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Statistisches Bundesamt: Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrer steigt deutli
DPA

Im vergangenen Jahr gab es wieder mehr Unfallopfer im Straßenverkehr. Während die Todeszahl bei Fußgängern, Auto- und Motorradradfahrern sank, stieg sie bei Fahrradfahrern deutlich an.

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cyborgpiratelaserninja 10.07.2019, 09:33
400.

Zitat von loncaros
Entgegen Ihrer Felsenfesten Überzeugung, dass Sie ein Vorfahrt-Gewähren-Schild brauchen, um keine Vorfahrt zu haben, gilt hier schlicht die Regel: Wer vorne fährt hat Vorfahrt. War die Radfahrerin vor Ihnen, dann müssen Sie sie reinlassen. Bei einem Unfall kriegen Sie 100% der Schuld.
Man bekommt natürlich nicht zu 100 % Schuld. Schauen Sie sich die StVO an. Auch wer in diesem Fall vorne fährt, hat vorausschauend zu fahren und auf den nachfolgenden Verkehr zu achten. Wer das nicht tut, bekommt eine Teilschuld. Auch im Auto darf man nicht einfach die Spur wechseln ohne zu schauen was hinter einem passiert.
Natürlich ist es im Falle des Falles schwer nachweisbar für den Autofahrer, dass der Mensch auf dem Rad nicht geguckt hat.
Trotzdem ist es eigentlich nicht so schwer einzusehen, dass die wichtigeste Regel in der StVO direkt am Anfang steht:
"§ 1 Grundregeln
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht."
Das gilt selbst für das größte SUV wie auch für den edelsten Radfahrer.
Es gibt seltenst Situationen in der man nur im Recht ist und die andere Verkehrsteilnehmer in der Pflicht. Daher haftet man natürlich auch, wenn man seine Vorfahrt erzwingt oder meint, man müsse nicht auf die Umgebung achten.

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SusiWombat 10.07.2019, 09:35
401.

Zitat von fjr
Es fehlt auch der Respekt der Radfahrer vor den Autos. Jeder Radfahrer sollte vor denen Respekt haben, denn bei einer Kollision wird er den kürzeren ziehen. Erst gestern konnte ich wieder beobachten, wie ein - in meinen Augen in die Klapse gehörender Radfahrer - einem Kieslaster die Vorfahrt genommen hat. Nur durch eine Vollbremsung (trotz ABS Reifenspuren auf der Straße) konnte der Lkw-Fahrer die Kollision - und damit den sicheren Tod des Radfahrers - vermeiden.
Hier hat gestern jemand mit einer S-Klasse versucht, sich "noch eben" vor einem Betonmischer auf die Autobahn zu drücken - Ergebnis: Einschlag in den Brückenpfeiler (der ging einfach nicht weg), und stundenlange Verkehrsblockade. FahrerIn voraussichtlich unverletzt - was aber nicht auf das eigene Verhalten zurückzuführen ist.

Was ich damit sagen will? Die Intelligenz ist gleichmäßig über alle Verkehrsteilnehmer verteilt, die Rück- und Umsicht aller Verkehrsteilnehmer ist seit Jahren rückläufig, gepaart mit der allgemein abnehmenden Intelligenz und - leider - mit steigender Rücksichtslosigkeit. Wohin uns das führt? Nun, das erlebe ich hoffentlich nicht mehr...

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spon_12 10.07.2019, 09:40
402.

