts immer noch als das Patentrezept für die Lösung der Verkehrsprobleme."

GENAU SO IST ES!

Ich fürchte, dass wir von einer fortschrittlichen Verkehrspolitik in deutschen Großstädten noch Lichtjahre entfernt sind. Von Fahrradwegen, die diesen Namen auch verdienen, kann man hierzulande (bis auf ganz wenige Ausnahmen) nur träumen.

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LouisWu 15.09.2011, 21:08
259. ...

Zitat von mrdude
Krankenhäuser, Schwimmbäder, Bibliotheken...Lustiger Vogel sind Sie!...
Ja, bin ich tatsächlich. Wenn ich gut drauf bin.
Steuern sind (leider) nicht zweckgebunden. Daher wurden auch "Krankenhäuser, Schwimmbäder, Bibliotheken" aus den Steuern der Autofahrer finanziert.
Zitat von mrdude
..und wer hat die anderen 400 Milliarden für die Strassen in den "alten Bundesländern" finanziert?...
Wie kommen Sie auf 400 Mia.? Der Aufwand für Straßenbau und - erhaltung liegt insgesamt bei ca. 8 Mia. /Jahr, bei 21 Jahren also bei 168 Mia.
Zitat von mrdude
..Sehen Sie - ihr Wohlstand ist ihr Auto - meiner nicht! Ich empfinde die Automobillobby /und damit verbunden auch Mineralöllobby als Bedrohung jeglichen Wohlstands...
Unfug. Es geht dabei nicht um den persönlichen Wohlstand "Autofahren", sondern um die Summe aller ökonomischen Vorteile, die schnelle Mobilität einer Volkswirtschaft bietet.

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