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Strafbefehl wegen Verkehrsgefährdung: Online-Petition für Notarzt gestartet
openpetition.de

Er soll seinen Führerschein verlieren, weil er bei einem Rettungseinsatz für ein Kleinkind zu rasant fuhr. Nun erhält Notarzt Alexander Hatz Unterstützung im Netz.

Seite 16 von 31
enni3 06.02.2015, 19:26
150.

Zitat von 19mh71
"1. Weder §*35*StVO, noch §*38StVO erlauben dem Fahrer eines Einsatzfahrzeugs ein Fahren ohne Rücksicht auf die sonstigen Verkehrsteilnehmer. Auch bei einer Sonderrechtsfahrt sind gemäß § 35 Abs. 8 StVO die öffentliche Sicherheit und Ordnung gebührend zu berücksichtigen.2. Das bedeutet, dass die Regelung der Vorfahrt an einer Kreuzung grundsätzlich durch die Inanspruchnahme von Sonderrechten unberührt bleibt. Die übrigen Verkehrsteilnehmer haben dem Einsatzfahrzeug jedoch sofort "freie Bahn" zu verschaffen. Sie verzichten damit quasi vorübergehend auf Ihr Vorfahrtsrecht. Der Fahrer des Sonderrechte in*Anspruchnehmenden Fahrzeugs muss sich jedoch stets davon überzeugen, dass die übrigen Verkehrsteilnehmer ihn wahrgenommen und sich auf seine Absicht, die Kreuzung vor ihnen zu überqueren, eingestellt haben." Jeder Fahrer im Rettungsdienst wird darüber unterrichtet und hat auch niemanden zu gefährden.
Aber da liegt doch das Problem.

Denn inzwischen ist es so, dass es genug Idioten da draußen gibt, die eben dass für sich ausnutzen. Der Rettungswagen muss doch eh fast anhalten, da kann man noch davor durchschlüpfen. Oder man fährt einfach 80 in der Ortschaft, dann ist man genauso schnell und muss nicht anhalten.

Rücksichtnahme im Straßenverkehr lässt genauso nach, wie in allen anderen Bereichen auch. Jeder wähnt sich im Recht, jeder meint, dass seine Gesetzesauslegung die richtige wäre, und am Ende beschweren sich alle, dass jeder Pups ganz genau festgeschrieben werden muss.

Auch hier haben wir dieses Problem. Einerseits haben die anderen Verkehrsteilnehmer einem Einsatzfahrzeug unter Sonder- und Wegerecht Platz zu machen, andererseits muss der Fahrer des Einsatzfarzeuges ständig so vorgehen, als würde sich keiner daran halten.

Da können Sie mit Gesetzen kaum noch agieren. In einer egoistischen Gesellschaft, wird sich der Rettungswagen demnächst ganz vorbildlich im Stau aufhalten, weil keiner mehr das Blaulicht gesehen haben will, und wenn dann hatten die ja auch kein Martinshorn an, oder was für Lücken immer gefunden werden.

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niska 06.02.2015, 19:31
151.

Zitat von DerBlicker
Wenn ein Arzt plötzlich in den Gegenverkehr ausschert, ist ein gefahrloses Ausweichen für den Gegenverkehr kaum noch möglich, deshalb liegt dann vom Arzt eine strafbare Verkehrsgefährdung vor, die auch geahndet werden muss. Niemand muss ins Bankett oder den Graben fahren, nur damit ein verrückter Arzt durch kann. Schon der geringste Schaden für den Ausweicher ist unzumutbar.
Wenn auf der Strecke (in diesem Falle sogar gerader Strecke) ein Blaulicht entgegenkommt muss ich sehr langsam und äußerst rechts fahren, gerade dass keine gefährliche Situation entstehen kann.
Der Gedankengang, dass mich auf meiner Spur die entgegenkommende Blasmusik und Lichtorgel nix angeht, ist leider sehr verbreitet.
Vorrausschauendes und damit sicheres Fahren ist scheinbar in Egoismusland nicht mehr angesagt.

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niska 06.02.2015, 19:36
152.

Zitat von DerBlicker
Solche gemeingefährlich fahrenden Ärzte haben auf der Straße nichts zu suchen. Stellen Sie sich mal vor, der Arzt hätte bei seiner Fahrt Ihr Kind überfahren, da würden Sie jetzt aber anders reden.
Ich stelle mir vor der Arzt hätte mein Kind gerettet. Denn das tun Ärzte. Oft unter hohem eigenen Einsatz. Die Nachricht "Notarzt überfährt Kind" habe ich hingegen noch nie gelesen. Theoretisieren mit Unwahrscheinlichkeiten möchte ich nicht.
Die Nachricht "Unachtsamer Autofahrer überfährt Kind" ist jedoch nicht selten. Und unachtsam war hier nicht der Notarzt, der ja heil ans Ziel kommen wollte, sondern die trotz Signalfahrt überraschten Autofahrer.

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Stefan_G 06.02.2015, 19:38
153. zu #8

Zitat von Vex
Fakt ist das Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen nur dann die StVO überschreiten dürfen wenn es absolut sicher ist und keine zusätzliche Gefahr für andere Teilnehmer bedeutet und das ist richtig so.
Nein, das ist absoluter Unsinn. Bei jeder Fahrt kann ein Unfall passieren, es ist also nur "absolut sicher", wenn man gar nicht erst losfährt.

