Forum: Auto
Strafbefehl wegen Verkehrsgefährdung: Online-Petition für Notarzt gestartet
openpetition.de

Er soll seinen Führerschein verlieren, weil er bei einem Rettungseinsatz für ein Kleinkind zu rasant fuhr. Nun erhält Notarzt Alexander Hatz Unterstützung im Netz.

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DerBlicker 06.02.2015, 18:31
120. das muss aber möglich und zumutbar sein

Zitat von famd
Eigentlichs sollte man den Anzeigenden verklagen, denn dieser muss bei Fahrzeugen mit Sondersignalaen (Polizei, Feuerweher, Sankra) die Strasse sofort frei machen!
Wenn ein Arzt plötzlich in den Gegenverkehr ausschert, ist ein gefahrloses Ausweichen für den Gegenverkehr kaum noch möglich, deshalb liegt dann vom Arzt eine strafbare Verkehrsgefährdung vor, die auch geahndet werden muss. Niemand muss ins Bankett oder den Graben fahren, nur damit ein verrückter Arzt durch kann. Schon der geringste Schaden für den Ausweicher ist unzumutbar.

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erna-schakira_schabulski 06.02.2015, 18:31
121.

Zitat von wkguenther
Ich bin selbst Notarzt! Die Einsatzmeldung eines Kindernotfalls führt auch nach langer Praxis immer noch zu starker emotionaler Anspannung. Vom ersten Moment an kreisen hier die Gedanken um das "Was-Wenn-Wie", schaffe ich das.
R E S P E K T - vor Ihrem Beruf und vor dem Druck dass Sie zu jeder Zeit, an jedem Ort, in jeder Situation Entscheidungen treffen oder zu treffen haben die Menschen (und dazugehörige Familien) zwischen Glück und Trauer alles bescheren können.

Während meines ZD im Rettungswesen habe ich beachtlichen Respekt vor Ihrem Berufsstand gewonnen - was aber sicher auch daran lag dass Menschen Ihres Standes, oft mit einem Doktortitel im Namen, uns "Fußvolk" nie verächtlich oder herablassend behandelt haben.

Es war immer ein Arbeiten "Hand in Hand", ein Zahnrad griff in das Andere - zum Wohle des verunfallten Menschen.

Sicher könnten Sie als Arbeitssimulant in einem Büro, als Reis- oder Getreidespekulant oder sonstiger Minderleister mehr Geld bekommen - aber Ihr Dienst an der Gesellschaft wiegt das Geld allemal auf. Danke.

btw: Ich fahre immer noch hin und wieder (zumeist als Abwesenheitsvertretung) am Wochenende mit - hast sich in den letzten 30 Jahren nicht verändert - wer Hilfe braucht, der kriegt sie.

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Greyjoy 06.02.2015, 18:32
122.

Zitat von flieger7
Als der Autofahrer würde ich mich schämen einen Notarzt anzuzeigen, auch wenn der gefahren ist, wie ein verrückter, weil das nächste Mal könnte es ja sein, dass ich ein Problem habe und dann ist wohl jeder froh, wenn es schnell geht, dieser Arzt wird sich wohl ab jetzt Zeit lassen und dass ist fatal, so eine Klage darf nicht zugelassen werden
Ich habe mich hier nun schon mehrfach für den Notarzt ausgesprochen. Allerdings ist es wirklich so, dass manche Einsatzkräfte zu riskant fahren. Es gilt noch immer:"Nur wer ankommt kann auch helfen!"
Leider gibt es auch immer wieder Unfälle in denen die Schuld dann auch wirklich zum Großteil beim Fahrer des Einsatzfahrzeugs liegt. Das darf man nicht abstreiten.
Allerdings finde ich, dass z.B. eine Beschwerde bei der örtlichen Feuerwehr, dem Rettungsdienst oder der Polizei ausreicht wenn nun wirklich nix passiert ist. Dann gibts vom Vorgesetzen einen vor den Latz und gut ist. Da direkt Anzeige zu erstatten erscheint mir hier übertrieben. Naja wir sind eben in Deutschland.
Zu viele Mitmenschen haben hier nur Rechte aber keine Pflichten und schon gar kein Maß für Verhältnismäßigkeit.

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DerBlicker 06.02.2015, 18:33
123. aber sicher doch

Zitat von niska
Was wirklich dämlich ist ist dieses peinliche urdeutsche Blockwart- und Denunziantentum. Selbst wenn der Notarzt verhältnismäßig riskant gefahren wäre,
Solche gemeingefährlich fahrenden Ärzte haben auf der Straße nichts zu suchen. Stellen Sie sich mal vor, der Arzt hätte bei seiner Fahrt Ihr Kind überfahren, da würden Sie jetzt aber anders reden.

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erna-schakira_schabulski 06.02.2015, 18:34
124.

Zitat von 19mh71
§ 35 StVO Abs. (8) Die Sonderrechte dürfen nur unter gebührender Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgeübt werden. Das lernt man bei der Fahrereinweisung. Sonderrechte rechtfertigen keine Gefährdung anderer, auch wenn der Notarzt im Anschluss einen guten Job gemacht hat.
Scheinbar wurden in diesem Falle aber Wegerechte zugeteilt....