Zitat von Mitdenker77
Sorry, aber wenn mich ein Forumsteilnehmer direkt angreift und behauptet ich würde wohl mit meinem SUV (den ich nicht habe) immer die öffentlichen Stellflächen nutzen, dann habe ich wohl jedes Recht darauf zu reagieren. Und wenn Sie gerne auf meinem Stellplatz im 3. Untergeschoss leben wollen, dann können wir versuchen darüber zu verhandeln. Aber ich schreibe hier besser nicht mehr, da es sinnlos scheint mir Radfahrern zu diskutieren, da sie Heilige sind, die nie einen Fehler machen und immer nur die Anderen schuldig sind. Auch werde ich nicht mehr in die Diskussion mit einigen anderen einsteigen, dass der Radfahrer, der eine rote Radfahrampel missachtet den Unfall verschuldet, wenn er mir beim rechts abbiegen bei grün ins Auto kracht. Denn in diesem Szenario kam immer nur, dass man nicht sofort anhalten könne, wenn die Ampel auf rot schaltet. Ich hatte aber nie etwas von den ersten Sekunden geschrieben, sondern den Fall allgemein dargestellt. Aber damit die Radler recht haben wurde da wieder was beigedichtet. Wobei die STVO in Para. 37 das folgende sagt: 5. Gelten die Lichtzeichen nur für zu Fuß Gehende oder nur für Rad Fahrende, wird das durch das Sinnbild „Fußgänger“ oder „Radverkehr“ angezeigt. Für zu Fuß Gehende ist die Farbfolge Grün-Rot-Grün; für Rad Fahrende kann sie so sein. Wechselt Grün auf Rot, während zu Fuß Gehende die Fahrbahn überschreiten, haben sie ihren Weg zügig fortzusetzen. 6. Wer ein Rad fährt, hat die Lichtzeichen für den Fahrverkehr zu beachten. Davon abweichend sind auf Radverkehrsführungen die besonderen Lichtzeichen für den Radverkehr zu beachten. An Lichtzeichenanlagen mit Radverkehrsführungen ohne besondere Lichtzeichen für Rad Fahrende müssen Rad Fahrende bis zum 31. Dezember 2016 weiterhin die Lichtzeichen für zu Fuß Gehende beachten, soweit eine Radfahrerfurt an eine Fußgängerfurt grenzt.
Punkt 6 können Sie dann eigentlich streichen, wir haben mittlerweile 2019 und die Radfahrer müssen sich also an das Lichtzeichen für den Verkehr halten - sofern sie kein eigenes Lichtzeichen haben. Haben Sie ein eigenes, ja, dann haben sie ein eigenes.

Ich versteh im Grunde die ganze Diskussion auch gar nicht. Was Sie nämlich überhaupt nicht erwähnen: Beim Abbiegen haben Sie - ob Lichtzeichen oder nicht - einen Schulterblick zu unternehmen. Spätestens dann sehen Sie, ob ein Radfahrer - regelwidrig oder nicht - ihren Weg kreuzen KÖNNTE. Wenn Sie dann weiterfahren, müssen Sie halt angeben, dass sie den Schulterblick vergessen haben. Damit ist die Geschichte dann auch durch.

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Dagobert aus Entenhausen 10.07.2019, 09:44
403. Schuldfrage

Als Autofahrer, der täglich in der Großstadt Frankfurt am Main unterwegs ist, würde mich interessieren, wieviele der Unfälle mit Radfahrern von selbigen verschuldet waren. Das ändert zwar nichts an den traurigen Zahlen, würde aber vielleicht bei vielen Radfahrern dazu führen, die Verkehrsregeln, die sie als Autofahrer selbstverständlich einhalten (z.B. rote Ampeln) auch als Radfahrer zu beachten.

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rennflosse 10.07.2019, 09:51
404. Sie vergessen

Zitat von Gegen Zensur bei Spon
Sie verstehen eben mit keiner Faser Ihres Daseins das Gesamtpaket In Stichworten: etwa 20% der Stadtstraßeninfrastruktur wird für die Zurverfügungstellung und Bewirtschaftung von Abstellflächen für PKWs benötigt, oft Zweit und Drittfahrzeuge Diese Fläche muss, ebenso wie die 1/3 Straßenateile, die nur für Parkplatzsuchen benötigt wird, alle paar Jahre saniert und erneuert werden Radfahrer hingegen belegen ein Promille an Abstellflächen und erzeugen ein Bruchtei der Instandhaltungskosten Dass SIE persönlich keines haben ist komplett irrelevant, Sie nutzen es dennoch indirekt Nirgend stecken Städte einen gerechten Anteil der Infrastrukturinvestition in Radinfrastruktur, obwohl es extrem lukrativ wäre Und als weiterer Nebeneffekt: 1/3 der Stadtinfrastruktur wird benötigt, weil Autos Parkplätze suchen. Eine Fläche, die für Wohnungsbau nicht zur Verfügung steht Eine Fläche, die ganz eindeutlich Mietpreise nach oben treibt Wer sich also über hohe Mieten beschwert: EIN Schuldiger , und zwar kein Kleiner, ist der Zweitwagen des Nachbarn und die bornierte Radinfrastrukturpolitik Mehr Radler= billigere Mieten
Sie vergessen, dass es Radfahrer und Autofahrer fast nie als monotheistische Lebensweise gibt. Üblich ist der Besitz eines oder mehrerer Autos zusammen mit einem oder mehreren Fahrrädern.