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Stefan_G 06.02.2015, 19:39
154. zu #6

Zitat von FrankDr
So ein Unsinn. Vorhin hat ein Forist schön den Paragraphen zitiert, wonach auch Notärzte umsichtig - jegliche Verkehrsgefährdung ausschließend - fahren müssen. Ein Kind zu retten und 8 eingeklemmte sterbende Personen im Straßengraben wiegen sich nicht auf. Klar hat ein Arzt Vorrang, aber auch ein Blaulicht erlaubt nicht wie ein Rambo plötzlich in den Gegenverkehr abzubiegen ubd da keiner dabei war kann es keiner hier beurteilen.
Keiner kann es beurteilen - trotzdem polemisieren Sie von 8 Sterbenden im Straßengraben. Wie passt das zusammen?

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rosenblau 06.02.2015, 19:51
155. Justizminister

sofort zurücktreten. Sollte mal auf Unfallhelfer umgeschult werden - leider zu dumm dazu !! Oder steckt da der Seehofer dahinter ? der da angezeigt hat ist eine 0, doch der Staatanwalt der die Zahl € 4.500 da hin geschrieben hat, der will das Budesverdienstkreuz, wegen Hirnlosigkeit, oder so - ja goods no ?

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nurmeinemeinung 06.02.2015, 19:56
156.

Zitat von DerBlicker
Ich würde las Notarzt niemals in den Gegenverkehr fahren, das ist viel zu gefährlich. So was gehört strikt geahndet.
Ich hoffe der Notarzt der zu Ihnen gerufen wird fährt so wie sie sich das wünschen.
Dann sind sie eben tot.

Aber ich kenn so Typen wie sie. Nicht auf den Gehweg ausweichen, nicht zur Seite fahren und jede Sekunde noch nutzen weiterzufahren. Nur nicht zur Seite. Nur wegen so einem dämlichen Notarzt. Ma hat ja schließlich wichtige Termine. Da geht es um Sekunden....

Vielleicht sollte der Arbeitgeber des Notarztes eine neue Arbeitsanweisung ausgeben: Defensiv fahren, niemanden mehr Überholen. Und das in alle örtlichen Zeitungen: Wir halten uns ab heute ans Urteil und werden entsprechend defensiv fahren. Bitte verstehen sie dass unsere RTWs und Notärzte ein paar Minuten länger benötigen.
Was da wohl los wäre....

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eswirdbesser 06.02.2015, 19:59
157. Es geht....

...doch jetzt schon gar nicht mehr darum, ob der Strafbefehl gerechtfertigt ist. Es geht darum, das die Behörde, hier die zuständige Staatsanwaltschaft, sich durchsetzt und aus. Wieviele Geschichten aus dieser Geisteshaltung der Justizbehörden in Bayern kennen wir? Alle, denn die sprechen nicht nur Recht, dort wollen die (be-)herrschen. Ausnahmlos. Da darf auch ein Notarzt in dem geschilderten Einsatz mit dem vom Erstickungstod bedrohten Kind nicht mehr Gewicht haben. Diese Juristen in diesem Bundesland sind furchtbar. Die denken, sie setzen die Rechtspflege durch und erreichen, auch im Bewusstsein vieler Menschen, nur das Gegenteil.

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Greyjoy 06.02.2015, 20:11
158.

Zitat von DerBlicker
Die besestigte Fahrbahn muss man eben nicht verlassen, schon allein deshalb nicht, weil dann das eigene Auto Schaden nehmen kann, das ist rechtlich unzumutbar. Sie haben keine Ahnung vom Recht.
Sie sind es der keine Ahnung hat.
http://www.rechtslexikon.net/d/bankett/bankett.htm
Ein Ausweichen auf das Bankett, also runter von der befstigten Fahrbahn ist durchaus zumutbar.
Es stimmt auch nicht, dass man keinen Schaden am eigenen Fahrzeug hinnehmen muss. Man hat allerdings selbstverständlich Recht auf Schadenserstatz.
Feuerwehr und Polizei können Sie sogar zur Mithilfe bei Einsätzen verpflichten und auch ihr Eigentum nutzen um Gefahren abzuwenden. Das betrifft allerdings meist nicht den normalen Autofahrer sondern z.B. Führer von Traktoren, Baufahrzeugen etc.

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FrankDr 06.02.2015, 20:18
159.

Zitat von permakultur
Wenn es zwei unabhängige Anzeigen gegen den Arzt gibt, liegt die Vermutung nahe, dass der Notarzt sehrwohl eine Verkehrsgefährtung herbeigeführt haben könnte. Selbstverständlich müssen entgegenkommende Fahrzeuge ausweichen und notfalls anhalten. Doch wohin auf engen Straßen ausweichen? Oder wie reagieren wenn einem aus einer Kurve zwei Fahrzeuge entgegen kommen - das aud der eigen Fahrbahnseite mit Sondersignal?
Und wie es Pemschi treffend formuliert:

Ich bin wirklich froh, dass Urteile in einem Gerichtsverfahren und nicht per Akklamation im Internet gefällt werden.
Keiner hier kennt den Sachverhalt, doch nehaezu alle trauen sich ein Urteil zu. Dieses Verständnis von Rechtstaatlichkeit ist wirklich erbärmlich.
Hoffentlich landet diese dämliche Petition da, wo sie hingehört - im Mülleimer.

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