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DerBlicker 06.02.2015, 18:35
125. nein muss man nicht

Zitat von kunibertus
sollten wir erst einmal einen Blick auf den § 38 der StVO werfen. Dort ist eindeutig geregelt, dass beim Einsatz von blauem Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn alle übrigen Verkehrsteilnehmer sofort freie Bahn zu schaffen haben. Dazu muss man dann eben auch mal anhalten oder einen unbefestigten Randstreifen befahren.
Die besestigte Fahrbahn muss man eben nicht verlassen, schon allein deshalb nicht, weil dann das eigene Auto Schaden nehmen kann, das ist rechtlich unzumutbar. Sie haben keine Ahnung vom Recht.

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DerBlicker 06.02.2015, 18:36
126. Ausweichen ja

Zitat von Hagbard
Nach allem, was ich gelesen habe, wirft man ihm gar nicht vor, "wie ein Rambo in den Gegenverkehr gefahren" zu sein. Man wirft ihm vor beim Überholen eines nach rechts abbiegenden Fahrzeuges zu weit nach links gekommen zu sein, so dass der Anzeigeerstatter "ausweichen und bremsen" musste. Ich hab' in der Fahrschule gelernt, dass man bei einem entgegenkommenden Einsatzfahrzeug mit Sonderrechten vom Gas geht, sich äußerst rechts hält und gegebenenfalls anhält. Ausweichen und Bremsen halte ich für eine durchaus zumutbare Maßnahme, um einem Einsatzfahrzeug Platz zu machen.
Aber nicht aufs Bankett. Dann hat der Arzt überzogen und gehört zurecht verurteilt.

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pemschi 06.02.2015, 18:39
127. Heilige Ahnungslosigkeit

Leute, schaut euch mal die Rechtsprechung an. Das lernt jeder Rettungsmensch. Natürlich kann man nicht einfach drauf losfahren und und "ein wenig riskant" das Leben anderer gefährden. Zitat: "Er sei nahezu ungebremst auf die Gegenfahrbahn ausgeschert und habe zwei entgegenkommende Autos zum Ausweichen aufs Bankett gezwungen." Das wäre ganz klar ein Verstoß seitens des Arztes, denn er ist nicht von Haftungs- und Sorfgfaltspflichten befreit. Deswegen müssen sich auch Feuerwehr und Polizei trotz Tatütata in eine Kreuzung bei Rot hineintasten und dürfen nicht mit 100 Sachen drüber sausen. Sie müssen sich zudem vergewissern, dass allle beteiligten Verkehrsteilnehmer das Sonderrechtsfahrzeug auch bemerkt haben. Das zum Beispiel ist bei einem plötzlichen Ausscheren für den ja auch schnell fahrenden Gegenverkehr nicht unbedingt anzunehmen. Darüber muss sich der Fahrer vergewissern. Der Arzt kann sich an keine gefährliche Situation erinnern, die Entgegenkommenden haben es anders geschildert. Wie es war, wird in einem Gerichtsverfahren geklärt. Wie soll hier anders entschieden werden? Nach der Nase? Nach Beliebtheit? Leute, ihr seid dermaßen naiv. Wäre ich der Arzt, würde ich mir auch solche zum Teil pöbelnden Unterstützer nicht wünschen. Echt nicht.

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DerBlicker 06.02.2015, 18:39
128. ganz einfach

Zitat von isolde_trinken
das Urteil sei angemessen, nur mal zwei Fragen: Erstens, wie würde man sich selber in dieser Situation als Notarzt verhalten? Schön langsam fahren, um keine Geldbuße und keinen Führerscheinentzug zu riskieren, oder so schnell wie möglich zum Einsatzort fahren, mit der Gefahr, dass unachtsame Autofahrer einen Unfall verursachen, oder auf den Randstreifen ausweichen und einen anzeigen.
Ich würde las Notarzt niemals in den Gegenverkehr fahren, das ist viel zu gefährlich. So was gehört strikt geahndet.

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enni3 06.02.2015, 18:42
129.

Zitat von 19mh71
§ 35 StVO Abs. (8) Die Sonderrechte dürfen nur unter gebührender Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgeübt werden.
§35 interessiert nicht, hier gehts um §38 STVO

Ich möchte wetten, dass bei einem Einsatz mit drohendem Erstickungstot, der Notarzt unter "Wegerechten" unterwegs war, was in dem Fall bedeutet, dass alle Platz zu machen haben, Sonderrechte hat er nämlich immer, auch ohne Blaulicht.

Ich plädiere gnädigst dafür, dass die Einsatzfahrzeuge nur noch unter Blaulicht UND Martinshorn unterwegs sind.
Tatsächlich ist nämlich eigentlich beides meistens aneinander gekoppelt, wenn Einsatzfahrzeuge "Sonderrechte" haben. Aus Rücksicht auf die Anwohner wird innerhalb von Ortschaften nur noch an besonders unübersichtlichen Stellen, dass Signalhorn benutzt.

Aber dann kommen wieder die ersten, die meinen, warum für eine handvoll andere Verkehrsteilnehmer nachts das Horn benutzt werden soll.

Wenn ich ein Blaulicht sehe, habe ich Platz zu machen. Fertig und Ende.

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