Für den städtischen Raum, wo zunehmend Enge herrscht und Verwaltungen der Fülle von Fahrzeugen nicht mehr gewachsen sind, habe ich einen Vorschlag:
Angesichts der in Städten allgemein guten Infrastruktur sollte die Anzahl der Autos pro Haushalt auf eins begrenzt werden.

Das würde den Parkraum entlasten.

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rainer-rau 10.07.2019, 09:51
405. Wen wunderts?

Sie haben halt keine Knautschzone. Nicht nur die Anzahl der Unfälle steigt an, sondern allgemein die Rücksichtslosigkeit und die Aggressivität. Die "Autogesichter" z. B. von Audi sind als Drohgrimasse designt, die Fahrer fühlen sich unbesiegbar und halten ihr Verhalten für ein Menschenrecht, Politik und Behörden fördern das Unwesen durch Untätigkeit oder sogar durch Unterstützung. Audi fällt mir sonderbarerweise immer als erstes ein - liegt vielleicht am hauseigenen Minister - , es gibt mehr als genug Asozialität bei den Nutzern anderer Fabrikate.

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rennflosse 10.07.2019, 10:01
406. Keine Heiligen

Zitat von anders_denker
da gibt es wohl auch zusammenhänge. Ebenso muss ich, vor allem wenn ich selber mit dem Rad unterwegs bin, feststellen das es eine immer größer werdende Gruppe rücksichtsloser Radfahrer gibt. Was früher als Eingebaute Vorfahrt beim Mercedes verspottet wurde scheint heute für Leute zu gelten die ein Fahrrad im vierstelligen Anschaffungsbereich fahren. Eigentlich zeit das hier stärker Kontrolliert und auch bestraft wirft. Verkehrsregeln gelten für alle und was es nicht geben darf, so gut der Umstieg aufs Rad auch sein mag, Sonderregeln abhängig vom Fahrzeug.
Ich kenne das Verkehrsgeschehen ebenso aus der Perspektive des Lenkrades und des Fahrradlenkers (jedenfalls in Berlin). Und muss leider sagen, dass eine Verrohung der Sitten auf beiden Seiten eingetreten ist.
Da gibt es die typischen "Kampfradler" auf der einen Seite. Es gibt aber auch eine zunehmende Verrohung bei den Autofahrern. Es hängt damit zusammen, dass junge aggressive Männer mit 400 PS - starken Autos zusammentreffen und das Phänomen illegaler Rennen in Innenstädten kannten wir vor 20 Jahren noch nicht.
Die Verantwortungslosigkeit bestimmter Autohersteller (Mercedes-AMG, BMW, Audi), die solche Monster auf die Straßen bringen, ist dafür mitverantwortlich, denn sie erzeugen mit dem Angebot aktiv die Nachfrage.
Eine Mobilitätswende, wie ich sie mir vorstelle, hätte vor allen Dingen den Umgang der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer miteinander zum Ziel. Da muss ein völliges Umdenken stattfinden. Weg vom vermeintlichen Recht des Stärkeren, Schnelleren, Lauteren. Hin zu einer Partnerschaft mit Vor- und Rücksichten.

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grossmutter 10.07.2019, 10:03
407. Warum liest eigentlich keiner die Quellen?

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht nicht nur die Absolutzahlen der Verkehrsopfer, sondern auch Angaben zur Hauptschuld bzw. Ortslage der Unfälle:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Verkehrsunfaelle/Publikationen/Downloads-Verkehrsunfaelle/verkehrsunfaelle-jahr-2080700187004.pdf?__blob=publicationFile

Die in Tabelle 3.1.1 angegebenen Daten zu Getöteten ergeben beim Vergleich mit der Ausgabe 2017 folgendes Bild:
- Alleinstürze ohne weitere Beteiligte 120 statt 99 (+21 bzw. +21%).
- Unfälle mit 2 Beteiligten *innerorts* 169 statt 178 (-9 bzw. -4%).
- Unfälle mit 2 Beteiligten *außerorts* 134 statt 89 (+45 bzw. +34%).
Besonders stark schlägt außerorts die angestiegene Anzahl von Unfällen zu Buche, bei denen Radfahrern die Hauptschuld am Unfall angelastet wurde (+30), wohl v.a., weil sie aus einem Feld-/Waldweg oder von einer kleineren Kreisstraße kommend die Vorfahrt eines schnellen KFZ auf der größeren Landstraße übersehen haben.

Alle diese Indizien deuten darauf hin, dass die starke Zunahme absolut nichts mit den hier im Forum wortreich diskutierten "Zuständen" in unseren Städten zu tun haben. Dass vielmehr die sprunghaft steigenden Radfahrerzahlen aufgrund der Großwetterlage und des Pedelec-Booms für den Anstieg verantwortlich sind, zeigt auch die synchrone Entwicklung in den Niederlanden. Trotz der dort vermeintlich über jeden Verdacht erhabenen Infrastruktur hat auch hier die Zahl der radelnden Todesopfer im vergangenen Jahr um 14% (D: 17%) zugenommen.

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SusiWombat 10.07.2019, 10:04
408.

Zitat von Dagobert aus Entenhausen
Als Autofahrer, der täglich in der Großstadt Frankfurt am Main unterwegs ist, würde mich interessieren, wieviele der Unfälle mit Radfahrern von selbigen verschuldet waren. Das ändert zwar nichts an den traurigen Zahlen, würde aber vielleicht bei vielen Radfahrern dazu führen, die Verkehrsregeln, die sie als Autofahrer selbstverständlich einhalten (z.B. rote Ampeln) auch als Radfahrer zu beachten.
In Frankfurt halten sich Autofahrer selbstverständlich an die Regeln? Das muss ein Paradies sein! Ich bin Autofahrer und ich erlebe jeden Tag etwas ganz anderes.

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rennflosse 10.07.2019, 10:05
409. Gefährdung

Zitat von fjr
Es fehlt auch der Respekt der Radfahrer vor den Autos. Jeder Radfahrer sollte vor denen Respekt haben, denn bei einer Kollision wird er den kürzeren ziehen. Erst gestern konnte ich wieder beobachten, wie ein - in meinen Augen in die Klapse gehörender Radfahrer - einem Kieslaster die Vorfahrt genommen hat. Nur durch eine Vollbremsung (trotz ABS Reifenspuren auf der Straße) konnte der Lkw-Fahrer die Kollision - und damit den sicheren Tod des Radfahrers - vermeiden. Das ganze war allerdings ausserhalb einer Ortschaft, in einem nicht geschwindigkeitsbegrenzten Bereich (außer die obligatorischen 100 km/h bzw für schwere Lkw 60 km/h) auf einer Bundesstraße, die der Radfahrer einfach (trotz guter Sicht) querte. Und das Recht: Ist es nicht so, dass Staatsanwälte bei Unfällen mit Kfz gegen Radfahrer oder Fußgänger auch bei uns zuerst die Schuld beim Kraftfahrer suchen? Oft genug zu Unrecht.
Die stärkere Gefährdung geht von der Maschine aus, deshalb muss deren Führer eine größere Vorsicht und Umsicht walten lassen.

In grenzwertigen Fällen wie dem von Ihnen geschilderten Fall würde allerdings niemand dem LKW Fahrer die Schuld geben. Oftmals ist es eine Sache der Tatsachenfeststellung, also auch eine Frage des Beweises. Bei der bekannten Unzuverlässigkeit von Zeugen kann ein falsches Bild entstehen.

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